Ovid Metamorphosen

Ovid Metamorphosen von Wilke,  Ulrich
Die Metamorphosen des Ovid sind eines der schönsten Werke der Weltliteratur. Sie beginnen mit der Erschaffung der Welt und enthalten Geschichten von Göttern, Menschen und Tieren, wie sie in der griechischen und römischen Überlieferung erzählt wurden. Pyramus und Thysbe, Orpheus und Eurydike, Medea und Jason, der Trojanische Krieg und die Gründung Roms sind einige der zahlreichen Themen der antiken Mythologie und Geschichte, die Ovid den Lesern vermittelt. Der Dichter P. Ovidius Naso lebte von 43 v.Chr. bis 17 n.Ch. im Zeitalter des Kaisers Augustus. Er war ein Zeitgenosse von Vergil. Die Metamorphosen umfassen 15 Bücher in Hexametern und behandeln 250 Themen. Das Werk entstand zwischen 1 v. Chr. und 8 n. Chr., war also bereits vor Ovids Verbannung an das Schwarze Meer durch Kaiser Augustus (8 n.Chr.) vollendet. Viele Jahrhunderte unbeachtet, erlebte das Werk im 12. Jahrhundert eine Renaissance. Über 150 Handschriften und Übersetzungen aus dem späten Mittelalter sind überliefert. Nach der Erfindung des Buchdrucks im 15. Jahrhundert folgten weitere Übersetzungen mit Illustrationen. Glückliche Zufälle sind es manchmal, welche einem Sammler von illustrierten Büchern, besonders des 16. und 17.Jahrhunderts, widerfahren und die Sammlung um Rarissima bereichern. So auch bei diesem Band von Ovids Metamorphosen mit 187 Holzschnitten des Bernd Salomon aus dem Jahre 1559. Dieser Band ist weltweit nur noch in wenigen Bibliotheken präsent; daher blieben bisher diese Holzschnitte der Öffentlichkeit weitgehend verborgen.
Aktualisiert: 2017-10-02
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Willensherrschaft und Nachlassbindung

Willensherrschaft und Nachlassbindung von Wilke,  Ulrich
Die Dissertation von Ulrich Wilke beleuchtet, wie unterschiedliche Rechtsordnungen mit der Nachlassbindung durch Vor- und Nacherbschaft, Dauertestamentsvollstreckung, Stiftungserrichtung oder funktional vergleichbare Rechtsinstitute wie die libéralités graduelles des reformierten französischen Erbrechts oder den trust der angloamerikanischen Rechtsordnungen umgehen. Die Entwicklung dieser Rechtsinstitute wird zunächst historisch nachgezeichnet. Einen Schwerpunkt der weiteren Untersuchung bildet die Frage, wie die Beziehung zwischen Erblasser und Erbe im Rahmen der Nachlassbindung charakterisiert werden kann. Ausgehend von der These, dass es sich um eine Machtbeziehung handelt, wird diese anhand der Luhmann’schen Systemtheorie analysiert und schließlich dargestellt, wie sich vor diesem Hintergrund Wirksamkeitsgrenzen wie in §§ 2109 Abs. 1 S. 2, 2210 S. 2 BGB bzw. deren Fehlen bei der Errichtung einer Familienstiftung erklären lassen.
Aktualisiert: 2017-09-12
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Francesco Petrarca – De remediis urtriusque fortunae

Francesco Petrarca – De remediis urtriusque fortunae von Wilke,  Ulrich
Francesco Petrarca (1304 - 1374) gilt als einer der frühesten und wichtigsten Köpfe des Renaissance-Humanismus und war einer der bedeutendsten Dichter Italiens. Sein Canzoniere, ein Gedichtzyklus von 366 Gedichten, darunter 317 Sonette, in denen er seine reine, ausdauernde Liebe zu Laura besingt, der madonna angelicata, prägte inhaltlich und formal die europäische Lyrik der Renaissance (Petrarkismus). Bildung und Tugend waren das Ideal eines Humanismus, der sich vom Mittelalter verabschiedete und die Antike wieder aufleben ließ. Seine Sammlung fiktiver Gespräche mit dem fast 900 Jahre älteren Heiligen Augustinus unter dem Titel Secretum meum erlebt aktuell Neuauflagen. Petrarca publizierte sowohl in der italienischen Volkssprache als auch in Latein, der Sprache der Wissenschaft. Dreizehn Jahre, von 1354 bis 1367, arbeitete er an seinem Hauptwerk De remediis utriusque fortunae, welches 254 Kapitel umfasst. Dieses Werk wurde Anfang des 16. Jahrhunderts erstmals vollständig in Augsburg in die deutsche Sprache übersetzt. Damals gab es mehr als 50 Übersetzungen in neun Sprachen. Die Augsburger Verleger Grimm und Wirsung beauftragten 1517, also vor genau 500 Jahren, einen Augsburger Künstler mit der Fertigung von 261 Illustrationen zu diesem Werk. Die Identität des Zeichners ist bis heute nicht gesichert. Er trägt daher den Notnamen Petrarca-Meister. Die Bildideen dazu lieferte der Straßburger Sebastian Brant, Herausgeber des Narrenschiffs von 1494 und der ersten vollständig illustrierten Vergil Ausgabe von 1502. Der Augsburger Verleger Heinrich Stayner druckte das Werk unter dem Titel Von der Artzney bayder Glück 1532 und 1539. Danach folgten zahlreiche Neuerscheinungen. Im vorliegenden Band werden Abbildungen der Holzschnitte aus der Augsburger Ausgabe von 1539 und der Frankfurter Ausgabe von 1559 gezeigt und mit kurzen Anmerkungen erläutert.
Aktualisiert: 2017-10-02
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Ludovico Ariosto – Orlando Furioso Buchillustrationen

Ludovico Ariosto – Orlando Furioso Buchillustrationen von Wilke,  Ulrich
Vor 500 Jahren, im Sommer 1516 wurde erstmals Ludovico Ariostos Orlando Furioso in Venedig gedruckt. Seither gab es Übersetzungen in zahlreiche Sprachen und bis in die Gegenwart einige hundert Neuauflagen. Der Inhalt dieses historischen Epos, in welchem es um den Kampf Karl des Großen mit den Sarazenen geht, wurde mit amüsanten erotischen und abenteuerlichen Episoden wunderbar unterhaltsam aufgelockert und erweitert. Kein Wunder also, dass dieses monumentale Werk mit 46 Gesängen in 46.000 Verszeilen schon bald Zeichner, Maler, Bildhauer und selbst Komponisten zu immer neuen Ideen inspirierte. Dutzende Editionen wurden mit spannenden, an Details reichen Illustrationen versehen. Der Herausgeber veröffentlicht in diesem 4. Band abschließend über 700 Buchillustrationen des 20. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. Diese Künstler kannten die reiche Bibliothek vorausgegangener Illustrationen, aber die meisten haben neue Motive zunehmend in individuellen Stilen gezeichnet, um dem Thema „Orlando furioso“ auf ihre Art gerecht zu werden. Erst in der Postmoderne, in den 80er Jahren haben Paul und Gaetano Brizzi und Elvio Marchionni auf historische Stilformen zurückgegriffen. Besonders Marchionni kommt mit Zeichnungen wie aus der frühen Renaissance der Erzählfreude und dem Zeitgeist Ariostos nahe. Insgesamt liegen nun ca. 3.150 Holzschnitte, Radierungen, Kupferstiche, Holzstiche und Lithographien zusammengefasst in vier Bänden vor. Den Lesern dieses Epos, den Kunst- und Literaturhistorikern wird nun neben den spannenden und vergnüglichen Texten auch die Möglichkeit gegeben, die dazu passenden Illustrationen zu studieren und die Entwicklung der Umsetzung der Texte in Bildwerke seit 1542, dem Erscheinen des ersten illustrierten Werkes, bis in die Gegenwart vergleichend wahrzunehmen.
Aktualisiert: 2017-10-02
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Burchard Christoph Graf von Münnich 1683-1767

Burchard Christoph Graf von Münnich 1683-1767 von Wilke,  Ulrich
Der Oldenburger Burchard Christoph Graf von Münnich, 1683 in Neuenhuntorf geboren, zählt zweifellos zu den bedeutenden Persönlichkeiten der europäischen Geschichte des 18. Jahrhunderts. In seinen Jugendjahren kämpfte er unter Prinz Eugen während des Spanischen Erbfolgekrieges an vielen Kriegsschauplätzen in Westeuropa. Nach Stationen im Dienste des Landgrafen Hessen-Kassel zog es ihn in den Osten. Zunächst diente er in Warschau August dem Starken. 1721 wechselte von Münnich an den Hof Peters des Großen nach St. Petersburg. Peter wollte Russland zu einem modernen Staat nach westeuropäischen Vorbildern reformieren. Die alte Hauptstadt Moskau sollte durch seine neue Metropole St. Petersburg abgelöst werden. Für dieses Vorhaben brauchte er die Mithilfe von qualifizierten Technikern, Militärs, Wissenschaftlern und Handwerkern aus dem Westen. Mit der Neuplanung des Ladoga-Kanals, eines Projektes an welchem die einheimischen Ingenieure gescheitert waren, erwarb von Münnich das Vertrauen und die Freundschaft des Zaren und wurde in ganz Europa bekannt. Nach dem frühen Tod von Peter I. diente von Münnich noch sechs weiteren russischen Regenten. Burchard Christoph Graf von Münnich reformierte die Armee nach preußischem Vorbild und schaffte Privilegien des Adels ab. Als Generalsfeldmarschall befehligte er die größte Armee Europas. Burchard Christoph Graf von Münnich war ein gläubiger Christ. Er war Architekt, Bauherr und Patron der ersten St. Petri Kirche am Nevsky Prospekt. Nach dem Staatsstreich von Elisabeth I. im Jahre 1741 wurde Burchard Christoph Graf von Münnich zum Tode verurteilt, in letzter Minute schon auf dem Schafott, begnadigt und nach Sibirien deportiert. Peter III, der Gemahl der späteren Zarin Katharina der Großen, rehabilitierte ihn sofort nach Elisabeths Tod. Triumphal wurde Burchard Christoph Graf von Münnich in St. Petersburg empfangen. Sein Wunsch in Oldenburg den Lebensabend im Winter in dem von ihm erworbenen Haus in der Mühlenstraße und im Sommer auf dem heimatlichen Gut Neuenhuntorf zu verbringen, erfüllte sich nicht. Katharina hatte ihm neue Aufgaben übertragen Burchard Christoph Graf von Münnich starb 1767 in St. Petersburg. In St. Petersburg wurde am 29.6.2006 in der St. Petri Kirche ein vom Herausgeber gestiftetes Bronzerelief mit seinem Bildnis enthüllt. In Russland ist sein Wirken unvergessen. Zahllose Porträts, Ölgemälde, Kupferstiche, Denkmäler und Münzen legen noch heute Zeugnis ab von seinem Wirken. In Deutschland erinnerte bisher nur in Bayern in der Walhalla seit 1841 eine Büste von Münnichs, die vom Bayerischen König Ludwig I. gestiftet wurde, an ihn. Seit dem 13. Oktober 2013 wird nun auch in seiner Oldenburger Heimat an einem würdigen Ort, der St. Dionysius Kirche in Holle, die so vielfältige Erinnerungen an seine Vorfahren birgt, mit einem Bronzerelief des Berliner Bildhauers Claus Korch an den aus dem Wöschenland stammenden Oldenburger Burchard Christoph Graf von Münnich erinnert.
Aktualisiert: 2017-10-02
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Ludovico Ariosto – Orlando Furioso

Ludovico Ariosto – Orlando Furioso von Wilke,  Ulrich
Im Jahr 2016 feiert Ludovico Ariostos Renaissance- Epos „Orlando furioso“ das 500 jährige Jubiläum seit der Erstauflage 1516 mit 40 Gesängen in Ferrara. Der Dichter konnte nicht erahnen, welche Faszination sein Werk auf seine Leser, besonders auf Künstler und Komponisten über Jahrhunderte bis in die Gegenwart ausgeübt hat. Hunderte Auflagen sind weltweit, übersetzt in viele Sprachen, erschienen, viele davon mit Illustrationen. Der Rasende Roland hat auch im 19.Jahrhundert Maler, Zeichner und Grafiker zu neuen Werken inspiriert. Spannend ist zu sehen, wie nicht nur die Techniken der grafischen Kunst sich seit den ersten Illustrationen 1542 bis in die Gegenwart entwickelt haben, sondern auch die Ideen und Gestaltungen der Holzschnitte, Radierungen, Kupfer- und Holzstiche sich seit dem Ersterscheinen stetig erneuerten. Dieser 3. Band der Buchillustrationen zum Orlando furioso erscheint also rechtzeitig zum 500. Jubiläum der Erstpublikation des Orlando Furioso von Ludovico Ariosto. Auch dieser Band ist mit 1.100 Illustrationen ein Bilderbuch, mit dem ein Mediziner und Sammler einen möglichst umfassenden Überblick über das Ergebnis jahrelangen Sammelns mit dem Ziel, Vollständigkeit zu erreichen, vorlegt. Bewusst wird auf kunst- und literaturhistorische Anmerkungen verzichtet. Es bleibt bei der seit Jahren bewährten Intention, verschollene und vergessene Werke zusammenfassend mit allen Illustrationen der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. Schätze der Buchkunst, welche teilweise nur noch verstreut in wenigen Museen und Bibliotheken eingesehen werden können, sind in dieser vollständigen Zusammenfassung bisher nicht publiziert worden.
Aktualisiert: 2017-10-02
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Heinz Witte-Lenior

Heinz Witte-Lenior von Wilke,  Ulrich
Heinz Witte, so der ursprüngliche Name des Malers, hat als Sohn eines kleinen Bauern aus Hude / Oldenburg eine staunenswerte Biographie vorzuweisen. Sein Lebensweg, der auf dem Lande viehhütend begonnen hatte, führte ihn im Jahre 1897 zunächst nach Italien, dann 1899 nach Paris und später auf zahlreichen Reisen um die halbe Welt bis nach Indien. In Frankreich hatte er schon während seiner Studienjahre Umgang mit zahlreichen Malern gepflegt. Über seine zahlreichen Bekanntschaften und Freundschaften mit diesen Künstlern, von denen einige später Weltruhm erzielten – Lehmbruck – Modigliani – Paula Modersohn-Becker – Grosz – Pascin und v.a. wird auf der Grundlage hinterlassener Dokumente und Briefe in Text und Bild berichtet. Der Autor, der Heinz Witte-Lenoir noch persönlich kannte und ihn medizinisch betreute, legt nun sieben Jahre nach der ersten Auflage, rechtzeitig zu der großen Witte-Lenoir Retrospektive Jahre 2010, eine erheblich erweiterte Neuauflage vor. In den vergangenen Jahren wurde weiter recherchiert. Bis heute konnten so fast 1.000 Arbeiten von Heinz Witte-Lenoir nachgewiesen, registriert und zum größten Teil abgebildet werden. Das künstlerische Schaffen dieses großen norddeutschen Malers vor dem Vergessen zu bewahren war Anliegen des Autors für diese Publikationen.
Aktualisiert: 2017-10-02
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Die Memoiren des Grafen Ernst von Münnich

Die Memoiren des Grafen Ernst von Münnich von Wilke,  Ulrich
Graf Ernst von Münnich (1708-1788) ein Sohn des aus dem Oldenburger Land stammenden russischen Generalfeldmarschalls, Premierministers und Erbauers des Ladogakanals Graf Burchard Christoph von Münnich (1683-1767), berichtet in dieser Biographie, die er für seine Kinder schrieb, ausführlich über das Leben seines Vaters. Ernst von Münnich lebte und wirkte, wie sein Vater, in hohen Staatsämtern in St. Petersburg. Genau wie sein Vater, wurde auch er während der Regierungszeit Elisabeths I. nach Sibirien verbannt und unter Peter III. und Katharina der Grossen rehabilitiert. Die Memoiren erschienen erstmals 1817 in St. Petersburg in einer russischen Ausgabe. Arved Jürgensohn besorgte 1896 die deutsche Ausgabe, die er mit einer ausführlichen Kommentierung und einer Biographie des Verfassers Ernst von Münnich vorlegte. Dieses seit über hundert Jahren vergrif-fene Werk, welches eine wichtige Epoche der deutschen und russischen Geschichte beschreibt, wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, war der Anlass, diesen Reprint herauszugeben. Hude / Oldenburg im September 2006, Ulrich Wilke
Aktualisiert: 2017-10-02
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Vergil Aeneis – Illust, G. J. Lang – G. C. Eimmart

Vergil Aeneis – Illust, G. J. Lang – G. C. Eimmart von Suerbaum,  Werner, Wilke,  Ulrich
Der Nürnberger Maler und Arzt Georg Jacob Lang (1655-1740) zeichnete die 1 plus 50 Blätter zu Vergils Aeneis, die danach von Georg Christoph Eimmart (1638-1705) gestochen wurden. Sie erschienen in einer Art Bilderbuch 1688 in Nürnberg unter dem (oben abgebildeten) deutschen Titel 'Erneuertes Gedächtnüs römischer Tapferkeit an den unvergleichlichen Virgilianischen Helden Aeneas und seinen großmüthigen Thaten' und dem lateinischen Titel 'Peplus virtutum Romanarum in Aenea Virgiliano ejusque rebus fortiter gestis'. Das Werk wurde 1688 bei Leonhard Loschge und (wohl im selben Jahr) von Leonhard Buggel, beide in Nürnberg, verlegt. Nachgewiesen sind von diesen beiden Ausgaben bisher je ein Exemplar in der Bayerischen Staatsbibliothek München und in Princeton, dazu eines in der Universitätsbibliothek München. Von den ausgekoppelten Einzelgraphiken dieses Bildbandes sind bisher keine weiteren vollständigen Sammlungen aller 51 Kupferstiche bekannt. Glücksfälle sind es, die einem Sammler nur selten widerfahren. So harrte die von mir vor fast zwanzig Jahren auf einer Auktion erworbene Sammlung von 51 Kupferstichen zu Vergils Aeneis aus einer fürstlichen Sammlung lange vergeblich ihrer Zuordnung. Zahlreiche Versuche einer Zuschreibung unter Hinzuziehung von Kunsthistorikern und bei Vorlage in Kupferstichkabinetten blieben unverbindlich. Der modernen Informationstechnologie des Internets ist es zu verdanken, dass die Herkunft geklärt werden konnte. Auf der Suche nach Illustrationen zu Vergil wurde ich auf Professor Werner Suerbaum in München, emeritierten Ordinarius für Lateinische Philologie, aufmerksam. Einer der Forschungsschwerpunkte Professor Suerbaums sind die Illustrationen zu Vergils Dichtungen. Die Ergebnisse seiner Untersuchungen publizierte er Hildesheim 2008 in dem schwergewichtigen 'Handbuch der illustrierten Vergil-Ausgaben 1502-1840'. Mit einer 'Ein-Blick-Diagnose' auf ein Probeblatt konnte Professor Suerbaum das Problem Zuschreibung sofort lösen: Es handelte sich um die Aeneis-Kupferstiche aus der erwähnten Ausgabe des Verlegers Buggel; nur bei Buggel, nicht bei Loschge, sind sie durchnummeriert. Es gelang mir, Professor Suerbaum als Mitherausgeber zu gewinnen. Er hat die meisten Begleittexte verfasst. Diese besonders reizvollen Blätter, die nur in wenigen Bibliotheken vorhanden sind, mit dieser Publikation nach über 300 Jahren erneut in Buchform wieder der Öffentlichkeit zugänglich zu machen, ist mein Wunsch. Ausgekoppelte Kupferstiche aus der Sammlung Ulrich Wilke, Hude
Aktualisiert: 2017-10-02
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Der Venezianische Vergil

Der Venezianische Vergil von Suerbaum,  Werner, Wilke,  Ulrich
Mit dem Venezianischen Vergil findet eine vierbändige Publikationsreihe zu Vergil-Illustrationen des 16. und 17. Jahrhunderts ihren Abschluss. Begonnen wurden diese speziell Bildern zur Aeneis gewidmeten Publikationen mit dem Nürnberger Vergil, 2013 herausgegeben von Ulrich Wilke (Hude) und Werner Suerbaum (München) zur Eröffnung der Ausstellung im Dürer-Haus in Nürnberg. Gezeigt wurden auf der Ausstellung alle im Jahre 1688 in Nürnberg gedruckten 51 Radierungen nach den Vorlagen des Nürnberger Malers und Arztes Georg Jacob Lang, radiert von Georg Christoph Eimmart aus der Huder Sammlung von Dr. med. Ulrich Wilke. Im gleichen Jahr erschien (mit Dr. Peter Grau als Mitherausgeber) der Augsburger Vergil mit den 24 Radierungen des Augsburger Goldschmieds Johann Andreas Thelot (1655-1734). Im Frühjahr 2014 folgte dann der Londoner Vergil mit den Illustrationen des von J. Ogilby in London 1658 herausgegebenen Vergil. Der aus Deutschland stammende, am englischen Hofe tätige Francis Cleyn (Franz Klein aus Rostock) hatte im Auftrage Ogilbys dafür 101 Bildentwürfe (davon 71 zur Aeneis) gezeichnet, welche dann von berühmten Künstlern, besonders von Wenzel Hollar aus Prag und dem aus Paris stammenden Pierre Lombart, radiert oder in Kupfer gestochen wurden. Die von dem Sammler und Liebhaber Dr. med. Ulrich Wilke und dem Professor für Lateinische Philologie Dr. Werner Suerbaum (Ludwig-Maximilians-Universität München) herausgegebene Reihe wird nun fortgesetzt und abgeschlossen mit diesem vierten Band, der den Holzschnitt-Illustrationen zu Vergils Aeneis gewidmet ist. Es handelt sich um den ältesten gedruckten Zyklus von Vergil-Illustrationen überhaupt. Die erste gedruckte illustrierte Vergil-Ausgabe wurde nach Ideen und Vorgaben von Sebastian Brant bei Johann Grüninger 1502 in Straßburg veröffentlicht und heißt deshalb Straßburger Vergil. Nach dem Straßburger Vergil von 1502 erschienen in den folgenden Jahrzehnten in rascher Abfolge Neu- und Nachdrucke dieser Holzschnitte in Italien und Frankreich. Die Namen der Zeichner und Formschneider der Nachschnitte sind bis heute unbekannt. Besonders bei dem europaweit agierenden Verlag von Lucantonio Giunta in Venedig erschienen ab 1519 mehrere illustrierte Vergil-Ausgaben nach dem Vorbild des Straßburger Originals von Sebastian Brant. Diese Giunta-Ausgaben bilden die Grundlage des vorliegenden Venezianischen Vergil. Damit sind die Bilder zur Aeneis aus den bedeutendsten im 16. und 17. Jahrhunderts publizierten Vergil-Zyklen der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Dies ist den Autoren ein besonderes Anliegen. Diese seltenen Blätter sollten nicht länger in den Schubladen der Museen und weniger Sammler verborgen oder als rare Alte Drucke in Sonderlesesälen bestimmter Bibliotheken separiert bleiben, sondern in Bildbänden zu erschwinglichen Konditionen publiziert werden. Das ist die Idee unserer Publikationen. Die in diesen vier Bänden publizierten Buch-Illustrationen von Künstlern, die sich in unterschiedlicher Weise mit der Aeneis auseinandergesetzt haben, sollen den Betrachter neugierig machen auf das Epos Vergils. Vergil: Der Vater des Abendlandes, dessen Werk unvergesslich bleibe, so bezeichnete der Philosoph Theodor Haecker (1931) den Dichter Publius Vergilius Maro. Die vorliegenden vier Bildbände sind Rezeptionsdokumente, die dieses Urteil bestätigen.
Aktualisiert: 2017-10-02
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