Hochverrat oder Seltsame Wege zu Ferdinand Freiligrath von Schuder-Hirsch,  Rosemarie

Hochverrat oder Seltsame Wege zu Ferdinand Freiligrath

Ein historischer Roman

Es gibt Verse, die, einmal geliebt, vielleicht auch verstanden, aus dem Gedächtnis nicht gelöscht werden können. Der Dichter Ferdinand Freiligrath hatte in seinem Glaubensbekenntnis von 1844 dieses Trotz alledem in die Welt gegeben, in seiner Übersetzung des schottischen Liedes von Robert Burns Is there for honest poverty. Im Juni 1848 hatte er die Variation niedergeschrieben: Nur was zerfällt, vertretet ihr!/ Seid Kasten nur, trotz alledem!/ Wir sind das Volk, die Menschheit wir/ Sind ewig drum, trotz alledem! Für viele Zeitgenossen war Ferdinand Freiligrath der Trompeter der Revolution, manche jedoch nannten ihn einen Philister, einige hielten ihn für eine Pestbeule, ja, für ein Ungeheuer.
Nach der Reichsgründung von 1871 waren die Worte des Dichters den Regierenden so verdammenswert, dass sie im März 1872 seine Verse aus dem Werk Die Revolution zur Belastung für die wegen Hochverrats angeklagten Sozialisten Wilhelm Liebknecht, August Bebel und Adolf Hepner in die Anklageschrift aufnahmen.
Die Suche nach den Umständen zur Zeit Freiligraths führte Rosemarie Schuder nach Leipzig in die Ritterstrasse, wo der Prozess stattfand und wo nach jedem Verhandlungstag, wie Wilhelm Liebknecht berichtete, sich die Herren Staatsanwälte, Richter und Geschworenen in der Restauration Schatz beim Bier trafen. Sie fand im Adressbuch von 1872 den Namen des Buchhändlers Adam Haessel, der als Geschworener von der Verteidigung benannt, aber von der Staatsanwaltschaft verworfen wurde. Er ist die Gegenstimme zu den konservativen Herren, die am liebsten Freiligrath mit auf die Anklagebank gebracht hätten. Adam Haessel öffnet uns den Blick in die Welt des Schriftstellers Berthold Auerbach, der berühmt war durch seine Dorfgeschichten, aber in Berlin als Betroffener schliesslich das bedrohliche Anwachsen des Antisemitismus erleben musste. Mit Ferdinand Freiligrath verband ihn eine herzliche Freundschaft. Als Gruss für den nach London emigrierten Freund hatte Auerbach aus dem Ort, an dem das Glaubensbekenntnis enstanden war, ein Gedicht geschickt:
.hier bog der Dichtung Engel sich/
zu dir im roten Abendschimmer.
Wir begegnen in London Mary Eastman, der Verlobten des Dichtersohnes Wolfgang, sie vermutet in den Gemälden des englischen Malers Joseph Mallord William Turner einen Schlüssel zum Verstehen der Werke von Ferdinand Freiligrath, über den es hiess, er male mit Worten. Am Ende des Buches begegnen wir in himmlischen Gefilden einem Engel mit einer Waage.
Rosemarie Schuder, geboren 1928, lebt in Berlin, Mitglied des P.E.N. Romane, Essays, wichtigstes Werk, gemeinsam mit Rudolf Hirsch: Der gelbe Fleck – Wurzeln und Wirkungen des Judenhasses in der deutschen Geschichte.

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