Kameruner Lesestücke aus der deutschen Kolonial- und Missionsliteratur von Dippold,  Max F

Kameruner Lesestücke aus der deutschen Kolonial- und Missionsliteratur

Ein mutiges Buch, das gegen den Strom von Vorurteilen und Unwissen schwimmt, gegen das von Neomarxismus beanspruchte Deutungsmonopol der kolonialen Entwicklungsarbeit des deutschen Kaiserreiches in Übersee, das als Unterdrückung und Ausbeutung der Bevölkerung, als Kolonial-verbrechen und als „“Kolonialismus“ verschrien ist.

Das handwerklich solide gefertigte Lesebuch des französischen Germanisten Max F. Dippold beschreibt in 8 thematischen Kapiteln ein reiches Mosaik der kolonialen Wirklichkeit, von der Gründungsakte des landes, der Denkschrift der Handelskammer Hamburg von 6. Juli 1883 und Bismarcks Order vom 19. Mai 1884 zur Flaggenhissung in der Bucht von Biafra bis zu Kochrezepten für die feuchten Tropen, wo keine Massengüter wie Weizen, Gerste, Reis oder Kartoffeln gedeihen. Die Originaltexte, in heutiger Rechtschreibung und stellenweise gekürzt, behandeln die extreme Vielfalt der Naturräume, den Beginn der Stadtwerdung, das Schulwesen und den steigenden Bedarf an deutschsprachigen Mitarbeitern in Faktoreien, Verwaltung und Schulen, die Förderung von Landwirtschaft und Verkehr, die Geschichte in Einzelbildern der Gründung, Organisation und Ausrüstung des Territoriums sowie die militärische Niederschlagung des verständlichen lokalen Widerstandes gegen die neue Ordnung, in welche die Bevölkerung sich nach 26 Jahren gefügt hatte. Die kaiserliche Verwaltung stützte sich auf die vorhandenen Macht-strukkturen : Die Fürsten des muslimischen Nordens, die dem Deutschen Kaiser die Treue geschworen hatten, wurden in drei selbsverwaltete Protektorate aufgeteilt, die traditionellen Clan-häuptlinge des Südens behielten die Kommunalverwaltung. Darüber stand die deutsche Regionalverwaltung, die bis 1914 aus 24 Bezirksämtern und Militärposten bestand. Das Territori-um hatte keine Legislative, die Eingeborenen besaßen keine bürgerlichen Rechte und waren auf den Paternalismus des Gouvernements angewiesen. Die Mitsprache der Bevölkerung geschah über die traditionellen Häuptlinge und die periodischen Häuptlingsversammlungen bei den Bezirksäm-tern. So kam die Verwaltung des Landes von der Größe Spaniens 1914 mit 130 Zivilbeamten aus. die Einführung staatlicher Ordnungen in ungeordnete Landschaften, der langsame Übergang von der Subsistenzwirtschaft in die Geldwirtschaft, in die Arbeitsteilung, in die Verstädterung. Max Weber beschreibt den modernen Staat : ein Großflächiges Staatsland wurde geschaffen, im Falle von Kamerun aus etwa 200 unabhängigen, bisweilen verfeindeten Clangesellschaften und Klein-monarchien zusammengefügt, ein vielsprachiges Staatsvolk, das in 30 Jahren unter der schwarz-weiß-roten Flagge ein Zusammengehörigkeitsgefühl, eine Art nationaler Identität entwickelte, eine anonyme Staatsgewalt mit geschriebenen Gesetzen und uniformierten affrikanischen Beamten un-ter preußischer Führung, die in Ausübung des staatlichen Gewaltmonopols für öffentliche Ordnung und individuelle Freiheit sorgten.
Die 25 regionalen Außenstellen der Versuchsanstalt für Landeskultur in Victoria versorgten die Häuptlinge mit Sämereien und Stecklingen von verbesserten Nahrungspflanzen und Exportkultu-ren. 1907 stimmte der Reichstag endlich größeren Investitionen in die Infrastruktur zu, drei Eisenbahnen wurden geplant und gebaut, dabei die Längste, 160 Meter lange freitragende Gitter-bogenbrücke Afrikas über die Sanaga, über die seit 105 Jahren Tag und Nacht Personen- und Güterzüge rollen. Fahrräder wurden importiert, Schreibmaschinen, Nähmaschinen, 1912 die ersten Automobile, 1914 zwei offene Leichtflugzeuge zur geographischen Erkundung.
1919 enteignete der Friedensvertrag von Versailles ersatzlos sämtliche privaten und öffentlichen Investitionen der 9 deutschen Kolonien und übertrug sie der französischen und britischen Man-datsverwaltung : Erbe der Einrichtungen war das Kameruner Volk. Frankreich führte die wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungsarbeit fort und das Land 1946 in die interne Autono-mie, 1960, nach nur zwei Generationen, in die Unabhängigkeit.
Die Mandatsverwaltung hatte jeden Schulunterricht in einer anderen als der französischen Sprache untersagt ; heute ist Kamerun eine intellektuelle Hochburg mit 73 Hochschulen und Universitäten.
Entwicklung braucht Zeit. Schrittweise gingen die öffentlichen Institutionen in die Hände von qualifizierten Kameruner Beamten über : Die neuzeitliche Kolonisation war die alternativlose Übergangsphase in die Selbstbestimmung, in die Unabhängigkeit.

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Die Publikation Kameruner Lesestücke aus der deutschen Kolonial- und Missionsliteratur von ist bei Édition Keyline erschienen. Die Publikation ist mit folgenden Schlagwörtern verschlagwortet: 1883-1939, Buea, Cameroon, Cameroun, Deutsche Kolonialpolitik, Deutsche Kolonien, Deutsche Kolonisation, Douala, Kamerun, Koloniale Entwicklungsarbeit, Kolonialhetze, Yaoundé. Weitere Bücher, Themenseiten, Autoren und Verlage finden Sie hier: https://buch-findr.de/sitemap_index.xml . Auf Buch FindR finden Sie eine umfassendsten Bücher und Publikationlisten im Internet. Sie können die Bücher und Publikationen direkt bestellen. Ferner bieten wir ein umfassendes Verzeichnis aller Verlagsanschriften inkl. Email und Telefonnummer und Adressen. Die Publikation kostet in Deutschland 28 EUR und in Österreich EUR Für Informationen zum Angebot von Buch FindR nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf!