Mein eigener Kopf von Humbelin,  Lotte

Mein eigener Kopf

Ein Frauenleben in Wien, Moskau, Prag, Paris und Zürich

Lotte Hümbelins Biografie ist ein Stück Weltgeschichte in den bewegtesten Zeiten dieses Jahrhunderts, erlebt aus einer Perspektive, die noch viel zu wenig aufgearbeitet ist und doch den meisten Menschen näher liegt als jene der bedeutenden Männer dieser Welt.
Autobiografien sind eine der interessantesten Formen der Geschichtsschreibung. Umso mehr, wenn sie so lebendig und fesselnd geschrieben sind wie die von Charlotte Hümbelin-Bindel, einer Wiener Jüdin, die 1939 als Flüchtling und Ehefrau eines Schweizers nach Zürich kam und seither dort lebt. Fünf Jahre vor dem Ersten Weltkrieg in der Wiener Leopoldstadt auf die Welt gekommen, lässt die Autorin das damalige jüdische Viertel der österreichischen Metropole plastisch auferstehen. Ebenso authentisch beschreibt sie das ländliche Leben ihrer Familie mütterlicherseits in einem ungarischen Dorf nahe der österreichischen Grenze.
Als Jugendliche schliesst sich Lotte Hümbelin der kommunistischen Partei an. 1931 folgt sie ihrem damaligen Lebenspartner nach Moskau, wo sie zwei Jahre als Verlagslektorin arbeitet, bedeutende Figuren der kommunistischen Parteien Europas kennen lernt und die Vorkriegszeit unter Stalin miterlebt. 1933 kehrt sie nach Wien zurück und führte nach dem Verbot der Partei im Sog des nationalsozialistischen und austrofaschistischen Vormarsches ihre politischen Aktivitäten im Untergrund fort. Von 1934 bis 1936 lebt sie mit kurzen Unterbrüchen im Prager Exil. Im Winter 1936/37 kommt sie für einen Erholungsurlaub in die Schweiz und lernt dabei ihren späteren Mann Fred Hümbelin kennen, auch er ein politischer Aktivist. Wenig später reist sie nach Paris weiter, wo sie eine Zeit lang österreichische und tschechische Spanienkämpfer betreut. Nach Wien zurückgekehrt, um einen Auftrag der Partei zu erfüllen, flüchtet sie nach dem Anschluss Österreichs an das Hitlerreich 1938 in die Schweiz und stellt ein Asylgesuch. Die Antwort der offiziellen Schweiz ist ein Paradebeispiel für die damalige Flüchtlingspolitik: ihr Asylgesuch wird mit der Begründung Űberfremdung abgelehnt.
Nach ihrer Wegweisung begibt sich Lotte Hümbelin nach London und arbeitet als Köchin für die Familie eines führenden Sozialisten. Dort heiratet sie schliesslich Fred Hümbelin, worauf ihrer Einreise in die Schweiz nichts mehr im Weg steht. Als Führungsmitglied der Partei der Arbeit erlebt sie dann die Höhen und Tiefen der ehemaligen kommunistischen Partei der Schweiz, insbesondere aber die politische Repression gegen deren Angehörige.
Noch vor dem Zweiten Weltkrieg stirbt ihre Mutter an den gesundheitlichen Folgen einer Gefängnishaft. Ihr Vater wird während des Kriegs deportiert und in einem KZ ermordet. Einen ihrer Brüder verschlägt es nach Russland, wo er als Soldat umkommt. Ein anderer überlebt den Krieg als Angehöriger der britischen Armee. Die Familienangehörigen väterlicherseits wie mütterlicherseits fallen grösstenteils dem Nazi-Terror zum Opfer.
Das Buch ist illustriert mit zeitgenössischen Fotos. Mit Kurztexten werden die behandelten Zeitepochen erklärt und Anmerkungen geben Auskunft zu Personen und Namen.
Mein eigener Kopf ist vieles in einem: ein Entwicklungsroman, ein Sittenbild der Armut, ein Brevier der Klassenkämpfe, ein Lob der Freundschaft, ein Plädoyer für den aufrechten Gang, eine gültige Sicht auf unser Jahrhundert. (.) Allein die dramatischen Umstände einer solchen Biografie würden diese Aufzeichnungen rechtfertigen. Einzigartig macht sie ďie unstillbare Lust und der Drang, über die Dinge des Lebens nachzudenken, sie nicht als etwas Alltägliches, Gewöhnliches und Banales hinzunehmen! Erich Hackl in Frankfurter Rundschau/Die Presse, Wien/Die WochenZeitung, Zürich

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