Myvatn, Island von Strzolka,  Rainer

Myvatn, Island

Ein Katalog der Galerie für Kulturkommunikation mit 105 Photographien

Die Myvatn-Region

Im Norden Islands in Tagesausflugsentfernung von Akureyri entfernt liegt der Myvatn (Mückensee) inmitten eines der aktivsten Geothermalgebiete des Landes. Mit einem Tagesausflug kann man sich allerdings nur einen oberflächlichen Gesamtüberblick über dieses abwechslungsreiche Gebiet verschaffen, da man die Landschaft nur oberflächlich streifen kann und ihr nicht gerecht wird.

Der Myvatn ist der viertgrößte See Islands und ein wichtiges Biotop für Insekten und Seevögel in dieser sonst äußerst kargen Umwelt. So sehr der Anblick des Sees an einem schönen Sommertag auch zum Baden einlädt, ist dennoch davon abzuraten, da die Wassertemperatur immer zu niedrig ist. Obwohl auch die Uferregion vulkanischen Ursprungs ist, wirkt sie dennoch grün und heiter und steht im starken Kontrast zu den direkt angrenzenden Arealen, wie dem streng geschützten Lavagarten Dimmuborgir mit seinen fragilen schwarzen Lavaskulpturen, in denen Trolle, Feen und das verborgene Volk hausen sollen.

Von hier aus ist das Hochtemperaturgebiet Námaskarth, mit seinen brodelnden Schlammlöchern, stinken Schwefelquellen und zischend aus Erdlöchern entweichenden Wasserdampf, in Sichtweite. Gelb, Ocker, Grau und schmutziges Weiß sind vorherrschende Farben dieser lebensfeindlichen Umwelt. Die Erdkruste ist so dünn, dass jeder Fehltritt fatale Folgen haben kann.

Zwischen Námaskarth und Dimmuborgir zeugen lange Erdspalten, von der Gewalt tektonaler Kräfte und versteckt in den Lavahöhlen mit Magmaeindringung hat das dort vorhandene Wasser, das man durch einen schmalen Spalt erreichen kann, eine Temperatur von 60° C. Die Erdspalten Grjótagjá und Stóragjá führen vom Myvatn aus mehrere Kilometer nach Osten.

Der dominierende aktive Vulkan der Region ist die Krafla, die von weiteren kleineren Kratern umgeben ist. Einer von diesen, Leirhnjúkur, ist für die Ausbruchserie von 1725-1729 verantwortlich, die große Teile des Ortes Reykjahlith unter Lavaströmen begrub und nur die etwas erhöht stehende Kirche, in der sich die Schutz suchende Bevölkerung versammelt hatte, verschonte. Noch heute grenzen die Lavahügel direkt an den Friedhof des Ortes.

Der größte Wasserfall der Region ist der Gothafoss, der Götterwasserfall. Der seinen Namen im Zuge der Christianisierung erhalten haben soll, als er zum Grab der Statuen der alten Götter wurde, denen man abschwor, indem man ihre Bildnisse von den Klippen des Gothafoss stürzte.

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