Negative Informationsrechte im Privatrecht von Klaus,  Juliana

Negative Informationsrechte im Privatrecht

Vergleichende Darstellung der Rechte auf Uninformiertheit und auf Vergessen(werden) zum Schutz der Persönlichkeit vor unerwünschten Informationen

Das Generieren, Bündeln und Verfügbarhalten von Informationen steht im Fokus der heutigen Gesellschaft: Wissenschaft, Forschung, Industrie und auch Einzelpersonen erstreben einen ständigen Zuwachs an Wissen, einen unbegrenzten Fluss an Informationen, ständig abruf- und verfügbar. Darüber definiert sich der Einzelne und das Kollektiv. Informationen stellen in der Wissensgesellschaft einen erheblichen Wert, nicht nur finanzieller Art, dar. Doch ist dieses scheinbar unbegrenzte Streben nach mehr Informationen in jeder Hinsicht unproblematisch? Berücksichtigt die Gesellschaft in ihrem Handeln die Interessen des Einzelnen ausreichend – insbesondere weil Mancher möglicherweise gar nicht an dieser Informationszufuhr und -verfügbarkeit teilhaben möchte? Ist der Wunsch, gewisse Informationen gar nicht erhalten zu wollen, sich ihrer, einmal erhalten, möglichst wieder zu entledigen, deren Verfügbarkeit und Abrufbarkeit zu verhindern, legitim? Ist dieser Wunsch überhaupt akzeptabel, wo doch der Zustand der Informiertheit positiv gesehen wird und dem Einzelnen wie der Gesellschaft Fortschritt und Entwicklung ermöglicht? Diese und weitere Fragen untersucht die Autorin mit dieser Studie. Sie beschäftigt sich mit der Frage, ob und inwieweit Informationen von einer Person grundsätzlich fernzuhalten, möglicherweise wieder zu entfernen sind. Stehen dem Einzelnen qua seiner Persönlichkeit Rechte auf Abgeschiedenheit von Informationen zu? Wenn ja, in welchem Umfang? Wo finden sie ihre Legitimation in ethischer und rechtlicher Hinsicht? Existieren einfachgesetzliche Grundlagen für deren Gewährleistung und Schutz in genügendem Maße oder sind hier Defizite zu verzeichnen? Die Autorin zeigt mit ihrer Arbeit, dass Rechte auf Abgeschiedenheit von Informationen zum Schutz der Persönlichkeit des Einzelnen erforderlich sind, um ihn vor den Gefahren unerwünschter und belastender Informationen zu schützen.

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