Von Liedertafeln und Gesangvereinen im Banat von Metz,  Franz

Von Liedertafeln und Gesangvereinen im Banat

Von einer Chortradition der Banater Deutschen können wir erst von der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts an sprechen, eine Zeit, in der bereits wenige Jahrzehnte nach der Ansiedlung der ersten deutschen Kolonisten, in vielen Kirchen dieser südosteuropäischen Region mehrstimmig gesungen wurde. Dafür sprechen die zahlreichen hand-schriftlichen Dokumente und Berichte in den Kirchenbüchern aus Orawitza, Lugosch, Arad und Temeswar. Diese Chöre bestanden aus 13-15 Sängern, die Sopran- und Altstimmen wurden von Sängerknaben gesungen die eigens dafür von dem Domkapellmeister oder Regenschori ausgebildet wurden.
Das Liederbuch war für jeden Gesangverein des 19. Jh. das A und O des Repertoires. Viele Liederbücher sind vom Dirigenten eigenhändig zusammengestellt worden und manche Stücke wurden vom Sänger selbst in sein Stimmheft daraus abgeschrieben. Von den im Banat im 19. Jh. gedruckten Liederbücher ist das Banater Liederbuch von Treufest Peregrin aus heutiger Sicht das interessanteste. Die erste Auflage erschien um 1858 und enthält Lieder in 7 Sprachen, also in fast all jenen die im Banat gesprochen wurden: deutsch, ungarisch, serbisch, rumänisch, kroa-tisch, slavonisch und böhmisch. Im Vorwort dieser Sammlung schreibt der Herausgeber wie folgt: „(.) Vielleicht giebt es keinen zweiten Punkt in der Welt, wo auf einem gleichen Raume so viele Sprachen und Mundarten neben und unter einander gleichberechtigt Geltung haben, als dies im Banate der Fall, und wollte man dagegen das gleiche Vorkommen, ja die vielleicht noch größere Mannichfaltigkeit in namhaften See- und Handelsstädten aufstellen, so würde eine solche Annahme schon dadurch viel von ihrer Beweiskraft verlieren, daß im Banate alle diese Sprachen als eingeborene, seit Jahrhunderten bestehende zu betrachten sind, während in den gedachten See- und Handelsstäd-ten das Schiff oder Gefährt, das den Fremdling gebracht, ihn und seine Sprache nach kurzer Zeit auch wieder fort-führt um anderen Fremdlingen Platz machen. (.)“
Durch die kulturpolitische Tätigkeit der Gesangvereine auf lokaler Ebene konnten in vielen banater Orten im 19. Jh. Musikschulen entstehen und wurden regelrechte Konzertreihen initiiert. 1909 wurde der „Sängerbund der Ober-torontaler Landwirte“ gegründet, dazu gehörte der Billeder Sängerbund, der Lenauheimer (Tschatader) MGV und der Gertianoscher MGV. Es war dies der erste schwäbische Sängerbund des Banats, dem in den folgenden Jahren noch weitere acht Chöre hinzutraten. Dieser musische Aufschwung in den schwäbischen Dörfer des Torontals war nur von kurzer Dauer, mit dem Beginn des ersten Weltkriegs kam es zu einer Erlahmung des Vereinswesens auch im Banat.

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