Romantik und Recht

Romantik und Recht von Arnold,  Antje, Pape,  Walter
Ohne Schuld und Sühne, Belohnung und Strafe, ohne Verbrechen und Leidenschaft, Opfer und Täter kam die Literatur nie aus und die Literatur der Romantik ist wie die Zeit davor und danach durchzogen von Rechtsfällen. Im Zuge der Aufklärung wuchs das Interesse an Rechtsfällen sowie am Verbrecher und seinen Beweggründen. Doch wandelten sich das Rechtssystem und die Rechtsauffassung im Zeitalter der Romantik entscheidend. Vor allem durch die ‚Begründung der Historischen Rechtsschule‘ erhielt die Rechtswissenschaft eine neue Grundlage; der Code civil galt als Verletzung des nationalen Rechtsbewusstseins: „der eigentliche Sitz des Rechts [sei] das gemeinsame Bewußtseyn des Volkes", glaubte Savigny. Die Beiträge der Rechtshistoriker und Literaturwissenschaftler gehen den Fragen von Recht und Gerechtigkeit, Verbrechen und Strafe in rechtshistorischen Werken, in Literatur, Ästhetik und Sprache, aber auch in der Rechtspraxis nach: Die historische Rechtsschule, besonders Grimm, Puchta und Savigny, der Bedeutungswandel von Rechtswörtern, Achim von Arnim, Clemens und Bettina, Bonaventura, E.T.A. Hoffmann, die Grimmschen Märchen, A.W. Schlegels Shakespeare-Übersetzungen, Kleist, Eichendorff und Tieck sind die exemplarisch verhandelten Themen.
Aktualisiert: 2019-04-09
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Romantik und Recht

Romantik und Recht von Arnold,  Antje, Pape,  Walter
Ohne Schuld und Sühne, Belohnung und Strafe, ohne Verbrechen und Leidenschaft, Opfer und Täter kam die Literatur nie aus und die Literatur der Romantik ist wie die Zeit davor und danach durchzogen von Rechtsfällen. Im Zuge der Aufklärung wuchs das Interesse an Rechtsfällen sowie am Verbrecher und seinen Beweggründen. Doch wandelten sich das Rechtssystem und die Rechtsauffassung im Zeitalter der Romantik entscheidend. Vor allem durch die ‚Begründung der Historischen Rechtsschule‘ erhielt die Rechtswissenschaft eine neue Grundlage; der Code civil galt als Verletzung des nationalen Rechtsbewusstseins: „der eigentliche Sitz des Rechts [sei] das gemeinsame Bewußtseyn des Volkes", glaubte Savigny. Die Beiträge der Rechtshistoriker und Literaturwissenschaftler gehen den Fragen von Recht und Gerechtigkeit, Verbrechen und Strafe in rechtshistorischen Werken, in Literatur, Ästhetik und Sprache, aber auch in der Rechtspraxis nach: Die historische Rechtsschule, besonders Grimm, Puchta und Savigny, der Bedeutungswandel von Rechtswörtern, Achim von Arnim, Clemens und Bettina, Bonaventura, E.T.A. Hoffmann, die Grimmschen Märchen, A.W. Schlegels Shakespeare-Übersetzungen, Kleist, Eichendorff und Tieck sind die exemplarisch verhandelten Themen.
Aktualisiert: 2019-03-22
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Die Ordnung des Versprechens

Die Ordnung des Versprechens von Schneider,  Manfred
Ist das Versprechen ein Vertrag, ein Satz, eine Verpflichtung oder eine Handlung? Seit zweitausend Jahren analysieren Priester, Juristen, Philosophen, Sprachwissenschaftler die Verbindlichkeiten, die das Versprechen stiftet, seinen Ursprung und seine Form, sein Gelingen und Misslingen, seine Macht und seine Ohnmacht. Grosse Namen des Naturrechts haben sich der Analyse des Versprechens gewidmet: Cicero, Grotius, Hobbes, Pufendorf, Thomasius. Im 19. Jahrhundert bricht diese Tradition plötzlich ab und verzeichnet nur noch Nietzsches Genealogie zum Versprechenstier Mensch. Doch im 20. Jahrhundert nehmen Sprach- und Diskurstheoretiker die alte Frage der Juristen wieder auf: Wie lässt sich die Kraft einer Äusserung erfassen, die sich Versprechen nennt? Zu ihnen zählen Austin, Searle, Habermas, Apel, Derrida. Während im Naturrecht das Versprechen Rechtsverbindlichkeit ohne Hilfe von Anwälten herbeiführen sollte, wollen Kommunikationstheoretiker heute durch die Versprechensanalyse die Sprache als ein vorinstitutionelles, vernünftiges Korrektiv im demokratischen Rechtswesen erweisen. Über dieser gebrochenen und unterbrochenen Geschichte theoretischer Sprachreflexion wölbt sich als unabgelöster Rest der christlichen Metaphysik das Versprechen der Erlösung. Dagegen steuert die Literatur viele Einzelgeschichten von Fällen gebrochener Versprechen bei: Für sie alle brennt Don Juan in der Hölle. Wie lässt sich in dieser Geschichte der Bemühungen um die elementaren Sprachformen des Rechts und um die Rechtsformen der Sprache eine „Ordnung des Versprechens“ finden? An dem interdisziplinären Versuch einer Antwort beteiligen sich Juristen, Literaturwissenschaftler, Philosophen, Linguisten und Soziologen
Aktualisiert: 2018-12-13
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Von Tätern und Opfern

Von Tätern und Opfern von Storm,  Carsten
Kriminalgeschichten bieten dem Leser nicht nur eine spannende Lektüre, sondern gewähren auch Einblick in eine generelle Rechtsmentalität einer Gesellschaft, die sich von offiziellen, amtlichen Rechtskonzeptionen deutlich unterscheidet. Teils zum Klischee verdichtete Vorstellungen von typischen Tätern, Opfern und Delikten fließen in die Texte ein und offenbaren eine laienhafte Sicht auf Kriminalität und Recht. Von Tätern und Opfern erschließt dieses Rechtsverständnis für das qingzeitliche China und leistet so einen Beitrag zur Rechtsmentalität der Qing Dynastie und zur Geschichte der Kriminalliteratur (gongan xiaoshuo) in China. Der Autor untersucht zeitgenössische Kriminalerzählungen hinsichtlich der Involvierung verschiedener Bevölkerungsgruppen in Kriminalität, die von der Gentry über die Bauern, Handwerker und Kaufleute bis hin zu Mönchen und Jenseitscharakteren reichen. Die Befunde werden dabei verglichen mit offiziellen Aussagen zum Recht, wie sie in historischen Fallsammlungen seit der SongDynastie zum Tragen kommen. Daraus ergeben sich spezifische, volkstümliche Vorstellungen der zentralen Rechtsbegriffe Ermittlung, Strafe, Schuld und Gerechtigkeit. Die drei untersuchten, prägenden qingzeitlichen Kriminalerzählungen über die Richter Bao, Shi und Di verweisen so auf zeitgebundene Veränderungen der Rechtsmentalität und spiegeln zudem in Aufbau, Struktur und Form eine Entwicklung des Genres und des chinesischen Romans im Allgemeinen wider.
Aktualisiert: 2018-07-06
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