Nach der Befreiung

Nach der Befreiung von Adler,  H G, Adler,  Jeremy, Filkins,  Peter
'Es kommt jetzt darauf an, der Welt zu zeigen, dass unser Aufenthalt in dem Inferno der Lager nicht vergeblich gewesen ist für den Fortgang der Menschheit, dass sich sogar aus diesem letzten Dunkel etwas gestalten lässt, das Licht sein darf.' Das Motiv, dem Grauen Bedeutung abzugewinnen, entwickelt H. G. Adler in dem Essay 'Nach der Befreiung' im Dezember 1945, acht Monate nach seiner eigenen Befreiung aus dem KZ Langenstein. Adlers Studien über die Entstehung und Struktur, das Alltagsleben und die Auflösung der 'Lagerwelt' gelangen aus der Perspektive ›teilnehmender Beobachtung‹ zu einer der umfassendsten Darstellungen der 'ordentlichen Regelung des Außerordentlichen', des Zusammenhangs von Verwaltung und Gewalt als 'extreme Alternative von beinahe unbegrenzter Willkür und völliger Ohnmacht, welche das SS-System der Konzentrationslager charakterisierte.' Während im ersten Teil des Bandes Protagonisten des Nationalsozialismus (Adolf Hitler, Adolf Eichmann u. a.) sowie Praktiken der (Selbst-)Verwaltung in den Konzentrationslagern im Mittelpunkt stehen, entwerfen die soziologischen Studien der 1960er Jahre im zweiten Teil eine Theorie der Verfolgung in ihrem Zusammenspiel mit dem bürokratischen Apparat. Adlers Überlegungen zum Missbrauch der Verwaltung sind dabei grundsätzlicher Natur und auch für die Gegenwart einschlägig. Die hier versammelten Texte führen zugleich noch einmal prägnant die wichtigsten Überlegungen aus Adlers umfangreichen, teilweise vergriffenen Standardwerken Theresienstadt 1941–1945. Das Antlitz einer Zwangsgemeinschaft (1955) und Der verwaltete Mensch. Studien zur Deportation der Juden aus Deutschland (1974) vor Augen.
Aktualisiert: 2018-03-01
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Das absolut Böse

Das absolut Böse von Adler,  Jeremy, Friedländer,  Saul
Die im Auftrag des Instituts für Zeitgeschichte (IfZ) 2016 herausgebrachte Mein Kampf-Ausgabe beansprucht, einen wichtigen Beitrag gegen den Antisemitismus zu leisten. Dem haben renommierte Historiker wie Götz Aly, Patrick Bahners, Wolfgang Benz, Ulrich Herbert, Martin Kitchen, Otto Dov Kulka, Wolfgang Schieder und Hayden White widersprochen. Weltweites Aufsehen erregte vor allem der Londoner Gelehrte Jeremy Adler mit seiner Kritik und These, „das absolut Böse“ lasse sich nicht „edieren“. In zwei Essays der Süddeutschen Zeitung und in vielen Radio-Interviews begründete er, warum die IfZ-Edition den Anforderungen einer seriösen Ausgabe nicht genügt. Adler wirft ihr vor, die antisemitischen Aussagen des Originals ungenügend zu kommentieren und somit die Judenfeindlichkeit von Mein Kampf zu bekräftigen. Ein Beispiel mag es verdeutlichen. In Hitlers Buch heißt es, „der Jude [war] niemals im Besitze einer eigenen Kultur“. Die Editoren der IfZ-Ausgabe bestätigen Hitlers Auffassung, indem sie es als „selbstverständlich“ bezeichnen, „dass [die Juden] sich der Kultur ihrer jeweiligen Heimatländer anpassten“. Damit ignorieren sie aber die Besonderheiten der jüdischen Kultur, zu denen Religion, Gebete, Gesetze, Bräuche, Rituale, soziale Struktur, Diätvorschriften, Sprache, Berufe, Kleidung, Haartracht, Kalender, Feiertage, Gebethäuser, Schulen, Medizin, Küche, Mythen, Mystik, Philosophie, Literatur etc. gehören. Adlers Vorwurf: „Genau das Gegenteil von dem, was Mein Kampf und seine Herausgeber meinen, ist der Fall: Die Juden zeichnen sich durch ihre ganz besonders stark ausgearbeitete Kultur aus.“ Das aber erfährt der Leser nicht. Wie hat das IfZ darauf reagiert? Es hat sich keinen Deut um die Kritik gekümmert, sich im Lob um die Ausgabe gesonnt und Adlers Widerspruch als „infam“ bezeichnet, statt ihn zu widerlegen. Offenbar hat Adler, der klug, überaus sachlich und kenntnisreich argumentiert, einen Nerv getroffen. In seinem jüngst im Bremer Donat Verlag erschienenen Buch „Das absolut Böse – Zur Neuedition von Mein Kampf “ erweitert er nun seine Kritik um ein Vielfaches, nennt zahlreiche Irrtümer ebenso beim Namen wie die auf Unkenntnis beruhenden Interpretationen und regt damit zu einer neuen Auseinandersetzung mit unserer unmittelbaren Vergangenheit an. Saul Friedländer hebt in seinem Geleitwort hervor, dass Jeremy Adler die moralische Frage sowie die wissenschaftlichen Verfehlungen „brillant und in großartigem Detail behandelt“. Ein Buch, das aufzeigt, in welchem Ausmaß die IfZ-Ausgabe von Mein Kampf, statt judenfeindliche Aussagen zu widerlegen und aufklärend zu wirken, zahlreiche Vorurteile bestätigt, die bis heute mit antisemitischen Ressentiments einhergehen
Aktualisiert: 2017-11-30
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Ereignisse

Ereignisse von Adler,  H G, Adler,  Jeremy, Hocheneder,  Franz, Niederle,  Helmuth A
„Ereignisse“ ist der mittlere und umfangreichste Teil von H. G. Adlers chronologisch geordneten „Gesammelten ­Erzählungen“. Man könnte auch sagen: Es ist der zentrale Band. „Ereignisse“ enthält Erzählungen und Novellen aus den Jahren 1950 bis 1956 und erschien erstmals 1969. Der bekannte Literaturwissenschaftler Harry Zohn nannte damals in einer der ersten Rezensionen von „Ereignisse“ H. G. Adler einen geborenen Geschichtenerzähler und pries das Buch als eine literarische Entdeckung. Tatsächlich enthält „Ereignisse“ einige der besten und bekanntesten Erzählungen und Satiren von H. G. Adler, der in dem Band unter anderem Begebenheiten und Vorkommnisse aus der frühen Zeit des englischen Exils sowie auch aus Theresienstadt verarbeitete. Anders als die Erstauflage enthält diese Ausgabe zu jedem Text in den Anmerkungen genaue Entstehungsangaben, was bei der Beschäftigung mit Adlers Werk besonders hilfreich ist, da – nicht zuletzt wegen der Exilsituation des Autors – zwischen der Entstehung der einzelnen Texte und der Veröffentlichung lange Zeit vergangen ist. Die mitunter ziemlich langen und sehr verschiedenartigen Texte von „Ereignisse“ können empfohlen werden, um die Erzählungen H. G. Adlers oder um überhaupt den Erzähler H. G. Adler kennenzulernen.
Aktualisiert: 2018-07-18
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Zivilisation und Gefahr

Zivilisation und Gefahr von Adler,  Jeremy, Fardon,  Richard, Luchesi,  Brigitte, Steiner,  Franz B
Der Ruf von Franz Baermann Steiner (1909-1952) steht heute außer Zweifel. Als Anthropologe gehörte er zur Gruppe um E. E. Evans-Pritchard, aus der die moderne angelsächsische Sozialanthropologie hervorging. Sein postum erschienenes Buch "Taboo" ist zu einem Standardwerk geworden. Mit dem Begriff des Tabus hatte Steiner die Distribution und Bewältigung der Gefahr als Zentrum der Gesellschaftsbildung erkannt: Tabu und Gefahr erlauben es einer Gesellschaft zuallererst, ihre Werte zu formulieren. Naturbeherrschung als Ziel des "Prozesses der Zivilisierung" hielt Steiner nach dem Krieg für einen Mythos: Nur von Macht über Menschen lasse sich reden, von Ausbeutung und Vernichtung - "Der Zivilisierungsprozeß ist die Eroberung des Menschen durch die Naturkräfte, die Dämonen. Es ist der Marsch der Gefahr ins Herz der Schöpfung." Der Band "Zivilisation und Gefahr" enthält die klassischen Texte zum Tabu, zur Theorie der Arbeit und der Wirtschaft sowie Steiners Gedanken zur Erkenntnistheorie, Politik, Literatur und Religion. Auch seine Gedanken zur Sklaverei werden hier - durch Auszüge aus seiner unveröffentlichen Dissertation - zum ersten Mal in deutscher Sprache vorgelegt. In ihrem umfangreichen Nachwort zeigen die Herausgeber den Ursprung von Steiners Denken auf und untersuchen seine nachhaltige Wirkung auf die moderne Anthropologie; des weiteren enthält es die erste vollständige, auf neue Quellen gestützte Biographie Steiners. "Es ist ein Symptom des Weltzustandes, daß man von einem solchen Mann, dem man sich wirklich bis ins Innerste verbunden fühlt, erst nach seinem Tode etwas erfährt [.]. Selbstverständlich muß alles geschehen, damit Steiners Nachlaß an die Öffentlichkeit kommt." Theodor W. Adorno
Aktualisiert: 2018-07-05
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Aufzeichnungen für Marie-Louise

Aufzeichnungen für Marie-Louise von Adler,  Jeremy, Canetti,  Elias
England, Anfang der vierziger Jahre: Veza und Elias Canetti lernen die ebenfalls emigrierte österreichische Malerin Marie-Louise von Motesiczky kennen, und bald entwickelt sich eine Liebesbeziehung der Malerin mit dem Dichter. Dieses Buch ist der Erstdruck einer Reinschrift, die Canetti 1942 Marie-Louise geschenkt hat. Es sind Aufzeichnungen aus der Zeit des Blitzkrieges, in denen sich bereits Canettis große Themen finden: Die Sprache, der Tod, die Zeit und die Utopie. Mit einem Nachwort von Jeremy Adler.
Aktualisiert: 2018-07-02
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Das bittere Brot

Das bittere Brot von Adler,  Jeremy
Das Dreigestirn H.G. Adler, Elias Canetti und Franz Baermann Steiner gehört zu den interessantesten Exilgruppen der deutschen Nachkriegszeit. Sie schufen eine neue Form engagierter Dichtung, die zwischen Literatur und Politik agierte. Die prekäre Lage des Autors bildete die Basis des Selbstverständnis dieser drei, die es verstanden, trotz der Unterjochung, die sie erfuhren, die Gefahren der modernen Welt zu bannen. Man durchschaute das Grauen der Zeit. Man wehrte sich gegen die Attacken, welche das Jahrhundert mit sich brachte. Man war ausgeliefert. Man litt. Man verlor Identität und Heimat – und doch, man bediente sich der Sprache, um Grenzen auszuloten, Schrecken entgegenzuwirken und die Welt in neuer Form wiederherzustellen.
Aktualisiert: 2018-07-23
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Party im Blitz

Party im Blitz von Adler,  Jeremy, Canetti,  Elias, Wachinger,  Kristian
Ein unverblümter Text über seine Jahre in England, den sich Canetti nicht zu veröffentlichen traute: über verarmende Adlige und wirklich arme Emigranten, über eitle Dichter und schöne Malerinnen und über seine Liaison mit der später berühmten Autorin Iris Murdoch. Mit dem Nachwort des Londoner Literaturwissenschaftlers Jeremy Adler und Fotografien aus der Zeit ein wichtiges Stück zu Canettis Autobiografie.
Aktualisiert: 2018-07-02
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Panorama

Panorama von Adler,  H G, Adler,  Jeremy
H.G. Adler, der aus Prag stammende Schriftsteller und Freund von Elias Canetti aus gemeinsamen Tagen in der Emigration in London, erzählt in seinem 1948 entstandenen Roman "Panorama" in zehn Rundbildern das Leben von Josef Kramer, eine unverkennbare Projektion des Autors: die behütete Kindheit in Prag, ein böhmisches Dorf namens Umlowitz, das Freimaurerinstitut Dresden-Striesen, zuletzt die Zwangsarbeiterlager sowie die KZ Auschwitz und Langenstein-Zwieberge und schließlich Schloss Launceston in England. Die Wiederentdeckung von Adlers großem autobiografischem "Panorama" zum 100. Geburtstag im Jahr 2010, einem der letzten Romane der sogenannten Prager Schule.
Aktualisiert: 2018-07-02
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Veza Canetti

Veza Canetti von Adler,  Jeremy, Lorenz,  Dagmar, Meidl,  Eva, Schedel,  Angelika, Scheiber,  Nicole, Silverman,  Lisa, Spörk,  Ingrid, Strohmaier,  Alexandra
Veza Canetti (21. Nov. 1897–1. Mai 1963), geborene Taubner-Calderon, ist als Schriftstellerin stets im Schatten ihres berühmten Ehemannes Elias Canetti gestanden. Die Rezeption ihres Werkes wurde dadurch, dass es teilweise unter Pseudonym publiziert wurde, und durch das Exil in England erschwert. Es wurde erst in den letzten Jahren wiederentdeckt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Dieser Sammelband zu Veza Canetti soll einen weiteren Baustein der Veza-Canetti-Forschung bilden, die ja noch nicht sehr umfangreich ist und sich erst in den letzten Jahren, nach den Werkausgaben und Funden, konstituiert hat. Für diesen Dossier-Band wurden langjährige Expertinnen und Experten dieses Themas eingeladen, einen weiteren Blick auf das kaum erschlossene Werk der Autorin zu werfen. Die Beiträge betrachten das Leben der Autorin bzw. die Londoner Jahre näher, nehmen den längst fälligen Vergleich mit anderen Autorinnen der Zeit vor und vergleichen das Werk Veza Canettis mit dem Gertrud Kolmars bzw. Else Feldmanns, Mela Hartwigs und Lili Körbers. Veza Canettis 'Sozialistisches Manifesto' wird ebenso herausgearbeitet wie die Alteritäts- und Liebesthematik und die Darstellung von Ethnos, Körper und Geschlecht in ihrem Werk. Der Sammelband wird von einer Bibliografie und Rezensionen zum Werk der Autorin abgerundet. Die Beiträge: Brigitte Spreitzer: Veza Canettis Roman Die gelbe Straße im Kontext der literarischen Moderne Dagmar Lorenz: Veza Canettis Roman Die Schildkröten als Beitrag zur Kritik des anthropozentrischen Weltbildes im Nationalsozialismus Eva Meidl: Veza Canettis Manifest: Die Kurzgeschichte Geld Geld Geld Lisa Silverman: Jenseits der Bildung: Veza Canetti als jüdische Schriftstellerin in Wien Ingrid Spörk: 'Ich sammelte Ketten. Ich bekam Ketten. Sie sind mir geblieben…'. Zu Liebe und Ehe im Werk Veza Canettis. Alexandra Strohmaier: Groteske Physiognomien. Zum semiotischen Konzept des Körpers in den Texten Veza Canettis Angelika Schedel: 'Buch ist von mir keins erschienen…' Veza Canetti verliert ihr Werk und hilft einem Dichter überleben. H. G. Adler: Brief an Veza Canetti vom 5. 6. 1950 Nicole Scheiber: Bibliographie Veza Canetti
Aktualisiert: 2018-07-10
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