Der Allerhöchste

Der Allerhöchste von Blanchot,  Maurice, Mälzer-Semlinger,  Nathalie
Die Vermessung des Wahnsinns. Blanchots großer Roman erstmals auf Deutsch Henri Sorge, gerade erst von einer Krankheit genesen, kehrt in seine Wohnung in einem Mietshaus zurück, das in eine Art Spital umgewandelt worden ist. Wahnvorstellungen bemächtigen sich seiner, die Beziehung zu seinen Mitmenschen wechselt zwischen Abscheu und Hörigkeit, Abhängigkeit und Abstoßung, Größenwahn und Minderwertigkeitsgefühlen. Unentwegt stellt sich Sorge Fragen über die eigene Existenz, gibt seiner Bewunderung der Welt und des sie regierenden Gesetzes Ausdruck. Ständig widerspricht er sich dabei selbst oder negiert das Gesagte. Le Très-Haut, 1948 erschienen, steht in einer literarischen Tradition mit Mallarmé, Kafka und Albert Camus' Roman Die Pest, der zeitgleich erschien. Mit der ersten deutschen Übersetzung kann nun ein großer, ein erstaunlicher, ein monströser Text der literarischen Moderne entdeckt werden, in dem das verschlungene Verhältnis von Krankheit und Gesundheit, Ausgrenzung und Wahnsinn beinahe empathisch vermessen wird.
Aktualisiert: 2019-03-20
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Thomas Mann

Thomas Mann von [re.visionen], Blanchot,  Maurice, Gutjahr,  Marco
Man hat sich angewöhnt, den Namen Maurice Blanchot mit einem Denken in Verbindung zu bringen, das die Errungenschaften, die die Thomas-Mann-Moderne repräsentiert, hinter sich gelassen hat. Ein um so verblüffenderes Bild dieses Denkens geben die in diesem Band versammelten Essays ab, die die Texte Thomas Manns und ganz besonders seinen »Doktor Faustus« aus den Gräbern der Literaturgeschichte befreien. In ihnen, so Blanchot, sei eine »wilde Trauer« am Werk, die spürbare Verzweiflung darüber, dass man der zerstörerischen Ironie der Moderne nur durch eine Verbindung der Kunst mit dem Dämonischen entgehen könne. Die Literatur Thomas Manns offenbare so einen Humanismus, dessen Ambiguität in der Einsicht besteht, dass die Kunst, um menschlich zu bleiben und um das Menschliche noch zum Ausdruck bringen zu können, sich auf das Unmenschliche stützen muss. Indem es für den Menschen zeugt, zeugt das Kunstwerk immer auch schon für das Ende des Menschen.
Aktualisiert: 2018-09-29
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Die innere Erfahrung

Die innere Erfahrung von Bataille,  Georges, Bergfleth,  Gerd, Blanchot,  Maurice
In seinem wohl wichtigsten Buch, das hier in einer Neuauflage erscheint, versucht Georges Bataille – geschult an Kierkegaard, Nietzsche und Hegel, die christlichen Mystiker dabei immer im Sinn – das Unausdrückbare auszudrücken, bis an die Grenzen der Selbstentblößung zu gehen, um in das Innere des Selbst vorzudringen. In unendlich erhellenden Gedankenblitzen, fragmentarisch und jegliche Systematisierung verweigernd, versucht er eine tiefere Erkenntnis ›erfahrbarer‹ zu machen, als jede Philosphie es könnte. Dieses unklassifizierbare Buch zwischen Bekenntnis und Reflexion, Poesie und Wissenschaft ist ein exzessives Abenteuer. »Ich verstehe unter innerer Erfahrung das, was man gewöhnlich mystische Erfahrung nennt : die Zustände der Ekstase, der Verzückung oder wenigstens einer meditativen Gemütsbewegung. Aber ich denke weniger an die glaubensmäßige Erfahrung, an die man sich bisher halten musste, als an eine entblößte Erfahrung, die selbst ihrer Herkunft nach von Bindungen an einen beliebigen Glauben frei ist.«
Aktualisiert: 2018-11-01
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Der Wahnsinn des Tages

Der Wahnsinn des Tages von Blanchot,  Maurice, Gutjahr,  Marco
Innerhalb der literarischen Texte von Maurice Blanchot, die häufig als dunkel und schwer zugänglich bezeichnet werden, nimmt die kurze Erzählung Der Wahnsinn des Tages eine besondere Stellung ein. Der Erzähler, der gerade noch als dieser identifizierbar ist, wird von Dritten – Ärzte? Juristen? Polizisten? – aufgefordert, die Geschichte zu erzählen, die zu seiner Verletzung geführt hat. War es ein Unfall? Ein Überfall? Ein Zwischenfall? Unfähig, die disparaten Ereignisse zu einer kohärenten Erzählung zu verknüpfen, zerfällt die Handlung in einzelne Gedankensplitter, die wie die Glassplitter, die der Erzähler im Auge hat, verhindern, ein einheitliches und geschlossenes Bild der Vorgänge in den Blick nehmen zu können. So wird unvermittelt aus dem Wahnsinn, den Tag zu sehen, der Wahnsinn des Erzählens, das trotzdem nicht anders kann, als von der Unmöglichkeit des Erzählens zu erzählen.
Aktualisiert: 2018-09-29
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Die uneingestehbare Gemeinschaft

Die uneingestehbare Gemeinschaft von Blanchot,  Maurice
Die »Gemeinschaft« wird in modernen Gesellschaften entweder nostalgisch beschworen oder als endgültiger Verlust beklagt. Was aber ist unter »Gemeinschaft« zu verstehen? Blanchot geht dieser Frage nach und errichtet die Idee einer Gemeinschaft äußersten Anspruchs, die immer schon zum Scheitern verurteilt ist. Die Schrift »Die uneingestehbare Gemeinschaft«, die zuerst 1983 herauskam, widmet sich damit einem neuralgischen Thema. Das notwendige Scheitern jeglicher »Gemeinschaft« liegt nicht an den Anforderungen der Gesellschaft, sondern am absoluten Anspruch der Gemeinschaft selber, der nicht verwirklicht werden kann, sondern unweigerlich in den Tod treibt. Dieser Horizont des Unmöglichen macht die ersehnte Gemeinschaft zugleich zu einer »uneingestehbaren«. Blanchot untersucht die innere Struktur von Gemeinschaften, und rückt so die Kommunikationsformen von Freundschaft und Liebe in den Mittelpunkt. Während der erste Teil sich kritisch mit Batailles Acéphale-Gemeinschaft befaßt, ist der zweite Teil der »Gemeinschaft der Liebenden« gewidmet (mit Kapiteln wie »Tristan und Isolde« oder »Das Absolut-Weibliche«, aber auch »Der Todessprung«). Der Mai 68, an dem Blanchot beteiligt war, und andere politische Utopien, die allesamt zu Illusionen wurden, bilden den Hintergrund. »Die Gemeinschaft der Liebenden, ob sie es wollen oder nicht, ob sie es genießen oder nicht, ob sie verbunden sind durch Zufall, durch >Amour fou< oder durch Todesleidenschaft, hat zu ihrem wesentlichen Ziel die Zerstörung der Gesellschaft. Dort, wo sich eine vorübergehende Gemeinschaft zwischen zwei Wesen bildet, die füreinander geschaffen oder nicht geschaffen sind, baut sich eine Kriegsmaschine auf, oder besser gesagt, die Möglichkeit eines Desasters, die, wenn auch nur in infinitesimaler Dosis, die Drohung einer universellen Vernichtung in sich trägt.« Maurice Blanchot
Aktualisiert: 2018-07-11
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Die Schrift des Desasters

Die Schrift des Desasters von Blanchot,  Maurice, Poppenberg,  Gerhard, Weidemann,  Hinrich
Die philosophischen Positionen Blanchots sind seit langem fester Bestandteil der zeitgenössischen Theoriediskussionen und haben so unterschiedliche Köpfe wie Deleuze, Derrida oder Foucault massgeblich geprägt. Aus den Überlegungen des späten Blanchot, der sich zunehmend intensiver mit der Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten auseinandersetzt und deren Konsequenzen zu erfassen versucht, ging das vorliegende Buch hervor. Es ist eine Sammlung von Fragmenten und Gedankensplittern, die teils streng philosophischen, teils mediativen, teils literarischen Charakter haben und die allesamt Reflexionen über das Ereignis bilden, das mit dem Namen „Auschwitz“ zu bezeichnen Gewohnheit geworden ist. Die herausragende Qualität von Desaster ist es, dass dieses Buch nicht einfach auf den „Gegenstand“ der Reflexionen zielt und die Vernichtung der Juden zum Thema macht, sondern zugleich und in erster Linie eine Reflexion auf die Form des Denkens selbst bildet. Das tut es in der Annahme, ein derart epochales Ereignis könne nicht ohne Folgen für das Denken gewesen sein und müsse auch seine elementaren Formen affiziert haben. „Nach Auschwitz“ ist das Vertrauen in die traditionellen Methoden des diskursiven Denkens zerbrochen, das Denken selbst ist zu Bruch gegangen. Aus diesem Grund unternimmt Blanchot es, das Unheile des Bruchstücks als eine neue Denkform zu entwickeln. In dieser Perspektive ist seine Schrift nichts geringeres als eine Art Discours de la méthode aus dem Geist des Fragmentarischen, eine Abhandlung über die Methode des Denkens unter den Bedingungen des absoluten Zusammenbruchs und im Zeitalter des Desasters.
Aktualisiert: 2019-02-27
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