Erschöpfung ist zu einer der häufigsten Zeitdiagnosen unserer Gegenwart avanciert. Ausgangspunkt des Bands ist die These, dass die Entstehung der modernen Arbeits- und Leistungsgesellschaft schon immer von Erschöpfungsgeschichten begleitet wird.Sie bilden Kehrseiten und Kontrapunkte der Moderne, in denen teils offen, teils verdrängt ein Unbehagen an der Kultur zum Ausdruck kommt, das mit der Negation von Arbeit und Produktivität Leitbegriffe des modernen Selbstverständnisses infrage stellt. Die Beiträge dieses Bands unternehmen den Versuch, die Moderne als Erschöpfungsgeschichte zu lesen. Dabei rücken nicht nur das Verhältnis von Erschöpfung, Kapital und Arbeit sowie mit Erschöpfung assoziierte Pathologien (Burnout, Depression) in den Fokus. Mit Blick auf die Literatur geht es ganz zentral um Schreibweisen sowie die spezifische Verfasstheit einer „Ästhetik der Erschöpfung“.
Aktualisiert: 2023-05-25
Autor:
Axel Dunker,
Jörn Etzold,
Georges Felten,
Jan Gerstner,
Horst Gruner,
Jakob Heller,
Immanuel Immanuel Nover,
Hauke Kuhlmann,
Wolfgang Martynkewicz,
Julian Osthues,
Iulia Patrut,
Jennifer Pavlik,
Jan C. Watzlawik
> findR *
Nach wie vor ist die Geschichte der ästhetischen und auch der poetologischen
Debatten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, was ihre Breite
und Heterogenität angeht, ein blinder Fleck der Forschung. Das überrascht
angesichts der Dynamik der Verschiebungen innerhalb der Paradigmata des
Schönen nach 1800, die der erstarkenden Bedeutung des Sehens im Horizont
medialer Formerweiterungen ebenso Rechnung trägt wie der philosophischen
Ausrichtung der Phänomenologie, der wachsenden Bedeutung
der Psychologie und auch dem steigenden Einfluss von wissenschaftlichen
Ordnungen auf die Künste. Allenthalben verschaffen sich neue Konzepte
des Schönen, der Kontinuität, der Brüchigkeit und der Kritik, des Verhältnisses
von Idee und Realität, von Phänomen und System, von Erscheinung
und Abstraktion Ausdruck und werden wiederum in Ästhetiken ‚betrachtet‘
und eingeordnet. Das vorliegende Jahrbuch holt mit seinem Themenschwerpunkt
die Komplexität dieser Entwicklung nicht ein, kann das auch im hier
zur Verfügung stehenden Rahmen nicht. Es versteht sich als Impuls für notwendige
weitere Forschungen
Aktualisiert: 2022-05-06
Autor:
Cornelia Blasberg,
Olaf Briese,
Elisabeth Decultot,
Norbert Otto Eke,
Marta Famula,
Elisa Garrett,
Thomas Giese,
Agnes Hoffmann,
Irene Husser,
Francesca Ianelli,
Christoph Jürgensen,
Norman Kasper,
Felix Knode,
Hauke Kuhlmann,
Alexander Ritter,
Wilfried Sauter
> findR *
Im 19. Jahrhundert erlauben neue Medientech-
niken – beispielsweise die Weiterentwicklung
der Xylographie –, dass Bild und Text zusam-
menrücken. Hierdurch wird die entschiedene
theoretische Reflexion des vorigen Jahrhun-
derts, die die Unterschiede zwischen beiden
Medien herausgearbeitet hatte, jetzt von einem
Anschaulichkeitsdiskurs überlagert, der am Pro-
fit ihrer Verwandtschaft orientiert ist. An den
zahlreichen Illustrierten Zeitschriften lässt sich
dies ebenso beobachten wie an einer Fülle von
Texten, die sich selbst als Bilder verstanden wis-
sen wollen und die sich im Einzelnen gleicher -
maßen an einer Ästhetik des Beschreibens und
des Zeigens orientieren. Die Beiträge des Bandes
verorten die ‚Bildähnlichkeit‘ solcher Texte (und
die Rede von ihr) innerhalb theoretischer Zusam-
menhänge, ordnen sie ästhetikgeschichtlich ein
und untersuchen Phänomene einer drucktech-
nisch bedingten Annäherung beider Medien in
deutsch-, niederländisch- und französischspra-
chigen Texten sowie in der Bildergeschichte.
Aktualisiert: 2022-05-06
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Im 19. Jahrhundert erlauben neue Medientech-
niken – beispielsweise die Weiterentwicklung
der Xylographie –, dass Bild und Text zusam-
menrücken. Hierdurch wird die entschiedene
theoretische Reflexion des vorigen Jahrhun-
derts, die die Unterschiede zwischen beiden
Medien herausgearbeitet hatte, jetzt von einem
Anschaulichkeitsdiskurs überlagert, der am Pro-
fit ihrer Verwandtschaft orientiert ist. An den
zahlreichen Illustrierten Zeitschriften lässt sich
dies ebenso beobachten wie an einer Fülle von
Texten, die sich selbst als Bilder verstanden wis-
sen wollen und die sich im Einzelnen gleicher -
maßen an einer Ästhetik des Beschreibens und
des Zeigens orientieren. Die Beiträge des Bandes
verorten die ‚Bildähnlichkeit‘ solcher Texte (und
die Rede von ihr) innerhalb theoretischer Zusam-
menhänge, ordnen sie ästhetikgeschichtlich ein
und untersuchen Phänomene einer drucktech-
nisch bedingten Annäherung beider Medien in
deutsch-, niederländisch- und französischspra-
chigen Texten sowie in der Bildergeschichte.
Aktualisiert: 2022-12-15
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Nach wie vor ist die Geschichte der ästhetischen und auch der poetologischen
Debatten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, was ihre Breite
und Heterogenität angeht, ein blinder Fleck der Forschung. Das überrascht
angesichts der Dynamik der Verschiebungen innerhalb der Paradigmata des
Schönen nach 1800, die der erstarkenden Bedeutung des Sehens im Horizont
medialer Formerweiterungen ebenso Rechnung trägt wie der philosophischen
Ausrichtung der Phänomenologie, der wachsenden Bedeutung
der Psychologie und auch dem steigenden Einfluss von wissenschaftlichen
Ordnungen auf die Künste. Allenthalben verschaffen sich neue Konzepte
des Schönen, der Kontinuität, der Brüchigkeit und der Kritik, des Verhältnisses
von Idee und Realität, von Phänomen und System, von Erscheinung
und Abstraktion Ausdruck und werden wiederum in Ästhetiken ‚betrachtet‘
und eingeordnet. Das vorliegende Jahrbuch holt mit seinem Themenschwerpunkt
die Komplexität dieser Entwicklung nicht ein, kann das auch im hier
zur Verfügung stehenden Rahmen nicht. Es versteht sich als Impuls für notwendige
weitere Forschungen
Aktualisiert: 2021-04-28
Autor:
Cornelia Blasberg,
Olaf Briese,
Elisabeth Decultot,
Norbert Otto Eke,
Marta Famula,
Elisa Garrett,
Thomas Giese,
Agnes Hoffmann,
Irene Husser,
Francesca Ianelli,
Christoph Jürgensen,
Norman Kasper,
Felix Knode,
Hauke Kuhlmann,
Alexander Ritter,
Wilfried Sauter
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Nach wie vor ist die Geschichte der ästhetischen und auch der poetologischen
Debatten in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, was ihre Breite
und Heterogenität angeht, ein blinder Fleck der Forschung. Das überrascht
angesichts der Dynamik der Verschiebungen innerhalb der Paradigmata des
Schönen nach 1800, die der erstarkenden Bedeutung des Sehens im Horizont
medialer Formerweiterungen ebenso Rechnung trägt wie der philosophischen
Ausrichtung der Phänomenologie, der wachsenden Bedeutung
der Psychologie und auch dem steigenden Einfluss von wissenschaftlichen
Ordnungen auf die Künste. Allenthalben verschaffen sich neue Konzepte
des Schönen, der Kontinuität, der Brüchigkeit und der Kritik, des Verhältnisses
von Idee und Realität, von Phänomen und System, von Erscheinung
und Abstraktion Ausdruck und werden wiederum in Ästhetiken ‚betrachtet‘
und eingeordnet. Das vorliegende Jahrbuch holt mit seinem Themenschwerpunkt
die Komplexität dieser Entwicklung nicht ein, kann das auch im hier
zur Verfügung stehenden Rahmen nicht. Es versteht sich als Impuls für notwendige
weitere Forschungen
Aktualisiert: 2021-08-05
Autor:
Cornelia Blasberg,
Olaf Briese,
Elisabeth Decultot,
Norbert Otto Eke,
Marta Famula,
Elisa Garrett,
Thomas Giese,
Agnes Hoffmann,
Irene Husser,
Francesca Ianelli,
Christoph Jürgensen,
Norman Kasper,
Felix Knode,
Hauke Kuhlmann,
Alexander Ritter,
Wilfried Sauter
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Erschöpfung ist zu einer der häufigsten Zeitdiagnosen unserer Gegenwart avanciert. Ausgangspunkt des Bands ist die These, dass die Entstehung der modernen Arbeits- und Leistungsgesellschaft schon immer von Erschöpfungsgeschichten begleitet wird.Sie bilden Kehrseiten und Kontrapunkte der Moderne, in denen teils offen, teils verdrängt ein Unbehagen an der Kultur zum Ausdruck kommt, das mit der Negation von Arbeit und Produktivität Leitbegriffe des modernen Selbstverständnisses infrage stellt. Die Beiträge dieses Bands unternehmen den Versuch, die Moderne als Erschöpfungsgeschichte zu lesen. Dabei rücken nicht nur das Verhältnis von Erschöpfung, Kapital und Arbeit sowie mit Erschöpfung assoziierte Pathologien (Burnout, Depression) in den Fokus. Mit Blick auf die Literatur geht es ganz zentral um Schreibweisen sowie die spezifische Verfasstheit einer „Ästhetik der Erschöpfung“.
Aktualisiert: 2023-04-21
Autor:
Axel Dunker,
Jörn Etzold,
Georges Felten,
Jan Gerstner,
Horst Gruner,
Jakob Heller,
Immanuel Immanuel Nover,
Hauke Kuhlmann,
Wolfgang Martynkewicz,
Julian Osthues,
Iulia Patrut,
Jennifer Pavlik,
Jan C. Watzlawik
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Erschöpfung ist zu einer der häufigsten Zeitdiagnosen unserer Gegenwart avanciert. Ausgangspunkt des Bands ist die These, dass die Entstehung der modernen Arbeits- und Leistungsgesellschaft schon immer von Erschöpfungsgeschichten begleitet wird.Sie bilden Kehrseiten und Kontrapunkte der Moderne, in denen teils offen, teils verdrängt ein Unbehagen an der Kultur zum Ausdruck kommt, das mit der Negation von Arbeit und Produktivität Leitbegriffe des modernen Selbstverständnisses infrage stellt. Die Beiträge dieses Bands unternehmen den Versuch, die Moderne als Erschöpfungsgeschichte zu lesen. Dabei rücken nicht nur das Verhältnis von Erschöpfung, Kapital und Arbeit sowie mit Erschöpfung assoziierte Pathologien (Burnout, Depression) in den Fokus. Mit Blick auf die Literatur geht es ganz zentral um Schreibweisen sowie die spezifische Verfasstheit einer „Ästhetik der Erschöpfung“.
Aktualisiert: 2023-04-21
Autor:
Axel Dunker,
Jörn Etzold,
Georges Felten,
Jan Gerstner,
Horst Gruner,
Jakob Heller,
Immanuel Immanuel Nover,
Hauke Kuhlmann,
Wolfgang Martynkewicz,
Julian Osthues,
Iulia Patrut,
Jennifer Pavlik,
Jan C. Watzlawik
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Zum Problem der Kohärenz in Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre
Aktualisiert: 2020-05-13
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Zum Problem der Kohärenz in Goethes Wilhelm Meisters Lehrjahre
Aktualisiert: 2020-07-01
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Romantische Tendenzen antworten auf Verunsicherung. Ökologische Ideen treten zusammen mit der Sehnsucht nach traditionellem Handwerk, rechte und linke Phantasien kommen sich problematisch nahe. Der Band erkundet politische und ästhetische Tendenzen in der deutschsprachigen Literatur zwischen 1989 und 2019: Aktivieren sie, ausgehend von Schlegel oder Novalis, Brentano oder Eichendorff, die kritischen und reflexiven Aspekte, den verändernden Blick auf Sprache, Natur, Gesellschaft? Oder überwiegt die aggressive und regressive Fracht: Heimat, Erde, Volk, Mystik? Der Band fragt nach programmatischen Indienstnahmen und heiklen Fehlinterpretationen.
Aktualisiert: 2023-01-05
Autor:
Luisa Banki,
Andreas Bernard,
Helmut Böttiger,
David Brehm,
Gregor Dotzauer,
Philipp Felsch,
Irmtraud Hnilica,
Wolfgang Hottner,
Hauke Kuhlmann,
Marcel Lepper,
Birthe Mühlhoff,
Claudia Öhlschläger,
Hendrikje Schauer,
Eckhard Schumacher,
Kai Sina
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Die Idylle gilt allgemein als eine historische Gattung, die sich seit dem 19. Jahrhundert in variable Formen des Idyllischen ausdifferenzierte und spätestens seit dem 20. Jahrhundert unter Trivialitätsverdacht steht. Als vermeintlich kitschige Vision einer heilen Welt wurde allenfalls ihre Adaption unter ironischen oder anti-idyllisch gebrochenen Vorzeichen noch akzeptiert. Der Band zeigt im Blick auf Texte der Gegenwartsliteratur und andere mediale Formate wie Filme, TV-Serien, Videospiele und Lifestyle-Magazine, dass dies zu kurz greift. Auch in der Gegenwart stellt die Idylle ausgesprochen produktive Muster bereit, die an Problemstellungen des ausgehenden 20. und des 21. Jahrhunderts anknüpfen und sie in spezifischer Brechung reflektieren.
Aktualisiert: 2019-10-24
Autor:
Matthias Bauer,
Axel Dunker,
Jan Gerstner,
Jakob Christoph Heller,
Nils Jablonski,
Hauke Kuhlmann,
Ruth Neubauer-Petzold,
Annika Nickenig,
Christian Riedel,
Christian Schmitt,
Ole Schümann
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In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts organisiert sich kulturgeschichtliche Forschung europaweit über die Erkundung der Renaissance. Sie gilt als Ursprung der Neuzeit und zugleich als deren zentrale ‚Kulturepoche‘. Die Vorstellung von den oberitalienischen Stadtstaaten als Kunstzentren, von Kraftfeldern der Macht, von ästhetischer Repräsentanz und Sublimation dieser Macht wird nach und nach mit Intentionen aufgeladen, die die Renaissance als Frühgeschichte der Moderne profilieren. Der hier entstehende Renaissancismus-Diskurs hat aber offenbar auch damit zu tun, dass der kulturelle Prozess der Moderne selbst keine zureichende Perspektive mehr darzustellen scheint. Das Vergangenheitsparadigma betrifft insofern eine von der Gegenwart verstellte Zukunft. Innerhalb der vielfältigen Suchbewegungen nach einer genauen Verortung von Modernität macht der Renaissancismus-Diskurs auf Wegverluste und Reduktionen aufmerksam. Dem erlahmenden Fortschrittsoptimismus begegnet er seltsam unirritiert mit historisch deduzierter Produktivität. Am Orientierungsangebot des Renaissancismus kann die Selbstbestimmung von Bürgerlichkeit um 1900 erschlossen werden, inklusive ihrer symbolischen Politik bis ins sichtbare Alltagshandeln hinein.
Aktualisiert: 2019-11-15
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