Was wird die Zukunft bringen? Wie wird sie aussehen? Überrascht sie, macht sie uns Mut oder Angst? Zwölf Geschichten zeichnen Entwürfe, entwerfen Szenerien, füllen Leerstellen. Und so erzählen sie von künstlicher Intelligenz und sensiblen Daten, von Pflegenotständen und Kommunikationshindernissen, von Pandemie und Zerstörung. Und weil es Geschichten sind, erzählen sie natürlich vor allem und immer noch von menschlichen Schicksalen.
Zehn Studierende aus verschiedenen Fachrichtungen der RWTH Aachen University haben die Erzählungen über ein Jahr lang vorangetrieben. Thomas Thelen (AZ/AN) und Christoph Leuchter (RWTH-Schreibzentrum) haben den Kurs »Texte in Arbeit« begleitet und zwei weitere Geschichten beigesteuert. Dabei verraten die Projektionen immer auch eine Menge über unsere Gegenwart.
Aktualisiert: 2022-06-30
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Der Vater stirbt, und Amelie findet einen Brief seiner Geliebten … Mit diesem Fund beginnt ein Suchspiel: Was für ein Mensch war ihr Vater, und wer ist die Geliebte? Bei dem Versuch, diese Fragen zu beantworten stößt Amelie auf immer weitere Ungeheuerlichkeiten. Etwa auf ein Manuskript in unzähligen Variationen, die der Autor alle mit demselben Titel überschrieben hat: Amelies Abschiede.
Mit diesem Fund beginnt ein Suchspiel: Wer ist Amelie? Trauernde Tochter, doppelt erfundene Figur, notorische Lügnerin? Und niemand weiß, was von ihren Männern zu halten ist: Vater oder Hirngespinst, Geliebter oder Peiniger? Möglicherweise sind sie alle Teil eines Reigens, einer etwas kruden erotischen Phantasie. Oder sie sind schlichte, brutale Wirklichkeit. Am Ende jedenfalls liegt Amelie schwer verletzt im Krankenhaus und erzählt: Der Vater stirbt, und Amelie findet einen Brief seiner Geliebten …
Aktualisiert: 2021-06-23
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Der Vater stirbt, und Amelie findet einen Brief seiner Geliebten … Mit diesem Fund beginnt ein Suchspiel: Was für ein Mensch war ihr Vater, und wer ist die Geliebte? Bei dem Versuch, diese Fragen zu beantworten stößt Amelie auf immer weitere Ungeheuerlichkeiten. Etwa auf ein Manuskript in unzähligen Variationen, die der Autor alle mit demselben Titel überschrieben hat: Amelies Abschiede.
Mit diesem Fund beginnt ein Suchspiel: Wer ist Amelie? Trauernde Tochter, doppelt erfundene Figur, notorische Lügnerin? Und niemand weiß, was von ihren Männern zu halten ist: Vater oder Hirngespinst, Geliebter oder Peiniger? Möglicherweise sind sie alle Teil eines Reigens, einer etwas kruden erotischen Phantasie. Oder sie sind schlichte, brutale Wirklichkeit. Am Ende jedenfalls liegt Amelie schwer verletzt im Krankenhaus und erzählt: Der Vater stirbt, und Amelie findet einen Brief seiner Geliebten …
Aktualisiert: 2019-05-22
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Ein kleines Dorf in der Toskana, fernab der Touristenströme
und von der Jugend verlassen, ist kaum eine Erzählung wert.
Nur vergessene, alte Menschen leben dort, einer verschrobener
als der andere: ein greiser Lehrer, dem die Schüler abhanden
gekommen sind, ein Pfarrer mit ungewöhnlichem Talent
zum Automechaniker und ein völlig verrückter Tischler,
der Erstaunliches mit Pinsel und Farbe zustande bringt.
Wenn aber diese bizarren Dörfler plötzlich eine Leiche im
Schuppen finden, kommen Fragen auf, drängen sich Geschichten
in den Vordergrund. Geschichten, die den jungen
Kommissar Corelli nicht mehr loslassen, weshalb er sich
kurz entschlossen bei Professor Di Landa und seiner wunderschönen
Ehefrau für ein paar Tage einquartiert.
Begleitet vom Klirren der Zikaden und beflügelt vom edlen
Wein folgt er den Erinnerungen seines Gastgebers weit zurück
bis ins Berlin der 1930er Jahre. Corelli erfährt einiges
von vergangener und gegenwärtiger Leidenschaft, von Schuld
und von einem Verrat, der nicht zu sühnen ist.
In üppigen Farben und mit einer ungeheuren Fabulierlust
feiert Christoph Leuchter seine Figuren, Italien und das Erzählen
selbst.
Christoph Leuchter, geboren 1968, studierte Klavier, Musikwissenschaft
und Germanistik. Er unterrichtet Kreatives
Schreiben an der RWTH Aachen University. Für sein Debüt
Letzter Akt erhielt er Stipendien des Literarischen Colloquium
Berlin, des Landes Nordrhein-Westfalen und des
Berliner Senats. Christoph Leuchter lebt als Autor und Musiker
im Dreiländereck bei Aachen. Er ist verheiratet und
hat drei Kinder.
Aktualisiert: 2020-03-23
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Vor allem ihre ,Bildlichkeit’ macht die Morungensche Dichtung zur Ausnahmeerscheinung im Minnesang um 1200. Ziel dieser Arbeit ist es, die Metaphorik Heinrichs von Morungen einer genaueren Prüfung zu unterziehen. Analysiert wird das poetische Verfahren, zu dem die Texte tendieren: die Ausführung der Metaphern zu Gleichnissen. Im Gegensatz zur gängigen Lehrmeinung zeigt sich, daß die uneigentliche Sprache des Œuvres nicht schmückendes Beiwerk, sondern Kern der Texte und somit der Schlüssel zu Morungenscher Poetik ist. Dabei demonstriert die Untersuchung erstmalig, wie Morungen mit seiner Metaphorik einer als defizitär entlarvten konventionellen Minnesang-Sprache begegnet. Das dichterische Interesse verlagert sich vom Minne-Ideologischen zum Poetologischen. Morungen spielt das Spiel Minnesang, um auf dessen Folie im Uneigentlichen zu dichten.
Aktualisiert: 2023-04-11
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