Durch’s Werratal 1910 – Ein Wanderbuch von der Quelle bis zur Mündung

Durch’s Werratal 1910 – Ein Wanderbuch von der Quelle bis zur Mündung von Rockstuhl, Harald, Trinius, August

4. Band der vierbändigen Ausgabe der Flußwanderführer von August Trinius, Broschur, 282 Seiten, Reprint 1910/2011 (Altdeutsche Schrift) - Eine historische Wanderung entlang der Werra von der Quelle bis zur Mündung. Durchs Werratal Inhaltsverzeichnis: Enleitung Von der Quelle bis Eisfeld Talab bis Meiningen In der Harfenstadt Die Werra abwärts bis Salzungen Durch stilles Land bis Lauchräden Von der Ruine Brandenburg bis zum Heldrastein Über Treffurt bis Wanfried Weine Wallfahrt zum Hülfensberge Über Eschwege nach Sooden-Allendorf Burg Hanstein und Witzenhausen Der letzte Wandertag bis Münden Im Banne des Wesersteines Einleitung -- Meinen Wanderbüchern, welche insbesondere deutsche Flusstäler schildern, wie Mosel, Saale und Unstrut, füge ich hiermit noch ein neues hinzu, das den Lauf der Werra von der Quelle an bis zu ihrer Verbindung mit der Fulda feiern soll. Und wie gern würde ich den Leser und Wanderer weiter führen, bis ihm die dunklen Wogen der Nordsee feierlich entgegenrauschen! Denn Werra und Weser sind ein und dasselbe, und nur die Wirrungen und Verschiebungen der Sprache im Lauf der Jahrhunderte hat dem Thüringer Wald die Ehre geraubt, einen der vier großen Ströme Deutschlands dem ewigen Meere zuzuführen. Aus den gigantischen Felskammern des Walles, der Deutschland von dem sonnigen Italien trennt, bricht der Rhein in wilden Sprüngen hervor. Von den Sudeten rinnen die Quellfäden der Oder, nahe echter Baudenpoesie des Riesengebirges tritt die Elbe zutage. Und die Weser? Das ist das fast tragische an ihr, dass sie dem modernen und geschichtsunkundigen Menschen heimatlos erscheinen muß. Wer kenn ihre Wiege? Sind die nicht immer noch gezählt, die zur Quelle der Weser einmal wandern? Und wenn sie nun droben stehen, umflüstert von den leis wogenden Waldkronen, wenn ihnen das helle, frische Naß aus umgrüntem Fels entgegenspringt: ein anderer Name leuchtet ihnen droben entgegen. Als man vor Jahren daran ging, die Quelle würdig zu fassen, da folgte man nicht geschichtlichem Rechte. Man beugte sich der seit Jahrhunderten gepflegten Überlieferung und entschied sich für den Namen, welcher der Heimat längst zur lieben Gewohnheit geworden war, ihr in Fleisch und Blut überging. Und ich gebe zu, dass heute etwas Fremdes würde in das heimatliche Empfinden getragen worden sein, hätte man in der Quellinschrift den traut gewordenen Namen Werra plötzlich in Weser gewandelt. Nicht umsonst haben Thüringer Dichter immer wieder das Werratal besungen und Schriftsteller den Ruf seiner Schönheit in die Welt getragen! – Doch müde sollen wir darum doch nicht werden, immer wieder mit Wort und Schrift darauf hinzuweisen, dass die Weser dem Thüringer Walde entströmt, eine Tochter unserer grünen Berge ist. Der aufhorchenden Jugend in der Schule müssen wir es künden, dass vielleicht doch noch einmal eine Zeit kommt, die wieder gutmacht, was frühere Jahrhunderte leichtsinnig opferten. Da würde ein Klingen von Berg zu Berg gehen, und noch stolzer würden die Tannen längs des heiligen Höhenpfades des Thüringer Waldes, dem Rennstiege, aufrauschen! –Werra und Fulda tragen heute nach ihrer Vereinigung beim Hann.-Münden den gemeinsamen Namen Weser. Die Werra zeigt nicht nur den kräftigeren Wasserstrom von beiden, auch ihre Länge (269 km) übertrifft die der Fulda. Vom Thüringerwalde bis zur Nordsee hieß sie in grauen Zeiten einst nur die Weser. Die Römer, voran der erste Schilderer Germaniens, Tacitus, sie nennen den Thüringer Fluß „Visurgis“. In einer Schenkungsurkunde Karls des Großen vom Jahre 775 wird der Fluß „Wisera“ genannt. In dieser Urkunde wird dem Kloster Hersfeld der zehnte Theil des königlichen Reichsortes Salzungen überlassen. Die Bezeichnung Wisera kehrt dann in kaiserlichen Urkunden wieder. Spätere Urkunden bezeichnen den Fluß wechselnd mit „Uuisera“, „Uuisora“, „Uuisara“, dann taucht „Wisara“ auf. Die ursprünglichste Schreibweise ist „Wisaraha“ bzw. „Unisaraha“. Das Doppel-u ist nur nach Professor Hertel eine besondere Form für das altdeutsche w, wie sie uns in der für südthüringische Geographie wichtigen Markbeschreibung der Breitunger Kirche vom Jahre 933 aufbewahrt blieb. Im Jahre 1016 taucht dann zum erstenmal das Doppel-r auf. Eine Urkunde Kaiser Heinrichs führt bei Beschreibung des Wildbannes die Form „Wirraha“ auf. Ein deutsch geschriebener Lehnsbrief des Abtes Heinrich von Hersfeld aus dem Jahre 1329 bringt dann zum erstenmal den heutigen Namen Werra. Wirraha und Wisera sind also eines Ursprunges. Werra und Weser sind eins. Auf mitteldeutschem Gebiete war so der Name Werra geprägt und verbliebt fortan. Das behendliche Wesen des Thüringers bezeugte sich auch hier mal wieder. In Niederdeutschland hingegen bewärte sich die festere und seßhaftere Art der Westfalen. Man hielt treu zum alten Worte Wisera. So muß es denn besonders den Thüringer schmerzen, dass eine Teilung des Flusses stattfinden konnte. Von der Quelle bis zur Mündung in die Nordsee nur ein einziger Name! Wird dieser Wunsch ein Traum bleiben? Dem Thüringer Walde würde eine Anziehungskraft mehr und erhöhter Ruhm zuteil werden. Im Herzogtume Sachsen-Meiningen, dem Lande des ehrwürdigen Fürsten, dessen Name in der Kunstwelt noch lange fortleben wird, entspringt die Werra, hoch droben, unweit des uralten Grenzpfades, dem Rennstiege, der Thüringen von Franken trennt. Sie ist der Hauptfluß des Landes, und auch die Bahn, welche von Eisenach nach Lichtenfels streicht, trägt den Namen Werra-Bahn. Zwei Quellfäden speisen die junge Werra: die Saar oder „Trockene Werra“ und die „Nasse Werra“. Letztere, als die längere, ist an ihrer Quelle am Zeupelsberge als die eigentliche Werraquelle monumental gefasst worden. Unvermerkt darf freilich nicht bleiben, dass sowohl unter den Chronisten wie den Anwohnern des Quellegebietes bis vor nicht langer zeit immer wieder Meinungsverschiedenheiten insofern sich geltend machten, dass man bald diesen, bald jenen Bach als die „Trockene“ bzw. „Nasse“ Werra ansprach. Heute scheint nun eine endgültige Auffassung endlich Platz gegriffen zu haben. Man kennt nur noch eine Werra (deren Quell man fasste“) und eine Saar. Und Saar? Die Annahme liegt sehr nahe, dass dies eben auch nur Werra-Weser heißt. „Wisara“ war die älteste Bezeichnung des Flusses. Die Umwohner an der einen Quelle hielten an der Urform fest, indem sie die Endsilben „sara“ in Saar wandelten, im Mittellaufe formte man sich Werra, während man in Niedersachsen treu Wisara-Weser beibehielt. So stellen Saar, Werra, Weser nur gleichsam Wurzel, Stamm und Krone ein und desselben Baumes dar: als die eigentliche Quelle der Werra-Weser ist für alle Zeiten jetzt die am Zeugelsberge entspringende anzusehen, wie solche auch die Messtischblätter und geologischen Karten anführen. Den Thüringer Wald südwestlich nun niedereilend, tritt dann der Bach in das eigentliche breite Werratal, berührt innerhalb Meiningen die Städte Eisfeld, Hildburghausen, Themar, Meiningen, Wasungen und Salzungen, streift ein Stück durch den weimarischen Kreis Eisenach, dann durch preußisches Gebiet, grüßt bei Berka und Kreuzburg nochmals weimarisches Land, um sich dann durch Preußen zu winden, die Privinzen Sachsen, Hessen-Nassau und Hannover durcheilend, und endlich bei Münden, mit der Fulda vereint, als Weser ihre breiten Fluten dem Meere entgegenzuführen.Durch die Jahrhunderte hindurch ist der Fischreichtum der Werra hervorgehoben worden. Selbst aus einer Reihe von Ortsnamen klingt uns diese Eigenschaft entgegen. Doch, eine Fangvorrichtung, mutmaßlich ein Wehr mit Netz, kehrt des öfteren in diesen Namen wieder. So in Vachdorf bei Meiningen, Vacha, Kleinvach bei Allendorf, Vaake (niederdeutsche Form) bei Münden und endlich in Dockerhagen. Höher und weiter aber reicht der Ruhm, den sich das Werratal ob seiner herzgewinnenden Schönheit erwarb. Wälder und Berge begleiten den Lauf des Flusses. Altertümliche Städtlein und grün gebettete Dörfer, Schlösser und Kirchen ragen auf, und aus Ruinen von Burgen und Klöstern weht uns der Flügelschlag der Geschichte, singt und klingt es noch aus den Tagen der Minnezeit. Treten im unteren Werratale die begleitenden Waldberge näher zum Flusse heran, oft eine majestätische Felsndgasse bildend, durch welche das silbrig schimmernde Wasser in schier launenhaften Windungen sich vor Jahrtauschenden gewaltsam einen Weg bahnte, so zeigt sich im allgemeinen das obere Werratal breiter. Saftige Wiesen polstern es aus, an den Ufern reiht sich Siedelung an Siedelung, und die herrlichen Bergzüge des Thüringer Waldes wie die Basaltkuppen der Vorderröhn geben dem Gesamtbilde den Stimmungsvollen Rahmen. Und noch eins wirkt hier mit: der Atemzug der Kunst, der uns hier immer wieder begeisternd anrührt. Poesie und Musik haben diesem Stückchen deutscher Erde unvergängliche Weihe verliehen. Wer hier sinnenden Herzens wandert und weilt, den grüßen Schatten, den umtönen Lieder, die längst Gemeingut unseres Volkes geworden sind. Das macht den unvergleichlichen Zauber des Werratales aus. Die Liebe zu ihm sitzt dem Volke tief im Herzen. Sein Werratal geht ihm über alles. Wenn der Abend niedersinkt, das Rauschen von Fluß und walt sacht hinüber in die nahende Nacht leitet, dann schreiten noch heute die dunkeläugigen Mädchen Arm in Arm durch die Dorfstraßen, mehrstimmig die Lieder zum Preise der Heimat singend, die ihnen Rudolf Baumbach und andere als schönstes Vermächtnis zurückließen. – – – Ortschaften an der Werra: - Sachsenbrunn - Eisfeld - Veilsdorf - Hildburghausen - Reurieth - Grimmelshausen - Themar - Henfstädt - Leutersdorf - Vachdorf - Belrieth - Einhausen - Obermaßfeld-Grimmenthal - Untermaßfeld - Meiningen - Walldorf - Wasungen - Schwallungen - Schmalkalden-Wernshausen - Fambach - Breitungen/Werra - Immelborn (l) und Barchfeld - Bad Salzungen - Leimbach - Tiefenort - Merkers - Dorndorf - Vacha - Philippsthal - Heringen - - Dankmarshausen - Berka - Gerstungen - Herleshausen - Göringen - Wartha - Neuenhorf - Hörschel - Pferdsdorf-Spichra - Creuzburg Ebenau - Mihla - Ebenshausen - Frankenroda - Treffurt - Wanfried - Meinhard - Eschwege -Bad Soden-Allendorf - Wahlhausen - Lindewerra - Witzenhausen - Blickershausen - Hedemünden - Hann. Münden

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Durch’s Unstruttal 1892. Ein Unstrut Wanderbuch

Durch’s Unstruttal 1892. Ein Unstrut Wanderbuch von Holbein, Friedrich, Rockstuhl, Harald, Trinius, August

2. Band der vierbändigen Ausgabe der Flußwanderführer von August Trinius, Broschur, 398 Seiten, Reprint 1892/2011 (Altdeutsche Schrift) - Eine historische Wanderung von Naumburg a.d.Saale bis zum Kyffhäuser. Durchs Unstruttal Inhalt Am Vorabend der Wanderung: Von der Rudelsburg vos Naumburg a. d. Saale Rudelsburg – Schulpforta – Almerich – Naumburg a. d. Saale Erster Wandertag: Von Naumburg bis Burgscheidungen Naumburg – Zur Henne – Luisenhöhe – Groß-Jena – Freiburg – Zscheiplitz – Weischlitz – Laucha – Tröbsdorf – Kirch- und Burgscheidungen Zweiter Wandertag: Von Burgscheidungen bis Wendelstein Burgscheidungen – Carsdorf – Reinsdorf – Vitzenburg – Zingst – Nebra – Groß-Wangen – Memleben – Wendelstein Dritter Wandertag: Vom Wendelstein bis Kalbsrieth Wendelstein – Roßleben – Wiehe – Hechendorf – Donndorf – Nausitz – Gehofen – Kalbsrieth Vierter Wandertag: Von Kalbsrieth bis Heldrungen Kalbsrieth – Heygendorf – Mönchspfiffel – Allstedt – Der Hagen – Artern – Reinsdorf – Heldrungen Fünfter Wandertag: Von Sachsenburg zum Kyffhäuser Die Sachsenburgen – Oldisleben – Seehausen – Frankenhausen – Barbarossa-Höhle – Die Falkenburg – Rathsfeld – Kyffhäuser Im Kyffhäusergebirge Die Numburg – Die Rothenburg – Tilleda – Der Kyffhäuser Vorwort Der kleine Theil des deutschen Vaterlandes, welchen zu beschreiben sich dieses Wanderbuch zur Aufgabe gestellt hat, ist bis heute noch wenig bekannt und noch weniger durchwandert worden. Auch die Bahn, welche seit ein paar Jahren, als der Gruß einer modernen Zeit, durch das romantische Unstrutthal sich ihren Eisenweg gezogen hat, hat doch nur wenig an dieser Weltabgeschiedenheit zu ändern vermocht. Und das ist, wenigstens in den Augen selbstsüchtiger Poeten, noch ein Glück. Denn gerade dieses Abgeschlossensein von allem, was uns draußen nimmer zur Rast und Einkehr kommen lässt, leiht dieser Wanderung ihren tiefen Zauber und lässt die Stunden friedvoll ineinandern klingen. Wen aber eigenes Geschick mit diesem Boden noch enger verknüpfte, der hat an seinem Herzen doppelt die stille Schönheit, die sonnige Poesie dieser Scholle deutscher Erde erfahren. Der Wanderer, welcher zwischen Naumburg und Kyffhäuser auf oder ab zieht, erwarte nicht immer landschaftlichen Reiz hervorragender Art. Streckenweise sind es nur Einzelbilder, welche sein Aug` und Herz erfreuen werden. Wer aber geschichtlich zu empfinden vermag, für den hat fast jeder Schritt längs der Unstrut Werth und Bedeutung. Für den beleben sich diese stillen Wälder und Fluren, Berge und Ruinen; dem rauscht die Unstrut seltsame Sagen und Mären zu, und erfüllt dünkt ihm alles von Gestalten, hehr und farbenprächtig anzuschauen. Denn es ist zum Theil klassischer Boden, über den sein Fuß hinwegschreitet. Blutig und furchtbar schrieb sich hier die Geschichte ein. Das giebt diesem Thale seinen unvergleichlichen poetischen Glanz.Hier erhob sich einst die Burg der stolzen thüringer Könige, auf welcher sich das Schlußdrama in der Geschichte dieses durch Verrath und Blut zu Macht gelangten Geschlechts abspielte. Die Pfalzen in der Güldenen Aue erzählen uns von den alten sächsischen Kaisern, die so manchmal hier ausruhten von Kampf und Sorgen. Auf steilem Ufer ragt noch trutzig das graue Bergschloß der ersten thüringer Landgrafen, deren Heldengestalten die Sage leuchtend verklärt hat. Aus zahlreichen Ruinen, verfallenen Klöstern und verwetterten Denkmalen spricht es zu uns von vergangener Tage Luft und Leib. Alte und neue Zeit lösen sich hier ab; die Muse der Dichtkunst ruft uns manch hellen Namen in die Erinnerung. Und am Endziel der Wanderung grüßt uns des Kyffhäusers waldumrauschte Stätte, zu der das schwergeprüfte deutsche Volk durch Jahrhunderte sehnend blickte! – –So manchmal bin ich die Unstrut auf und ab gezogen: zur Flühlingszeit, wenn im funkelnden Sonnenregen die Erde freudig zu beben schien ob allen Blühens und Singes ringsumher, oder auch an stillen, klaren Herbsttagen, wenn in unerschöpflich reicher Segensfülle Thal und Rebenhügel schimmerten. Und immer ist es mir um´s Herz dabei warm geworden, ob all des innigen Glückes, das ich zu sehen meinte, weil es selbst mich in diesen Stunden heimlich umfangen hielt.Das wünsche ich auch allen Wanderleuten, die nach mir desselben Weges ziehen. Reines Glück empfinden zu dürfen ist das Schönste, was das eng begrenzte Menschenleben in sich schließt.(Walterhausen, am Osterabend 1892. A. Trinius.)

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Durch’s Werratal 1910 – Ein Wanderbuch von der Quelle bis zur Mündung

Durch’s Werratal 1910 – Ein Wanderbuch von der Quelle bis zur Mündung von Rockstuhl, Harald, Trinius, August

4. Band der vierbändigen Ausgabe der Flußwanderführer von August Trinius, Broschur, 282 Seiten, Reprint 1910/2011 (Altdeutsche Schrift) - Eine historische Wanderung entlang der Werra von der Quelle bis zur Mündung. Durchs Werratal Inhaltsverzeichnis: Enleitung Von der Quelle bis Eisfeld Talab bis Meiningen In der Harfenstadt Die Werra abwärts bis Salzungen Durch stilles Land bis Lauchräden Von der Ruine Brandenburg bis zum Heldrastein Über Treffurt bis Wanfried Weine Wallfahrt zum Hülfensberge Über Eschwege nach Sooden-Allendorf Burg Hanstein und Witzenhausen Der letzte Wandertag bis Münden Im Banne des Wesersteines Einleitung -- Meinen Wanderbüchern, welche insbesondere deutsche Flusstäler schildern, wie Mosel, Saale und Unstrut, füge ich hiermit noch ein neues hinzu, das den Lauf der Werra von der Quelle an bis zu ihrer Verbindung mit der Fulda feiern soll. Und wie gern würde ich den Leser und Wanderer weiter führen, bis ihm die dunklen Wogen der Nordsee feierlich entgegenrauschen! Denn Werra und Weser sind ein und dasselbe, und nur die Wirrungen und Verschiebungen der Sprache im Lauf der Jahrhunderte hat dem Thüringer Wald die Ehre geraubt, einen der vier großen Ströme Deutschlands dem ewigen Meere zuzuführen. Aus den gigantischen Felskammern des Walles, der Deutschland von dem sonnigen Italien trennt, bricht der Rhein in wilden Sprüngen hervor. Von den Sudeten rinnen die Quellfäden der Oder, nahe echter Baudenpoesie des Riesengebirges tritt die Elbe zutage. Und die Weser? Das ist das fast tragische an ihr, dass sie dem modernen und geschichtsunkundigen Menschen heimatlos erscheinen muß. Wer kenn ihre Wiege? Sind die nicht immer noch gezählt, die zur Quelle der Weser einmal wandern? Und wenn sie nun droben stehen, umflüstert von den leis wogenden Waldkronen, wenn ihnen das helle, frische Naß aus umgrüntem Fels entgegenspringt: ein anderer Name leuchtet ihnen droben entgegen. Als man vor Jahren daran ging, die Quelle würdig zu fassen, da folgte man nicht geschichtlichem Rechte. Man beugte sich der seit Jahrhunderten gepflegten Überlieferung und entschied sich für den Namen, welcher der Heimat längst zur lieben Gewohnheit geworden war, ihr in Fleisch und Blut überging. Und ich gebe zu, dass heute etwas Fremdes würde in das heimatliche Empfinden getragen worden sein, hätte man in der Quellinschrift den traut gewordenen Namen Werra plötzlich in Weser gewandelt. Nicht umsonst haben Thüringer Dichter immer wieder das Werratal besungen und Schriftsteller den Ruf seiner Schönheit in die Welt getragen! – Doch müde sollen wir darum doch nicht werden, immer wieder mit Wort und Schrift darauf hinzuweisen, dass die Weser dem Thüringer Walde entströmt, eine Tochter unserer grünen Berge ist. Der aufhorchenden Jugend in der Schule müssen wir es künden, dass vielleicht doch noch einmal eine Zeit kommt, die wieder gutmacht, was frühere Jahrhunderte leichtsinnig opferten. Da würde ein Klingen von Berg zu Berg gehen, und noch stolzer würden die Tannen längs des heiligen Höhenpfades des Thüringer Waldes, dem Rennstiege, aufrauschen! –Werra und Fulda tragen heute nach ihrer Vereinigung beim Hann.-Münden den gemeinsamen Namen Weser. Die Werra zeigt nicht nur den kräftigeren Wasserstrom von beiden, auch ihre Länge (269 km) übertrifft die der Fulda. Vom Thüringerwalde bis zur Nordsee hieß sie in grauen Zeiten einst nur die Weser. Die Römer, voran der erste Schilderer Germaniens, Tacitus, sie nennen den Thüringer Fluß „Visurgis“. In einer Schenkungsurkunde Karls des Großen vom Jahre 775 wird der Fluß „Wisera“ genannt. In dieser Urkunde wird dem Kloster Hersfeld der zehnte Theil des königlichen Reichsortes Salzungen überlassen. Die Bezeichnung Wisera kehrt dann in kaiserlichen Urkunden wieder. Spätere Urkunden bezeichnen den Fluß wechselnd mit „Uuisera“, „Uuisora“, „Uuisara“, dann taucht „Wisara“ auf. Die ursprünglichste Schreibweise ist „Wisaraha“ bzw. „Unisaraha“. Das Doppel-u ist nur nach Professor Hertel eine besondere Form für das altdeutsche w, wie sie uns in der für südthüringische Geographie wichtigen Markbeschreibung der Breitunger Kirche vom Jahre 933 aufbewahrt blieb. Im Jahre 1016 taucht dann zum erstenmal das Doppel-r auf. Eine Urkunde Kaiser Heinrichs führt bei Beschreibung des Wildbannes die Form „Wirraha“ auf. Ein deutsch geschriebener Lehnsbrief des Abtes Heinrich von Hersfeld aus dem Jahre 1329 bringt dann zum erstenmal den heutigen Namen Werra. Wirraha und Wisera sind also eines Ursprunges. Werra und Weser sind eins. Auf mitteldeutschem Gebiete war so der Name Werra geprägt und verbliebt fortan. Das behendliche Wesen des Thüringers bezeugte sich auch hier mal wieder. In Niederdeutschland hingegen bewärte sich die festere und seßhaftere Art der Westfalen. Man hielt treu zum alten Worte Wisera. So muß es denn besonders den Thüringer schmerzen, dass eine Teilung des Flusses stattfinden konnte. Von der Quelle bis zur Mündung in die Nordsee nur ein einziger Name! Wird dieser Wunsch ein Traum bleiben? Dem Thüringer Walde würde eine Anziehungskraft mehr und erhöhter Ruhm zuteil werden. Im Herzogtume Sachsen-Meiningen, dem Lande des ehrwürdigen Fürsten, dessen Name in der Kunstwelt noch lange fortleben wird, entspringt die Werra, hoch droben, unweit des uralten Grenzpfades, dem Rennstiege, der Thüringen von Franken trennt. Sie ist der Hauptfluß des Landes, und auch die Bahn, welche von Eisenach nach Lichtenfels streicht, trägt den Namen Werra-Bahn. Zwei Quellfäden speisen die junge Werra: die Saar oder „Trockene Werra“ und die „Nasse Werra“. Letztere, als die längere, ist an ihrer Quelle am Zeupelsberge als die eigentliche Werraquelle monumental gefasst worden. Unvermerkt darf freilich nicht bleiben, dass sowohl unter den Chronisten wie den Anwohnern des Quellegebietes bis vor nicht langer zeit immer wieder Meinungsverschiedenheiten insofern sich geltend machten, dass man bald diesen, bald jenen Bach als die „Trockene“ bzw. „Nasse“ Werra ansprach. Heute scheint nun eine endgültige Auffassung endlich Platz gegriffen zu haben. Man kennt nur noch eine Werra (deren Quell man fasste“) und eine Saar. Und Saar? Die Annahme liegt sehr nahe, dass dies eben auch nur Werra-Weser heißt. „Wisara“ war die älteste Bezeichnung des Flusses. Die Umwohner an der einen Quelle hielten an der Urform fest, indem sie die Endsilben „sara“ in Saar wandelten, im Mittellaufe formte man sich Werra, während man in Niedersachsen treu Wisara-Weser beibehielt. So stellen Saar, Werra, Weser nur gleichsam Wurzel, Stamm und Krone ein und desselben Baumes dar: als die eigentliche Quelle der Werra-Weser ist für alle Zeiten jetzt die am Zeugelsberge entspringende anzusehen, wie solche auch die Messtischblätter und geologischen Karten anführen. Den Thüringer Wald südwestlich nun niedereilend, tritt dann der Bach in das eigentliche breite Werratal, berührt innerhalb Meiningen die Städte Eisfeld, Hildburghausen, Themar, Meiningen, Wasungen und Salzungen, streift ein Stück durch den weimarischen Kreis Eisenach, dann durch preußisches Gebiet, grüßt bei Berka und Kreuzburg nochmals weimarisches Land, um sich dann durch Preußen zu winden, die Privinzen Sachsen, Hessen-Nassau und Hannover durcheilend, und endlich bei Münden, mit der Fulda vereint, als Weser ihre breiten Fluten dem Meere entgegenzuführen.Durch die Jahrhunderte hindurch ist der Fischreichtum der Werra hervorgehoben worden. Selbst aus einer Reihe von Ortsnamen klingt uns diese Eigenschaft entgegen. Doch, eine Fangvorrichtung, mutmaßlich ein Wehr mit Netz, kehrt des öfteren in diesen Namen wieder. So in Vachdorf bei Meiningen, Vacha, Kleinvach bei Allendorf, Vaake (niederdeutsche Form) bei Münden und endlich in Dockerhagen. Höher und weiter aber reicht der Ruhm, den sich das Werratal ob seiner herzgewinnenden Schönheit erwarb. Wälder und Berge begleiten den Lauf des Flusses. Altertümliche Städtlein und grün gebettete Dörfer, Schlösser und Kirchen ragen auf, und aus Ruinen von Burgen und Klöstern weht uns der Flügelschlag der Geschichte, singt und klingt es noch aus den Tagen der Minnezeit. Treten im unteren Werratale die begleitenden Waldberge näher zum Flusse heran, oft eine majestätische Felsndgasse bildend, durch welche das silbrig schimmernde Wasser in schier launenhaften Windungen sich vor Jahrtauschenden gewaltsam einen Weg bahnte, so zeigt sich im allgemeinen das obere Werratal breiter. Saftige Wiesen polstern es aus, an den Ufern reiht sich Siedelung an Siedelung, und die herrlichen Bergzüge des Thüringer Waldes wie die Basaltkuppen der Vorderröhn geben dem Gesamtbilde den Stimmungsvollen Rahmen. Und noch eins wirkt hier mit: der Atemzug der Kunst, der uns hier immer wieder begeisternd anrührt. Poesie und Musik haben diesem Stückchen deutscher Erde unvergängliche Weihe verliehen. Wer hier sinnenden Herzens wandert und weilt, den grüßen Schatten, den umtönen Lieder, die längst Gemeingut unseres Volkes geworden sind. Das macht den unvergleichlichen Zauber des Werratales aus. Die Liebe zu ihm sitzt dem Volke tief im Herzen. Sein Werratal geht ihm über alles. Wenn der Abend niedersinkt, das Rauschen von Fluß und walt sacht hinüber in die nahende Nacht leitet, dann schreiten noch heute die dunkeläugigen Mädchen Arm in Arm durch die Dorfstraßen, mehrstimmig die Lieder zum Preise der Heimat singend, die ihnen Rudolf Baumbach und andere als schönstes Vermächtnis zurückließen. – – – Ortschaften an der Werra: - Sachsenbrunn - Eisfeld - Veilsdorf - Hildburghausen - Reurieth - Grimmelshausen - Themar - Henfstädt - Leutersdorf - Vachdorf - Belrieth - Einhausen - Obermaßfeld-Grimmenthal - Untermaßfeld - Meiningen - Walldorf - Wasungen - Schwallungen - Schmalkalden-Wernshausen - Fambach - Breitungen/Werra - Immelborn (l) und Barchfeld - Bad Salzungen - Leimbach - Tiefenort - Merkers - Dorndorf - Vacha - Philippsthal - Heringen - - Dankmarshausen - Berka - Gerstungen - Herleshausen - Göringen - Wartha - Neuenhorf - Hörschel - Pferdsdorf-Spichra - Creuzburg Ebenau - Mihla - Ebenshausen - Frankenroda - Treffurt - Wanfried - Meinhard - Eschwege -Bad Soden-Allendorf - Wahlhausen - Lindewerra - Witzenhausen - Blickershausen - Hedemünden - Hann. 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Durch’s Unstruttal 1892. Ein Unstrut Wanderbuch

Durch’s Unstruttal 1892. Ein Unstrut Wanderbuch von Holbein, Friedrich, Rockstuhl, Harald, Trinius, August

2. Band der vierbändigen Ausgabe der Flußwanderführer von August Trinius, Broschur, 398 Seiten, Reprint 1892/2011 (Altdeutsche Schrift) - Eine historische Wanderung von Naumburg a.d.Saale bis zum Kyffhäuser. Durchs Unstruttal Inhalt Am Vorabend der Wanderung: Von der Rudelsburg vos Naumburg a. d. Saale Rudelsburg – Schulpforta – Almerich – Naumburg a. d. Saale Erster Wandertag: Von Naumburg bis Burgscheidungen Naumburg – Zur Henne – Luisenhöhe – Groß-Jena – Freiburg – Zscheiplitz – Weischlitz – Laucha – Tröbsdorf – Kirch- und Burgscheidungen Zweiter Wandertag: Von Burgscheidungen bis Wendelstein Burgscheidungen – Carsdorf – Reinsdorf – Vitzenburg – Zingst – Nebra – Groß-Wangen – Memleben – Wendelstein Dritter Wandertag: Vom Wendelstein bis Kalbsrieth Wendelstein – Roßleben – Wiehe – Hechendorf – Donndorf – Nausitz – Gehofen – Kalbsrieth Vierter Wandertag: Von Kalbsrieth bis Heldrungen Kalbsrieth – Heygendorf – Mönchspfiffel – Allstedt – Der Hagen – Artern – Reinsdorf – Heldrungen Fünfter Wandertag: Von Sachsenburg zum Kyffhäuser Die Sachsenburgen – Oldisleben – Seehausen – Frankenhausen – Barbarossa-Höhle – Die Falkenburg – Rathsfeld – Kyffhäuser Im Kyffhäusergebirge Die Numburg – Die Rothenburg – Tilleda – Der Kyffhäuser Vorwort Der kleine Theil des deutschen Vaterlandes, welchen zu beschreiben sich dieses Wanderbuch zur Aufgabe gestellt hat, ist bis heute noch wenig bekannt und noch weniger durchwandert worden. Auch die Bahn, welche seit ein paar Jahren, als der Gruß einer modernen Zeit, durch das romantische Unstrutthal sich ihren Eisenweg gezogen hat, hat doch nur wenig an dieser Weltabgeschiedenheit zu ändern vermocht. Und das ist, wenigstens in den Augen selbstsüchtiger Poeten, noch ein Glück. Denn gerade dieses Abgeschlossensein von allem, was uns draußen nimmer zur Rast und Einkehr kommen lässt, leiht dieser Wanderung ihren tiefen Zauber und lässt die Stunden friedvoll ineinandern klingen. Wen aber eigenes Geschick mit diesem Boden noch enger verknüpfte, der hat an seinem Herzen doppelt die stille Schönheit, die sonnige Poesie dieser Scholle deutscher Erde erfahren. Der Wanderer, welcher zwischen Naumburg und Kyffhäuser auf oder ab zieht, erwarte nicht immer landschaftlichen Reiz hervorragender Art. Streckenweise sind es nur Einzelbilder, welche sein Aug` und Herz erfreuen werden. Wer aber geschichtlich zu empfinden vermag, für den hat fast jeder Schritt längs der Unstrut Werth und Bedeutung. Für den beleben sich diese stillen Wälder und Fluren, Berge und Ruinen; dem rauscht die Unstrut seltsame Sagen und Mären zu, und erfüllt dünkt ihm alles von Gestalten, hehr und farbenprächtig anzuschauen. Denn es ist zum Theil klassischer Boden, über den sein Fuß hinwegschreitet. Blutig und furchtbar schrieb sich hier die Geschichte ein. Das giebt diesem Thale seinen unvergleichlichen poetischen Glanz.Hier erhob sich einst die Burg der stolzen thüringer Könige, auf welcher sich das Schlußdrama in der Geschichte dieses durch Verrath und Blut zu Macht gelangten Geschlechts abspielte. Die Pfalzen in der Güldenen Aue erzählen uns von den alten sächsischen Kaisern, die so manchmal hier ausruhten von Kampf und Sorgen. Auf steilem Ufer ragt noch trutzig das graue Bergschloß der ersten thüringer Landgrafen, deren Heldengestalten die Sage leuchtend verklärt hat. Aus zahlreichen Ruinen, verfallenen Klöstern und verwetterten Denkmalen spricht es zu uns von vergangener Tage Luft und Leib. Alte und neue Zeit lösen sich hier ab; die Muse der Dichtkunst ruft uns manch hellen Namen in die Erinnerung. Und am Endziel der Wanderung grüßt uns des Kyffhäusers waldumrauschte Stätte, zu der das schwergeprüfte deutsche Volk durch Jahrhunderte sehnend blickte! – –So manchmal bin ich die Unstrut auf und ab gezogen: zur Flühlingszeit, wenn im funkelnden Sonnenregen die Erde freudig zu beben schien ob allen Blühens und Singes ringsumher, oder auch an stillen, klaren Herbsttagen, wenn in unerschöpflich reicher Segensfülle Thal und Rebenhügel schimmerten. Und immer ist es mir um´s Herz dabei warm geworden, ob all des innigen Glückes, das ich zu sehen meinte, weil es selbst mich in diesen Stunden heimlich umfangen hielt.Das wünsche ich auch allen Wanderleuten, die nach mir desselben Weges ziehen. Reines Glück empfinden zu dürfen ist das Schönste, was das eng begrenzte Menschenleben in sich schließt.(Walterhausen, am Osterabend 1892. A. Trinius.)

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Durch’s Unstruttal 1892. Ein Unstrut Wanderbuch

Durch’s Unstruttal 1892. Ein Unstrut Wanderbuch von Holbein, Friedrich, Rockstuhl, Harald, Trinius, August

2. Band der vierbändigen Ausgabe der Flußwanderführer von August Trinius, Broschur, 398 Seiten, Reprint 1892/2011 (Altdeutsche Schrift) - Eine historische Wanderung von Naumburg a.d.Saale bis zum Kyffhäuser. Durchs Unstruttal Inhalt Am Vorabend der Wanderung: Von der Rudelsburg vos Naumburg a. d. Saale Rudelsburg – Schulpforta – Almerich – Naumburg a. d. Saale Erster Wandertag: Von Naumburg bis Burgscheidungen Naumburg – Zur Henne – Luisenhöhe – Groß-Jena – Freiburg – Zscheiplitz – Weischlitz – Laucha – Tröbsdorf – Kirch- und Burgscheidungen Zweiter Wandertag: Von Burgscheidungen bis Wendelstein Burgscheidungen – Carsdorf – Reinsdorf – Vitzenburg – Zingst – Nebra – Groß-Wangen – Memleben – Wendelstein Dritter Wandertag: Vom Wendelstein bis Kalbsrieth Wendelstein – Roßleben – Wiehe – Hechendorf – Donndorf – Nausitz – Gehofen – Kalbsrieth Vierter Wandertag: Von Kalbsrieth bis Heldrungen Kalbsrieth – Heygendorf – Mönchspfiffel – Allstedt – Der Hagen – Artern – Reinsdorf – Heldrungen Fünfter Wandertag: Von Sachsenburg zum Kyffhäuser Die Sachsenburgen – Oldisleben – Seehausen – Frankenhausen – Barbarossa-Höhle – Die Falkenburg – Rathsfeld – Kyffhäuser Im Kyffhäusergebirge Die Numburg – Die Rothenburg – Tilleda – Der Kyffhäuser Vorwort Der kleine Theil des deutschen Vaterlandes, welchen zu beschreiben sich dieses Wanderbuch zur Aufgabe gestellt hat, ist bis heute noch wenig bekannt und noch weniger durchwandert worden. Auch die Bahn, welche seit ein paar Jahren, als der Gruß einer modernen Zeit, durch das romantische Unstrutthal sich ihren Eisenweg gezogen hat, hat doch nur wenig an dieser Weltabgeschiedenheit zu ändern vermocht. Und das ist, wenigstens in den Augen selbstsüchtiger Poeten, noch ein Glück. Denn gerade dieses Abgeschlossensein von allem, was uns draußen nimmer zur Rast und Einkehr kommen lässt, leiht dieser Wanderung ihren tiefen Zauber und lässt die Stunden friedvoll ineinandern klingen. Wen aber eigenes Geschick mit diesem Boden noch enger verknüpfte, der hat an seinem Herzen doppelt die stille Schönheit, die sonnige Poesie dieser Scholle deutscher Erde erfahren. Der Wanderer, welcher zwischen Naumburg und Kyffhäuser auf oder ab zieht, erwarte nicht immer landschaftlichen Reiz hervorragender Art. Streckenweise sind es nur Einzelbilder, welche sein Aug` und Herz erfreuen werden. Wer aber geschichtlich zu empfinden vermag, für den hat fast jeder Schritt längs der Unstrut Werth und Bedeutung. Für den beleben sich diese stillen Wälder und Fluren, Berge und Ruinen; dem rauscht die Unstrut seltsame Sagen und Mären zu, und erfüllt dünkt ihm alles von Gestalten, hehr und farbenprächtig anzuschauen. Denn es ist zum Theil klassischer Boden, über den sein Fuß hinwegschreitet. Blutig und furchtbar schrieb sich hier die Geschichte ein. Das giebt diesem Thale seinen unvergleichlichen poetischen Glanz.Hier erhob sich einst die Burg der stolzen thüringer Könige, auf welcher sich das Schlußdrama in der Geschichte dieses durch Verrath und Blut zu Macht gelangten Geschlechts abspielte. Die Pfalzen in der Güldenen Aue erzählen uns von den alten sächsischen Kaisern, die so manchmal hier ausruhten von Kampf und Sorgen. Auf steilem Ufer ragt noch trutzig das graue Bergschloß der ersten thüringer Landgrafen, deren Heldengestalten die Sage leuchtend verklärt hat. Aus zahlreichen Ruinen, verfallenen Klöstern und verwetterten Denkmalen spricht es zu uns von vergangener Tage Luft und Leib. Alte und neue Zeit lösen sich hier ab; die Muse der Dichtkunst ruft uns manch hellen Namen in die Erinnerung. Und am Endziel der Wanderung grüßt uns des Kyffhäusers waldumrauschte Stätte, zu der das schwergeprüfte deutsche Volk durch Jahrhunderte sehnend blickte! – –So manchmal bin ich die Unstrut auf und ab gezogen: zur Flühlingszeit, wenn im funkelnden Sonnenregen die Erde freudig zu beben schien ob allen Blühens und Singes ringsumher, oder auch an stillen, klaren Herbsttagen, wenn in unerschöpflich reicher Segensfülle Thal und Rebenhügel schimmerten. Und immer ist es mir um´s Herz dabei warm geworden, ob all des innigen Glückes, das ich zu sehen meinte, weil es selbst mich in diesen Stunden heimlich umfangen hielt.Das wünsche ich auch allen Wanderleuten, die nach mir desselben Weges ziehen. Reines Glück empfinden zu dürfen ist das Schönste, was das eng begrenzte Menschenleben in sich schließt.(Walterhausen, am Osterabend 1892. A. Trinius.)

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Durch’s Werratal 1910 – Ein Wanderbuch von der Quelle bis zur Mündung

Durch’s Werratal 1910 – Ein Wanderbuch von der Quelle bis zur Mündung von Rockstuhl, Harald, Trinius, August

4. Band der vierbändigen Ausgabe der Flußwanderführer von August Trinius, Broschur, 282 Seiten, Reprint 1910/2011 (Altdeutsche Schrift) - Eine historische Wanderung entlang der Werra von der Quelle bis zur Mündung. Durchs Werratal Inhaltsverzeichnis: Enleitung Von der Quelle bis Eisfeld Talab bis Meiningen In der Harfenstadt Die Werra abwärts bis Salzungen Durch stilles Land bis Lauchräden Von der Ruine Brandenburg bis zum Heldrastein Über Treffurt bis Wanfried Weine Wallfahrt zum Hülfensberge Über Eschwege nach Sooden-Allendorf Burg Hanstein und Witzenhausen Der letzte Wandertag bis Münden Im Banne des Wesersteines Einleitung -- Meinen Wanderbüchern, welche insbesondere deutsche Flusstäler schildern, wie Mosel, Saale und Unstrut, füge ich hiermit noch ein neues hinzu, das den Lauf der Werra von der Quelle an bis zu ihrer Verbindung mit der Fulda feiern soll. Und wie gern würde ich den Leser und Wanderer weiter führen, bis ihm die dunklen Wogen der Nordsee feierlich entgegenrauschen! Denn Werra und Weser sind ein und dasselbe, und nur die Wirrungen und Verschiebungen der Sprache im Lauf der Jahrhunderte hat dem Thüringer Wald die Ehre geraubt, einen der vier großen Ströme Deutschlands dem ewigen Meere zuzuführen. Aus den gigantischen Felskammern des Walles, der Deutschland von dem sonnigen Italien trennt, bricht der Rhein in wilden Sprüngen hervor. Von den Sudeten rinnen die Quellfäden der Oder, nahe echter Baudenpoesie des Riesengebirges tritt die Elbe zutage. Und die Weser? Das ist das fast tragische an ihr, dass sie dem modernen und geschichtsunkundigen Menschen heimatlos erscheinen muß. Wer kenn ihre Wiege? Sind die nicht immer noch gezählt, die zur Quelle der Weser einmal wandern? Und wenn sie nun droben stehen, umflüstert von den leis wogenden Waldkronen, wenn ihnen das helle, frische Naß aus umgrüntem Fels entgegenspringt: ein anderer Name leuchtet ihnen droben entgegen. Als man vor Jahren daran ging, die Quelle würdig zu fassen, da folgte man nicht geschichtlichem Rechte. Man beugte sich der seit Jahrhunderten gepflegten Überlieferung und entschied sich für den Namen, welcher der Heimat längst zur lieben Gewohnheit geworden war, ihr in Fleisch und Blut überging. Und ich gebe zu, dass heute etwas Fremdes würde in das heimatliche Empfinden getragen worden sein, hätte man in der Quellinschrift den traut gewordenen Namen Werra plötzlich in Weser gewandelt. Nicht umsonst haben Thüringer Dichter immer wieder das Werratal besungen und Schriftsteller den Ruf seiner Schönheit in die Welt getragen! – Doch müde sollen wir darum doch nicht werden, immer wieder mit Wort und Schrift darauf hinzuweisen, dass die Weser dem Thüringer Walde entströmt, eine Tochter unserer grünen Berge ist. Der aufhorchenden Jugend in der Schule müssen wir es künden, dass vielleicht doch noch einmal eine Zeit kommt, die wieder gutmacht, was frühere Jahrhunderte leichtsinnig opferten. Da würde ein Klingen von Berg zu Berg gehen, und noch stolzer würden die Tannen längs des heiligen Höhenpfades des Thüringer Waldes, dem Rennstiege, aufrauschen! –Werra und Fulda tragen heute nach ihrer Vereinigung beim Hann.-Münden den gemeinsamen Namen Weser. Die Werra zeigt nicht nur den kräftigeren Wasserstrom von beiden, auch ihre Länge (269 km) übertrifft die der Fulda. Vom Thüringerwalde bis zur Nordsee hieß sie in grauen Zeiten einst nur die Weser. Die Römer, voran der erste Schilderer Germaniens, Tacitus, sie nennen den Thüringer Fluß „Visurgis“. In einer Schenkungsurkunde Karls des Großen vom Jahre 775 wird der Fluß „Wisera“ genannt. In dieser Urkunde wird dem Kloster Hersfeld der zehnte Theil des königlichen Reichsortes Salzungen überlassen. Die Bezeichnung Wisera kehrt dann in kaiserlichen Urkunden wieder. Spätere Urkunden bezeichnen den Fluß wechselnd mit „Uuisera“, „Uuisora“, „Uuisara“, dann taucht „Wisara“ auf. Die ursprünglichste Schreibweise ist „Wisaraha“ bzw. „Unisaraha“. Das Doppel-u ist nur nach Professor Hertel eine besondere Form für das altdeutsche w, wie sie uns in der für südthüringische Geographie wichtigen Markbeschreibung der Breitunger Kirche vom Jahre 933 aufbewahrt blieb. Im Jahre 1016 taucht dann zum erstenmal das Doppel-r auf. Eine Urkunde Kaiser Heinrichs führt bei Beschreibung des Wildbannes die Form „Wirraha“ auf. Ein deutsch geschriebener Lehnsbrief des Abtes Heinrich von Hersfeld aus dem Jahre 1329 bringt dann zum erstenmal den heutigen Namen Werra. Wirraha und Wisera sind also eines Ursprunges. Werra und Weser sind eins. Auf mitteldeutschem Gebiete war so der Name Werra geprägt und verbliebt fortan. Das behendliche Wesen des Thüringers bezeugte sich auch hier mal wieder. In Niederdeutschland hingegen bewärte sich die festere und seßhaftere Art der Westfalen. Man hielt treu zum alten Worte Wisera. So muß es denn besonders den Thüringer schmerzen, dass eine Teilung des Flusses stattfinden konnte. Von der Quelle bis zur Mündung in die Nordsee nur ein einziger Name! Wird dieser Wunsch ein Traum bleiben? Dem Thüringer Walde würde eine Anziehungskraft mehr und erhöhter Ruhm zuteil werden. Im Herzogtume Sachsen-Meiningen, dem Lande des ehrwürdigen Fürsten, dessen Name in der Kunstwelt noch lange fortleben wird, entspringt die Werra, hoch droben, unweit des uralten Grenzpfades, dem Rennstiege, der Thüringen von Franken trennt. Sie ist der Hauptfluß des Landes, und auch die Bahn, welche von Eisenach nach Lichtenfels streicht, trägt den Namen Werra-Bahn. Zwei Quellfäden speisen die junge Werra: die Saar oder „Trockene Werra“ und die „Nasse Werra“. Letztere, als die längere, ist an ihrer Quelle am Zeupelsberge als die eigentliche Werraquelle monumental gefasst worden. Unvermerkt darf freilich nicht bleiben, dass sowohl unter den Chronisten wie den Anwohnern des Quellegebietes bis vor nicht langer zeit immer wieder Meinungsverschiedenheiten insofern sich geltend machten, dass man bald diesen, bald jenen Bach als die „Trockene“ bzw. „Nasse“ Werra ansprach. Heute scheint nun eine endgültige Auffassung endlich Platz gegriffen zu haben. Man kennt nur noch eine Werra (deren Quell man fasste“) und eine Saar. Und Saar? Die Annahme liegt sehr nahe, dass dies eben auch nur Werra-Weser heißt. „Wisara“ war die älteste Bezeichnung des Flusses. Die Umwohner an der einen Quelle hielten an der Urform fest, indem sie die Endsilben „sara“ in Saar wandelten, im Mittellaufe formte man sich Werra, während man in Niedersachsen treu Wisara-Weser beibehielt. So stellen Saar, Werra, Weser nur gleichsam Wurzel, Stamm und Krone ein und desselben Baumes dar: als die eigentliche Quelle der Werra-Weser ist für alle Zeiten jetzt die am Zeugelsberge entspringende anzusehen, wie solche auch die Messtischblätter und geologischen Karten anführen. Den Thüringer Wald südwestlich nun niedereilend, tritt dann der Bach in das eigentliche breite Werratal, berührt innerhalb Meiningen die Städte Eisfeld, Hildburghausen, Themar, Meiningen, Wasungen und Salzungen, streift ein Stück durch den weimarischen Kreis Eisenach, dann durch preußisches Gebiet, grüßt bei Berka und Kreuzburg nochmals weimarisches Land, um sich dann durch Preußen zu winden, die Privinzen Sachsen, Hessen-Nassau und Hannover durcheilend, und endlich bei Münden, mit der Fulda vereint, als Weser ihre breiten Fluten dem Meere entgegenzuführen.Durch die Jahrhunderte hindurch ist der Fischreichtum der Werra hervorgehoben worden. Selbst aus einer Reihe von Ortsnamen klingt uns diese Eigenschaft entgegen. Doch, eine Fangvorrichtung, mutmaßlich ein Wehr mit Netz, kehrt des öfteren in diesen Namen wieder. So in Vachdorf bei Meiningen, Vacha, Kleinvach bei Allendorf, Vaake (niederdeutsche Form) bei Münden und endlich in Dockerhagen. Höher und weiter aber reicht der Ruhm, den sich das Werratal ob seiner herzgewinnenden Schönheit erwarb. Wälder und Berge begleiten den Lauf des Flusses. Altertümliche Städtlein und grün gebettete Dörfer, Schlösser und Kirchen ragen auf, und aus Ruinen von Burgen und Klöstern weht uns der Flügelschlag der Geschichte, singt und klingt es noch aus den Tagen der Minnezeit. Treten im unteren Werratale die begleitenden Waldberge näher zum Flusse heran, oft eine majestätische Felsndgasse bildend, durch welche das silbrig schimmernde Wasser in schier launenhaften Windungen sich vor Jahrtauschenden gewaltsam einen Weg bahnte, so zeigt sich im allgemeinen das obere Werratal breiter. Saftige Wiesen polstern es aus, an den Ufern reiht sich Siedelung an Siedelung, und die herrlichen Bergzüge des Thüringer Waldes wie die Basaltkuppen der Vorderröhn geben dem Gesamtbilde den Stimmungsvollen Rahmen. Und noch eins wirkt hier mit: der Atemzug der Kunst, der uns hier immer wieder begeisternd anrührt. Poesie und Musik haben diesem Stückchen deutscher Erde unvergängliche Weihe verliehen. Wer hier sinnenden Herzens wandert und weilt, den grüßen Schatten, den umtönen Lieder, die längst Gemeingut unseres Volkes geworden sind. Das macht den unvergleichlichen Zauber des Werratales aus. Die Liebe zu ihm sitzt dem Volke tief im Herzen. Sein Werratal geht ihm über alles. Wenn der Abend niedersinkt, das Rauschen von Fluß und walt sacht hinüber in die nahende Nacht leitet, dann schreiten noch heute die dunkeläugigen Mädchen Arm in Arm durch die Dorfstraßen, mehrstimmig die Lieder zum Preise der Heimat singend, die ihnen Rudolf Baumbach und andere als schönstes Vermächtnis zurückließen. – – – Ortschaften an der Werra: - Sachsenbrunn - Eisfeld - Veilsdorf - Hildburghausen - Reurieth - Grimmelshausen - Themar - Henfstädt - Leutersdorf - Vachdorf - Belrieth - Einhausen - Obermaßfeld-Grimmenthal - Untermaßfeld - Meiningen - Walldorf - Wasungen - Schwallungen - Schmalkalden-Wernshausen - Fambach - Breitungen/Werra - Immelborn (l) und Barchfeld - Bad Salzungen - Leimbach - Tiefenort - Merkers - Dorndorf - Vacha - Philippsthal - Heringen - - Dankmarshausen - Berka - Gerstungen - Herleshausen - Göringen - Wartha - Neuenhorf - Hörschel - Pferdsdorf-Spichra - Creuzburg Ebenau - Mihla - Ebenshausen - Frankenroda - Treffurt - Wanfried - Meinhard - Eschwege -Bad Soden-Allendorf - Wahlhausen - Lindewerra - Witzenhausen - Blickershausen - Hedemünden - Hann. Münden

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Thüringer Wanderbuch 1890 – Band 4 [von 8]

Thüringer Wanderbuch 1890 – Band 4 [von 8] von Rockstuhl, Harald, Trinius, August

Broschur, 382 Seiten, altdeutsche Schrift, Reprint der 1. Auflage 1890 - J.C.C.Bruns’ Verlag, Minden i.W. durch den Verlag Rockstuhl 2012 Vorwort Der thüringer Heimath und ihren Freunden biete ich hiermit den vierten Band meines Wanderbuches dar. Nicht ohne Dank! Die fast überall gefundene freundliche Anerkennung Dessen, was ich bisher zur Verherrlichung Thüringens mitwirkte, ist ein eifriger Ansporn gewesen, das so umfangreich geplante Werk mit freudiger Kraft fortzusetzen. Der hier und da erhobenen Einwand einer „veralteten Naturschwärmerei“ hat mich weder befremdet noch bestimmt, andere Töne anzuschlagen. Jeder Vogel singt sein eigenes Lied, und wem die Weise nicht behagt, der mag vorübergehen und lächeln. Religion und Vaterlandsliebe erscheinen heute ja auch bereits so Manchem nur noch als veraltete Begriffe, warum da nicht auch die Sprache eines Herzens gegenüber der Natur? Wer mit mir fühlt, der wird mich auch verstehen, daß ich nicht anders schreiben kann, und er wird auch fürderhin Nachsicht mit gewissen Mängeln und Eigenheiten meiner Darstellung üben. In dem vorliegenden Band wird der Leser und Wanderer über das eigentliche zum Theil hiausgeführt, indem ich das Werragebiet bis zur hessischen Grenze und bis zur Vorderrhön mit den Rahmen meiner Darstellung zog. Alle wackeren Wandersleute so hoffe ich, werden mir Dank dafür wissen. Denn gerade dieses Stück Werragebiet nördlich zwischen Eisenach und der alten Hessengrenze gleicht noch in seiner unberührten Schönheit und verschlafenen Einsamkeit einem Dornröschensitz. Architektur und Geschichte, Landschaft und Sagenpoesie klingen hier noch zu einem volltönigen Akkord zusammen. Unberührt vom fieberhaften Verkehr unserer Neuzeit, halb vergessen und in unverdienten Bann gethan, hat sich dieser schöne Erdenwinkel noch den vollen, frischen Zauber anheimelnder Natürlichkeit bewahrt. Dies gilt von dem Werragelände nördlich Eisenach wie längs der Basaltterrassen der Vorderrhön. Wer hier einmal schauend und sinnend zog, kehrt dankbaren Herzens gern zurück. - - - So zieh` hinaus, Wanderbuch, und wirb zu den alten Freunden der thüringer Heimath neue treue an! Waltershausen, im Juli 1890 A. Trinius Inhalt Nazza Treffurt Der Heldrastein Kreuzburg Dorf Hörschel und Neuenhof Ruine Brandenburg Von Lauchröden bis Klausberg: Lauchröden – Unterellen – Oberellen – Klausberg Von Förtha bis Attchenbach: Förtha – Epichnellen – Unkeroda – Wolfsburg – Eckardtshausen – Milmesberg – Attchenbach Möhra Marksuhl Berka an der Werra Frauensee Auf der Brandenburg Vacha Durch`s Oechsenthal zum Bayer Im Rosengrunde: 1. Roßdorf. Das Gefecht bei Roßdorf (4. Juli 1866) 2. Von Roßdorf bis Helmers Auf dem Bleßberge Salzungen Bad Liebenstein Auf der Hohen Kissel Altenstein

Aktualisiert: 2017-01-04
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Thüringer Wanderbuch 1894 – Band 6 [von 8]

Thüringer Wanderbuch 1894 – Band 6 [von 8] von Rockstuhl, Harald, Trinius, August

Broschur, 330 Seiten, altdeutsche Schrift, Reprint der 1. Auflage 1896 - J.C.C.Bruns’ Verlag, Minden i.W. durch den Verlag Rockstuhl 2012. Inhalt Eine Maienfahrt zum Gabelbache Durch´s Schortethal nach Frauenwald Schmiedefeld Auf dem Stutenhause Suhl Schleusingen Kloster Veßra Hildburghausen: Der Dunkelgraf von Eishausen Die Gleichberge Römhild Ruine Straufhain Veste Heldburg Im Bannkreise der „Fränkischen Krone“: Die Veste Koburg Schloß Rosenau Neuseß, der Musensitz Rüderts Auf dem Kallenberge Kloster Sonnefeld Vorwort Der bisher erschienenen Reihenfolge meines „Thüringer Wanderbuches“ schließe ich hiermit den sechsten Band an. Wer sich mir darinnen zum Weggenossen macht, den geleite ich aus dem Ilmthale quer über den Rennstieg, hier hinab zum deutschen Damaskus Suhl, dort zum einstigen Herrensitze der Henneberger, der malerischen Bertholdsburg, um dann, der Schleuse folgend, das Werrathal zu gewinnen und durch den alten Grabfeldgau hinab zur schimmernden Koburg zu wandern. Im buntfarbigen Spiele ziehen dabei die Bilder wechselnd vorüber: Waldwildnis mit leis rauschenden Quellen und schwankenden Baumkronen, verwaiste Fürstensitze und zerbrochene Klosterpracht. Wir wandeln einsam zwischen dem Riesensteinmal eines unbekannten, verschollenen Wolfes, träumen im Banne verschlafener Burgen und blicken von den Zinnen stolzer Schlösser weit hinaus über das sonnenbeglänzte Land, das zwischen Thüringer Wald, Rhön und den leuchtenden Höhen des Mainthales duftumflossen sich breitet. Manch einsame Stunde Weges ist uns da bescheert. Denn wer durch das stille Gelände des Grabfeldgaues zieht, ist mit sich und den Erinnerungen, die ihn hier umwehen, allein. Dem echten Wanderpoeten wird das aber doppelter Genuß bedeuten. Und dann lockt ihn als das Endziel die Fränkische Krone, der köstliche, weite Garten mit feinen Schlössern und Wäldern, feinen Kapellen, Dörfern und Fluren, durch welche die Flüssen aufblitzend sacht dahingehen; jene lachende Landschaft, wie sie sich in gesegneter und gepriesener Schönheit, so weit das Auge reicht, rings um die thronende Veste Koburg spannt. Das ist dann ein Trunk wie goldflüssiger, edler Wein. – Auch diesem neuen Wanderbuche kann ich nur den Wunsch mit auf den Weg geben, daß es dem Thüringer Lande neue, begeisterte Freunde gewinnen möge, die mit offenen Augen und warmen Herzen sich Dessen freuen, was die thüringer Heimath an Schätzen und Schönheit birgt. Waltershausen, im März 1896

Aktualisiert: 2017-01-04
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Thüringer Wanderbuch 1889- Band 3 (von 8)

Thüringer Wanderbuch 1889- Band 3 (von 8) von Rocktuhl, Harald, Trinius, August

Broschur, 386 Seiten, altdeutsche Schrift, Reprint der 1. Auflage 1889 - J.C.C.Bruns’ Verlag, Minden i.W. durch den Verlag Rockstuhl 2012. Vorwort Den Freunden Thüringens biete ich hiermit ein neues Wanderbuch, das sich als dritter Band soll dem geplanten Werke über diese schöne Heimath einreihen. Auch diesmal will das Buch weniger Führer, denn treuer Weggenoß sein, die fröhlichen Mühen frischer Bergwanderung zu theilen und beim Rasten bescheidentlich von diesem oder jenen Geschauten oder Gelesenen zu berichten. Ueber die Höhen und durch die Schluchten zwischen Inselberg und Eisenach führt der Weg, aber auch in die Qualm dampfender Schlote überschleierten Dörfer diesseits und jenseits des alten Rennstiegs geht`s hinab, die Arbeit bei Hammerschlag und Funkensprühen, Webstuhl und Drehbank aufzusuchen und bereits halbverklingenden Sagen noch einmal wehmüthig zu lauschen. Es ist der gefeiertste Theil des Thüringer Waldes, den wir durchwandern wollen, der in der siegreich leuchtenden Wartburg seine Krönung empfing. Hier steigt am malerischsten und in den bewegtesten Formen das Gebirge auf; in königlicher Pracht wölben sich hier rauschend die Buchen. Inhalt Der Inselberg Der ungeheure Grund: Ungeheure Grund – Uebelberg – Hexenbank – Aschenberg – Glückhahnsprung – Falkenstein – Triefstein – Simmetsstein – Tanzbuche Tabarz und Cabarz Im Laucha-Grunde: Laucha-Grund – Thorstein – Felsenthal – Strenge Wiese Zwischen Laucha und Inselwasser: Großer Weißenberg – Grenzwiese – Großer Jagdberg – Althal Brotterode Klein-Schmalkalden: Mommelstein – Klein-Schmalkalden – Zum Heuberg aufwärts Der Mühlbach-Grund: Im Mühlbach-Grund – Datenberg – Leuchtenburg – Stolzenburg – Hübel – Windlöcher Im Sembachthale: Sembachthal – Kilianstein – Treppenstein – Kreuzwiese – Fischbach – Hopfenberg Winterstein Schwarzhausen: Das untere Thal der Emse – Sondra – Das Laucha`sche Holz – Deubach – Deuberg – Schwarzhausen Von Winterstein bis Steinach: Wintersteiner Grund – Drehberg – Kleiner und Großer Weißenberg – Kroaten-Grund – Dreiherrenstein – Hirschbalz – Steinbacher Grund Steinbach Zwischen Steinbach und Gerberstein: Lutherbuche – Walper (Wallfahrt) – Glöckner – Gerberstein Zwischen Winterstein und Ruhla: Meisenstein – Königshäuschen – Breitenberg – Tolljungferstein – Gömichenstein – Emiliensruhe Auf dem Wartberge Seebach: Der Wunderdoktor Johannes Dicel Zwischen Wutha und Thal: Wutha – Farnroda – Kittelsthal – Der Wittgenstein Thal Kloster Weißenborn und Heiligenstein Ruhla Von Ruhla zum Wachstein: Engestieg – Bärenhaide – Thüringer Braat – Zollstock – Wachstein – Hangstein – Mosbach Wilhelmsthal Hohe Sonne: Hohe Sonne – Hochwaldsgrotte – Hirschstein – Drachenschlucht – Annathal Drachenstein und Umgebung: Landgrafenschlucht – Drachenstein – Zimmerburg – Johannisthal Das Marienthal: Marienthal – Elisabethenruh – Elisabethenbrunnen – Sängerweg – Verfluchtes Jungfernloch – Königstein – Karthausgarten – Villa Reuter Westlich vom Marienthale: Knöpfelseiche – Wilde Sau – Kanapee – Teufelskanzel – Eli`s Höhle – Mönch und Nonne – Metilenstein Die Wartburg

Aktualisiert: 2017-01-04
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Thüringer Wanderbuch 1888 – Band 2 (von 8)

Thüringer Wanderbuch 1888 – Band 2 (von 8) von Rockstuhl, Harald, Trinius, August

von August Trinius mit 436 Seiten, Paperback Vorwort Dem ersten Bande meines Thüringer Wanderbuches füge ich hiermit einen neuen zu. Auch dieser will nur ein fahrender Geselle sein, der das Leben liebt mit seinen Freuden und Sorgen, seinen Liedern und Sonnenblicken, der wanderlustig durch Thäler und Wälder hellen Auges streift, hier rastend in traulicher Schenke, dort alten Mären und Sagen nachspürend oder sinnend die vergilbten Chroniken ehrwürdiger Stätten durchblätternd. Möchte auch diesem Buche der Name des Fürsten, den es in seinem Banner führt, zum guten Geleitswort allüberall auf seinen Wanderungen werden! Ein längst genährter Wunsch, die heitere Anmuth des Thüringer Landes auch weiteren Kreisen zu erschließen, ließ mich dieses Werk beginnen. Wenn ich mich nun in meinem ersten Bande in einen Gegensatz zu gewissen thüringischen Vereinsbestrebungen stellte, trotzdem diese demselben Boden der Heimathsliebe entsprossen und gleiche Ziele wie ich anzubahnen scheinen, so waren es allein die Mittel und Wege derselben, welche Widerspruch und Bedauern in mir weckten. Fieberhaft ist ja der Pulsschlag unserer Zeit. Mit fliegendem Athem erledigt sie gleichmäßig Arbeit wie Vergnügen. Bis in die entlegensten Theile der Erde strecken bereits Kultur und Verkehr tastend ihre Fühlhörner aus und rettungslos geht die langgehütete Romantik auch des einsamsten grünen Erdenwinkels ihrem Untergange entgegen. Unaufhaltsam wird sich dieser Wandel vollziehen. Um so wichtiger aber ziemt es dem Naturfreund, ihn noch zu beschleunigen. Wer die Natur gleichsam unter Kuratel stellt, ihren geheimsten Reizen rücksichtslos auf Schritt und Tritt seinen Vereinsstempel aufdrückt, der ist auf dem besten Wege, selbst zuerst die Hand zu ihrer Vernichtung anzulegen. Vielleicht wird eine spätere Zeit mir Recht geben und erkennen, daß nur die herzlichste Liebe zur Heimath mir die Feder führte. – Es ist wieder einmal Mai. Auf den Straßen singen die Kinder und in den ihre ersten grünen Blätter vorsichtig entfaltenden Zweigen der Platanen lärmen die Spatzen voll behaglichem Uebermetuhe. Ueberall keimt`s und knospet`s. Warm geht die Luft. Ein süßes Drängen und schwermuthsvolles Ahnen durchschauert die Erde. Natur und Menschen begehen nach langem Winterschlafe dankbewegt die Frühlingsfeier. Möchte es auch dir, schlichtes Wanderbuch, beschieden sein, überall, wo du Einkehr hältst, einen Hauch von Frühlingsluft und stillem Menschenglücke zu verbreiten! Berlin, im Mai 1888. A. Trinius. Inhalt Der Hörselberg Friedrichswerth Schloß Friedenstein: Der Friedenstein einst und jetzt. – Die Grumbach`schen Händel Molsdorf Ichtershausen Im Tambuch Ohrdruf Nauendorf: Fr. Jacob Müller, ein Dichter aus dem Volke Georgenthal Dietharz: Apfelstedter Grund – Dietharz – Schmalwasser Grund – Waldenfels – Drachenburg – Falkenstein Tambach: Vierpfennigshaus (Neues Haus) – Finsterbergen – Spitter Grund – Spitterfall – Spießberg Der Kandelaber: Katterfeld – Altenbergen – Engelsbach – Der Kandelaber Schnepfenthal Reinhardsbrunn Friedrichroda: Friedrichroda – Gasthof zu Reinhardsbrunn – Büchig – Marienglashöhle – Abtsberg – Schorn – Körnberg – Gottlob – Kesselgraben – Kühle Thal – Heuberg Die Schauenburg Waltershausen

Aktualisiert: 2017-01-04
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