Lebertran und Chewing Gum von Kleindienst,  Jürgen

Lebertran und Chewing Gum

Kindheit in Deutschland 1945-1950. Geschichten und Berichte von Zeitzeugen

Gefährliche Spiele
Kindheit im Nachkriegs-Deutschland
Frankfurt am Main, April 1945. Die knapp zehnjährige Helga hat sich von der Landverschickung allein ins heimatliche Frankfurt durchgeschlagen. Nur die Oma trifft sie dort an, die ausgeharrt hatte, um der Familie das Anrecht auf die Wohnung zu erhalten. Helgas Mutter und die kleine Schwester sind noch in Hof an der Saale evakuiert, der Vater in einem amerikanischen Kriegsgefangenen-Lager festgehalten. Das Mädchen lungert bei den amerikanischen Kasernen herum, um für sich und die Oma Essen zu beschaffen. „Das Wichtigste war, täglich Lebensmittel zu organisieren und Wasser heranzuschleppen“, erinnert sie sich. „Die GIs gaben mir Unterwäsche und Socken zum Waschen und Stopfen mit“, die Oma besorgte das Waschen, Ausbessern und Bügeln, die kleine Enkelin machte den Transport und handelte mit den Soldaten aus, was sie im Tausch dafür bekommen sollten. Später geht sie „Kippen stechen“, um aus dem Tabak von Zigarettenkippen, neue Zigaretten zu drehen, die sie auf dem Schwarzmarkt verkauft.
So beginnt ein eindrucksvolles Zeitdokument über die Jahre 1945 bis 1950. In dem Buch „Lebertran und Chewing Gum“ zeigen 55 unterschiedliche Zeitzeugen-Erinnerungen, wie deutsche Kinder damals lebten, und was sie dabei fühlten.
Das Mädchen Elfriede wohnt in den Jahren 1945 und 1946 mit ihren Eltern und zwei Geschwistern in Hamburg-Lurup in einer Kleingarten-Kolonie. Dorthin war die Familie vor den Bombenangriffen auf die Hamburger Innenstadt geflohen. Das Häuschen, das sie bewohnen, hatte der Vater zu Anfang des Krieges als Gartenhaus aus Fischkisten-Brettern gebaut. Mit einer Fläche von 36 Quadratmetern ist es für fünf Personen wahrlich eng. Auch für sie dreht sich das Leben vornehmlich ums Essen. Sie schildert genüsslich das tägliche Ritual in der Schule, wenn der Hausmeister den Kindern das „Schwedenessen“ in den Henkelmann schüttet.
Renate Dziemba erlebt schon im Dezember 1945 in Berlin, wie ihr Vater überraschend aus der Gefangenschaft heimkehrt: „Er war so unheimlich groß und so unheimlich dünn,“ erinnert sie sich.
Die Hinterlassenschaften des Krieges verlocken zu gefährlichen Spielen. Der zwölfjährige Friedrich Ebert erleidet beim Zündeln mit Benzin schwere Verbrennungen. Ein amerikanischer Soldat rettet ihm das Leben. Fast ein Jahr liegt der Junge in Thüringen im Krankenhaus, derweil die halbe Familie bereits aus der Evakuierung zurück in die saarländische Heimat zieht. Es gibt keine Transportmöglichkeit für Friedrich.
Die Erinnerungen der Zeitzeugen sind wichtig und kostbar. Mit den Einblicken in ganz persönliche Schicksale läßt sich die Zeit gut verstehen. Auch junge Leser werden gefesselt und betroffen sein

ZUR REIHE ZEITGUT

Lebendige Erinnerungen bewahren
Die Buchreihe ZEITGUT beweist, daß Geschichte kein trockener Schulstoff sein muß. Mit Zeitzeugen-Erinnerungen öffnet sie den Blick auf den Alltag der Menschen. Jeder Band stellt in 35 bis 45 lebendigen Erinnerungen einen markanten Abschnitt deutscher Geschichte vor. Die Buchreihe ist einzig in ihrer Art.
Die Texte der Sammelbände stammen von Menschen aus allen Gegenden Deutschlands und repräsentieren zugleich die soziale Bandbreite der Gesellschaft. Die Bücher sind ein Stück „oral history“ im besten Sinne und sprechen damit ein breites Publikum an: diejenigen, die die Zeiten miterlebt haben, und ihre Kinder und Enkel, die mehr erfahren wollen, als in den Schulbüchern steht.
Junge Menschen haben mit den Texten der Reihe ZEITGUT die Möglichkeit, das Leben der Eltern- und Großeltern-Generation in großer Bandbreite kennen und verstehen zu lernen. So werden geschichtliche Vergangenheit und eigene Herkunft gut begreifbar.
Mit Hilfe eines Ortsregisters und einer chronologischen Übersicht der wichtigen Ereignisse der jeweiligen Zeit kann sich der Leser orientieren. Fotos und Dokumente, meist aus dem Besitz der Zeitzeugen, ergänzen die Texte.
Immer mehr Pädagogen setzen die Reihe ZEITGUT ein, um ihren Schülern Geschichte lebendig zu vermitteln. Die Bände sind auch für die politische Bildungsarbeit gut geeignet. Daher empfehlen viele Buchhändler und Bibliothekare ZEITGUT auch als Geschenk für Kinder und Jugendliche.
Einsendungen von eigenen episodenhaften Erinnerungen aus Deutschland im 20. Jahrhundert sind jederzeit erwünscht an Zeitgut Verlag GmbH, Lektorat, Klausenpaß 14, 12107 Berlin.

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Die Publikation Lebertran und Chewing Gum - Kindheit in Deutschland 1945-1950. Geschichten und Berichte von Zeitzeugen von ist bei Zeitgut Verlag erschienen. Die Publikation ist mit folgenden Schlagwörtern verschlagwortet: . Weitere Bücher, Themenseiten, Autoren und Verlage finden Sie hier: https://buch-findr.de/sitemap_index.xml . Auf Buch FindR finden Sie eine umfassendsten Bücher und Publikationlisten im Internet. Sie können die Bücher und Publikationen direkt bestellen. Ferner bieten wir ein umfassendes Verzeichnis aller Verlagsanschriften inkl. Email und Telefonnummer und Adressen. Die Publikation kostet in Deutschland 14.9 EUR und in Österreich 15.3 EUR Für Informationen zum Angebot von Buch FindR nehmen Sie gerne mit uns Kontakt auf!