Ökonomie des Müßiggangs von Maritsch,  Thomas M.

Ökonomie des Müßiggangs

Zur Sozio- und Psychopathologie von Arbeit, Eigentum und Geld - naturalistische Betrachtungen zur Wirtschaftsphilosophie

Obwohl wir heute mehr Reichtümer erzeugen und verwalten als jemals zuvor in der Geschichte der Menschheit, lassen wir weiterhin zu, dass fast alle Menschen weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben. Erstmals in der Geschichte wären wir stattdessen aber in der Lage, alle Menschen mehr als ausreichend zu versorgen, sodass weitreichende Entwicklungschancen für alle denkbar werden. Wir aber entscheiden uns dagegen und verewigen die Ungerechtigkeiten, bleiben den vorgegebenen Machtverhältnissen verpflichtet.
Die gegenwärtige Ökonomie beansprucht für sich, die maßgebliche Logik für alle gesellschaftlichen, politischen oder auch individuellen Handlungen des Menschen darzustellen. Sie kolonisiert zunehmend andere soziokulturelle Prozesse, wodurch diese weitgehend ihre jeweils eigenständige Funktionsfähigkeit einbüßen (sollen). Der somit betriebene Ökonomismus reduziert auf diese Weise unaufhörlich die Denkmöglichkeiten, Selbstentwicklungschancen und Potentiale der überwiegenden Mehrheit der Menschen. Er lässt uns nämlich glauben, dass wir ausschließlich durch Eigentum, Geld und Arbeit zu wertvollen und vollständig entwickelten Menschen werden können. Genau diese Kernbegriffe aller Wirtschaftstheorien gehören aber einer puren Glaubenssphäre an und können daher beliebig manipuliert, verknappt, ausgeweitet oder nur in ausgewählte Kanäle geleitet werden. Der Ökonomismus stellt sich als eine Pseudo-Religion dar und als alternativlos, sodass wir aufgefordert werden, uns nur passiv den bereits vorgegebenen, quasi naturgesetzlich über uns gekommenen Strukturen zu unterwerfen. Genau wie den Menschen des europäischen Mittelalters sollen uns Alternativen erst gar nicht in den Sinn kommen. Doch Adel und Kirche wurden im Zuge der Aufklärung durchaus aus ihren beherrschenden Machtpositionen entfernt und so sollte es auch heute möglich sein, auf eine menschengerechtere Gesellschaft hinzuarbeiten, selbst wenn Wirtschaft, Medien, Politik und den meisten Menschen im Alltag entsprechende Ideen zunächst absurd erscheinen mögen.
Dieser Text betrachtet die historischen, philosophischen und soziokulturellen Hintergründe des ökonomistischen Wahns und lädt darüber hinaus mittels einer Reihe von Alternativkonzepten zu eigenen Gedanken und zukunftsfähigeren, angemesseneren Verhaltensweisen ein.

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