Pflanzengesellschaften Norddeutschlands von Passarge,  Harro

Pflanzengesellschaften Norddeutschlands

Helcyperosa und Caespitosa

Nur drei Jahre nach dem ersten ist der zweite Band der neuen Übersicht über die Pflanzengesellschaften des nordostdeutschen Tieflands erschienen. Wie im ersten werden Assoziationen und übergeordnete syntaxonomische Einheiten knapp, aber anschaulich mit einem je etwa halbseitigen Text und in Stetigkeitstabellen vorgestellt. Der Text enthält Angaben zur Artenzusammensetzung einschließlich Mengenverhältnissen der wichtigen Arten, zur Ökologie und Verbreitung der Gesellschaften sowie iher Unterteilung nach standörtlichen und geographischen Gesichtspunkten. Dazu kommt eine Einschätzung ihrer Gefährdung. Neu sind Übersichtstabellen über ganze Verbände neben Teilübersichten, die jeweils nur einige Assoziationen umfassen, die dafür standörtlich in Untereinheiten gegliedert sind (in der Regel in Subassoziationen). Das Register am Ende des Bandes listet die beschriebenen Syntaxa sowie fast alle erwähnten Pflanzenarten auf (im ersten Band waren es noch zwei getrennte Register). Die Assoziationen werden von Passarge wie gewohnt eng gefasst und außer durch die Artenzusammensetzung auch durch die Artmächtigkeit (Deckung) der charakteristischen Arten definiert und gegeneinander abgegrenzt. Die Liste von Assoziationen wird durch diese Vorgehensweise erheblich länger als bei entsprechenden Übersichten aus anderer Hand. Auch in vorliegendem Band werden wieder zahlreiche Gesellschaften neu beschrieben, altbekannte emendiert, also in ihrer inhaltlichen Fassung verändert, die Assoziationen schließlich in Assoziationsgruppen zusammengefasst. Der allgemeine Teil am Anfang ist mit 8 statt vorher 6 Seiten nur geringfügig ausführlicher geraten als im ersten Band, immer noch vermisst werden besonders Hinweise auf grundlegende Arbeiten der „Eberswalder Schule“ der Pflanzensoziologie, deren wichtigster noch lebender Vertreter H. Passarge ist. Man hat den Eindruck, ihm sind die beträchtlichen Unterschiede seiner Arbeitsweise zu der großen Mehrzahl seiner Kolleginnen in Mittel- und Westeuropa gar nicht bewusst, da er sich ebenso wie jene auf die „Klassiker“ der Pflanzensoziologie beruft (BRAUN-BLANQUET; TÜXEN), deren Unterschiede zu seiner Auffassung (zum Teil sind sie beträchtlich) aber kaum benennt und diskutiert. Und wie andere Adepten der „klassischen Lehre“ beruft sich auch Passarge zwar hinsichtlich der Benennungsregeln von Pflanzengesellschaften auf den „Code der pflanzensoziologischen Nomenklatur“, befolgt ihn aber im Einzelfall dann oft doch nicht. Gelegentlich fehlt leider die Begründung für syntaxonomische Entscheidungen, etwa diejenige, Großseggenriede als eigene Klasse zu behandeln, statt sie nur auf Ordnungsebene abzutrennen wie sonst üblich. Wie im ersten Band gibt es auch im zweiten schließlich wieder ein gerüttelt Maß an Flüchtigkeits- bzw. Lektoratsfehlern zu bemängeln: Autoren werden nicht richtig geschrieben, Literaturangaben fehlen im Verzeichnis (z. B. LANGER 1994 über Trittrasen, der in Tab. 134 zitiert wird). Trotz der genannten Mängel ist das Erscheinen des Bandes sehr zu begrüßen; für alle vegetationskundlichen Fragen kommt man im nordostdeutschen Tiefland am „PASSARGE“ nicht mehr vorbei. Die Fülle des zusammengestellten Materials ist überaus beeindruckend, und im Hinblick auf ein derartiges Arbeitspensum sind die Flüchtigkeitsfehler und grundsätzlichesn Schwächen des Werks zwar zu bedauern, aber zu verschmerzen. Positiv hervorzuheben ist darüber hinaus wie schon im ersten Band die Aufnahme von Pflanzenarten in das Register, die den Zugriff auf die Vegetationseinheiten und -tabellen ermöglicht, in denen interessierende Arten tatsächlich vorkommen, sowie die neuen Verbandsübersichten, die den direkten Vergleich von Gesellschaften wenigstens auf dieser Ebene ermöglichen (im ersten Band fehlt das; Ordnungs- und Klassenübersichten gibt es aber leider auch jetzt noch nicht). Nicht zuletzt ist der Preis für den Umfang des Buches als recht günstig zu bezeichnen und sicherlich dazu angetan, ihm den gebührenden Platz in den Regalen unteschiedlicher Interessenten zu sichern, von Landschaftsplanern und anderen Praktikern über Hobbybotaniker und Wissenschaftler bis hin zu fortgeschrittenen Studierenden, die sich mit der Vegetation Nordostdeutschlands beschäftigen wollen oder müssen. Dr. Michael Burkart Verhandlungendes Botanischen Vereins von Berlin und Brandenburg

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