Quantenphilosophie

Quantenphilosophie von Steinweg,  Marcus
Quantenphilosophie ist kein Physikbuch. Es geht um Textquanten bzw. Energiepäckchen, aus denen Steinweg sein Denken komponiert. Das Denken springt von hier nach dort, es ist ruhelos, doch es verzichtet nicht auf Prägnanz und Konsistenz. In Auseinandersetzung mit Kierkegaard, Kafka, Beckett, Duras, Blanchot, Canetti und Hegel, Sontag, Weil, Nietzsche, Benjamin, Heidegger, Lacan, Barthes, Blumenberg, Clément Rosset, Kant und Pessoa stellen Steinwegs Aphorismen, Kurztexte oder Notizen wiederholte Anläufe dar, der Inkonsistenz sämtlicher Realitäten Rechnung zu tragen, und handeln dabei vom Versuch, ihnen in Kunst, Literatur und Philosophie ein Quäntchen Positivität abzugewinnen. Noch wenn sie sich der Vergeblichkeit finaler Seinsversicherung stellen, gewinnen sie ihr eine Art ontologischer Heiterkeit ab; das Glück, dem Formlosen mit Form zu antworten, mit Sprache, von der es heißt, dass sie ein Reflex der alles durchgreifenden Leere sei, um ihr beinahe zu entkommen.
Aktualisiert: 2021-11-04
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Metaphysik

Metaphysik von Graeser,  Andreas, Iseli Büchi,  Rebecca, Löhrer,  Guido
Traditionell gründete die spekulative Kraft metaphysischen Denkens im Vertrauen auf so etwas wie eine innere, sachlich fundierte Bindung zwischen Sprache, Denken und Wirklichkeit. Freilich werden in dem Maße, wie die sprachlichen Bedingungen allen Philosophierens in den Blick geraten, auch wichtige (und traditionell unproblematische) Annahmen der Metaphysik fraglich. So bleibt als Alternative nur die Annahme, dass Metaphysik wie alle anderen Domänen auch als korrigierbare bzw. revidierbare Angelegenheit gelten muss. Damit dürfte die Rede von einer „Ersten Philosophie“ obsolet werden, nicht jedoch die Idee einer philosophischen Branche, die unsere Auffassungen über die Wirklichkeit eruiert und dabei allgemeine und allgemeinste Züge kenntlich zu machen sucht.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Musikdiskurs als Geschlechterdiskurs

Musikdiskurs als Geschlechterdiskurs von Miller,  Cordelia
Der bürgerliche Konzertsaal erscheint, was das solistische Instrumentalspiel betrifft, innerhalb des öffentlichen Musiklebens im 19. Jahrhundert von Anfang an als ein Ort relativer Gleichberechtigung der Geschlechter, wagten doch spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts annähernd so viele Mädchen und junge Frauen den Weg auf die Konzertbühne wie Männer. Indem von Virtuosen und Virtuosinnen in gleichem Maße Professionalität erwartet und gefordert und entsprechend honoriert wurde, fanden begabte Musikerinnen hier ein frühes berufliches Betätigungsfeld bzw. einen Rahmen, innerhalb derer sie ihr Talent entfalten und bis zu einem gewissen Grad persönliche und materielle Unabhängigkeit genießen konnten. Die Gründe hierfür sind vielfältig und offenbaren gleichzeitig in ihrer Ambivalenz, dass die scheinbar nebensächliche Bedeutung des Geschlechts im Bereich des öffentlichen Virtuosentums eher äußere, nichtsdestoweniger wichtige Aspekte betraf, Geschlechterwahrnehmung und -differenzierung im Zusammenhang mit der Bewertung virtuosen Instrumentalspiels und der geschlechtlich konnotierten Virtuosenidentität in der Musikrezeption und im musikkritischen Diskurs des 19. Jahrhunderts jedoch eine zentrale Rolle spielten. Einer der wichtigsten praktischen Gründe für die vergleichsweise guten Karrieremöglichkeiten von Virtuosinnen lag im nicht institutionalisierten Charakter von Ausbildung und Berufsausübung, was dazu führte, dass Instrumentalsolistinnen in ihrer Karriere ähnlichen Voraussetzungen, aber auch ähnlichen Risiken wie ihre männlichen Kollegen gegenüberstanden. Allerdings wirkte sich das bürgerliche Ideal der weiblichen Berufs- und Erwerbslosigkeit insofern auf die Laufbahn der Virtuosinnen aus, als sie nach der Heirat die eigene Karriere oft zurückstellten oder sogar aufgaben. Eine weitere, im philosophisch-idealistischen Bereich angesiedelte Ursache für die scheinbare Geschlechterneutralität auf dem Konzertpodium ist in der die romantische Kunsttheorie und Musikpraxis prägenden Sakralisierung von Musik zu sehen. Die Überhöhung als metaphysische Kunst, die Musik als etwas außerhalb der realen Welt Stehendes betrachtete, äußerte sich im kirchenähnlichen Konzertsaalbau und quasireligiösen Konzertritualen, die dem Ideal einer vollkommenen Konzentration auf das Musikwerk im schweigenden Zuhören dienten. Dieses Ideal erlaubte bis zu einem gewissen Grad die Verletzung bürgerlicher Regeln, zu denen weibliche Unterordnung, Berufslosigkeit und öffentliche Unsichtbarkeit gehörten. Im Dienst am Musikwerk wurde die öffentlich, solistisch und professionell agierende Frau toleriert, allerdings nur bis zum Ende des Konzerts: Nach Verlassen der Konzertbühne musste sich die eben noch gefeierte Virtuosin den bürgerlichen Normen wie alle anderen Frauen anpassen.
Aktualisiert: 2021-08-09
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Unsanfte Bilder

Unsanfte Bilder von Fues,  Wolfram Malte
Nachdem wir die Farben erfunden haben, die Linien und Formen, das Abbild der menschlichen Existenz, ist es ihnen durchaus zuzumuten, uns zu erfinden, samt unseren Ideen und Vorstellungen. Das tun sie auch mit wahrer Kühnheit. Die Klangfarben, die Figuren und Formen der Poesie, das Abbild der menschlichen Existenz, stehen ihnen an Kühnheit nicht nach. Gemälde wie Gedichte sind Metaphern für die Wirklichkeit, Metaphern, welche sie jedoch weniger erhellen als verdunkeln, weil sie tiefer geht, als wir uns für gewöhnlich vorstellen. Welchem Bild wollen wir uns nun anvertrauen? Dem der Malerei oder dem der Poesie? Einem? Keinem? Beiden zugleich? (Frei nach William Gaddis, The Recognitions, New York 1955)
Aktualisiert: 2022-06-20
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Metaphysik

Metaphysik von Graeser,  Andreas, Iseli Büchi,  Rebecca, Löhrer,  Guido
Traditionell gründete die spekulative Kraft metaphysischen Denkens im Vertrauen auf so etwas wie eine innere, sachlich fundierte Bindung zwischen Sprache, Denken und Wirklichkeit. Freilich werden in dem Maße, wie die sprachlichen Bedingungen allen Philosophierens in den Blick geraten, auch wichtige (und traditionell unproblematische) Annahmen der Metaphysik fraglich. So bleibt als Alternative nur die Annahme, dass Metaphysik wie alle anderen Domänen auch als korrigierbare bzw. revidierbare Angelegenheit gelten muss. Damit dürfte die Rede von einer „Ersten Philosophie“ obsolet werden, nicht jedoch die Idee einer philosophischen Branche, die unsere Auffassungen über die Wirklichkeit eruiert und dabei allgemeine und allgemeinste Züge kenntlich zu machen sucht.
Aktualisiert: 2023-04-04
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