Die Erzdiözese Breslau hatte das Glück, im 20. Jahrhundert hervorragende Priestererzieher zu besitzen. Es sei an Emanuel Tinschert (1887-1968) erinnert, dessen gütige, väterliche Art Generationen von Priestern zum Weihealtar geleitet hat. Sein Nachfolger als Direktor des Theologenkonvikts war der gelehrte und gleichzeitig kindlich fromme Karl Kastner . Eine unvergeßliche Priesterpersönlichkeit war auch der früh verstorbene Spiritual Hugo Schuster . Jedoch die Lebensdaten und der Wirkungskreis der genannten Priester liegen so lange zurück, daß kaum jemand von den lebenden Priestern noch eine Erinnerung an sie haben dürfte. Dagegen gedenken die älteren Priester der Erzdiözese Breslau und der Jurisdiktionsbezirke in der ehemaligen DDR mit Dankbarkeit dreier Priester, die jahrzehntelang in der Ausbildung und in der Erziehung der Priester tätig waren. Es handelt sich um Paul Ramatschi, Erich Puzik und Erich Kleineidam . Sie haben vieles gemeinsam: die schlesische Heimat, die gymnasiale Bildung, das katholische Priestertum, die kirchliche Aufgabe. Gemeinsam war ihnen die Heimat: Schlesien. Obwohl sie aus unterschiedlichen Teilen dieser Provinz stammten, vereinte sie das Bewußtsein heimatlicher Verbundenheit . Sie waren altersmäßig nicht weit voneinander getrennt.
Aktualisiert: 2023-02-07
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Der Inhalt befasst sich mit:
Vorwort der Herausgeber
Der Zugang zu Gott im postmodernen Zeitalter
Der Dialog beim hl. Thomas von Aquin
Die Unsterblichkeit der menschlichen Seele
Der Mensch in der Welt und in der Geschichte
Die Person im Bezug zu Gott: Betrachtung zur Grundlage sittlicher Normen
Das Gemeinwohl als Ziel und Ordnungsprinzip des gesellschaftlichen Lebens
Die Naturwissenschaften und das Dasein Gottes
Zur Begründung der fünf Wege
Der Wahrheitsbegriff in den Bibelkommentaren des Thomas von Aquin
Aufnahme und Erleuchtung in der prophetischen Erkenntnis nach Thomas von Aquin
Geheimnischarakter und Rationalität in der Trinitätslehre nach Thomas von Aquin
Das Innenleben Jesu in der Theologie und Verehrung des hl. Thomas von Aquin
Die Eschatologie des hl. Thomas von Aquin
Edith Stein und Thomas von Aquin
Aktualisiert: 2023-02-07
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Wenn hier der Versuch gemacht wird, ein Lebensbild des letzten deutschen Erzbischofs von Breslau zu erstellen, so haben wir dabei die Geschichte einer heute zwar von mancher Seite umstrittenen, nichtsdestoweniger aber doch bedeutenden kirchlichen Persönlichkeit im Blick.
Bertram lebte in einer Zeit, in der noch Raum war für große Persönlichkeiten. Das allgemeine Leben war noch nicht ganz so genormt wie heute. Zeitung und später Rundfunk – die beiden bedeutenden Massemedien in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – hatten noch nicht entfernt den Einfluss auf die allgemeine Meinung wie ihn heute das Fernsehen hat. Die Zeit war damals – kirchlich gesehen – verhältnismäßig geschlossen, stabil. Die Kirche ruhte fest in sich selbst. Es war die Zeit nach der Wegnahme des Kirchenstaates durch den italienischen Staat nach dem Ersten Vatikanischen Konzil. Schwierigkeiten und Krisen in der Kirche – solche hat es zu jeder Zeit gegeben – erreichten jedoch nicht entfernt den Grad der Unsicherheit, der die Kirche (und ihre Bischöfe) heute erfasst hat. Zwar wurde die Kirche immer wieder von außen bedrängt (Kulturkampf, Zeit des Nationalsozialismus), und auch von innen gab es Schwierigkeiten (Modernismusstreit). Im Ganzen aber blieb die Kirche fest gegründet, blieb sich selbst treu, sie hatte – würde man vielleicht heute sagen – keine Schwierigkeiten mit ihrer Identität.
Es war – im 20. Jahrhundert – die Zeit der großen Pius-Päpste (Pius X. 1905–1914; Pius XI. 1922–1939; Pius XII. 1939–1958). Im Ganzen war es zunächst eine Zeit des Aufbaus nach dem Kulturkampf, aber auch nach den Schäden des Ersten Weltkrieges. Dagegen war es eine besonders schwierige politische Periode. Es war die Zeit der beiden – für Deutschland verlorenen – Weltkriege und des damit in Gang gesetzten Umbruchs. Zunächst der Übergang von der Monarchie zur Demokratie Weimarer Musters. Ein großer Teil deutscher Gebiete wurde vom Deutschen Reich abgetrennt. Davon waren besonders die Diözesen des deutschen Ostens, und ganz besonders Breslau, betroffen. Viele Menschen mussten ihre Heimat verlassen, um im deutschgebliebenen Gebiet eine neue Heimat zu finden. Dann folgte ab 1933
die Zeit des Nationalsozialismus. Für die Kirche in Deutschland setzte damit – zwar keine Verfolgung – aber doch eine starke Bedrückung und Bedrängnis ein.
In diese politisch-kirchliche Situation bzw. die verschiedenen Situationen wurden natürlich in erster Linie die kirchlich Verantwortlichen, d.h. hauptsächlich die Bischöfe hineingestellt und gefordert. Das galt für alle deutschen und während des Krieges auch für viele europäische Bischöfe, das galt wohl mit in erster Linie für Kardinal Bertram. Er war nicht nur Oberhaupt der größten Diözese Deutschlands, sondern auch lange Jahre Vorsitzender der Fuldaer Bischofskonferenz. Damit war er der Erstverantwortliche für die Katholische Kirche in Deutschland.
Es gibt noch keine wissenschaftliche oder auch nur volkstümliche Biographie Adolf Bertrams . In letzter Zeit entstehen und entstanden aber immer mehr Lebensbeschreibungen deutscher Bischöfe in der Zeit des Dritten Reiches, für Freiburg z.B. das Buch von Erwin Keller über Erzbischof Konrad Gröber oder von Bruno Schwalbach „Erzbischof Gröber und die nationalsozialistische Diktatur“ . Wir haben ferner – mehr oder weniger wissenschaftliche – Lebensbilder der Bischöfe Clemens August Kardinal von Galen (Münster) , Konrad Kardinal von Preysing (Berlin) , Kardinal Innitzer (Wien) , Heinrich Wienken (Meißen) und wohl noch manche andere.
Auch dies ist ein Grund, den Versuch zu machen, sich einmal mit einem ostdeutschen Bischof zu befassen, der über seine eigene Diözese hinaus Bedeutung erlangt hat. Besonders wegen seines Verhaltens in der Zeit des Nationalsozialismus ist Bertram ins Kreuzfeuer der Kritik geraten .
Erwin Keller hat seiner Gröber-Biographie den Titel gegeben „Conrad Gröber, Erzbischof in schwerer Zeit“ . Mit den gleichen Worten können wir auch das Lebensbild Bertrams überschreiben: „Erzbischof in schwerer Zeit“. Dabei kann natürlich eine solche Persönlichkeit nicht isoliert, nicht für sich allein gesehen werden. Immer ist der Zeithintergrund zu berücksichtigen. Der bedeutende Mann prägt seine Umwelt, aber die geistige und berufliche Umwelt prägt auch den Menschen. Ein Mensch wächst mit seinem Amt – oder er geht daran zugrunde.
Dieses Buch will versuchen, der Zeitgeschichte, dem zeitgeschichtlichen Hintergrund, ohne den eine solche Persönlichkeit nicht verstanden werden kann, Rechnung zu tragen. Dabei müssen wir beachten, was grundsätzlich für jedes geschichtliche Urteil gilt: Jedes historische Geschehen und jede historische Persönlichkeit darf immer nur aus ihrer Zeit beurteilt werden. Die geschichtliche Entwicklung bleibt ja nie stehen; sie geht immer weiter. Dem später urteilenden Historiker sind viele Entwicklungen, viele Zusammenhänge bekannt, die dem in der Zeit handelnden Menschen noch nicht klar waren. Wer von einem späteren Zeitpunkt aus urteilt, sieht gewöhnlich auch die Folgen, die früheres Handeln gehabt hat. Diese Folgen waren zur Zeit des Handelnden oft, sogar meist, nicht abschätzbar. Hier muß also auf die Absicht der handelnden Person geachtet werden. Diese Absicht ist allein für eine moralische Beurteilung maßgebend.
Historische Entwicklung ist nie zwangsläufig. Immer begegnen sich die herrschenden, geistigen, politischen Strömungen (die jeweils vorgegeben sind) mit der in – mehr oder weniger großen – Freiheit handelnden Persönlichkeit. Die Freiheit, die freie Entscheidung eines Menschen aber ist nie vorauszusagen. Der Mensch kann immer auch anders handeln. Er kann mit den Strömungen der Zeit schwimmen, er kann sich aber auch dagegen stellen und dagegen stemmen.
So müssen wir auch Adolf Bertram sehen: auch er ist ein „Kind seiner Zeit“. Die Wurzeln seines Lebens gründen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Von dieser Zeit, ihrer Ordnung, ihrer Lebensweise, ihren Anschauungen ist auch er – mehr oder weniger – geprägt.
Unsere Aufgabe ist daher, diesen Wurzeln nachzugehen; sein Leben bis in seine Jugendzeit und seine Kindheit hinein zu verfolgen und hier schon Gründe suchen, die vielleicht sein späteres Verhalten erklären können. Im Text kommen die Mitarbeiter Bertrams zu Wort sowie Priester und Laien, die den Kardinal persönlich gekannt haben; ihre wörtlichen Zitate haben also Quellenwert.
Die Arbeit fußt auf einer Vorlesung, die 1982 vor wenigen, aber interessierten Studenten gehalten wurde. Mehrere Aufsätze zu Einzelfragen wurden in Zeitschriften, Festschriften usw. veröffentlicht und in den Text eingearbeitet.
Es handelt sich nicht um eine wissenschaftliche Arbeit, dazu wären eingehende Studien in Breslau, Rom und anderswo nötig gewesen. Sie ist vielmehr für „weitere Kreise“ gedacht, die noch am Leben des Breslauer Kardinals interessiert sind. So ist auch die angegebene Literatur zur Erweiterung der Kenntnisse für die Leser gedacht und auf leichter zugängliche Arbeiten beschränkt.
Aktualisiert: 2023-02-07
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Pastorale Strukturen, also bestimmte Einrichtungen und Äm-ter mit bestimmten seelsorglichen Zuständigkeiten, hat es in der Kirche von Anfang an gegeben. So sahen sich etwa die Apostel schon bald nach der Herabkunft des Heiligen Geistes (Apg 2, 1-13) gehalten, sieben Diakone für den „Dienst an den Tischen“ (Apg 6, 3) zu bestellen, um selbst vornehmlich „beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben“ (Apg 6, 4) zu können; der heilige Paulus bestellte „in jeder Gemeinde“, die er auf seinenMissionsreisen gründete, „durch Handauflegung Älteste“ (Apg 14, 23).
Pastorale Strukturen hat es in der Kirche immer gegeben, wird es immer geben und muss es immer geben. Sie sind jedoch kein Selbstzweck, sondern dienen der Verkündigung, Heiligung und Zusammenführung der Menschen in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Eine den in stetigem Wandel begriffenen gesellschaftlichen, demographischen und nicht zuletzt auch finanziellen Gegebenheiten entsprechende Veränderung pastoraler Strukturen ist darum nicht nur legitim, sondern unerlässlich. „Natürlich muss in der Kirche auch insti-tutionell und strukturell geplant werden“3, stellte darum auch Papst Benedikt XVI. gegenüber den deutschen Bischöfen fest. Näherhin – so der Heilige Vater – ist gerade in Deutschland eine „situationsgerechte Weiterentwicklung der pastoralen Struktu-ren […] angesichts der augenblicklich abnehmenden Zahl der Priester, wie leider auch der (sonntäglichen) Gottesdienstbesu-cher“ unumgänglich.
Pastorale Strukturreformen sind jedoch nur dann im Sinn des Glaubens und der Kirche legitim und zielführend, wenn bei ih¬rer Planung bzw. Umsetzung „das ganzheitliche und damit das ewige Heil des Menschen die suprema lex [= das höchste Ge-setz] ist“5. Insofern stellt sich angesichts der in den meisten Di-özesen des deutschen Sprachraums derzeit in Planung bzw. Umsetzung befindlichen Prozesse pastoraler Neuordnung nicht nur die Frage, ob die dabei zur Anwendung gelangenden Kon-zepte den Erfordernissen des Kirchenrechts unter formellem Aspekt Genüge tun, sondern auch und vor allem, ob sie dem „Heil der Seelen“ dienlich sind, das nach can. 1752 CIC „in der Kirche immer das oberste Gesetz sein muß“.
Aktualisiert: 2023-02-07
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Gliederung des Werkes:
A Status quaestionis: Substitution oder Partizipation
B Hauptteil
I Ausgangspunkt: die Sünde
1. Der Sündenfall
2. Die Folgen der Sünde
3. Der status peccati und der Zorn Gottes
II. Der Weg: das Heilswerk
1. Der Ruf zur Bekehrung
2. Glauben
a) Glauben im Römerbrief
b) Glaube und Gnosis
3. Nachfolge Christi
a) im Markusevangelium
b) Zöllner und Sünder
c) Maria Magdalena
d) Petrus
e) Jakobus und Johannes
4. Das Kreuzesopfer
a) Kreuzesnachfolge
b) Überwindung
c) Hingabe an den Vater
5. Sakramentale Teilgabe
6. Existentielle Teilnahme
a) Röm 12,1; 15,16
b) 1. Petrusbrief
c) Joh 19,37: Zach 12
7. Der Keltertreter, Os 11,1-9 und das geopferte Lamm
8. Einwände
a) 2Kor 5,21
b) Mk 15,34
c) Die sogenannte Höllenfahrt Christi
d) Joh 3,14f
e) Kol 2,14
f) Sündenbock; Heb 13,11
g) Lösepreis
h) 1Joh 2,1f: simul iustus et peccator?
i) Gal 3,13
III. Das Ziel: die Kreuzesmystik und das Heil als Heiligung
1. Der Galaterbrief
a) Gal 2,19f
b) Jer 31/ Ez 36
c) Gal 5,19 / Röm 8,2
2. Joh 17,19: Damit auch sie geheiligt seien in Wahrheit
C Konklusion
1. Der Hebräerbrief
2. Maria
Nachwort
Aktualisiert: 2023-02-07
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