Rausch

Rausch von Berge,  Jos ten, Coleclough,  Sharon, Dinter,  Ina, Eichhorn,  Kristin, Kikol,  Larissa, Linares,  Marina, Lorenzen,  Johannes S., Luhn,  Anna, Lutz,  Fabian, Pocai,  Susanne
Der Expressionismus gilt als eine Kunstrichtung der Extreme, wobei sich nicht selten künstlerischer Ausdruck und Lebensrealität (bzw. Selbstinszenierung) der dahinterstehenden Kunstschaffenden in diesem Punkt überschneiden. So gehört der Konsum von Rauschgiften wie Morphium fast zum guten Ton in den Künstlerkreisen des expressionistischen Jahrzehnts. Rausch ist aber auch etwas, das sich als ästhetischer Effekt expressionistischer Werke beschreiben lässt. Nicht zuletzt zeigen sich die expressionistischen Künstlerinnen und Künstler – im übertragenen Sinn – etwa fas-ziniert vom Rausch der Großstadt und dem damit verbundenen neuen Lebensgefühl, das – in An-lehnung an den Futurismus – häufig auch über Geschwindigkeit definiert wird. Diese Ausgabe von Expressionismus widmet sich den diversen Spielarten und Reflexio-nen des expressionistischen Rauschs, die u. a. anhand der Werke von Carl Einstein, James Ensor, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Panizza und Gustav Sack untersucht werden.
Aktualisiert: 2019-06-04
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„Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat“

„Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat“ von Beutin,  Heidi, Beutin,  Wolfgang, Bleicher-Nagelsmann,  Heinrich, Schmidt,  Herbert, Wörmann-Adam,  Claudia
„Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat“ Lange Zeit galt Sebastian Haffners Buch Der Verrat. 1918/1919 – als Deutschland wurde wie es ist (erschienen 1969) als eines der wichtigsten Bücher zur „Novemberrevolution“. Haffners Buch wurde allerdings auch diffamiert, da es mit der SPD-Politik unter Friedrich Ebert hart ins Gericht ging. Bei der zweiten Auflage, die 1970 erschien, konnte Haffner allerdings feststellen, dass die von ihm angeführten Fakten weiterhin richtig waren. Er räumte jedoch ein, dass die von ihm seinerzeit getroffene Aussage, die SPD hätte 1918/19 eine nie wiederkehrende Chance „für immer“ verspielt, nur bedingt zutreffe. Anfang der 70er Jahre war die SPD im Aufwind. Das lag daran, dass sich die politischen Verhältnisse auch durch die 68er Rebellion geändert hatten und Willy Brandt eine zukunftsgewandte Politik unter dem Motto „Mehr Demokratie wagen“ verfolgte. Für uns war wichtig, auch zu sehen, was sich inzwischen an der Beurteilung und Einschätzung der Revolution verändert hat. Dies nicht nur im deutschen Kontext, der sich ja auch durch die Vereinigung von BRD und DDR verändert hat, sondern auch an europäischen Entwicklungen. Nicht nur im Vergleich zum Zeitpunkt 1918/19 wie in Österreich, sondern auch am Beispiel der 68er Bewegung in Frankreich, der Tauwetterperiode von 1956/57 in Polen und dem Aufbruch durch Solidarność 1980. Einen Blick auf einen anderen Kontinent bietet der Beitrag „Verlorene Liebe“ von Claudia Wörmann-Adam über die sandinistische Revolution in Nicaragua. Sie war für viele westdeutsche Linke ein leuchtendes Beispiel für eine gelungene Revolution. Doch hier ist inzwischen Ernüchterung eingetreten. Nicht nur in großen Teilen der nicaraguanischen Bevölkerung, sondern auch bei einstigen Revolutionären wie Gioconda Belli, Sergio Ramírez und Ernesto Cardenal. Das Motto „Zu sagen was ist, bleibt die revolutionärste Tat“ stammt von Rosa Luxemburg, die damit auf eine entsprechende Aussage von Ferdinand Lassalle Bezug nimmt. Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins (ADAV), der neben August Bebel als Gründungsvater der Sozialdemokratie gilt, hatte allerdings nur von „einem gewaltigen politische Mittel“ gesprochen, während Rosa Luxemburg von einer „revolutionären“ Tat spricht. Ein sich auf Rosa Luxemburg berufender Berufsrevolutionär von 1968 hat, wenn man seinen Werdegang davor und danach anschaut, auch eine Wendung gemacht. Welf Schröter stellt in seinem Beitrag fest: „Es ist nicht zu verwegen, wenn man sagt, dass Rudi Dutschke mit Hilfe des Bloch’schen Werkes sein eigenes Denken auf ein neues theoretisch-praktisches Fundament setzte. Insbesondere die produktive Weiterentwicklung der Marx’schen Begriffe von ‚Fern-Ziel‘ und ‚Nah-Ziel‘ gesellschaftlichen Handelns durch die Bloch’sche Philosophie eröffnete dem Luckenwalder sowohl ein tiefergehendes Verständnis ungleichzeitiger Prozesse des Bewusstseins wie auch deren konkret-utopischer Interventionskraft.“ Klarer sind hundert Jahre nach der Novemberrevolution auch das historische Bild und die zutreffendere politische und nicht ideologische Bewertung der Ereignisse. Professor Gerhard Engel verdeutlicht den Platz der „Revolution 1918/1919 im deutschen Geschichtsbild“ in dezidierter Kenntnis der Forschungen aus der Perspektive sowohl der (ehemaligen) ost- und westdeutschen Historikerzunft. Im Einklang mit Historikern von heute wie Mark Jones und Joachim Käppner kommt er zu dem Schluss, „dass die geschichtswissenschaftlichen und publizistischen Aktivitäten des Jahres 2018 dem tatsächlichen Gewicht der Revolution vor 100 Jahren gerecht werden. Es möge alles Reden von einer ‚überflüssigen‘, ‚verlorenen‘ oder ‚vergessenen‘ Revolution verstummen, so dass die Revolution als großes Ereignis der deutschen Demokratie- und Sozialgeschichte endlich einen dauerhaften Platz im Geschichtsbild und in einem demokratischen Geschichtsbewusstsein der Deutschen einnehmen kann.“ In dem Beitrag von Hans-Erich Böttcher „Von der Novemberrevolution zur Weimarer (Reichs-) Verfassung“ werden wesentliche Errungenschaften, die mit der Revolution von 1918 erreicht wurden, thematisiert. Es sind dies insbesondere die republikanische Verfassung, das Frauenwahlrecht, der Achtstundentag und weitere arbeitsrechtliche und soziale Reformen, auf die auch Wolfgang Uellenberg-van Daven in seinem Beitrag eingeht. Hans-Erich Böttcher streicht in seinem Fazit heraus: „Die Konstruktion der Gewaltenteilung im demokratischen Staat mit der unabhängigen Justiz kann einen wichtigen und dauerhaften Beitrag zur Stabilität der Demokratie in ruhigen Zeiten leisten und ebenso und erst recht eine Stütze in Krisenzeiten sein […]. Das Grundgesetz ist die konsequent(er)e Fortsetzung der ‚Revolution im Recht‘, die sich aus der realen Revolution von 1918 ergeben und in der Weimarer Verfassung niedergeschlagen hat. Eine Grundvoraussetzung demokratischer und die Grundrechte achtenden Gesetzgebung und Rechtsprechung ist es […], auch beim Umgang mit Verfassung und Gesetz zu bedenken, dass es sich um revolutionäre Lava handelt, auch wenn sie nun geronnen, versteinert ist. Es ist permanente Aufgabe des Gesetzgebers und der Gerichte, sie lebendig zu erhalten.“ Professor Jost Hermand formuliert am Beispiel und Werdegang berühmter expressionistischer Autoren, die aufgrund der eigenen Erfahrungen aus dem zerstörerischen Ersten Weltkrieg eine neue zukunftsfähige Kunst und Gesellschaft forderten, den „Expressionismus als Revolution“. Er stellt und beantwortet in genauer Kenntnis der historischen Entwicklung die Frage: „Wie verhielten sich eigentlich die auf eine totale Menschheitswandlung bestehenden Expressionisten im Hinblick auf die innenpolitische Entwicklung nach dem 9. November 1918? Gaben sie auf oder versuchten sie weiterhin, als sich die Unmöglichkeit einer gesellschaftlichen Verwirklichung ihrer ins Utopische übergehenden Hoffnungen immer deutlicher abzuzeichnen begann, die von ihnen ersehnten Verbrüderungsträume in die Tat umzusetzen?“ Im sprachlichen Parforceritt, bebildert mit ausgewählten Werken herausragender Künstler, ist dieser Beitrag ein wahrer Lesegenuss. Dies trifft auch auf das wohl beste literarische Werk zur Novemberrevolution zu: Alfred Döblins November 1918. Eine deutsche Revolution. Vollständig erschien es erstmals mit über 2000 Seiten zum 100. Geburtstag von Döblin. Der Literaturwissenschaftler Hans Mayer, der Döblin noch persönlich gekannt hat, zog in seiner Besprechung des Werkes das Fazit: „Größeres hat Döblin nicht geschrieben.“ In diesem Urteil traf er sich auch mit Bertolt Brecht, der ein langjähriger Freund Döblins gewesen war. November 1918 sei ein Roman vom Experimentalcharakter, „ein politisches und ästhetisches Unikum in der deutschen Literatur und ein Nachschlagewerk für alle Schreibenden, ein Triumph des neuen Typus eingreifender Dichtung“.
Aktualisiert: 2019-05-31
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Kirchner neu denken

Kirchner neu denken von Haldemann,  Annik, Nommsen,  Martina
Anlässlich des 80. Todestages Ernst Ludwig Kirchners 2018 war seine Wahlheimat Davos Ort einer großen Tagung. Der reich bebilderte Band dazu versammelt internationale Experten, die ihre Sichtweise auf das Schaffen des Künstlers darlegen und dabei vielseitige Perspektiven auf ein Œuvre ermöglichen, das bis heute nichts an Aktualität eingebüßt hat.>
Aktualisiert: 2019-05-30
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Marianne von Werefkin

Marianne von Werefkin von Zieglgänsberger,  Roman
Marianne von Werefkin (1860–1938) gehörte mit ihrem Lebensgefährten Alexej von Jawlensky und den Künstlerfreunden Gabriele Münter und Wassily Kandinsky zu den Hauptakteuren der klassischen Avantgarde. Werefkin führte einen erfolgreichen Salon in München; auf die Malerei verzichtete sie zunächst zugunsten Jawlenskys. Erst nach 1906 begann sie im Umkreis der Neuen Künstlervereinigung München und schließlich des Blauen Reiters zu malen. Ihre Werke, die in expressiven Farbkontrasten und abstrahierten Formen Café- und Zirkusszenen, Fabrikarbeiter oder Wäscherinnen zeigen, spiegeln ihr herausragendes künstlerisches Talent wider. Together with her partner Alexei von Jawlensky and her artist friends Gabriele Münter and Wassily Kandinsky, Marianne von Werefkin was among the main protagonists of the classical avant-garde. She was active in the circle of the Neue Künstlervereinigung München and finally the Blauer Reiter. Her works, which depict café and circus scenes, factory workers and laundresses in expressive colour contrasts and abstract forms, reflect her outstanding artistic talent and continue to fascinate to this day.
Aktualisiert: 2019-05-31
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Geheimnis der Materie

Geheimnis der Materie von Freyberger,  Regina
Eine Leseprobe finden Sie unter "http://verlag.sandstein.de/reader/98-470_GeheimnisDerMaterie" Kaum ein Material ist mit der Kunst des deutschen Expressionismus stärker verbunden als Holz. Und nichts ist so sehr »Brücke« wie der Holzschnitt. Im Schaffen der drei »Brücke«-Mitbegründer Kirchner, Heckel und Schmidt-Rottluff nimmt der Holzschnitt eine herausragende Stellung ein. Neben Lithografie, Radierung und Kaltnadel war es gerade jenes drucktechnische Verfahren, dessen großes experimentelles Potenzial die Künstler für sich entdeckten. Sie erneuerten den Holzschnitt nicht nur als künstlerisches Medium, sondern leisteten mit ihm den vielleicht größten Beitrag für die Moderne. Das Städel Museum in Frankfurt am Main verfügt mit der Sammlung Carl Hagemanns über einen der bedeutendsten musealen Bestände an »Brücke«-Grafik. Von dieser reichen Sammlung ausgehend und um einige bedeutende Leihgaben ergänzt, spürt der Katalog anhand von rund 100 ausgewählten Holzschnitten, Druckstöcken und Skulpturen den Besonderheiten der Technik sowie den Wechselbeziehungen zwischen den Medien und dem Material nach.
Aktualisiert: 2019-05-23
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