Konservatismus wird meist gleichgesetzt mit seiner preußisch-junkerlichen Variante. In Preußen bedeutet Konservatismus etwas anderes als in Württemberg, das neben seinen sozialstrukturellen Spezifika auch regionalspezifische Besonderheiten im Parteiensystem aufweist. Die Etablierung eines parteipolitisch organisierten Konservatismus erfolgte hier zeitlich verzögert. Hinzu kam es zu einer organisatorischen Trennung zwischen ländlichem Konservatismus in Form des Württembergischen Bauernbundes und einem städtisch verankerten der Deutschkonservativen bzw. nach 1918 der Württembergischen Bürgerpartei. Diese Bürgerpartei als regionaler Ableger der DNVP war neben der organisatorischen Konstanz des Bauernbundes einer der wichtigsten Faktoren der Parteienkonstellation in Württemberg nach 1918/19. Von besonderem Interesse ist der im Reichsvergleich späte und schwache Wahlerfolg der NSDAP. In der Analyse der sozialkulturellen Verankerung dieser konservativen Parteien liegt einer der Schlüssel zum Verständnis dieser regionalen Abweichung.
Aktualisiert: 2023-06-26
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Bauernverbände zählen zu den vermeintlich einflussreichsten Interessenverbänden in der deutschen Geschichte. Tatsächlich aber sind sie Teil eines korporatistischen Arrangements, das ihre Bewegungsfreiheit stark einschränkt und in dem die staatliche Ministerialverwaltung der stärkste Akteur ist. In Bayern ist diese Konstellation besonders ausgeprägt aufgrund der Unabhängigkeit einer zentralistischen Staatsverwaltung nach französischem Vorbild. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich im bayerischen Agrarverbandswesen seit dem 19. Jahrhundert ein scharfer Gegensatz zwischen ehrenamtlichen Honoratiorenlandwirten und hauptamtlichen Verbandsfunktionären, die sich sozial an der staatlichen Bürokratie orientieren. Dies führte dazu, dass der 1945 gegründete Bayerische Bauernverband in wesentlichen Teilen unter Staatsaufsicht steht. Um dies zu verstehen, ist es nötig, die Geschichte des Agrarverbandswesens bis in das frühe 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen.
Aktualisiert: 2023-06-23
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Bauernverbände zählen zu den vermeintlich einflussreichsten Interessenverbänden in der deutschen Geschichte. Tatsächlich aber sind sie Teil eines korporatistischen Arrangements, das ihre Bewegungsfreiheit stark einschränkt und in dem die staatliche Ministerialverwaltung der stärkste Akteur ist. In Bayern ist diese Konstellation besonders ausgeprägt aufgrund der Unabhängigkeit einer zentralistischen Staatsverwaltung nach französischem Vorbild. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich im bayerischen Agrarverbandswesen seit dem 19. Jahrhundert ein scharfer Gegensatz zwischen ehrenamtlichen Honoratiorenlandwirten und hauptamtlichen Verbandsfunktionären, die sich sozial an der staatlichen Bürokratie orientieren. Dies führte dazu, dass der 1945 gegründete Bayerische Bauernverband in wesentlichen Teilen unter Staatsaufsicht steht. Um dies zu verstehen, ist es nötig, die Geschichte des Agrarverbandswesens bis in das frühe 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen.
Aktualisiert: 2023-06-23
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Bauernverbände zählen zu den vermeintlich einflussreichsten Interessenverbänden in der deutschen Geschichte. Tatsächlich aber sind sie Teil eines korporatistischen Arrangements, das ihre Bewegungsfreiheit stark einschränkt und in dem die staatliche Ministerialverwaltung der stärkste Akteur ist. In Bayern ist diese Konstellation besonders ausgeprägt aufgrund der Unabhängigkeit einer zentralistischen Staatsverwaltung nach französischem Vorbild. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich im bayerischen Agrarverbandswesen seit dem 19. Jahrhundert ein scharfer Gegensatz zwischen ehrenamtlichen Honoratiorenlandwirten und hauptamtlichen Verbandsfunktionären, die sich sozial an der staatlichen Bürokratie orientieren. Dies führte dazu, dass der 1945 gegründete Bayerische Bauernverband in wesentlichen Teilen unter Staatsaufsicht steht. Um dies zu verstehen, ist es nötig, die Geschichte des Agrarverbandswesens bis in das frühe 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen.
Aktualisiert: 2023-06-14
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Bauernverbände zählen zu den vermeintlich einflussreichsten Interessenverbänden in der deutschen Geschichte. Tatsächlich aber sind sie Teil eines korporatistischen Arrangements, das ihre Bewegungsfreiheit stark einschränkt und in dem die staatliche Ministerialverwaltung der stärkste Akteur ist. In Bayern ist diese Konstellation besonders ausgeprägt aufgrund der Unabhängigkeit einer zentralistischen Staatsverwaltung nach französischem Vorbild. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich im bayerischen Agrarverbandswesen seit dem 19. Jahrhundert ein scharfer Gegensatz zwischen ehrenamtlichen Honoratiorenlandwirten und hauptamtlichen Verbandsfunktionären, die sich sozial an der staatlichen Bürokratie orientieren. Dies führte dazu, dass der 1945 gegründete Bayerische Bauernverband in wesentlichen Teilen unter Staatsaufsicht steht. Um dies zu verstehen, ist es nötig, die Geschichte des Agrarverbandswesens bis in das frühe 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen.
Aktualisiert: 2023-05-25
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Bauernverbände zählen zu den vermeintlich einflussreichsten Interessenverbänden in der deutschen Geschichte. Tatsächlich aber sind sie Teil eines korporatistischen Arrangements, das ihre Bewegungsfreiheit stark einschränkt und in dem die staatliche Ministerialverwaltung der stärkste Akteur ist. In Bayern ist diese Konstellation besonders ausgeprägt aufgrund der Unabhängigkeit einer zentralistischen Staatsverwaltung nach französischem Vorbild. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich im bayerischen Agrarverbandswesen seit dem 19. Jahrhundert ein scharfer Gegensatz zwischen ehrenamtlichen Honoratiorenlandwirten und hauptamtlichen Verbandsfunktionären, die sich sozial an der staatlichen Bürokratie orientieren. Dies führte dazu, dass der 1945 gegründete Bayerische Bauernverband in wesentlichen Teilen unter Staatsaufsicht steht. Um dies zu verstehen, ist es nötig, die Geschichte des Agrarverbandswesens bis in das frühe 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen.
Aktualisiert: 2023-05-15
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Bauernverbände zählen zu den vermeintlich einflussreichsten Interessenverbänden in der deutschen Geschichte. Tatsächlich aber sind sie Teil eines korporatistischen Arrangements, das ihre Bewegungsfreiheit stark einschränkt und in dem die staatliche Ministerialverwaltung der stärkste Akteur ist. In Bayern ist diese Konstellation besonders ausgeprägt aufgrund der Unabhängigkeit einer zentralistischen Staatsverwaltung nach französischem Vorbild. Vor diesem Hintergrund entwickelte sich im bayerischen Agrarverbandswesen seit dem 19. Jahrhundert ein scharfer Gegensatz zwischen ehrenamtlichen Honoratiorenlandwirten und hauptamtlichen Verbandsfunktionären, die sich sozial an der staatlichen Bürokratie orientieren. Dies führte dazu, dass der 1945 gegründete Bayerische Bauernverband in wesentlichen Teilen unter Staatsaufsicht steht. Um dies zu verstehen, ist es nötig, die Geschichte des Agrarverbandswesens bis in das frühe 19. Jahrhundert zurückzuverfolgen.
Aktualisiert: 2023-05-15
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Der politische Sonderweg Bayerns in der Weimarer Republik konfrontierte die KPD mit spezifischen Problemen und prägte die Formen ihres Aktivismus. Bayern bildete im Selbstverständnis
seiner Regierungen zwischen 1920 und 1923 die antisozialistische »Ordnungszelle« des Reiches. Die politische Rechte nutzte das Land als Operationsbasis für ihre Subversion gegen die Republik. Auch der Nationalsozialismus bekämpfte die Organisationen der Arbeiterbewegung hier schon wesentlich früher als in anderen Teilen des Reiches. Das Regime der »Ordnungszelle« Bayern schränkte zugleich die Handlungsspielräume der Arbeiterparteien mit Hilfe von rigiden Ausnahmegesetzen erheblich ein.
Der Autor zeichnet die Geschichte der bayerischen KPD von ihren Ursprüngen in der Revolution 1918/19 bis zum Hitler-Ludendorff-Putsch und dem gescheiterten Aufstand der KPD im Spätherbst 1923 nach. Er untersucht die Politik der KPD sowohl im Kontext der in Bayern herrschenden Verhältnisse als auch in ihren Beziehungen zu den anderen Parteiorganisationen im Reich.
Aktualisiert: 2022-08-18
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Moderne Parlamente gibt es in Deutschland seit 1815. Auch der Bundestag steht in einer Tradition, die bis mindestens zur Revolution von 1848/49 zurückreicht. Das vorliegende Handbuch versammelt Aufsätze, die den Parlamentarismus in Deutschland erstmals epochenübergreifend aus historischer Perspektive darstellen. In den Blick gerät die ganze Vielfalt des Themas von Wahlkämpfen über Geschlechterverhältnisse bis zur machtpolitischen Rolle der Parlamente. Verfasst von ausgewiesenen Fachleuten bietet das Buch Grundlagenwissen und Interpretationen auf dem aktuellen Stand der Forschung. Es ist zugleich ein Beitrag zur Gegenwartsbestimmung der repräsentativen Demokratie.
Aktualisiert: 2022-09-22
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Dieses Buch untersucht die Bedeutung des Adels für den politischen Katholizismus an Hand der parlamentarischen Performanz der Reichstagsfraktion der Zentrumspartei zwischen 1871 und 1890. Auf der Grundlage umfangreicher Archivrecherchen beschreibt der Autor die materialen und habituellen Prägungen der Abgeordneten, ihre politischen Werte und Ziele, die soziale Praxis adliger Parlamentsarbeit; die Verteilung symbolischen Kapitals sowie die konkreten Gestaltungspielräume und die Wirksamkeit ihrer politischen Tätigkeit. Der Autor geht der Frage nach, warum sich Adelige in besonderem Maße für die erste konfessionelle Volkspartei engagierten, wie die Politik sie beeinflusste und umgekehrt. Er erörtert, weshalb sich adlige Politiker später zunehmend aus dem Parlament verabschiedeten und deutet diesen Rückzug im Kontext gesellschaftlicher Imaginationen von Männlichkeit.
Aktualisiert: 2021-09-08
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In den vierzehn Jahren der Weimarer Republik amtierten zwölf Reichskanzler in vierzehn Kanzlerschaften in der Wilhelmstraße: Philipp Scheidemann, Gustav Bauer, Hermann Müller, Constantin Fehrenbach, Joseph Wirth, Wilhelm Cuno, Gustav Stresemann, Wilhelm Marx, Hans Luther, Heinrich Brüning, Franz von Papen und Kurt von Schleicher. Anders als ihre Vorgänger im Kaiserreich und ihre Nachfolger in der Bundesrepublik Deutschland sind diese zwölf Männer aus dem kollektiven Gedächtnis der Nation weitgehend verschwunden und spielen auch in der Erinnerungskultur so gut wie keine Rolle. Das liegt neben der Kürze ihrer Amtszeiten sicher auch daran, dass kaum jemand ein Bild von ihnen vor Augen hat. In unserer heutigen Mediengesellschaft gilt: Ohne Bildquellen kann Erinnerung nicht mehr vermittelt werden.
Dieser Entwicklung will dieser Bildband entgegenwirken. Er versammelt die Bildbiographien der zwölf Weimarer Kanzler und versucht, ihr Leben von der Geburt bis zum Tod in Bildern zu dokumentieren. Das Bildmaterial stammt aus über 100 Herkunftsorten, aus Archiven, von kommerziellen Bildagenturen, von Privatpersonen. Einen erheblichen Teil der Fotos haben Nachfahren der Reichskanzler zur Verfügung gestellt, darunter drei Reichskanzlertöchter. Gerade diese einzigartigen Fotos aus Familienhand waren noch nie in der Öffentlichkeit zu sehen. Die rund 800 Fotos dieser Bildquellensammlung reichen von einem Kinderfoto Philipp Scheidemanns von Ende der 1860er Jahre bis zur Beisetzung Heinrich Brünings 1970. In ihnen spiegelt sich eindrucksvoll über ein Jahrhundert deutscher Geschichte.
Aktualisiert: 2021-09-08
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Auf den ersten Blick verortete sich der Deutsche Bundestag tief in den Traditionen des Parlamentarismus in Deutschland. In seiner Organisation wie in seinen Verfahrensabläufen knüpfte er vielfach an seine Vorgänger an. Allerdings konnte er seine Stellung im Vergleich zu ihnen deutlich ausbauen. Sein politisches Gewicht in der westdeutschen »Kanzlerdemokratie«, anschließende Veränderungen unter sich wandelnden parlamentarischen Konstellationen, aber auch die Herausforderungen der sich entwickelnden Mediendemokratie stellt das Buch in neun Kapiteln konzis dar. Am Ende steht die Frage nach den Prinzipien parlamentarischer Repräsentation wie nach der Zukunft der parlamentarischen Demokratie. Ein Parlament auf Bewährung war der Deutsche Bundestag von Anfang an.
Aktualisiert: 2022-03-10
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Im Zentrum des Buches steht die politische Kommunikation in den Parlamenten und in der Öffentlichkeit Spaniens und Polens. Ähnlich wie in Spanien während der Transición nach Francos Tod 1975 war der Weg zur Demokratie 1989 in Polen politisch gefährdet. Welche Funktionen besaß politisches Sprechen am Ende der Diktatur – zu einer Zeit, in der das Alte noch nicht ganz verschwunden war und sich das Neue noch nicht ganz etabliert hatte? Wie kommunizierte, stritt und kämpfte man, als den Akteuren bewusst wurde, dass der Übergang zur Demokratie nur gemeinsam bewältigt werden konnte? In der transnationalen Perspektive des Autors werden unerwartete Analogien, Verbindungen und Verflechtungen zwischen den Demokratisierungsprozessen in Spanien und Polen sichtbar.
Aktualisiert: 2022-03-10
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Für die CDU/CSU-Fraktion standen die Jahre zwischen 1972 und 1976 im Zeichen von internen Konflikten und personellem Neuanfang. Nach dem gescheiterten Misstrauensvotum und der verlorenen Bundestagswahl mussten sich die Abgeordneten weiterhin in der ungeliebten Rolle der Opposition behaupten. Erstmals nicht mehr stärkste Fraktion im Bundestag, rangen CDU und CSU intensiv um ihren inhaltlichen und strategischen Kurs in Auseinandersetzung mit der sozial-liberalen Koalition. Sogar der Zusammenschluss der beiden Schwesterparteien schien nicht mehr selbstverständlich.
Die 165 Sitzungsprotokolle der 7. Wahlperiode zeigen die Debatten und Aushandlungsprozesse der aufgewühlten Opposition, die nach einer schweren Krise in einem polarisierten Parlament einen neuen Anlauf nahm.
Aktualisiert: 2021-12-16
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Nach der vorgezogenen Bundestagswahl von 1972 stellten die Sozialdemokraten erstmals die stärkste Fraktion im Bundestag, die sozial-liberale Koalition verfügte über eine breite parlamentarische Mehrheit. Die Fraktion konnte sich auf ihrem Wahlerfolg jedoch nicht lange ausruhen, denn die wachsende Führungsschwäche des Kanzlers führte zu politischer Stagnation und einer schwelenden Regierungskrise. Nach der Enttarnung eines DDR-Spions im Kanzleramt und dem Rücktritt Willy Brandts häuften sich die internen Differenzen um den politischen Kurs der Fraktion. Die zweite Hälfte der Wahlperiode unter Bundeskanzler Helmut Schmidt stand dann ganz im Zeichen der Bewältigung der wirtschaftlichen Krise nach dem Ölpreisschock. Alle Kräfte konzentrierten sich nun darauf, in Auseinandersetzung mit einer erstarkenden Opposition und einem selbstbewusst auftretenden liberalen Koalitionspartner sozialdemokratische Reformprojekte wie das Mitbestimmungsgesetz oder das Hochschulrahmenrecht erfolgreich zum Abschluss zu bringen.
Die überwiegend als Tonbandmitschnitte überlieferten Sitzungsprotokolle bieten einen ungefilterten Blick auf den Arbeitsalltag, sie beleuchten die Konflikte und Krisen der größeren Regierungspartei. Die Protokolle zeigen das Porträt einer selbstbewussten Fraktion, deren Mitglieder nicht nur Mehrheitsbeschaffer der Regierung sein wollten, sondern die sich als eigenständige, und wo es sein musste, auch unbequeme politische Akteure verstanden, die es der eigenen Regierung und Fraktionsführung nicht immer leicht machten.
Aktualisiert: 2021-09-08
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Hermann Wagener (1815 – 1889) war einer der schillerndsten und umstrittensten Politiker seiner Generation. Ob als Redakteur, Parlamentarier, Publizist oder Staatsbeamter – stets provozierte er sein Umfeld durch sein prinzipienfestes Eintreten für die »christlich-germanische« Staatslehre. Als preußischer Patriot und überzeugter Monarchist vertrat er sozialpolitische Ideen und Reformkonzepte, die seiner Zeit weit voraus waren. Ungünstige politische Umstände, aber auch persönliche Verfehlungen und politische Fehleinschätzungen standen der Verwirklichung seiner Vision eines »sozialen Königtums« letztlich im Wege.
Das Buch erzählt den Lebensweg dieses seinerzeit bedeutenden konservativen Sozialpolitikers. Es liefert neue Erkenntnisse zur Geschichte der konservativen Partei in Preußen und zu Bismarcks Innenpolitik zwischen Verfassungskonflikt und Reichsgründungszeit.
Aktualisiert: 2021-09-08
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Bonn aus der Sicht eines todtraurigen Parlamentariers: Das „Treibhaus“ von Wolfgang Koeppen ist einer der wichtigsten politischen Romane der deutschen Literatur. 1953 erschienen, handelt es vom Wiederaufbau, dem Kalten Krieg und der Einsamkeit eines Abgeordneten. Das „Treibhaus“ ist eine düstere Satire auf den nach 1945 utopisch anmutenden Auftrag, von neuem mit der Demokratie zu beginnen. Das Buch von Benedikt Wintgens geht den krummen Wegen nach, auf denen in der Bundesrepublik eine pluralistische Öffentlichkeit entstand. Anhand von Koeppens Roman, im Spiegel der Treibhaus-Metapher und durch die Rekonstruktion der Debatte, die Journalisten und Intellektuelle über das „Treibhaus“ führten, entsteht ein facettenreiches Bild der politischen Kultur im Übergang vom „Dritten Reich“ in die Bonner Republik.
Aktualisiert: 2021-09-08
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Die infolge der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise seit dem Jahr 2008 neu entfachten Diskussionen über das Verhältnis von Markt, Staat und Politik lenken die Aufmerksamkeit auf Problemlagen, deren Ursprung maßgeblich in den Umbrüchen seit den 1970er-Jahren zu suchen ist. Sowohl Großbritannien als auch die Bundesrepublik teilten in diesen Jahren die Erfahrung ökonomischer Krisenanfälligkeit. Angesichts tiefgreifender sozioökonomischer Wandlungsprozesse war der politische Diskurs hier wie dort durch heftige ideologische Kämpfe und von der Suche nach neuen politisch-ideellen Grundlagen für das Marktgeschehen geprägt. Die Studie beleuchtet diese ideellen Neuverortungen mittels einer vergleichenden Analyse der Marktdiskurse der deutschen Christdemokratie und der britischen Konservativen. Als analytische Kategorie einer kulturgeschichtlich erweiterten Parteiengeschichtsschreibung fasst der Begriff des Marktdiskurses komplexe Aushandlungsprozesse und semantische Auseinandersetzungen über die Ordnung des Verhältnisses von Markt und Staat.
Der Vergleich der Marktdiskurse der Mitte-Rechts-Parteien Deutschlands und Großbritanniens rückt das Verhältnis von transnationalen Entwicklungen und nationalen Spezifika ins Zentrum des Interesses. So werden gängige Narrative über die allgemeinen Entwicklungslinien und -phasen der westlichen Industrieländer im 20. Jahrhundert überprüft und eine differenzierende Antwort auf die von der Forschung bislang vernachlässigte Frage nach Beginn und Ausmaß der „neoliberalen Wende“ gegeben. National differierende Diskurskontexte und Krisenwahrnehmungen, parteispezifische Begriffstraditionen und semantische Pfadabhängigkeiten sowie deren unterschiedlich stark ausgeprägte Anschlussfähigkeit an neoliberale Axiome führten dazu, dass eine marktradikale Wende in Großbritannien stattfand, während sie in der Bundesrepublik ausblieb. Der konkrete Vergleichsfall fördert alternative Konstellationen in einem grenzüberschreitenden Transformationsprozess im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts zutage, der sich durch unterschiedliche Intensitäten und Geschwindigkeiten des Wandels auszeichnete. Während dies die Sichtweise einer mehr oder weniger einheitlichen Entwicklung des „Westens“ ebenso relativiert wie die pauschale Annahme einer gemeinsamen (west)europäischen Erfahrung des Umbruchs, tritt die Relevanz von Diskursen in ihren spezifischen Kontexten für politische Entscheidungen, gesellschaftlichen Wandel und die Wahrnehmung von Zäsuren deutlich hervor.
Aktualisiert: 2021-09-08
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Mit dieser Studie wird die Rolle des Deutschen Bundestages im Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland in den Jahren von 1949 bis 1969 untersucht. Hierbei stehen die Funktions- und Arbeitsweise des westdeutschen Parlaments, seine Rolle als Gesetzgeber und als Kontrolleur der Regierung sowie das Mit- und Gegeneinander von Regierungs- und Oppositionsfraktionen im Zentrum der Darstellung. Auch Lebenswelt und Sozialprofil der Parlamentarier werden beleuchtet. Ihre Grundlage bildet der umfangreiche Bestand an Quellen aus dem Parlaments- und den Parteiarchiven, aber auch aus anderen Bereichen.
Die Untersuchung zeigt, wie stark sich der neu gewählte Bundestag an überkommenen Traditionen des deutschen Parlamentarismus orientierte, wie er aber auch Impulse und Vorbilder aus dem westlichen Ausland aufnahm. Sie präsentiert ein selbstbewusstes Parlament, das versuchte, sich Freiraum gegenüber Kanzler und Kabinett zu erobern und eigene politische Gestaltungsmöglichkeiten zu schaffen. Damit korrigiert sie das überkommene Bild einer »Kanzlerdemokratie«, in der der Regierungschef zumindest die Mehrheitsfraktionen eng an seine Politik zu binden vermochte, und macht die Abgeordneten als eigenständige politische Akteure sichtbar. Auf diese Weise kann die Arbeit neues Licht auf die politische Kultur der Bundesrepublik Deutschland werfen, zeigt sie doch, welchen Beitrag der Deutsche Bundestag für die Entwicklung des westdeutschen Staates hin zu einem liberalen und demokratischen Gemeinwesen geleistet hat.
Aktualisiert: 2021-09-08
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Wie fanden Deutsche und Italiener nach 1945 einen Draht zur repräsentativen Demokratie? Das Buch geht dieser Frage erstmals in einer historischen Perspektive nach, die Wählerinnen und Wähler in ihren Deutungen und Wahrnehmungen einfängt. Dazu zoomt es in die städtischen Alltagswelten der Bundesrepublik und Italiens hinein, wo Politik beobachtet, präsentiert und debattiert wurde. Vor allem im Wahlkampf trafen hier Wähler und Parteien aufeinander und verhandelten die Frage, was gute politische Repräsentation ausmachte. Durch die Linse direkter politischer Kommunikation untersucht das Buch die Beziehungen zwischen dem demokratischen Souverän und seinen Vertretern. Es erzählt von den Erwartungen an die Volksvertreter, vom Blick der parlamentarischen Eliten auf das Wahlvolk und vom Grad der Nähe, die sich zwischen ihnen aufbauen, die aber auch wieder abnehmen konnte.
Von der Nachkriegsdekade durch die Zeiten des Booms bis in die 1970er Jahre geht das Buch den Konjunkturen der Verständigung zwischen Wählern und Gewählten nach. Es fragt nach den sozialen und politischen Faktoren erfolgreicher Kommunikation und nach den Bedingungen, unter denen Deutsche und Italiener der repräsentativen Demokratie etwas abgewinnen konnten. Die Bedeutung des Lokalen in der Mediengesellschaft wird dabei ebenso herausgestrichen wie das partizipative Verständnis postfaschistischer Wähler, die weitaus früher als gemeinhin angenommen selbstbewusst den Parteien und Parlamentariern gegenübertraten.
Im Vergleich deutscher und italienischer Städte und ihrer politischen Kommunikationskultur lässt sich zudem erklären, was Italien und die Bundesrepublik zu spezifischen Demokratien werden ließ. Die Studie zeigt so auf, welch unterschiedliche Auswirkungen die Erfahrungen von Krieg und Diktatur, sozialem Wandel und Protest, Konsumgesellschaft und Krisenwahrnehmungen auf das Funktionieren repräsentativer Demokratien haben konnten. Zugleich entwirft sie die Ära einer grenzüberschreitend nach gewissen Prinzipien funktionierenden „Demokratie der Wähler“, die Ende der 1970er Jahre an ihr Ende kam.
Aktualisiert: 2021-09-08
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