Ziel der Studie war es Veränderungen der Zellzahl der weißen Blutzellen bei Erkrankungen von Heimtierkaninchen zu untersuchen. Ebenso sollte ein Methodenvergleich zwischen der maschinellen und manuellen Differenzierung des weißen Blutbildes vorgenommen werden.
Die manuelle Differenzierung war vor allem bei häufiger auftretenden Leukozytenpopulationen vergleichbar mit den Messungen des automatischen Analysegerätes (Sysmex XT-2000iV). Weniger häufig auftretende Zellpopulationen konnten dagegen genauer mit der maschinellen Messung ermittelt werden. Prognostische und diagnostische Parameter für einzelne Erkrankungen konnten nicht nachgewiesen werden.
Die Gesamtleukozytenzahl hatte wenig Aussagekraft bei spezifischen Erkrankungen. Nur selten waren Werte außerhalb des Referenzbereiches nachweisbar. Diese waren nicht krankheitsspezifisch. Neoplastische Erkrankungen wie Thymome und Lymphome gingen wahrscheinlicher mit einer Leukozytose einher. Kaninchen wiesen bei Erkrankungen häufiger eine Leukozytose (16,7 %) als eine Leukopenie (3,9 %) auf, die eher bei Kaninchen mit sehr schlechtem Allgemeinzustand (z. B. SIRS, Kokzidiose) nachgewiesen wurde.
Eine Linksverschiebung in Richtung der stabkernigen Heterophilen entwickelte sich anders als bei Kleintieren signifikant häufiger bei akuten, nicht-infektiösen Erkrankungen. Das Heterophilen-Lymphozyten-Verhältnis war bei 86,2 % (387/449) aller Proben bei Erstvorstellung im klinikinternen Referenzbereich (Messbereich: 0,1-5,3; Median: 0,6). 1,1 % (5/449) der Proben lagen unterhalb des Referenzbereichs und waren somit in den lymphozytären Bereich verschoben, während 12,7 % (57/449) oberhalb des Referenzbereichs und somit in den heterophilen Bereich verschoben waren. Das Verhältnis lag bei gesunden Referenzkaninchen signifikant häufiger im lymphozytären Bereich (Kolmogorov-Smirnov; p < 0,001). Der Median des Heterophilen-Lymphozyten-Verhältnis war bei 0,6, d. h. es lagen bei den meisten Proben deutlich mehr Lymphozyten als Heterophile vor. Im Vergleich dazu lag das Heterophilen-Lymphozyten-Verhältnis erkrankter Kaninchen ebenfalls signifikant im lymphozytären Bereich (Kolmogorov-Smirnov; p < 0,001), d. h. die Lymphozytenzahl lag wie bei gesunden Kaninchen oft im Referenzbereich. Der Median des Heterophilen-Lymphozyten-Verhältnis von erkrankten Kaninchen bei Erstvorstellung lag mit 1,7 (Messbereich: 0,01 - 45) deutlich über dem der gesunden Kaninchen und die Heterophilenzellzahl war bei erkrankten Kaninchen signifikant häufiger höher als die Lymphozytenzellzahl (Kruskal-Wallis-Test; p < 0,001). Im Verlauf der Erkrankungen sank der Median auf 1,02 und näherte sich damit dem Median des Heterophilen-Lymphozyten-Verhältnis gesunder Kaninchen an.
Die Anzahl der Monozyten war sehr variabel. Ihr Vorkommen in der Heilungsphase kann ein Hinweis darauf sein, dass viele Kaninchen erst nach der akuten Erkrankung vorgestellt werden. Monozytosen bei Infektionskrankheiten scheinen bei Kaninchen ebenso wie bei Kleintieren aufzutreten.
Eine Eosinophilie wie bei Kleintieren konnte bei parasitären Erkrankung nicht nachgewiesen werden und scheint entgegen Vermutungen in der Literatur eine untergeordnete Rolle bei Kaninchen zu spielen. Stattdessen wurde bei Ektoparasiten- bzw. Kokzidienbefall signifikant häufiger eine Eosinopenie gemessen. Andere nicht-parasitäre Krankheitsbilder wie neurologische Erkrankungen, die vermutlich unabhängig von einer Infektion mit Encephalitozoon cuniculi auftraten, wiesen dagegen eine um 73,5-fach erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine Eosinophilie auf.
Die Anzahl der Basophilen wies eine hohe Variabilität auf, die ähnlich dem Vorkommen bei Kleintieren ist und in dieser Studie keine direkte Krankheitszuordnung zulässt.
Mikroskopisch wurden vor allem Granula in Monozyten bei erkrankten Kaninchen festgestellt, die vermutlich einen Hinweis auf den Schweregrad der Erkrankung geben können.
Zusammenfassend kann gesagt werden, dass sich Veränderungen des weißen Blutbildes bei Heimtierkaninchen deutlich zu denen von Kleintieren unterscheiden. Viele Erkrankungen scheinen ohne Veränderungen einherzugehen oder weisen stark individuelle Schwankungen auf. Das Heterophilen-Lymphozyten-Verhältnis kann ein Krankheitshinweis, aber nicht -beweis sein. Die Monozytenzahl sollte vor allem bei infektiösen Erkrankungen beachtet werden.
Aktualisiert: 2019-12-31
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Influence of testosterone on proteinuria and nephropathy in the rat models of chronic renal disease
Albuminuria associated with chronic renal disease is the most important poly-genetic characteristic for the origin of cardiovascular as well as renal diseases. Many studies have revealed that androgens such as testosterone are of paramount importance for the progression of chronic renal disorders. For example, there is an enhanced de-cline of renal functions in male compared to female patients leading to an accelerat-ed formation of proteinuria as well as albuminuria. Due to their genetically determined mode animal models such as MWF as well as Dahl/SS-rats can be employed to show the correlation between albuminuria and their hormonal balance. The aim of this work was to verify whether it is possible to influence albuminuria in combination with different accompanying phenotypic characteristics such as blood pressure by castration. By this procedure testosterone should have been eliminated nearly com-pletely. The studies were performed in MWF and Dahl/SS-rats using Wistar rats as control group. Further the inhibition of all testosterone receptors in combination with castration and hormone replacement therapy was investigated. In preliminary studies to this work, three different aspects were covered. Firstly, physiological values of tes-tosterone in every rat strain were evaluated. Secondly, it could be shown that castra-tion of MWF as well as Dahl/SS-rats has independent from its timing a protective ef-fect towards the origin of an albuminuria. Already one week after castration a signifi-cant decline of an albuminuria could be detected even in rats with a progressed renal disorder. Thirdly, it was evaluated whether physiological values of testosterone could be achieved by its substitution to be able to perform the hormone replacement thera-py. On the basis of the preliminary studies a group design could be elaborated and used within this work. As a double controlled study a hormone substitution after cas-tration in parallel with the inhibition of testosterone receptors by flutamide - a selec-tive antagonist against androgens receptor - was performed. A clear and significant decline of an albuminuria could be shown within the castrated groups in both rat populations - namely MWF and Dahl/SS. Castration was performed at 10 weeks of age. The treatment with flutamide revealed that this decline was solely due to effect of testosterone. An effect on blood pressure in all examined study groups did not show a significant change concluding that testosterone does not have a detectable effect on blood pressure. Nevertheless, a direct correlation of presence and absence of testosterone and renal clearance of albumin could be impressively demonstrated within this work. After castration, the degree of albuminuria decreased about 50%. This effect could further be dramatically increased by additional inhibition of testos-terone receptors. In addition, different other phenotypic characteristics were evaluat-ed. The determination of a biomarker for renal function called cystatin C did not re-veal a significant difference between the different study populations. The histological-ly determined parameters showed a regression of renal impairment in castrated as well as testosterone and flutamide medicated study groups. Renal impairment mark-ers Kim1 and Ngal were determined molecular genetically. Results here also showed that values significantly decreased after castration and subsequent medication with testosterone as well as flutamide. The values obtained were comparable to values of the control Wistar group. Interestingly, Kim1 also showed decreasing values after pure castration. The obtained results of the performed study provide significant evi-dence that albuminuria in MWF as well as Dahl/SS-rats could be decreased after nearly complete elimination of testosterone production and inhibition of testosterone receptors. In addition, histological markers as well as molecular markers such as Ngal and Kim1 support these findings by testifying a decline in renal impairment. The results of this set the stage for potential translations of these findings into individual and standardized therapeutic strategies for treatment or prevention of renal diseases in humans.
Aktualisiert: 2019-12-31
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