Die Sinne im Kino

Die Sinne im Kino von Zechner,  Anke
Die sinnliche Affizierung der Kinozuschauer, von der Kracauer in seiner Theorie des Films spricht, wurde in der Filmwissenschaft lange Zeit zugunsten der Narration ausgeblendet. Anke Zechner stellt in ihrem Buch die Frage nach einer grundlegenden Wahrnehmung im Kino: nach einer Seherfahrung, die narrativen Strukturen vorausgeht. Ist eine solche Wahrnehmung jenseits der Narration überhaupt möglich und wofür steht sie? Zechner entwickelt eine Theorie der Filmwahrnehmung jenseits der Konzepte von Identifikation und Repräsentation, indem sie Aspekte des Nichtsprachlichen, des Körperlichen und Materiellen, ins Zentrum stellt. Sie nähert sich dieser Filmwahrnehmung über Theoretiker, welche sich auf Formen der Wahrnehmung konzentrieren, die das Visuelle übersteigen. Maurice Merleau-Ponty, Gilles Deleuze und Siegfried Kracauer beschreiben Filmwahrnehmung als eine Form der 'Aufhebung' der Subjekt-Objekt-Trennung. Dadurch wird die spezifische Wahrnehmung von Dingen und Oberflächen sowie eine bestimmte Form der Zeitlichkeit im Kino nicht nur zu einer Form der Erkenntniskritik, sondern auch zur Erfahrung eines spezifischen Zugangs zur Welt. Anhand der Filme von Michelangelo Antonioni, Claire Denis, Tsai Ming-Liang und Angelika Levi zeigt sie auf, inwiefern im Kino eine besondere Form der Wahrnehmung und damit auch der Erfahrung von Geschichte möglich ist.
Aktualisiert: 2021-12-08
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Ein Detektiv des Kinos

Ein Detektiv des Kinos von Schlüpmann,  Heide
Die Moderne hat ihre Chance verpasst, im Zusammenbruch der metaphysischen Theorien ein Sinnesverhältnis zur physischen Welt zu kultivieren. Katastrophal verstellen die positiven Wissenschaften diese Chance. Sie verstellen noch das öffentliche Bewusstsein davon, dass die Gesellschaft im Kino ein einmaliges Instrument besitzt, das Sinnesverhältnis zur Welt zu bilden. Siegfried Kracauers Theorie des Film ist der Versuch, dieses Bewusstsein angesichts der geschichtlichen Erfahrung der Konzentrationslager wiederherzustellen. Dieses Buch stellt einen längst überfälligen Neuansatz dar, Siegfried Kracauer, den Kantianer und Vorläufer der Kritischen Theorie – insbesondere Theodor W. Adornos – in die filmhistorische Diskussion einzuordnen. Die Autorin Siegfried Kracauer als einen Autor, der aus der Erfahrung des Kinos heraus eine Nähe zu lost causes der Geschichte sucht und der dabei ein Denken/Schreiben in der Mitte praktiziert – nicht in sicherer Distanz zum Alltäglichen, nicht auf gesicherten Positionen des Wertsystems Kunst, der großen Politik, der tiefen Philosophie.
Aktualisiert: 2021-12-08
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Mittelschichten und Massenkultur

Mittelschichten und Massenkultur von Band,  Henri
In der Monographie "Die Angestellten" untersuchte Kracauer - auf der Basis umfangreicher Recherchen in Berlin - die für das Leben der großstädtischen Angestellten charakteristische Symbiose von rationalisierten Großbetrieben, urbanen Milieus, medial bestimmter Öffentlichkeit und kulturindustriell zubereiteter Zerstreuungskultur. Seine Kritik am Kultur- und Sportbetrieb galt den Versuchen, die Freizeitpraktiken der Massen weltanschaulich oder machtstrategisch zu instrumentalisieren, und der gerade in Deutschland verbreiteten Neigung, selbst noch ihre Vergnügungen künstlerisch zu adeln oder rational zu organisieren. Die Zerstreuung kann ihr emanzipatorisches Potential jedoch nur dort entfalten, wo sie ihren improvisatorischen Charakter behauptet.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Siegfried Kracauer als Denker des Pluralismus

Siegfried Kracauer als Denker des Pluralismus von Steinmeyer,  Georg
Der Journalist, Soziologe und Filmkritiker Siegfried Kracauer (1889–1966) stand lange etwas im Schatten anderer deutscher Intellektueller wie Adorno oder Benjamin. Oft jedoch taucht sein Name im Zusammenhang mit Denkschulen wie dem Frankfurter Institut für Sozialforschung auf, wo er zeitweise mitarbeitete. In der vorliegenden Studie wird die Eigenständigkeit des Denkers Siegfried Kracauer deutlicher als bisher gewürdigt. Der Zugang über Hannah Arendt, einer weiteren unabhängigen Denkerin des 20. Jahrhunderts, eröffnet dabei ganz neue Perspektiven auf sein Werk. So wird deutlich, wie zentral Pluralismus und die Absage an geschlossene Weltbilder für sein Denken waren. Kracauer sah in der Anerkennung der Unterschiedlichkeit der Perspektiven kein Problem, sondern eine Bereicherung und eine Voraussetzung für eine menschengemäße Gesellschaft. Damit offenbart die Arbeit nicht zuletzt die Aktualität Kracauers, der sich mit Tendenzen der totalen Ökonomisierung aller Lebensbereiche einerseits und eindimensionalen Gegenreaktionen in Form politischer Totalitarismen und religiöser Fundamentalismen andererseits konfrontiert sah.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Betriebsamkeit als Literatur

Betriebsamkeit als Literatur von Marx,  Sebastian
Mit bis dahin nicht gekannter Dynamik brechen in der Weimarer Republik Veränderungen über die Menschen herein. Soziale Umbrüche, technische und mediale Innovationen sowie neue Formen der Populärkultur bewirken eine Beschleunigung aller Lebensverhältnisse. Der Begriff „Betriebsamkeit“, ursprünglich in einem ökonomischen Kontext angesiedelt, erlangt als Chiffre für diese Komplexitätszunahme prominente Bedeutung in der Literatur. Zeitgenössische Prosa-Texte, die sowohl im schnelllebigen Medium Zeitung als auch in Buchform gedruckt werden, entwickeln literarische Darstellungsverfahren, in denen sich diese Betriebsamkeit niederschlägt. An Texten für Buch und Zeitung von Martin Kessel, Vicki Baum, Franz Hessel, Walter Benjamin und Siegfried Kracauer werden solche Darstellungsverfahren in dieser Studie untersucht.
Aktualisiert: 2022-05-03
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Betriebsamkeit als Literatur

Betriebsamkeit als Literatur von Marx,  Sebastian
Mit bis dahin nicht gekannter Dynamik brechen in der Weimarer Republik Veränderungen über die Menschen herein. Soziale Umbrüche, technische und mediale Innovationen sowie neue Formen der Populärkultur bewirken eine Beschleunigung aller Lebensverhältnisse. Der Begriff „Betriebsamkeit“, ursprünglich in einem ökonomischen Kontext angesiedelt, erlangt als Chiffre für diese Komplexitätszunahme prominente Bedeutung in der Literatur. Zeitgenössische Prosa-Texte, die sowohl im schnelllebigen Medium Zeitung als auch in Buchform gedruckt werden, entwickeln literarische Darstellungsverfahren, in denen sich diese Betriebsamkeit niederschlägt. An Texten für Buch und Zeitung von Martin Kessel, Vicki Baum, Franz Hessel, Walter Benjamin und Siegfried Kracauer werden solche Darstellungsverfahren in dieser Studie untersucht.
Aktualisiert: 2019-11-18
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In steter Freundschaft

In steter Freundschaft von Jansen,  Peter-Erwin, Jay,  Martin, Schmidt,  Christian
Das 20. Jahrhundert ließ bürgerliches Leben in Weltkriegen, Inflation, Revolution und industriellem Massenmord versinken. Die Stetigkeit der bürgerlichen 'Normalität', an der sich die Individuen bis dahin ausrichten konnten, wurde zerstört. Wo die äußere Kontinuität des Bürgerlichen vergangen ist, kann Stetigkeit nur noch von den Individuen gestiftet werden. 'In steter Freundschaft', der Briefwechsel zwischen Leo Löwenthal und Siegfried Kracauer, ist ein Dokument des Aufbegehrens gegen den Verlust der Kontinuität. Er zeigt, wie zwei der bedeutendsten kritischen Intellektuellen des 20. Jahrhunderts angesichts der Katastrophen ihre Freundschaft im Gleichklang mit ihren geistigen Positionen entwickeln und bewahren konnten. Der hier erstmals publizierte Briefwechsel, der etwa 180 Briefe umfaßt, beginnt im Jahre 1922 und endet erst mit Kracauers Tod im Jahre 1966. Er zeigt nicht nur die Beständigkeit der Freundschaft von Löwenthal und Kracauer, sondern auch, wie kompliziert das Beziehungsgeflecht zwischen Löwenthal, Kracauer, Adorno, Benjamin und Bloch oft war. Löwenthals letzte umfassende Rede, gehalten auf einer Konferenz zu Ehren von Siegfried Kracauer, vervollständigt den Band. 'Die Briefe verhelfen uns zu dem Privileg, Mithörer eines lebhaften und bewegten Gespräches zwischen zwei Menschen zu werden, die einer Lebensform huldigten, deren Abgesang Benjamin bereits vorher in ›Deutsche Menschen‹ beschrieben hatte – etwas voreilig, wie man im Lichte dieser Briefe meinen könnte.' Aus dem Vorwort von Martin Jay
Aktualisiert: 2021-04-07
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Mittelschichten und Massenkultur

Mittelschichten und Massenkultur von Band,  Henri
In der Monographie "Die Angestellten" untersuchte Kracauer - auf der Basis umfangreicher Recherchen in Berlin - die für das Leben der großstädtischen Angestellten charakteristische Symbiose von rationalisierten Großbetrieben, urbanen Milieus, medial bestimmter Öffentlichkeit und kulturindustriell zubereiteter Zerstreuungskultur. Seine Kritik am Kultur- und Sportbetrieb galt den Versuchen, die Freizeitpraktiken der Massen weltanschaulich oder machtstrategisch zu instrumentalisieren, und der gerade in Deutschland verbreiteten Neigung, selbst noch ihre Vergnügungen künstlerisch zu adeln oder rational zu organisieren. Die Zerstreuung kann ihr emanzipatorisches Potential jedoch nur dort entfalten, wo sie ihren improvisatorischen Charakter behauptet.
Aktualisiert: 2020-01-06
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„Bei mir ist jede Sache Fortsetzung von etwas“

„Bei mir ist jede Sache Fortsetzung von etwas“ von Arndt,  Andreas, Bauer,  Christoph J., Benseler,  Frank, Bognar,  Zsuzsa, Caspers,  Britta, Dannemann,  Rüdiger, Hahn,  Erich, Hebing,  Niklas, Jung,  Werner, Jünke,  Christoph, Lukács,  Georg, Machado,  Carlos, Molino,  Nino, Redlich,  Dieter, Vellay,  Claudius, Wendt,  Holger, Zeilinger,  Doris
„Bei mir ist jede Sache Fortsetzung von etwas.“ – Diese Charakterisierung seines Gesamtwerks hat der ungarisch-deutsche Philosoph Georg Lukács im Zusammenhang mit seiner geplanten Autobiographie mehrfach formuliert. Seine intellektuelle Entwicklung sei einer Teleologie gefolgt, weil er bereits früh bestimmte Fragestellungen als die drängenden Aufgaben seiner Zeit erkannt habe. Ausgehend von dieser Selbsteinschätzung veranstaltete das Gesellschaftswissenschaftliche Institut Bochum (GIB) in Zusammenarbeit mit der Internationalen Georg-Lukács-Gesellschaft im Mai 2007 eine Tagung mit dem Titel "Georg Lukács: Kritiker der unreinen Vernunft". Es standen nicht nur sämtliche Phasen von Lukács’ umfangreichem philosophischem Schaffen, sondern auch die Frage nach der Aktualität dieses Denkgebäudes im Fokus der Diskussion. Dabei kann im Hinblick auf das Jahr 1968 festgestellt werden, dass Lukács weitaus umfassender rezipiert werden muss als bloß bezogen auf "Geschichte und Klassenbewußtsein", sowie hinsichtlich des Jahres 1989, dass das konjunkturelle Tief der allgemeinen Auseinandersetzung mit Lukács sich offenkundig verzogen hat. Die thematische Vielfältigkeit seiner Schriften ließ es selbstverständlich erscheinen, dass sich sowohl die Tagung als auch der vorliegende Sammelband dem Denker Lukács interdisziplinär anzunähern versucht. Die Vorträge von Andreas Arndt, Frank Benseler, Zsuzsa Bognár, Rüdiger Dannemann, Christoph Jünke, Claudius Vellay und Doris Zeilinger liegen nun zusammen mit Aufsätzen von Tobias Christ, Erich Hahn, Niklas Hebing, Werner Jung, Carlos Machado, Dieter Redlich sowie einem auf Deutsch bisher unveröffentlichten Text von Georg Lukács in diesem Band vor.
Aktualisiert: 2021-12-30
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Bizepsaristokraten

Bizepsaristokraten von Müller,  Hanns M
Die vorliegende Untersuchung ist eine weitausgreifende kulturwissenschaftliche Studie zum Verhältnis von Sport und Literatur. Sie betrachtet die den Sport thematisierende essayistische Literatur zwischen 1880 und 1930 als einen Versuch, den immensen gesellschaftlichen Erfolg des Sports um 1900 auf Erklärungsmuster zurückzuführen, die Sport und Sportlichkeit als sinnhaften Teil einer (wie auch immer verstandenen) Tradition erscheinen lassen – oder umgekehrt: als nicht minder sinnhafte Absage an diese Tradition. Im Essay wird der Sport nicht allein gefunden, sondern erfunden: nämlich propagiert, problematisiert und persifliert. Das Buch schreibt die Geschichte dieser Erfindung.
Aktualisiert: 2019-12-06
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