Originäres Nicht-Wissen und Tradition

Originäres Nicht-Wissen und Tradition von Kühn,  Rolf
Jedes Wissen setzt ein originäres Lebenswissen voraus, welches im leiblichen Apriori besteht. Als Unmittelbarkeit radikal phänomenologischer Selbstaffektion handelt es sich dabei um ein präreflexives Nicht-Wissen, das bewusstseinsmäßig nie in einem weltlichen Horizont thematisiert zu werden vermag, aber gerade die immanente Zustimmung zu sich selbst impliziert. In diesem Sinne ist ein solch ursprüngliches Nicht-Wissen in jedem Könnensvollzug unbenennbar bereits gegeben und liegt daher allen Traditionen als geschichtlichen Lebensformen und Disziplinen voraus. Unter letzteren befinden sich insbesondere Ästhetik, Religion und Mystik sowie die analytische Kur in diesem Originaritätsbereich von Immanenz/Transzendenz, um als Konfrontation mit der Ab-gründigkeit der Subjektivität auf ein solches Nicht-Wissen als Unsichtbarkeit und Unbenennbarkeit zurückzuverweisen.
Aktualisiert: 2023-03-02
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„Ich kann“ als Grundvollzug des Lebens

„Ich kann“ als Grundvollzug des Lebens von Kühn,  Rolf
Da unser Leben in einem ständigen Vollzug seiner selbst besteht, ist es durch ein je unmittelbares Empfinden des „Ich kann“ bestimmt. Als originäre Verwirklichung liegt eine solch rein phänomenologische Bestimmung jeglicher reflexiven Motivations- und Intentionalanalyse unseres Wollens und Handelns voraus. Dies wird einerseits durch Untersuchungen zu Maine de Biran, Schopenhauer, Kierkegaard, Nietzsche und Freud verifiziert sowie andererseits durch zentrale Bereiche wie Arbeit und Kunst. Das individuelle Erleben eines „Nicht-Könnens“ lässt die Frage nach Symptom und Sublimierung stellen, und zwar im Zusammenhang mit unserer subjektiven Leiblichkeit als Kraft und Affekt im lebensphänomenologischen Sinne. Als Einleitung ist ein Text von Michel Henry über „Potentialität“ als Grundgegebenheit eines originär „praktischen Cogito“ vor jedem „Ich denke“ beigegeben, was als Leitfaden dienen kann.
Aktualisiert: 2023-03-20
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Der Erst-Lebendige

Der Erst-Lebendige von Kühn,  Rolf
In dieser Analyse, die das Denken von Meister Eckhart und Michel Henry berücksichtigt, wird Gott als originäre Lebenswirklichkeit verstanden. Radikal phänomenologisch bedeutet dies die Selbsthervorbringung des ur-anfänglichen Lebens in einer "Sohnschaft", welche die Empfängnis des absoluten Lebens als dessen Selbstgebung in einer "gegenseitigen Innerlichkeit" ermöglicht. Damit ist diese christologische Inkarnation "im Anfang" (Joh 1,1) zugleich die Ermöglichung unserer eigenen Leiblichkeit, sofern diese nur in der Reziprozität des von Gott im Sohn gezeugten Lebens denkbar ist.
Aktualisiert: 2023-02-14
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Leben als Präsenz und Immanenz

Leben als Präsenz und Immanenz von Kühn,  Rolf
Alles von uns Erlebte vollzieht sich in einer Präsenz, die als mit sich selbst identische Anwesenheit eine Immanenz voraussetzt. Löst man sich von den Vorgaben der klassischen Ontologie und Phänomenologie, dann stehen nicht mehr Transzendenz, Intentionalität und Differenz im Vordergrund der Analyse des Erscheinens, sondern ein originäres Leben. Letzteres ist mit seiner ständigen Selbstpräsenz als immanenter Selbstgegebenheit eins, um jegliches Phänomen zu ermöglichen. Dies wird an Denkern wie Descartes, Maine de Biran, Hegel, Husserl, Heidegger, Sartre, Henry, Derrida und Marion verdeutlicht. Da diese jeweils die Selbstradikalisierungen der Phänomenologie weitergetrieben haben, bietet ihre methodische wie inhaltliche Diskussion zugleich eine Hinführung zu Grundfragen der Phänomenologie bis in die Gegenwart hinein.
Aktualisiert: 2023-03-20
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Der Erst-Lebendige

Der Erst-Lebendige von Kühn,  Rolf
In dieser Analyse, die das Denken von Meister Eckhart und Michel Henry berücksichtigt, wird Gott als originäre Lebenswirklichkeit verstanden. Radikal phänomenologisch bedeutet dies die Selbsthervorbringung des ur-anfänglichen Lebens in einer „Sohnschaft“, welche die Empfängnis des absoluten Lebens als dessen Selbstgebung in einer „gegenseitigen Innerlichkeit“ ermöglicht. Damit ist diese christologische Inkarnation „im Anfang“ (Joh 1,1) zugleich die Ermöglichung unserer eigenen Leiblichkeit, sofern diese nur in der Reziprozität des von Gott im Sohn gezeugten Lebens denkbar ist.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Sehen als Erfahrung

Sehen als Erfahrung von Dörpinghaus,  Andreas, Lembeck,  Karl-Heinz
Dass der Gesichtssinn als primärer Sinn der Welterschließung verstanden wird, so dass die Metapher des Sehens sogar in die Urteilstheorie eingeht, wenn dort etwa von ›Einsicht‹ als Erkenntnisqualität und gar als Ausweis von Wahrheit die Rede ist; dass aber zugleich in der Geschichte des Denkens zunehmend Misstrauen gegenüber der bloßen und tendenziell trügerischen Erscheinung der Weltdinge geschürt wird – dieser Antagonismus ist Leitfaden dieses Buches. Mit Beiträgen von Christian Bermes, Gernot Böhme, Andreas Dörpinghaus, Markus Heuft, Herbert Kalthoff / Christiane Schürkmann, Ralf Konersmann, Karl-Heinz Lembeck, Karl Mertens, Reinold Schmücker, Eva Schürmann, Manfred Sommer und Ina Uphoff.
Aktualisiert: 2023-02-13
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Primärerfahrungen, Ursprung und Nachträglichkeit

Primärerfahrungen, Ursprung und Nachträglichkeit von Kühn,  Rolf
Psychoanalytische Ansätze wie die von Melanie Klein, Jaques Lacan oder Jean Laplanche halten die Frage des rein immanenten Ursprungs in seiner Unabdingbarkeit im öffentlichen Diskurs präsent. Rolf Kühn ergründet in analytisch-phänomenologischen Grenzgängen, ob eine Unmittelbarkeit lebendigen Ursprungs selbstaffektiv erprobt werden kann oder ob nur ein nachträgliches Bewusstwerden als Trauma unzugänglicher Verschränkung von Mythos und Erleben möglich ist.
Aktualisiert: 2022-02-15
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Primärerfahrungen, Ursprung und Nachträglichkeit

Primärerfahrungen, Ursprung und Nachträglichkeit von Kühn,  Rolf
Psychoanalytische Ansätze wie die von Melanie Klein, Jaques Lacan oder Jean Laplanche halten die Frage des rein immanenten Ursprungs in seiner Unabdingbarkeit im öffentlichen Diskurs präsent. Rolf Kühn ergründet in analytisch-phänomenologischen Grenzgängen, ob eine Unmittelbarkeit lebendigen Ursprungs selbstaffektiv erprobt werden kann oder ob nur ein nachträgliches Bewusstwerden als Trauma unzugänglicher Verschränkung von Mythos und Erleben möglich ist.
Aktualisiert: 2022-04-05
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Postmoderne und Lebensphänomenologie

Postmoderne und Lebensphänomenologie von Kühn,  Rolf
Am Leitfaden von Immanenz und Differenz als den beiden zentralen Begriffen, die Lebensphänomenologie und Postmoderne seit den 1960er Jahren charakterisieren, erfolgt in der vorliegenden Untersuchung ein kritisches Gespräch zwischen Dekonstruktion und radikaler Phänomenologie. Im Ausgang von Husserl und Heidegger als Umbruch des Denkens in der Moderne werden die Weiterentwicklungen bei den postmodernen Autoren wie Bataille, Merleau-Ponty, Levinas, Deleuze, Lacan, Lyotard, Baudrillard, Foucault sowie Derrida und Nancy aufgegriffen und diskutiert. Ihre entsprechenden Affinitäten zur Lebensphänomenologie als einer Dekonstruktion der "Metaphysik der Vorstellung " bei Henry führen zur besonderen thematischen Berücksichtigung von Leiblichkeit, Intensität, Begehren und jouissance. Dabei wird ebenfalls die postmoderne Wissens- und Machtkritik im Zusammenhang mit Diskurs und Sprache behandelt, um eine ethisch-ästhetische Zukunft in Kultur und Gesellschaft in den Blick zu bekommen, welche auch die neuere normorientierte Post-Postmoderne nicht ignorieren kann.
Aktualisiert: 2023-02-14
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Sehen als Erfahrung

Sehen als Erfahrung von Dörpinghaus,  Andreas, Lembeck,  Karl-Heinz
Dass der Gesichtssinn als primärer Sinn der Welterschließung verstanden wird, so dass die Metapher des Sehens sogar in die Urteilstheorie eingeht, wenn dort etwa von ›Einsicht‹ als Erkenntnisqualität und gar als Ausweis von Wahrheit die Rede ist, dass aber zugleich in der Geschichte des Denkens zunehmend Misstrauen gegenüber der bloßen und tendenziell trügerischen Erscheinung der Weltdinge geschürt wird – dieser Antagonismus ist Leitfaden dieses Buches. Mit Beiträgen von Christian Bermes, Gernot Böhme, Andreas Dörpinghaus, Markus Heuft, Herbert Kalthoff / Christiane Schürkmann, Ralf Konersmann, Karl-Heinz Lembeck, Karl Mertens, Reinold Schmücker, Eva Schürmann, Manfred Sommer und Ina Uphoff.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Leere und Aufmerksamkeit

Leere und Aufmerksamkeit von Kühn,  Rolf
Ein Plädoyer für die Aktualität Simone Weils und eine innovative Interpretation ihres Denkens als gewichtige Inspiration für eine radikalisierte Religionsphilosophie, für eine zu erneuernde spirituelle Kultur und für die phänomenologische Gegenwartsdiskussion. Der Nachweis einer bislang kaum berücksichtigten ur-phänomenologischen Perspektive in ihrem Denken und die Freilegung einer wahrhaft universalen Spiritualität wie Offenbarung des „Fleisches“. Die Aufmerksamkeits- und Epoché-Analysen von Kühn folgen den anthropologischen und kulturellen Elementen im Weilschen Denken unter besonderer Berücksichtigung der Wahrnehmungsstruktur als „Lektüre“ oder „Deutung“ (lecture) sowie der Korrelation von Leere und Offenbarung im religionsphilosophischen Denken Simone Weils. Eine deutsche Übersetzung des späten Textes von Simone Weil, „Theorie der Sakramente“ (1943), ergänzt die Studien.
Aktualisiert: 2020-11-12
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Alles, was leiden kann

Alles, was leiden kann von Kühn,  Rolf
Wenn Freude und Leid nicht kontingent als Teilaspekte des Erscheinens auftreten, sondern an dessen ursprünglicher Phänomenalisierung im Sinne transzendentaler Lebendigkeit selbst teilhaben, dann ist damit die berechtigte Möglichkeit gegeben, sie in allen Manifestationsweisen unseres leiblich bestimmten Lebens zu befragen. Methodisch ergibt sich daraus das Durchschreiten von gegenseitig sich ergänzenden Disziplinen, die von außen gesehen weit auseinander zu liegen scheinen - nämlich Naturphilosophie, Ästhetik, Ökonomie, Psychoanalyse und postmoderne Dekonstruktion. Wenn wir sie allerdings radikalphänomenologisch unter der Leitfrage eines Pathos oder der Passibilität zusammenführen, die sich qua Affekt oder Leiblichkeit in jedem Phänomen offenbaren, dann gehören Freude/Leid zu einer immanenten Ursprungseinheit, welcher die folgenden Kapitel in ihrer scheinbaren thematischen Heterogenität gewidmet sind. Auf den Leser wartet mithin ein Sich-Durchdringen-Lassen von rein phänomenologischen Erscheinensbedingungen, welchen die ständige Selbstgegebenheit von Freude/Leid in all unserem Empfinden selbst entspricht. Dass daraus eine neue subjektive wie kulturelle Aufmerksamkeit für alle singulär-gemeinschaftlichen Vollzüge erwachsen kann, ist eine begründete Hoffnung, aber keine geschichtliche Garantie für eine andere Zukunft, die dennoch als Herausforderung für alle Individuen heute bereits mit ihrer kaum zu leugnenden Aktualität ansteht. Der Titel "Alles, was leiden kann" besitzt eine dreifache Bedeutung. Er bezeichnet zunächst die grundlegende Tatsache, dass alles, was als "Natur" zu empfinden vermag, dem Pathos unterworfen ist. Daraus ergibt sich ontologisch wie existentiell, dass sich solch originäres Leidenkönnen in allen Vollzügen unseres Lebens - zusammen mit der Freude - einstellen kann. Mit anderen Worten in Arbeit, Eros und Psyche, welche als "Elementarerprobungen" unseres Lebens die beiden Hauptteile dieser Untersuchung bilden. Aber die radikalphänomenologische Sichtweise kann drittens darüber hinaus herausarbeiten, dass das absolute Leben selbst in seinem originären Selbsterscheinen ein "Sich-Erleiden" beinhaltet, welches mit seinem "Sich-Erfreuen" im Sinne von immanent konstitutivem Sich-Geben/Sich-Empfangen eine abgründige Einheit bildet. Gegenüber den tiefenpsychologischen Analysen im II. Teil blieb daher zu verdeutlichen, dass selbst in "Verdrängung" und "Kastration" dieses originäre "Leid" des Lebens als "Passibilität" nicht vernachlässigt werden kann, weil es die Potenzialität jeglicher inneren Verwandlungsmacht als solcher bildet.
Aktualisiert: 2023-03-20
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Der therapeutische Akt

Der therapeutische Akt von Kühn,  Rolf
In epistemologisch-phänomenologischer Hinsicht wird in diesem Buch der singuläre Zusammenhang von Wissen/Wahrheit in der analytisch-therapeutischen Praxis untersucht, die keinem vorgegebenen lebensweltlichen Diskurs mehr folgen kann. Die Veränderung des Patienten besteht in einem bisher ganz "neuen Sinn" für ihn, der Effekte zeitigt, die sich nicht mehr zu einer allgemeinen Theorie oder Ideologie verfestigen lassen. Insofern folgt die vorliegende Arbeit der grundsätzlichen Intention, wie ein "Wahrheitsdiskurs" überhaupt beschaffen sein kann, der nicht mehr den klassischen Vorgaben von Ontologie, Logik oder Historie unterliegt. Angesichts unserer kulturellen Situation wird damit über Therapie/Analyse hinaus eine praktisch-philosophische Diskussion angestoßen, der auch in allgemein ethischer wie lebensphänomenologischer Hinsicht eine nicht unbedeutende Relevanz zukommen dürfte.
Aktualisiert: 2023-02-14
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Jahrbuch der Psychoanalyse / Band 75: Leib und Seele

Jahrbuch der Psychoanalyse / Band 75: Leib und Seele von Beland,  Hermann, Berner,  Wolfgang, Brehm,  Johannes, Döser,  Johannes, Ebrecht-Laermann,  Angelika, Eickhoff,  Friedrich-Wilhelm, Folch,  Terttu Eskelinen de, Frank,  Claudia, Gast,  Lilli, Grubrich-Simitis,  Ilse, Hermanns,  Ludger M., Heymanns,  Hanno, Hinz,  Helmut, Hock,  Udo, Kuchenbuch,  Albrecht, Küchenhoff,  Joachim, Kühn,  Rolf, Laufer,  M. Egle, Löchel,  Elfriede, Nissen,  Bernd, Picht,  Johannes, Press,  Jaques, Schneider,  Gerhard, Warsitz,  Rolf-Peter, Wurmser,  Leon, Zeitzschel,  Uta
Rolf Kühn: Die Frage nach der therapeutischen Grunderfahrung. Ein lebensphänomenologischer Dialog mit Freud und Lacan The Question of the Basic Experience of Psychotherapy – Phenomenology of Life in Dialogue with Freud and Lacan. The question of which phenomenology corresponds best to psychoanalysis and depth psychology has been discussed in France since Sartre. Here, it is examined with special reference to Lacan and Henry, two authors representing two radical positions: on one hand the chain of significants of alterity, leaving basically no room for subjectivity; on the other hand the notion of a purely phenomenological life in which subjectivity is founded originally in the living body. The examination draws on Freud who, by describing a distinct phenomenality of affect and instinct (Trieb) independent of phantasy, already knew an autonomous phenomenality of the body which he linked to the unconscious. With regard to therapeutic practice, a bridging is undertaken between these two approaches, and it is shown that the basic therapeutic experience implies a unity of desire and sense (Sinn) in which elements of existential analysis may be integrated in order to do justice to the overall requirement of patients in an increasingly heterogeneous social environment. Udo Hock: Unbewusstes und Sein. Zum Verhältnis von Lebensphänomenologie und Psychoanalyse – Eine Antwort auf Rolf Kühn Unconscious and Being: The Relationship between Phenomenology of Life and Psychoanalysis – A Reply to Rolf Kühn. In part one of this commentary Rolf Kühn‹s essay »Inquiring into the fundamentals of therapeutic experience« is placed in the wider context of philosophy and psychoanalysis. ›Daseinsanalyse‹ and ›Critical Theory‹ in Germany, the triad of structuralism, poststructuralism and deconstructivism in France are designated as the most important currents of human sciences which influenced and have been influenced by psychoanalysis. In the second part Kühn‹s »radicalised phenomenology of life« is analysed focusing on its main concepts (›corporeality‹, ›affectability‹, ›passibility‹). Their reference on Freud and Lacan is traced. In the last part some of Kühn‹s central positions are criticised and confronted with Lacan‹s and Laplanche‹s views on the unconscious. Jacques Press: Jenseits der Melancholie: Von ›Trauer und Melancholie‹ zu ›Die Angst vor dem Zusammenbruch‹ Beyond Melancholia – From »Mourning and Melancholia« to »Fear of Breakdown«. The reflections given here derive from two sources: the author‹s clinical experience of oscillations between movements of melancholy and movements of breakdown; and his theoretical view on breakdown as a central psychosomatic crossing point. »Mourning and Melancholy« (Freud 1917e) and »Fear of Breakdown« (Winnicott 1991 [1974]) are submitted to comparative analysis, leading to the hypothesis that melancholy constitutes one of the most tenacious defences against an experience of breakdown. The clinical consequence the author sees from here is the task in each case to advance from the melancholy defense to the underlying breakdown. Hanno Heymanns: Eine Winterreise: Zur psychoanalytischen Psychotherapie einer Hochbetagten zwischen Depression, physischer Gebrechlichkeit und beginnender Demenz ›Winterreise‹ – The Psychoanalytic Psychotherapy of an Aged Patient between Depression, Physical and Psychic Frailty, and Beginning Dementia. Using a case presentation, which centers on the theme of separation and on the process of transference/countertransference, the differential diagnosis of and psychodynamics between physical frailty, early dementia and depression are elaborated, and in this respect the interconnection of body and mind is discussed from a specific psychoanalytical perspective. The clinical material illustrates that the long prevailing deficit and defect model – especially of advanced age – currently has been replaced by a more dynamic point of view. It also proves Bion‹s statement regarding the onset of senility to which he attributes emotional turbulences as at adolescence. The concept of the contact-barrier, which was introduced by Freud and further elaborated by Bion, proves to be helpful to render the rearrangement of psychomental functioning in old age more comprehensible. In reverse perspective it is also reflected how the psychoanalyst‹s advanced age can impair and affect his/her mental functioning as an analyst. Johannes Brehm: Kann das Unbewusste im Körper sein? Zum analytischen Umgang mit protomentalisierten Zuständen – eine Kasuistik Can the Unconscious Be in the Body? The Psychoanalytic Handling of Protomentalized States – A Case Study. In primitive psychosomatic states emotional experiences are not as yet represented symbolically. Instead, they are experienced as states of excitement on a body-mind level, which can only be transformed within object relationships capable of resonance. This paper describes the first eighteen months of analytic treatment of a female patient with various psychosomatic symptoms in order to illustrate the processes of transformation of hitherto unrepresented states of psychosomatic excitement, which initially need to be enacted and realized within the transference. The analytic attitude required for this and the mental conceptualizations are pointed out in the presentation of the clinical material and in subsequent reflection. The paper concludes by elaborating some central aspects of our expanded knowledge of the significance of unrepresented states of excitement in the early processes of exchange between the infant and its primary objects – as they present themselves with regard to questions of technique in the treatment of our patients. Johannes Döser: Die analgetische Potenz der psychoanalytischen Situation The Analgesic Effect of the Psychoanalytical Situation. While the painfulness of the psychoanalytic process is frequently discussed, the analgesic effect of the psychoanalytic situation has so far received little attention. Based on metapsychology and the etiology of physical and mental pain, this paper examines the efforts of the traumatized subject to find regenerative pathways that allow linking up with pretraumatic integrity and help to cope with physical and narcissistic injury. Due to its stimulating effect on phantasy and dream activity, the analytic situation is associated with a significant psychoprosthetic function which limits destructive pain and counteracts the development of chronic pain. Findings from phantom pain- and placeboresearch can provide useful hints for psychoanalysts in the treatment of patients with persistent pain disorders. Buchessay: Uta Zeitzschel: Riccardo Lombardis ›Formless Infinity‹: Der Körper als Kompass Riccardo Lombardis Formless Infinity – The Body as a Compass. Riccardo Lombardis book Formless Infinity (2016) is presented. Lombardi discusses the concepts of the unconscious, the role of the body in analysis, the reverie of the analyst, time, and death. He presents numerous clinical examples of working with psychotic patients and conceptualises his work based on theories of Bion and Matte-Blanco. Using a short case vignette, the author concludes with observations regarding the role of the body in analytic treatment. Wolfgang-Loch-Vorlesung: Joachim Küchenhoff / Rolf-Peter Warsitz: Von der Eigenständigkeit psychoanalytischer Erfahrung On the Originality of Psychoanalytic Experience. Psychoanalysis has often been criticized to lack an epistemological basis. In this paper we answer this critique by outlining what we call a »dialectical epistemology of psychoanalysis«. In part 1, the impasses in the controversial discussions concerning the epistemological status of psychoanalysis up to now are highlighted. In part 2, we focus on the philosophical foundations of the dialectical concept we propose. We argue for an enlarged concept of language, its foundation in semiotics and its central role for psychoanalytic epistemology. We show that any anthropology or hermeneutics that might serve as a basis for psychoanalysis must consider and integrate negativity, due to the psychoanalytic notion of the unconscious implying different kinds of negative experience. Part 3 describes the dialectical model with respect to basic tools of psychoanalytic perception: The fundamental rules of psychoanalytic practice are extended by the notions of reverie and prosody, allowing integration into a psychoanalytic use of semiotic principles. Part 4 summarizes the central arguments.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Postmoderne und Lebensphänomenologie

Postmoderne und Lebensphänomenologie von Kühn,  Rolf
Am Leitfaden von Immanenz und Differenz als den beiden zentralen Begriffen, die Lebensphänomenologie und Postmoderne seit den 1960er Jahren charakterisieren, erfolgt in der vorliegenden Untersuchung ein kritisches Gespräch zwischen Dekonstruktion und radikaler Phänomenologie. Im Ausgang von Husserl und Heidegger als Umbruch des Denkens in der Moderne werden die Weiterentwicklungen bei den postmodernen Autoren wie Bataille, Merleau-Ponty, Levinas, Deleuze, Lacan, Lyotard, Baudrillard, Foucault sowie Derrida und Nancy aufgegriffen und diskutiert. Ihre entsprechenden Affinitäten zur Lebensphänomenologie als einer Dekonstruktion der »Metaphysik der Vorstellung « bei Henry führen zur besonderen thematischen Berücksichtigung von Leiblichkeit, Intensität, Begehren und jouissance. Dabei wird ebenfalls die postmoderne Wissens- und Machtkritik im Zusammenhang mit Diskurs und Sprache behandelt, um eine ethisch-ästhetische Zukunft in Kultur und Gesellschaft in den Blick zu bekommen, welche auch die neuere normorientierte Post-Postmoderne nicht ignorieren kann.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Lebensmystik

Lebensmystik von Kühn,  Rolf
Durch die Darstellung von Denkern, die der Mystik innerhalb der Frage originären Lebens mit der entsprechenden Weltreduktion verpflichtet sind, wird die strukturelle Einheit von Leben und Mystik bestimmt. Lebensmystik erweist sich so als identisch mit dem Ur-Affektiven jeder Erprobung selbst, die mit der rein phänomenologischen Wirklichkeit des Lebens in jeder Praxis prinzipiell in eins fällt. Lebensmystik erweist sich dergestalt als der innerste Kern menschlicher Akt-Erfahrung noch diesseits von Begriff, Sein und Sprache, wodurch sich eine grundlegende Übereinstimmung in den behandelten Texten von Johannes, Meister Eckhart, Spinoza, Fichte, Bergson, Heidegger, Henry, Derrida, Marion und Lacan ergibt. Ein Ausblick über „Ästhetik und Lebensmystik“ beschließt die Untersuchung, um auch auf kulturelle Implikationen der Gesamtanalyse hinzuweisen.
Aktualisiert: 2020-11-12
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Der therapeutische Akt

Der therapeutische Akt von Kühn,  Rolf
In epistemologisch-phänomenologischer Hinsicht wird in diesem Buch der singuläre Zusammenhang von Wissen/Wahrheit in der analytisch-therapeutischen Praxis untersucht, die keinem vorgegebenen lebensweltlichen Diskurs mehr folgen kann. Die Veränderung des Patienten besteht in einem bisher ganz »neuen Sinn« für ihn, der Effekte zeitigt, die sich nicht mehr zu einer allgemeinen Theorie oder Ideologie verfestigen lassen. Insofern folgt die vorliegende Arbeit der grundsätzlichen Intention, wie ein »Wahrheitsdiskurs« überhaupt beschaffen sein kann, der nicht mehr den klassischen Vorgaben von Ontologie, Logik oder Historie unterliegt. Angesichts unserer kulturellen Situation wird damit über Therapie/Analyse hinaus eine praktisch-philosophische Diskussion angestoßen, der auch in allgemein ethischer wie lebensphänomenologischer Hinsicht eine nicht unbedeutende Relevanz zukommen dürfte.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Das Wesen des In-Erscheinung-Tretens

Das Wesen des In-Erscheinung-Tretens von Grätzel,  Stephan, Hansen,  André, Henry,  Michel
In dem frühen Hauptwerk „L’essence de la manifestation“ (1963) legt Henry die Grundlagen für seine Lebensphänomenologie. Er setzt sich dabei kritisch mit Husserls Phänomenologie auseinander und führt sie maßgeblich weiter. Zeigt sich in der Phänomenologie von Anfang an die enge Verbundenheit zwischen französischer und deutscher Geisteskultur, so festigt Henry dieses Band ein weiteres Mal, indem er die Frage nach dem Ursprung von Husserls Intentionalität stellt. Henry bereichert diese Diskussion durch die philosophische Verwendung des französischen Begriffs manifestation, der in der Terminologie der deutschen Philosophie nicht vorkommt und für den es auch sonst keine eindeutige Entsprechung im Deutschen gibt. Dieses Titelwort seines Hauptwerkes entwickelt Henry aber gerade aus dem Deutschen, indem er auf den Begriff der Erscheinung von Hegel zurückgeht und ihn zugrunde legt. Mit dem Titel der deutschen Übersetzung In-Erscheinung-Treten wird Henrys Anliegen deutlich gemacht, die Differenz zwischen Leben und Welt aufzuzeigen. Das Leben ist nicht Teil der Welt, es tritt aber in der Welt in Erscheinung. Es ist deshalb nicht von der Welt her zu begreifen, sondern kann von sich selbst her als transzendentales Leben philosophisch erschlossen werden.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Lebensreligion

Lebensreligion von Kühn,  Rolf
Auf radikal phänomenologischer Grundlage wird ein Verständnis des „Religiösen“ entworfen, welches die Unmittelbarkeit des Verhältnisses von Leben/Leib zur Voraussetzung hat. Insofern sich letzteres als religio vor jeder Zeit und Geschichte erweisen lässt, sind auch alle Realitätszugänge darin eingebettet, und zwar dank einer vorreflexiven Affektivität, welche der Selbstoffenbarung des Absoluten („Gottes“) selbst entspricht. Damit ist zugleich ein kulturelles Zukunftspotenzial aufgezeigt, welches die bisherige Spaltung von Allgemeinheit und Individuierung überwindet, sofern das jeweilige Handeln als originäres Können ebenso subjektiv wie universal ist. Der sich hieraus ergebende „interkulturelle“ wie „interreligiöse“ Dialog wäre dann nicht vorrangig an vermittelnde Interpretationen verwiesen, sondern an die reine Selbstaffektion des Religiösen als „Aufmerksamkeit für das Leben“ in allen Religionen und Traditionen selbst.
Aktualisiert: 2023-03-20
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Lebensethos

Lebensethos von Kühn,  Rolf
Um „Konkretionen“ eines radikalphänomenologischen Ethos handelt es sich in dieser Untersuchung insofern, als in den einzelnen Kapiteln ein vor-disziplinäres „originäres Wie“ des Erscheinens aufgesucht wird, welches allem geschichtlich bedingten Sprechen von Religion, Ethik, Ästhetik, Ökonomie und Kultur erst eine tragfähige Grundlage verleiht. Letztere zugleich als ethische Leiblichkeit im Sinne „subjektiver Praxis“ ohne weitere Signifikantenverweise zu verstehen, lässt aus jedem individuellen wie gemeinschaftlichen Bezug eine Inkarnationswirklichkeit werden, welche als „Lebensethos“ die ständige Potenzialisierung des Lebens als das unmittelbar Wirklichste offenbart – und somit selbst keiner distanzierenden Methode von Denken, Vorstellung, Politik oder Sprache mehr unterliegt. Jede ethische Praxis ist somit stets rein phänomenologische Wirklichkeit, wo die Leibaffektion gleichursprünglich religio und ethos impliziert, deren Bezug aus keinem menschlichen Handeln vor jeder regelhaften Anweisung weggedacht werden kann.
Aktualisiert: 2023-03-20
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