Über Monotheismen

Über Monotheismen von Schauer,  Hans
Nach Jahrhunderten egalitärer und vergleichsweise friedlicher Gesellschaften mit Gruppen von Sammlerinnen und Jägern kamen erst etwa 10.000 Jahre vor unserer Zeit im Vorderen Orient die auf Landbau und Viehhaltung aufbauenden Hochkulturen auf. Aus animistischen Anfängen entwickelten sich dort polytheistische Religionen, in denen jeweils mehrere Götter und Göttinnen angebetet wurden. Vom aufkommenden interethnischen Fernhandel unterstützt ermöglichte der so naheliegende Glaube an Naturgottheiten das Aufkommen einer ersten „Welt“kultur mit einem Austausch und weiteren Aufblühen von religiösen Orientierungen, Kulturtechniken, Künsten und Wissenschaften bis zu den Anfängen einer hoch abstrakten Mathematik. Über polyglotte Übersetzer und Wissensvermittler konnten althergebrachte Traditionen immer neue Verschmelzungen und Weiterentwicklungen erfahren, insbesondere im Schutz der schon in Anfängen demokratisch organisierten griechischen Polis. Dies alles wurde in Frage gestellt und vielfach fremdenfeindlich geschmäht und sogar bilderstürmerisch vernichtet durch den von Mose (ägyptisch: Sohn eines Gottes) nach Israel exportierten ägyptischen Monotheismus des Pharao Echnaton. In diesem Glauben wurden die Alleinherrschaftsansprüche der ersten Hegemonial-Herrscher (etwa über Ober- und Unterägypten) in eine himmlisch-religiöse Sphäre übertragen, so dass in Sklavenhalter-Gesellschaften schließlich organisierte Priesterschaften die Möglichkeit fanden, einen Glaubenszwang mit politischer Macht durchzusetzen. Der erste Band, der sich im Einzelnen auch kritisch mit Problemen der Blasphemie (Gotteslästerung), der Auserwähltheit, der Theodizee (Rechtfertigung Gottes angesichts des Leidens in der Welt) und mit verschiedenen Gottesrettungsversuchen befasst, endet mit einem versöhnlichen Versuch, diesen Gott nicht mehr atheistisch erbittert zu bekämpfen, sondern ihn in einer Abschiedsrede zu Wort kommen zu lassen, in der er uns bittet, ihn in Achtung seinem Ende entgegengehen und in Ruhe sterben zu lassen, ohne Versuche, ihn schon bald nach seinem Tode wieder zu exhumieren. Aber wer weiter an ihn glauben will, sollte nicht daran gehindert werden.
Aktualisiert: 2019-09-10
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Ein Lob der Vielfalt („Laudatio pluralitatis“)

Ein Lob der Vielfalt („Laudatio pluralitatis“) von Schauer,  Hans
Die Buchreihe „Über Vieles im Ganzen“ von Prof. Hans Schauer wendet sich mit dem sieben Einzelbände übergreifenden Titel gegen den Anspruch theologisch inspirierter Denker, über „Alles in Einem“, etwa über „den“ Kosmos als Schöpfung „des“ all-einzigen Gottes philosophieren zu können. Band 2: „Ein Lob der Vielfalt“ Den vagen Unendlichkeiten der Attribute des alleinherrschenden Monotheos („Allmacht“, „Allwissen-heit“, „Ewigkeit“, oder gar „summum bonum“!) wird in diesem Band eine für Menschen verträglichere und dienlichere Vielfalt von Positivitäten gegenübergestellt, orientiert an den ursprünglichen Pluralitäten der Familie, an der sich selbst organisierenden Gemeinde und der politischen Gewaltenteilung, aber auch ganz modern an den Möglichkeiten der Teamarbeit und der multidisziplinären Forschung. Zur Klärung des Zustandekommens und der immer neuen Bewährung solcher Vielfalt dient ein Rückgriff auf wissenschaftlich erschlossene Pluralitäten der Physik und Chemie, der Biologie und insbesondere der Primatenforschung und Anthropologie. Aus ethnologischen und kulturhistorischen Quellen wird die Exogamie (das Einheiraten und die Beibehaltung von Kontakten mit der Herkunftsfamilie) betont, die Rolle des sprachlich und kulturell Fremden in frühen Stammesgesellschaften und die Gestalt des heiligen und sogar göttlichen „Tricksters“ als Mittler und Anwalt der Menschen gegen totalitäre Götterherrschaft. An ausgewählten Gestalten der Religionsgeschichte wie dem sumerischen Gott Enki, den Griechen Prometheus und Hermes, dem Juden Jesus, dem islamischen Al-Kchidr und an weiteren historischen Persönlichkeiten, wird ein „Memom“ demonstriert, ein in Personen verdichteter und in Schriften tradierbar gewordener Sinn-Zusammenhang. Der kann auch heutigen Menschen Orientierung und Hilfe bieten. Auch für die in Megastädten und Armutsvierteln, unter Wirtschaftskrisen und andernorts unter Kriegen zwischen Warlords und unter neuen Totalitarismen leidenden Menschen, die aber doch zur Zusammenarbeit bereit und im Grunde auf irdisch-menschliche Weise glücksfähig sind, vielleicht schon in unserer Zeit, aber wenigstens (hoffentlich!) in Zukunft.
Aktualisiert: 2019-09-10
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Die Gewalt des einen Gottes

Die Gewalt des einen Gottes von Schieder,  Rolf
Die Fronten zwischen Befürwortern der These, dass monotheistische Religionen notwendig gewaltbereit seine und deren Gegner schienen bis vor kurzem so verhärtet zu sein, dass mit Neuigkeiten aus dieser religionstheoretischen Kampfzone nicht gerechnet werden konnte. Doch nun gibt es Neuigkeiten zu vermelden. Es ist Bewegung in die Debattenlage gekommen. So erscheint es dem Monotheismuskritiker Peter Sloterdijk nicht mehr sinnvoll, das Gewaltproblem weiterhin vorrangig an einem religionstheoretischen Konstrukt namens >Monotheismus< festzumachen. Jan Assman weist seinerseits nachdrücklich darauf hin, dass ein eindimensionaler, monistischer Kosmotheismus ebenso problematisch sei wie ein eindimensionaler Monotheismus. Kritiker der Monotheismuskritiker konzedieren, dass das Sinai-Narrativ nicht nur für das Judentum, sondern auch für die religiöse und politische Kultur der westlichen Welt prägend geblieben ist. Das revolutionäre Potential des biblischen Gottes kann schwerlich geleugnet werden. Es gehört zu den bemerkenswerten Stärken der hier dokumentierten Monotheismusdebatte, dass die Autorinnen und Autoren über Fächer- und Konfessionsgrenzen hinweg aufeinander hörten und gerade dadurch ihre Position profilieren konnten.
Aktualisiert: 2020-03-05
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