Uwe Timm hatte eine sehr persönliche Beziehung zur 1968er-Revolte. Gemeinsam mit Benno Ohnesorg hatte er das Braunschweig-Kolleg besucht. Als Zeitzeuge nahm er deshalb regen Anteil an dem, was in den Jahren nach dem gewaltsamen Tod Ohnesorgs passierte. In seinen literarischen Werken ließ Uwe Timm das Geschehen wieder und wieder Revue passieren. Mit den Erkenntnissen der erzähltheoretischen Wissenschaft interpretiert Sabine Weisz in ihrer Annäherung Uwe Timms Bücher Heißer Sommer, Kerbels Flucht, Rot und Der Freund und der Fremde und ebnet damit den Weg für neuartige, aufschlussreiche Perspektiven auf die zeitgenössische Literatur.
Aktualisiert: 2020-02-21
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Aus einer Rezension von Maurice Schuhmann, auf http://literaturglobe.de/mut-und-wut/
In den Jahren 1978 / 1979 führten der ehemalige APO-Vordenker Rudi Dutschke und der wegen angeblicher Beteiligung an einem von der RAF verübten Banküberfall inhaftierte libertäre Autor Peter Paul Zahl (alle türen offen, aber nein sagte Bakunin und lachte laut) einen ausgiebigen Briefwechsel. Zwei Ikonen der damaligen Linken, die in vielen Aspekten unterschiedliche Positionen vertraten, diskutierten unter erschwerten Bedingungen miteinander – Zahl sass in Haft, und die Bundesrepublik befand sich im Ausnahmezustand der Terroristenhatz. Erst am 24. Oktober 1978 erhielt Rudi Dutschke eine wiederholt eingeforderte Besuchserlaubnis bei P. P. Zahl.
Zahl selber wollte den Briefwechsel bereits 2001/2002 publizieren; dreizehn Jahre später wurde der Briefwechsel nun erstmalig von Dutschkes Witwe Gretchen und dem Germanisten Christoph Ludszuweit publiziert und um den im Hamburger Institut für Sozialgeschichte gelagerte Rudi Dutschke Nachlass ergänzt.
Der Briefwechsel an sich ist sehr spannend für die Rekonstruktion der linken Diskurse jener Epoche, enthält aber leider wie die Herausgeber selber im Vorwort bemerken, einige Lücken, weil einzelne Briefe nicht mehr auffindbar sind – darunter die erste Kontaktaufnahme der beiden. Sie kannten sich vorher nicht persönlich und es lässt sich nicht mehr rekonstruieren, wer den Briefwechsel bgeonnen hat. In den Briefen geht es um die Rolle der DKP, die Gründung der Grünen und die Schaffung der taz als auch um Fragen der Kampfformen (z.B. Hungerstreik), der Einordnung der 68er Bewegung als Studentenbewegung und biographische Episoden.
Neben dem Briefwechsel finden sich auch ein Brief von Peter Paul Zahl an Helmut Gollwitzer, einen engen Freund und Weggefährten Dutschkes, bezüglich des Todes von Dutschke.
Aktualisiert: 2023-03-16
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Welche Auswirkungen haben Erinnerungen auf unsere Identität? Wie beeinflusst die Identität die eigenen Erinnerungen, die im mündlichen und schriftlichen Erzählen weitergetragen werden? Und wie werden Erinnerungen zu literarischen Geschichten? Am Beispiel des deutschen Gegenwartsautors Uwe Timm widmet sich Simone Christina Nicklas diesen Fragen. Unter Einbezug psychologischer, sozial- und kulturwissenschaftlicher Gedächtnis- und Identitätstheorien analysiert sie die gesamten Prosawerke Timms – von ""Heißer Sommer"" bis ""Freitisch"". Dabei wird einerseits der biografische Hintergrund Timms beleuchtet, die Bedeutung seines Schreibens herausgearbeitet, und andererseits die Auseinandersetzung mit Erinnerungen und dem „So-Geworden-Sein“ der Erzähler und Figuren in Timms Werken fokussiert. Mit ihrer Studie macht Nicklas die literarischen Strategien Timms in der Gestaltung von Erinnerung sichtbar und zeigt, dass Erinnern stets ins Innere führt.
Aktualisiert: 2023-04-04
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Der 2. Juni 1967
„Krumme Straße, Westberlin, am 2. Juni 1967: Um 20:30 Uhr zielt der Kriminalbeamte Karl-Heinz Kurras, Abteilung I Staatsschutz, aus weniger als einem Meter Entfernung auf den Hinterkopf des 27-jährigen Studenten Benno Ohnesorg und drückt ab. Die Kugel aus der Walther PPK 7.65 tötet Benno Ohnesorg – sie trifft gleichzeitig in die Köpfe der gesamten außerparlamentarischen Opposition.“ Aus dem Vorwort der Herausgeber_innen
Am Abend des 21. Mai 2009 berichtet das heute-journal, dass Karl-Heinz Kurras IM der Stasi war. Uwe Soukup konfrontierte Kurras bereits am Morgen dieses Tages mit der bevorstehenden Enthüllung. Soukups Analyse des 2. Juni 1967 – in diesem ersten Band der Bibliothek des Widerstands.
Außerdem: Zehn Jahre nach dem 2. Juni 1967 blickte der Sozialforscher Karl Heinz Roth auf den Tod Benno Ohnesorgs zurück – ein historisches Dokument neu aufgelegt: „Mein 2. Juni“ - Karl-Heinz Dellwo erinnert sich, wie die Nachricht von den Schüssen auf Ohnesorg ihn als 15-Jährigen in der saarländischen Provinz erreichte.
Ein LAIKA-Mediabook endet nicht mit der letzten Seite! Wie in allen Bänden der Bibliothek des Widerstands erwartet Sie im hinteren Innendeckel eine DVD mit ausgewählten Filmen.
Der 2. Juni 1967 - BRD 1967, circa 47 Minuten, Regie: Thomas Giefer und Hans-Rüdiger Minow
Thomas Giefer und Hans-Rüdiger Minow begleiteten Ende der Sechziger Jahre die Aktionen der Außerparlamentarischen Opposition als politische Dokumentaristen. Ihr Film schildert detailliert die studentischen Protestaktionen während des Schah-Besuchs in Westberlin. Dem studentischen Ermittlungsausschuss, der sich nach der Ermordung Benno Ohnesorgs gründete, diente der Film als Beweismaterial. Minow und Giefer wurden im November 1968 wegen ihres politischen Engagements von der Berliner Film- und Fernsehakademie verwiesen.
Polizeistaatsbesuch - BRD 1967, circa 44 Minuten, Regie: Roman Brodmann
Eigentlich sollte der Schweizer Dokumentarfilmer Roman Brodmann in einem „Schmunzelbeitrag“ für den Süddeutschen Rundfunk (SDR) das „Drum und Dran“ des „aufwendigen Zeremoniells“ des Schah-Besuchs zeigen. Dank der Regie Brodmanns und aufgrund der Geschehnisse am 2. Juni 1967 entstand letztlich die Chronologie einer minutiös geplanten Notstandsübung, die im Tod Benno Ohnesorgs gipfelte. Brodmanns Film beschränkt sich nicht auf die Proteste in Westberlin, sondern dokumentiert Tag für Tag den Ausnahmezustand, in dem die BRD sich während des Schah-Besuchs befand.
Aktualisiert: 2023-01-07
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Das achtzehnte Peter Weiss Jahrbuch widmet sich dem kulturellen Bruch um 1968 und seinen Folgen.
Es wird eröffnet durch ein bisher ungedrucktes Gespräch mit Max von der Grün, das am 10. November 1989 stattfand.
Der Analysenteil versammelt Aufsätze zum vierten Band von Erasmus Schöfers Sisyfos-Tetralogie, zur Trotzki-Figur bei Peter Weiss, Volker Braun und Hartmut Lange, zu Weiss‘ Abschied von den Eltern und der Ästhetik des Widerstands, zur Konstruktion des Opferdiskurses bei Ingeborg Bachmann und Elfriede Jelinek, zur bildkünstlerischen und literarischen Adaption des Tods von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967.
Die Vorstellung zweier Dokumentartheaterprojekte von Moisés Kaufman bzw. Andres Veiel sowie Rezensionen zu Neuerscheinungen, darunter die Briefwechsel zwischen Hermann Hesse und Peter Weiss bzw. zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan, beschließen das Jahrbuch.
Aktualisiert: 2022-06-14
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