Welche Vergangenheit soll erinnert, welche lieber vergessen werden? Ina Markova erforscht, wie die NS-Zeit in österreichischen Geschichtsschulbüchern nach 1945 thematisiert oder eben nicht thematisiert wird. Besonders die Frage nach der österreichischen Mitverantwortung an Genozid und Vernichtungskrieg wurde lange Zeit übergangen, stattdessen wurden positivere - und dadurch identitätsstiftende - Aspekte der Geschichte thematisiert.
Ina Markova analysiert sorgsam Kontinuitäten und Zäsuren, Aufbrüche und "Schweigestellen" und verfolgt eine Reihe weiterer spannender Fragen: Was sind die Schlüsselbilder des österreichischen Gedächtnisses? Wie werden sie strategisch eingesetzt? Werden mit ihnen autoritative Sichtweisen über die nationale Identität Österreichs verankert?
Aktualisiert: 2023-02-13
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Welche Vergangenheit soll erinnert, welche lieber vergessen werden? Ina Markova erforscht, wie die NS-Zeit in österreichischen Geschichtsschulbüchern nach 1945 thematisiert oder eben nicht thematisiert wird. Besonders die Frage nach der österreichischen Mitverantwortung an Genozid und Vernichtungskrieg wurde lange Zeit übergangen, stattdessen wurden positivere – und dadurch identitätsstiftende – Aspekte der Geschichte thematisiert. Ina Markova analysiert sorgsam Kontinuitäten und Zäsuren, Aufbrüche und „Schweigestellen“ und verfolgt eine Reihe weiterer spannender Fragen: Was sind die Schlüsselbilder des österreichischen Gedächtnisses? Wie werden sie strategisch eingesetzt? Werden mit ihnen autoritative Sichtweisen über die nationale Identität Österreichs verankert?
Aktualisiert: 2023-04-04
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Spätestens seit den 1980er Jahren ist die Frage des Umganges der Zweiten Republik Österreich mit ihrer nationalsozialistischen Vergangenheit das zentrale Thema der österreichischen Zeitgeschichteforschung. Im Mittelpunkt der vielfältigen Untersuchungen zu Aspekten der konkreten "Aufarbeitung" im Rahmen von "Wiedergutmachung" und Restitution, zu Fragen des "österreichischen Gedächtnisses" und der (spezifischen oder unspezifischen) "Verdrängung" von Mitverantwortung steht dabei die so genannte Opferthese. Als "Gründungsmythos" der Zweiten Republik beeinflusst diese in vielfältiger Weise Argumentationsstrategien im politischen Diskurs Österreichs. In der Studie, gefördert durch ein Stipendium der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, wird anhand dreier Diskursszenarien die Etablierung, Funktionalisierung und Aktualisierung von mit der Opferthese verbundenen Narrativen in der politischen Auseinandersetzung untersucht. In Verbindung einer, die kommunizierten Inhalte und Argumentationsgewichtungen sichtbar machenden, quantifizierenden Analyse und einer exemplarischer Darstellung der den Diskursverlauf prägenden Nationalratsdebatten, werden Veränderungen in der politischen Argumentation und in der Instrumentalisierung von Geschichtsnarrativen im Längsschnitt offen gelegt. Abweichungen vom Mainstream, unterschiedliche Schwerpunktsetzungen, sowie aufkommende Gegenerzählungen konnten sichtbar gemacht werden. Zudem rückte die Rolle der Geschichtsnarrative abseits der Gedenktagsrhetorik ins Blickfeld. So konnten etwa im Entnazifizierungsdiskurs jene Strategieänderungen aufgezeigt werden, die mittels Diskreditierung der Gesetzgebung den Opferbegriff auf die ehemaligen Nationalsozialisten ausweiteten und diese dadurch in das integrativ wirkende, hegemoniale Narrativ des "Opfermythos" einbezogen. Ein Anliegen des Verfassers besteht auch darin, den exemplarischen Teil der Analyse in Form einer umfassenden Besprechung entscheidender Nationalratsdebatten durchzuführen, um die in den Wortmeldungen verfolgte Argumentation im Gesamtzusammenhang der Rede und der jeweiligen Debatte betrachten zu können.
Aktualisiert: 2019-12-20
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Durch die Waldheim-Debatte 1986 wurde die Opferthese, der Gründungsmythos der Zweiten Republik, als „Geschichtslüge“ entlarvt. Erstmals stand der Umgang mit der bislang ausgeblendeten NS-Vergangenheit der Jahre 1938 bis 1945 auf der Agenda der politischen und medialen Öffentlichkeit. Die folgenden Jahre waren durch Diskussionen um die verdrängte Involvierung in den NS-Staat, aber auch den Aufstieg des Rechtspopulismus bis hin zur Einbeziehung der FPÖ in eine Regierungskoalition geprägt. Damit wurde Österreichs Ruf als Land der unbewältigten Vergangenheit international erneut bekräftigt.
Heidemarie Uhl schlägt in diesem wegweisenden Band eine Lesart vor, die das österreichische Gedächtnis aus neuer Perspektive beleuchtet. Der Blick richtet sich auf die transnationalen-europäischen Dimensionen des österreichischen Gedächtnisses. Ist der österreichische Umgang mit der NS-Vergangenheit das „Andere“ einer europäischen Erinnerungskultur oder aber eine Variante im transnationalen Muster der Konstruktion der europäischen Nachkriegsmythen und ihres Zerfalls seit den 1980er Jahren? Was heißt „Aufarbeitung der Vergangenheit“ heute – mehr als 20 Jahre nach der Erosion der Opferthese und vielfältigen Initiativen einer neuen Erinnerungskultur?
Die Autorin:
Heidemarie Uhl, Dr., geb. 1956, Historikerin und Kulturwissenschaftlerin am Institut für Kulturwissenschaften und Theatergeschichte der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien. Habilitation für Zeitgeschichte 2005 an der Universität Graz, Lehraufträge an den Universitäten Graz und Wien, 2006 Gastprofessur am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien, 2009 an der Hebrew University Jerusalem.
Aktualisiert: 2021-01-08
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