Wenige Erzählverfahren wurden in den letzten Jahren so gründlich erforscht wie die Metalepse. Der kaum mehr zu überblickenden Fülle theoretischer Beschreibungsmodelle steht in der Praxis allerdings nur eine kleine Zahl von analysierten Primärtexten entgegen. Die Studie entwickelt daher ein eingegrenztes Modell metaleptischen Erzählens und wendet es auf bisher kaum erschlossene Texte der spanischen 1920er bis 1940er Jahre an: Autoren wie Mauricio Bacarisse, Ramón Gómez de la Serna, Mario Verdaguer, Benjamín Jarnés und der späte Azorín nutzen die Metalepse jeweils auf ganz unterschiedliche Weise. Mehr noch als an Unamuno orientieren sie sich an Pirandello, dessen Dramentheorie in Spanien innovativ auf die Poetik des Romans wirkt.
Der Variantenreichtum reicht von epigonalen Tendenzen bis hin zu einem völlig neuen pseudo-performativen Schreiben. In diesem Sinne diversifiziert die Studie das Bild einer spanischen (Spät-)Moderne und regt in der Gesamtschau eine Revision etablierter literarhistorischer Paradigmen an.
Aktualisiert: 2022-09-22
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Was spielen Theater eigentlich, wenn sie übersetzte Texte auf die Bühne bringen? Jede Inszenierung auf einer Bühne ist bereits ein Adaptions- und Übersetzungsprozess. Was also passiert, wenn der zugrunde liegende Text seinerseits eine Übersetzung ist? Was macht die Spielbarkeit eines übersetzten Bühnentexts aus? Nach welchen Kriterien werden Übersetzungen ausgewählt? Welche Instanzen spielen eine Rolle beim Transfer eines Bühnentexts von einem Sprach- und Kulturraum in einen anderen? Was passiert, wenn Dramenklassiker in einem fremden Kontext adaptiert werden?
Der vorliegende Band geht diesen Fragen am Beispiel der deutsch-italienischen Theaterbeziehungen vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart nach und nimmt dafür die Übersetzungs- und Aufführungsgeschichte von Goldoni, Pirandello oder Pasolini in Deutschland und von Goethe, Kleist oder Brecht in Italien unter Berücksichtigung von Theaterakteuren und Vermittlerfiguren wie Giorgio Strehler, Luca Ronconi, Heinz Riedt oder Edoardo Sanguineti und der Rolle von Theaterverlagen und -zeitschriften umfassend in den Blick.
Aktualisiert: 2021-04-08
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Bewegungsszenarien der Moderne veranschaulichen die bislang wenig erforschte Verflechtung von Bewegungstheorien und Modi der Schreibbarkeit von Bewegung anhand facettenreicher Thematisierungen in Literatur, Kunst und Wissenschaft. Dabei bilden Bewegungsdiskurse eine Kontaktzone zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen verschiedenster Disziplinen sowie technischen, medialen und ästhetischen Entwicklungen.
Für eine systematische Erforschung dieser transmedialen und multikomponentiellen Wechselbeziehung zwischen Bewegung und Schreiben werden die transdisziplinären Kategorien der ‚Szene‘ und des ‚Szenarios‘ vorgeschlagen. Der Band versammelt Beiträge aus Literatur-, Tanz-, Kunst-, Kultur- und Medienwissenschaften.
Aktualisiert: 2021-06-17
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Der Band präsentiert die Forschungsergebnisse des wissenschaftlichen Netzwerks ‚Paragesellschaften‘. Unter diesem Leitbegriff werden ‚Gesellschaften in der Gesellschaft‘ in fiktionalen Texten untersucht, die als Räume zur Verhandlung sozialer Spannungsverhältnisse dienen. Im Zentrum steht dabei die Reflexion über den Begriff ,Gesellschaft‘ und dessen narrative Struktur, wie sie sich ab dem 18. Jh. herausbilden.
Durch die Ungebundenheit an eine originäre Diskursautorität kann ‚Gesellschaft‘ eine Pluralität von Rechtfertigungsnarrativen erzeugen, die der Legitimation einer bestimmten Imagination von Gesellschaft dienen und ihrerseits Gegennarrative provozieren. Fiktionale Werke werden so als Verhandlungsmedien solcher gesellschaftlicher Strukturnarrative analysiert. Dabei werden besonders ihre ästhetischen Potentiale in den Fokus gerückt, welche die Genese von, aber auch Kritik an je spezifischen Imaginationen von Sozialität erlauben, die vielfach bis in die Gegenwart nachwirken.
Aktualisiert: 2020-10-08
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Das neue Medium des Films erobert fast zeitgleich mit der ästhetischen Moderne das kulturelle Feld Italiens. Indem die in Italien sehr resistente Ewigkeitsfiktion der Hochkultur auf den Aktualitätsanspruch der neuen Massenkultur stößt, entbrennt ein Wettstreit um die Kultur und ihre Medien; die Positionen von Literatur und Film werden hart umkämpft.
Die Monografie gibt Aufschluss darüber, wie in den Kultur- und den bis heute weitgehend unerschlossenen Filmzeitschriften Kultur, Literatur und Film im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts diskursiviert werden. Darüber hinaus beschreibt sie den Reflex des Films auf die künstlerische Tätigkeit: 1914 verfasst Gabriele d'Annunzio die Zwischentitel für den überaus erfolgreichen Film 'Cabiria', und seine Mitarbeit führt zu einer Prestigesteigerung des neuen Mediums. Ab 1915 beginnen Luigi Pirandello sowie die Futuristen, in den 20er Jahren auch Alberto Savinio den Film zeitweise ins Zentrum ihres Schaffens zu stellen. Ihnen gemeinsam ist, dass sie - wenngleich in unterschiedlicher Weise - der Herausforderung des Films mit Poetiken der Performativität begegnen.
Aktualisiert: 2021-02-23
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Die Logik des essayistischen Gedankens analysiert die Wege ästhetisch vermittelten freien Denkens zwischen Jahrhundertwende und Zweitem Weltkrieg anhand der paradigmatischen Textform des literarischen Essays – eine Gattung, welche die Widersprüche zwischen Wissenschaft und Literatur, Logik und Ästhetik, Wirklichkeit und Wahrheit in sich vereint.
Um die originäre Denkbewegung dieser Form der Reflexionsprosa nachzuzeichnen, entwickelt die vorliegende Studie Kategorien und Analyseinstrumente zur Interpretation des Essayistischen im Sinne einer selbstständigen Poetik mit selbstreflektiertem Ausdruckswillen. Dabei wird nicht nur auf die Möglichkeit struktureller Binnendifferenzierung hingewiesen, sondern auch die Entstehung der essayistischen Poetik vor dem Hintergrund philosophischer Ideengeschichte beleuchtet. Anhand beispielhafter Einzelinterpretationen werden die entwickelten Kategorien veranschaulicht und die Beziehungen zwischen den bedeutendsten italienischen Essayisten aufgezeigt.
Aktualisiert: 2019-01-08
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Der Band versammelt 14 Fallstudien, die sich einem für die italienische Literatur besonders ergiebigen Affektmuster widmen, den 'inquietudini'. Ausgehend von der augustinischen Bestimmung der menschlichen Natur als einer suchenden und ohne die Erfüllung in Gott geradezu kategorial in 'Unruhe' gründenden Natur hat sich das Konzept der 'inquietudine' insbesondere im Übergang von Mittelalter zu Renaissance (bei Petrarca) zu einer in anthropologischer und ästhetischer Hinsicht fundierenden Größe entwickelt. Die Beiträge gehen diesem Konzept in seiner motivlichen und diskursiven Ausfaltung zwischen Mittelalter und Jetztzeit sowie in Hinblick auf seine wirkungsästhetischen Funktionen nach. Ein Schwerpunkt liegt in den spezifisch modernen und somit säkular transformierten Ausgestaltungen des Konzepts (vor allem zwischen Scapigliatura und postmodernen Schreibweisen). Autoren, die dabei besonders zur Sprache kommen, sind u.a. Petrarca, Leonardo da Vinci, Manzoni, Tarchetti, Pirandello, Svevo, Levi, Pavese, Calvino, Tabucchi.
Aktualisiert: 2021-02-23
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Die Beschäftigung mit dem Wahnsinn ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Schon immer hat das Dunkle, Irrationale und Unverständliche der menschlichen Psyche zugleich beängstigt und fasziniert. Die künstlerische Darstellung des Wahnsinns verfügt nicht nur über eine lange Tradition, sondern zeugt auch von einer enormen Vielschichtigkeit und Heterogenität. Wie haben so bedeutende Dramatiker wie Luigi Pirandello, Samuel Beckett, Friedrich Dürrenmatt und Thomas Bernhard in unterschiedlichen Phasen des 20. Jahrhunderts das komplexe Phänomen des Wahnsinns behandelt? Welche Funktionen kann der Wahnsinn heute auf der Bühne besitzen, wie steht es um seine Wirkungsästhetik und um seine Affinität zur Problematik des modernen Subjekts?
Sandra Heinrici, geboren 1981, studierte Vergleichende Literaturwissenschaft, Französische Philologie und Medienwissenschaft an der Universität Bonn, sowie an der Université Aix-Marseille I. Seit 2007 arbeitet sie für ein internationales Kunst- und Kulturfestival in Bonn.
Aktualisiert: 2022-05-18
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