Der Kontext in den islamischen Wissenschaften

Der Kontext in den islamischen Wissenschaften von Shehata,  Usama Ahmed
Die Studie beschäftigte sich mit der Wichtigkeit des sprachlichen und außersprachlichen Kontextes in den Hauptdisziplinen, durch die der Sinn bzw. die lexikalischen, grammatischen, rhetorischen, usw. des koranischen Textes erschlossen werden. Diese Disziplinen sind vor allem Lexikografie, Grammatik, Rhetorik, islamische Rechtsmethodologie und die Koranexegese. Die arabischen Lexikographen interpretierten beispielsweise die Lexeme sprachlich durch ihre Synonyme oder Antonyme sowie durch Reflexion ihrer metaphorischen Aspekte. Sie erklärten sie außersprachlich durch die Erwähnung der soziologischen Hintergründe. Hinsichtlich des sprachlichen Kontextes in der Grammatik sind zur Bestimmung des Subjektes und des Objektes in einem Satz grammatikalisch gesehen die Haupt- und Nebendeklinationszeichen von großer Bedeutung. Der außersprachliche Kontext bestimmt die Übereinstimmung zwischen der linguistischen Konstruktion und der äußeren Tatsache, die in fünf Klassifizierungen hinsichtlich der Kongruenz und Absurdität gegliedert wird. „Die textuelle Ordnung“ wurde in der Rhetoriklehre als „sprachlicher Kontext“ und „Die Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Sprechsituation“ als „außersprachlicher Kontext“ bezeichnet. Die von arabischen Rhetorikern geprägte folgende Aussage: „Für jede Situation besteht eine übereinstimmende Äußerung“ zeigt, wie wichtig die Situation und die aus ihr resultierende verfasste Äußerung ist. In der Methodenlehre wurden „der Kontext der textuellen Ordnung“ als „sprachlicher Kontext“ und „die Begleitverhältnisse“ als „situativer Kontext“ benutzt. Im Kontext der textuellen Ordnung werden die Ausdrücke gemäß ihrer Klarheitsstufen, ihrer Unklarheitsstufen, ihrer Allgemeinheit sowie Spezifizierung und ihres Sinninhalts eingestuft und jede Stufe wurde weiterhin klassifiziert und erörtert. Als situativer Kontext wurden die Redesituation, die Sprechersituation, die Angesprochenensituation und die Offenbarungsgründe untersucht. In der Koranexegese wurden aus den Komponenten des sprachlichen Kontextes die Bereiche: Phonetik, Morphologie, Lexikografie und Grammatik behandelt. Die Elemente des außersprachlichen Kontextes sind die Rede, die Offenbarungsgründe und die mekkanischen und medinensischen Koranstellen.
Aktualisiert: 2023-04-06
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Die Lesbarkeit des Rechts

Die Lesbarkeit des Rechts von Augsberg,  Ino
Die Rechtswissenschaft, liest man in jüngerer Zeit, müsse sich, um den Herausforderungen der Moderne gewachsen zu sein, endlich von ihrem klassischen Anspruch als hermeneutische Textwissenschaft abwenden und stattdessen als pragmatische »Entscheidungswissenschaft« neu konzipieren. Quer zu dieser These wird hier ein Modell vorgeschlagen, das als kennzeichnend für das operative Verfahren des modernen Rechtssystems gerade seine Textualität bestimmt. »Text« benennt dabei nicht länger nur eine bestimmte Schriftform, sondern verweist auf eine juridische Praxis, die, statt sich auf von außen vorgegebene Legitimationsmuster zu stützen, sich über die Schaffung interner Anschlußmöglichkeiten selbst plausibilisiert.
Aktualisiert: 2020-08-24
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Kassiber

Kassiber von Augsberg,  Ino
Die unter dem Titel Kassiber versammelten Überlegungen gehen von der These aus, dass Übertragungen im Recht und in das Recht nicht erst ausdrücklich vorgenommen werden müssen. Sie passieren, alltäglich und stets. Die juristische Methodologie muss sich auf diese sich ereignenden Passagen einstellen. Die Ränder des Rechts bezeichnen Grenzen, an denen das Recht sich - im mehrfachen Sinne des Wortes - versäumt. Nur deswegen kann es mit anderen Bereichen der Gesellschaft verknüpft werden. Ino Augsberg untersucht diese These anhand eines Dreiergesprächs zwischen Jacob Taubes, Carl Schmitt und Hans Blumenberg, das um das Konzept `Kassiber` kreist. Was dabei zunächst mit Blick auf das Recht erörtert wird, reicht zugleich darüber hinaus: Mit dem Thema der Übertragung geht es um die allgemeine Problematik der Abgrenzung von Eigenem und Fremdem und jenen im Kassiber manifest werdenden Schmuggelprozess, der eben diese Grenze in Frage stellt.
Aktualisiert: 2020-01-24
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Die Lesbarkeit des Rechts

Die Lesbarkeit des Rechts von Augsberg,  Ino
Um den Herausforderungen der Moderne gewachsen zu sein, müsse sich Rechtswissenschaft endlich von ihrem klassischen Anspruch als hermeneutische Textwissenschaft abwenden und stattdessen als pragmatische 'Entscheidungswissenschaft' neu konzipieren. Entgegen dieser in jüngerer Zeit immer wieder vertretenen These schlägt Ino Augsberg in Die Lesbarkeit des Rechts ein Modell vor, das als kennzeichnend für das operative Verfahren des modernen Rechtssystems gerade seine Textualität bestimmt. 'Text' benennt dabei nicht länger nur eine bestimmte Schriftform, sondern verweist auf eine juridische Praxis, die, statt sich auf von außen vorgegebene Legitimationsmuster zu stützen, sich über die Schaffung interner Anschlußmöglichkeiten selbst plausibilisiert.
Aktualisiert: 2020-01-14
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Vorlesungen über juristische Methodologie 1802-1842

Vorlesungen über juristische Methodologie 1802-1842 von Mazzacane,  Aldo, Savigny,  Friedrich Carl von
Unentbehrlich für das Verständnis der theoretischen Fundamente des Denkens Savignys sind die Vorlesungen über Methodologie, die er regelmäßig, vierzig Jahre lang, zunächst als eigenständigen Kurs, später im Rahmen der "Einleitungen zu den Pandekten", hielt. Seine Aufzeichnungen zur Methode werden in dieser zweiten Auflage um neue Texte ergänzt, insbesondere durch die nach den neuen philologischen Kriterien, die neuere Savigny-Editionen gesetzt haben, revidierte Juristische Methodenlehre. Die Einleitung kommentiert den Funktionswandel von "Methodologie": Aus einem Bestandteil der "Enzyklopädie" wird sie im Laufe der Vorlesungen Savignys zu einem Konzept, das die Jurisprudenz als Wissenschaft begründet.
Aktualisiert: 2022-10-27
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Sprachliche Praxis und Islamische Normativität

Sprachliche Praxis und Islamische Normativität von Hilker,  Thomas
Eine der wichtigsten intellektuellen Verantwortungen besteht heute darin, die konventionelle Entgegensetzung des griechischen, hebräischen, arabischen und mittellateinischen Denkens zu bezweifeln und die Quellen wiederzufinden, an denen diese Geistesströmungen nicht im Gegensatz zueinander standen, sondern sich wechselseitig inspirierten. Die vorliegende philosophische Studie ist motiviert durch die These, dass ein Dialog mit der islamischen Geisteswelt heute in der Folge eines westlichen linguistic turn auch den ‚linguistic turn‘ des klassischen Islam berücksichtigen sollte. Das betrifft auch die Frage, welche bedeutungstheoretischen Ansätze die islamische Geistestradition ausgebildet hat und sich unter den Bedingungen der Moderne(n) als tragfähig erweisen auch im Sinne einer interkulturell-philosophischen und rechtstheoretischen Vermittelbarkeit. Wenn gefragt wird, ob und wie die islamische Geistestradition Ansätze einer Theorie der Bedeutung ausgebildet hat, so lassen sich solche in der genuinen Errungenschaft der islamischen Rechtsmethodologie vermuten. Diese theoretische Disziplin der uá¹£Å'l al-fiqh stellt wesentlich auch eine Bedeutungstheorie dar, weshalb sie nach einer Hauptthese dieser Studie als eine normative und pragmatische Semantik charakterisiert wird. Daher stellt die Theorie des Inferentialismus im Anschluss an den Philosophen Robert B. Brandom eine aussichtsreiche Plattform dar, einen ungewöhnlichen Blick auf diese islamische Geisteslandschaft freizugeben. Die vorliegende Studie richtet sich daher an LeserInnen, die sich im Grenzgebiet zwischen sprachphilosophischen, islamkundlichen, rechtstheoretischen und begriffshistorischen Fragen bewegen.
Aktualisiert: 2021-12-03
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Zufall, Abfall, Ausfall

Zufall, Abfall, Ausfall von Lahusen,  Benjamin, Simon,  Dieter
Noch nie sind so viele Schriften über die Grundlagen des Rechts erschienen wie in den letzten 20 Jahren. Eine größere Verbreitung haben die wenigsten von ihnen gefunden. Die heutige deutsche Welt der Rechtsphilosophie, der Rechtstheorie und der Rechtsmethodologie liegt zu großen Teilen im Dunkeln; im Grunde steht nicht einmal fest, ob jenseits von kontingenten Eruptionen und akademischen Zwängen überhaupt eine Publikationstätigkeit auszumachen ist, deren Produkte sich zu einer "Welt" zusammenfügen lassen. Dies herauszufinden, hat sich der Bücherstand zur Aufgabe gemacht: In Rezensionen, Berichten und Anzeigen durchmustert und kartographiert er die literarischen Erzeugnisse, welche die rechtswissenschaftlichen Grundlagenfächer in den letzten 2 Jahrzehnten hervorgebracht haben.
Aktualisiert: 2020-05-20
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Georg Friedrich Puchta und die „Begriffsjurisprudenz“

Georg Friedrich Puchta und die „Begriffsjurisprudenz“ von Haferkamp,  Hans-Peter
Ganz unangefochten galt Georg Friedrich Puchta (1798-1846) lange Zeit als der "Begründer der klassischen Begriffsjurisprudenz des 19. Jahrhunderts" (Wieacker). In der methodengeschichtlichen Literatur stehen hierfür die Schlagworte "Begriffspyramide" und "Inversionsmethode". In seiner Habilitationsschrift nimmt Haferkamp die in neuerer Zeit auftauchenden Zweifel an diesem Bild auf und legt eine erste umfassende Untersuchung dieser Zusammenhänge vor. Im ersten Teil der Arbeit werden verschiedende 'Puchtabilder' in ihrem Entstehungskontext rekonstruiert. Das daraus gewonnene Analyseraster bringt fünf Typen des 'Begriffsjuristen' Puchta und darin sieben Perspektiven und damit verbundene Vorwürfe gegen Puchtas Jurisprudenz. Im zweiten Teil wird Puchtas Methodenprogramm in seinem Kontext beleuchtet. Dabei werden bisher unbekannte Veröffentlichungen Puchtas und unveröffentlichte Briefe, insbesondere an Hugo, Savigny und Blume ausgewertet. Neben abstrakter Programmatik wird ergänzend auch die konkrete Verwendung dieser Konzepte am juristischen Einzelproblem in den Blick genommen. Völlig neue Ergebnisse ergaben sich insbesondere zu Puchtas Juristenrecht, zur Entwicklung seines Systemdenkens, zum signifikanten Einfluß der Münchener Vorlesungen Schellings, zum politischen Hintergrund und zu den Einflüssen dieser Ausgangsüberlegungen auf Puchtas Pandekten. Im dritten Teil werden diese Ergebnisse mit dem Analyseraster aus Teil 1 in ein Gespräch gebracht. Vom 'Begriffsjuristen' Puchta bleibt dabei nicht viel.
Aktualisiert: 2020-11-18
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