Zehntausende Menschen

Zehntausende Menschen von Dal Molin,  Marco, Guggisberg,  Ernst
In der Schweiz wurden bis 1981 Menschen ohne Gerichtsurteil in Einrichtungen wie Arbeitsanstalten, Psychiatrien, Strafanstal­ten oder Trinkerheilstätten eingewiesen. Es handelte sich nicht um Einzelfälle, von der Massnahme waren Zehntausende Men­schen betroffen. Gleichzeitig entwickelte sich im 19. und 20. Jahrhundert eine viel­fältige und vernetzte Anstaltslandschaft. Der Band richtet das Augenmerk auf die quantitative Dimension der administrativen Versorgung in der Schweiz zwischen 1930 und 1981. Im Zentrum stehen zwei Fragen: Wie viele Menschen wurden administrativ versorgt und in welchen Anstalten wurden diese fürsorgerischen Zwangsmassnahmen vollzogen? Erstmals wird eine differenzierte Schätzung der Anzahl betroffener Personen vorgenommen. Zudem wird das kom­plexe Gefüge der Anstalten erläutert. Beide Dimensionen zeigen die Grössenordnung und die Tragweite der administrativen Versorgung.
Aktualisiert: 2018-12-19
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«Zwangslagenleben»

«Zwangslagenleben» von Ammann,  Ruth, Schwendener,  Alfred
Wer sind die Menschen, die von einer ad­ministrativen Versorgung betroffen waren? Wie gerieten sie in den Fokus der Behörden, wie erlebten sie die administrative Versorgung und welche Auswirkungen hatte diese auf ihr weiteres Leben? Ausgehend von 58 biografischen Interviews mit ehemals administrativ versorgten Menschen sucht der Band Antworten auf diese Fragen. Die vergleichende Analyse der Interviews offen­bart auffällige Gemeinsamkeiten, etwa, wie die Betroffenen Opfer dieser Massnahme wurden, aber auch in Bezug auf die berufli­chen Wege, die ihnen nach einer adminis­trativen Versorgung offenstanden, und den Erfahrungen, die sie in ihrem familiären und sozialen Leben teilten. Es wird deutlich, dass die Geschichte der administrativen Versorgung im hier behandelten Zeitraum der Nachkriegszeit auch als eine Geschichte der Gewalt und des gesellschaftlichen Um­gangs mit Opfern von Gewalt verstanden werden kann – mit bisweilen gravierenden Auswirkungen für die Betroffenen bis heute.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Das Wetter der Nation

Das Wetter der Nation von Hupfer,  Franziska
Weshalb wurde das systematische Beobachten des Wetters zu einer Aufgabe des schweizerischen Bundesstaats? Und was bedeutete dies für die Meteorologie und Klimatologie als Wissenschaft, aber auch für die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit dem Wetter? Franziska Hupfer untersucht eine Epoche der Schweizer Geschichte, in der sich ein neues Verhältnis von Wissenschaft, Staat und Nation entwickelte. Die Geschichte der Meteorologie und Klimatologie in den Jahrzehnten um 1900 zeigt, wie eng das politische Projekt des Nationalstaats mit der Entstehung wissenschaftlicher Einrichtungen verbunden war. Im Zentrum der Untersu­chung steht die Schweizerische Meteorologische Zentral­anstalt, die sich in dieser Zeit als wichtige Akteurin im Wissensfeld etablierte. Sie organisierte ab 1863 eine landesweite Klimabeob­achtung mithilfe von Laien. Die formalisierte und zunehmend international standardisierte Erfassung des Wetters brachte ein quantitatives Klimaverständnis hervor. Ab 1880 gab die Zentralanstalt zudem tägliche Wetterbe­richte mit Prognosen heraus, was politisch erwünscht, aber wissenschaftlich umstritten war. Die Studie zeichnet nach, wie sich die Produktion von Wissen über Wetter und Klima in dieser Phase grundlegend veränderte. Die dama­ligen Entwicklungen prägen die Datenerhebung, die Forschungspraxis und den gesellschaftlichen Umgang mit der Natur bis heute.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Chantai rumantsch!

Chantai rumantsch! von Decurtins,  Laura
Auf der Suche nach ihrer Identität treffen sich die Bündnerromanen besonders gerne in jener Kunstform, die diese nicht nur in Worte, sondern auch in Töne fassen kann: in der Vokalmusik, genauer: in der musica rumantscha. Denn die musica rumantscha klingt nicht nur, sie transportiert auch die Sprachidentität, vermittelt den soziohistorischen Kontext und erschafft die Imagination einer kulturellen Gemeinschaft. Diese musikalische Selbst(er)findung Romanischbündens verdichtet sich im oft gehörten Appell: «Chantai rumantsch!» Als identitäts­ und gemeinschaftsstiftendes Rückgrat der musica rumantscha gelten in erster Linie die chanzuns rumantschas, die Lieder aus den Bereichen der weltlichen und geistlichen Kunst­ und Popularmusik, die in die (erfundenen) kulturellen Traditionen der Heimat eingebettet sind. Die vorliegende Publikation spannt erstmals einen Bogen vom ersten gedruckten Gesangbuch von 1562 in die Gegenwart und belegt, wie die musica rumantscha als Ausdruck einer «bündnerromanischen Seele» ideologisch aufgeladen und als Stifterin von Gemeinschaft und Identi­tät in Zeiten grösserer Umbrüche funktionalisiert werden konnte. Dies mach­ten sich die unterschiedlichsten konfessionellen, nationalen und sprachlich­ kulturellen Bewegungen in Romanischbünden zunutze und formten so gleichzeitig die Geschichte und das Wesen dieser Musik massgeblich mit.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Farbraum Stadt: Farbkultur in Winterthur

Farbraum Stadt: Farbkultur in Winterthur von Betschart,  Andres, Gasser,  Stefan, Marty,  Basil, Wenger-Di Gabriele,  Marcella, Wettstein,  Stefanie, Widmer,  Jasmin
Welche Farben prägen das Gesicht der Stadt Winterthur? Das 356. Neujahrsblatt der Stadtbibliothek Winterthur gibt mit drei grossen Farbkarten und einem reich bebilderten Buch zur Geschichte der Farbigkeit der Stadt Antwort auf diese Frage. Die Altstadt und die Quartiere Winterthurs ha­ben einen ganz eigenen Farbcharakter: Plätze, Strassen, Siedlungen und Verbauungen wurden unter diesem Gesichtspunkt von Fachleu­ten evaluiert und die Ergebnisse publiziert. Vier grossformatige Farbkarten zeigen, wie subtil die Farbgebung von Häusern unsere Umgebung gestaltet und schaffen eine sachliche Grundlage für Diskussionen zur Gestaltung von Hausfassaden bei Um­ und Neubauten. Das Buch, durch das Fotografien von Michael Erik Haug leiten, bringt in vier Beiträgen historische, farbtechnische und denkmalpflegerische Aspekte der städtischen Farbkultur zur Sprache. Die längerfristige Entwicklung der Fassadengestaltung vom 17. Jahrhundert bis in die Gegenwart wird ebenso thematisiert wie die Ausstellung «Die farbige Stadt» von 1926, die im Rahmen einer internationalen Bewegung für mehr Farbe im Stadtbild warb, aber in Winterthur nicht Fuss fassen konnte.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Leben schreiben

Leben schreiben von Züger,  Andrea
Autobiografisches Schreiben ist mehr als eine sprachliche Handlung. Aber was genau passiert, wenn wir planen, unser Leben aufzuschreiben? Auf der Basis von Leitfadeninterviews mit vier Autobiografinnen dokumentiert die vorliegende Studie den Prozess des autobiografischen Schreibens von der Idee bis zum geschriebenen Text. In der volkskundlich­kulturwissenschaftlichen Erzähl­forschung wurden bis anhin vor allem schriftliche Zeug­nisse und mündliche autobiografische Erzählungen zum Forschungsgegenstand. Eine empirische Auseinandersetzung mit dem Prozess des autobiografischen Schrei­bens selbst und dessen Deutung durch die Schreibenden fehlt jedoch. Im Zentrum dieses Buches steht die Analyse dessen, wie Schreibende den Weg zur Autobiografie be­schreiben und deuten. Der Prozess des Erinnerns, Schrei­bens und (Selbst­)Deutens als Teil des Projekts Autobiografie wird als konkre­tes, biografisches und kulturanalytisches Machen anhand einer Erzählung über das Erzählen – einer Erzählung in doppelter Performanz – untersucht. Im autobiografischen Schreiben als ästhetische Arbeit dominiert eine Viel­zahl von Praktiken, die als Handlungskonzept gegenwärtiges und zukünftges Leben gestalten.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Maskierte Helden

Maskierte Helden von von Holzen,  Aleta-Amirée
Heldengestalten wie Zorro, Batman oder Spider-Man sind für ihre actionreichen Kämpfe gegen das Verbrechen bekannt. Da sie diese nur maskiert bestreiten, eignen sich solche Helden besonders zur Untersuchung vielfältiger Thematisierungen von Identitätsvorstellungen, kommt der Maske doch seit je die Funktion zu, Identitätskategorien und -kategorisierungen zu hinterfragen. Kontrastierende Rollenerwartungen und daraus erwach­sende Konflikte, moralische Dilemmata und Identitäts­krisen, aber auch Identitätsbestätigungen und heimliche Erfolge gehören zu den Erfahrungen, die die Doppel­identität maskierter Helden begleiten. Was maskierte Helden ausmacht und wie sie zwischen Fragen nach dem «wahren Ich» und multiplen Selbsten oszillieren, zeigt dieses Buch, das einen grossen zeitlichen Bogen über das ganze 20. und bis ins 21. Jahrhundert schlägt, von den Pulp-­Novels der 1910er Jahre bis zu aktuellen Superhelden­comics: Weltbekannte Figuren wie Superman und weniger bekannte wie Daredevil, die Thunderbolts und The Shadow sowie heute fast vergessene Helden aus den goldenen Zeitaltern dieser beiden Medienformate werden in diesem Buch analysiert.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Medialität

Medialität von Kiening,  Christian, Stercken,  Martina
Mediengeschichte im traditionellen Sinne wirft mehrere Probleme auf: Sie setzt immer schon voraus, welches die Medien sind, deren Geschichte geschrieben werden soll. Und sie schreibt diese Geschichte als eine von markanten Innovationen, die insgesamt einer mehr oder weniger deutlichen teleologischen Linie folgen. Wo hingegen weniger die Medien als solche denn die medialen Prozesse und medialen Formen in ihren historischen Dynamiken und Vielschichtigkeiten interessieren, ist eine Geschichtsschreibung gefragt, die nicht nur die globale, sondern auch die lokale Dimension, nicht nur die Makro-, sondern auch die Mikroebene in den Blick nimmt. Ein derartiger Zugang zur Historizität medialer Phänomene wird sich in be­vorzugter Weise an signifikanten Konstellationen orientieren. Mit Konstella­tionen sind spezifisch räumlich und zeitlich verdichtete Gefüge kultureller Elemente gemeint. Sie setzen eine gezielte Formung voraus, die sich aber ihrerseits auf vorgegebene Diskurse und deren Elemente bezieht: hier auf mediale Phänomene, die, sei es explizit, sei es implizit, im Zentrum der jeweiligen Gefüge stehen.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Fragen zu gestern sind Fragen von heute

Fragen zu gestern sind Fragen von heute von Bischofberger,  Sofia, Meier,  Luzian, Métraux,  Joséphine
Die UEK hat die Geschichte der administra­tiven Versorgungen untersucht und sich dabei mit Themen wie Armut, Gesundheit, Arbeit, Ordnung, Sexualität, Familie und Ausbildung befasst. In wechselseitiger Ab­hängigkeit sind diese Themen miteinander verflochten – gestern und heute. Über Zitate, Quellenbeispiele, reale und fiktive Gespräche nähert sich dieser Band der Thematik der administrativen Versorgung und ihrer histo­rischen Aufarbeitung an. Er gibt Einblick in die Aufgaben und die Forschungsarbeit der UEK und beleuchtet die Thematik aus einer literarischen Perspektive: Forscherinnen und Forscher der UEK zeigen, wie sie den obengenannten Themen in ihrer Arbeit begeg­net sind; Kommissionsmitglieder erläutern, welchen Nutzen das Wissen über die Vergangenheit birgt; ein dritter Zugang erfolgt über literarische Texte von Autorinnen und Autoren des Schweizerischen Literaturinstituts in Biel, die eigens für die UEK geschrieben wurden.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Der Luzerner Grosse Rat, 1803–2007

Der Luzerner Grosse Rat, 1803–2007 von Steinhauser,  Margrit
Am Beispiel des Kantons Luzern richtet die Publikation zunächst den Blick zurück in die Ursprünge der ersten modernen parlamentarischen Vertretungen und zeichnet dann den langen, wechselvollen Weg zum modernen Kantonsparlament des 21. Jahrhunderts nach. Grundlage der Publikation bildet die Analyse der von der Autorin erstellten Liste der 2582 Mitglieder des Luzerner Grossen Rates bis zur neuen Luzerner Verfassung von 2007. In einem kollektivbiografischen Ansatz werden in 14 Längsschnitten verschiedene Typen und Karrieremuster der Luzerner Grossratsmitglieder fassbar gemacht, das heisst in Bezug auf Stand, Beruf, politische Herkunft und lokale Ämter sowie Kontinuität und Wandel des kantona­len Milizparlaments beschrieben. Das Amt Grossrat blieb bis weit ins 20. Jahrhundert hinein grösstenteils einer männlichen Elite vorbehalten. Die Luzerner Frauen erhielten im Oktober 1970 das kantonale Stimm­- und Wahlrecht und konnten so in den Gesamterneue­rungswahlen im Frühjahr 1971 erstmals für den Grossen Rat kandidieren. Zu einer nachhaltigen Öffnung des Amtes Grossrat für breitere Schichten kam es aber erst nach 1968 auf dem Hintergrund der europäischen und schweizwei­ten gesellschaftlichen Öffnung. Das Buch schildert unter anderem die Entwicklung des rechtlichen Rahmens, die Stellung des Parlaments zu Regierung, Gerichten und Verwaltung, die Volksrechte und das Wahlrecht ebenso wie politische Reformen (Luzern 99) und ermöglicht so aus der Perspektive der Legislative Einblicke in die Luzerner Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts.
Aktualisiert: 2018-12-19
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Qualität bei Verlagen wie zum Beispiel bei Chronos

Wie die oben genannten Verlage legt auch Chronos besonderes Augenmerk auf die inhaltliche Qualität der Veröffentlichungen. Für die Nutzer von buch-findr.de: Sie sind Leseratte oder Erstleser? Benötigen ein Sprachbuch oder möchten die Gedanken bei einem Roman schweifen lassen? Sie sind musikinteressiert oder suchen ein Kinderbuch? Viele Verlage mit ihren breit aufgestellten Sortimenten bieten für alle Lese- und Hör-Gelegenheiten das richtige Werk. Sie finden neben