Der die Farben tanzen lässt

Der die Farben tanzen lässt von Boberg,  Jochen, Damm,  Ulrike, Schneckenburger,  Manfred
"Boissel nimmt Linie und Raum. Die Linie zeichnet Bewegung, erzählt vom Spiel zwischen Warten und Sprung, ist Ungeduld, muss weiter und weiter, muss vor und zurück und kann nur ungestüm sein. Sie tobt von hier nach dort, die Augen folgen ihr, so hastig wie sie selbst. Man will doch hinterher und bleiben geht nicht, denn der Schwung trägt den Blick davon, egal ob Stift oder Pinsel. Da hält nichts still, es springt mal laut, mal leise, immer in Bewegung, im Rhythmus dessen, der das Medium führt. Graphit oder Farbe, nimmermüde Linien folgen der Melodie des Körpers und der Tanz wirft die Farben". Ulrike Damm
Aktualisiert: 2019-04-16
> findR *

Die Poesie des Buchhalters

Die Poesie des Buchhalters von Boberg,  Jochen, Damm,  Ulrike
Ich habe drei Romane geschrieben. „Ich bin nicht müde, ich bin verrückt“, „Musik stört beim Tanzen“, -„Die Poesie des Buchhalters“. Meine an Alzheimer erkrankte Mutter war der Anlass. Sie starb 2013. In den ersten beiden Romanen geht es um eine Frau, die im Krieg geboren wurde und ein Leben geführt hat, das ihren Möglichkeiten nicht entsprach. Die Romane beschreiben die Umstände dieses Lebens und einen jeweils unterschiedlichen „Ausstieg“, legen einen Zusammenhang nahe zwischen Lebens-führung und der Art des Entkommens. Antworten geben sie nicht. Bis zu ihrer jeweiligen „Flucht“ folgen beide Frauen ein und demselben Lebens-modell. Davon unerfüllt, steigen sie, im Innern verzweifelt, auf unterschiedliche Weise aus. Dementsprechend sind der Umgang damit, und die Schluss-folgerungen: Die eine wird krank, die andere flüchtet sich in eine Krankheit, die sie nicht hat. Die eine vergisst und weiß nichts mehr, die andere vergisst, weil sie das, was sie weiß, nicht mehr wissen will. Für beide bestimmt das Vergessen den Blick auf ihr bisheriges Leben, auf sich selbst und auf nahestehende Menschen. Dieser Blick kann vernichtend oder befreiend sein. Vernichtend durch den Verlust von Sprache und der eigenen Geschichte, befreiend von gelebten Zwängen und dem Entdecken neuer Worte für die Liebe. Zwei Leben, zwei Thesen, die sich „nur“ unterscheiden durch die vermeintliche Wahl des Ausstiegs. Der dritte Roman „Die Poesie des Buchhalters“ schildert ein Paar, das zusammenlebt und sich nicht versteht. Worte helfen nicht, reichen nicht aus. Also schweigt er und lässt sich nicht ein, sie klagt darüber und verliert sich in Projektionen über das, was er möglicherweise heimlich tut. Die normale Sprache genügt nicht. Sie müssen etwas anderes tun, um sich zu -verständigen, und finden einen Weg: Er schreibt, und sie liest. In all den Texten geht es um das Leben, den Versuch es richtig zu machen und den Verlust. Und es geht um die Wahl der Worte, mit denen wir unser Denken und Tun beschreiben, um die Sprache, mit der wir uns erklären und preisgeben. Tun wir das nicht, geht es um die Folgen. Die Texte sind Bekenntnisse subjektiver Wahrheiten. Ich habe sie geschrieben und dann wollte ich sehen, wie sie aussehen; welche Gestalt diese Wahrheiten haben. Auf 94 fast einen Meter hohe Papierbögen habe ich den Text „Ich bin nicht müde, ich bin verrückt“ mit Bleistift übertragen. Die Handschrift verrät, was der Protagonistin so lange verschwiegen blieb: die Wahrheit über den Grund ihrer Verzweiflung und den Prozess des sicheren Verfalls. Wut, Angst, Trauer, Vergessen, das Nachlassen aller Fähigkeiten, das Alleinsein, das nicht mehr wissen, nicht mehr können … man sieht es in der Handschrift, Ausdruck eines großen Schmerzes und einer aussichtslosen Denkarbeit; jedes Blatt eine Zeichnung, teilweise unleserlich, teilweise penibel an Gelerntem festhaltend, in Kinderschrift, Gekritzel, verzweifelte Ausstreichungen. Die Worte wanken, warten, überlagern sich, werden spindeldünn und kraftlos, dann wieder kindlich, unbeholfen, breit und schief. Die Schrift verläuft mal gestaucht, mal gesperrt, verlässt Spalten, die zuvor noch da zu sein schienen und kippt aus angenommenen Linien. Dazwischen liegen unbeschriebene Flächen wie blinde Flecken. Da fehlen die Worte. Der zweite Text „Musik stört beim Tanzen“ – ein Tagebuch der Protagonistin aus der Zeit November 2004 bis August 2006 – markiert mit 900 kleinen, mit Bleistift geschriebenen Zetteln einen langen Weg. Die quälende Menge dieser Blätter, mit einer fast gleichförmigen Schrift auf karierten, linierten oder Blanko-Zetteln, manchmal verknittert, verschmutzt und bleistiftverschmiert, erzählt von langen Nächten des Schreibens, Zweifelns und Haderns, von endloser Zeit der Selbstfindung, und schließlich von der Wiederentdeckung und vom Wert des Lebens. Der dritte Text „Die Poesie des Buchhalters“ zeigt über tausend weiße und gelbe Kartei-karten unterschiedlicher Größe. Hier ist die Sicht des Protagonisten auf das gemeinsame Leben penibel in Druckbuchstaben festgehalten. Jede Karte, darauf jeder Satz sind nummeriert, sie folgen einer undurchsichtigen Textdramaturgie, die nur er versteht. Hilfsmittel zur Strukturierung des Inhalts, wie Pfeile, die auf andere Karten verweisen, Unterstreichungen, Wort- und Zeilenlücken entfremden die Botschaften. Demgegenüber hängt die Sicht der Frau auf Hunderten von weißen Trennkarten an roten langen Fäden von der Decke herab, mit schwarzem Filzstift in unpräten-tiöser Mädchenschrift geschrieben und versehen mit seltsam exzessiven Aus-streichungen, die wie Aussetzer in gleichförmiger Textlandschaft wirken. Eine undurchsichtige Harmonie, ein Nebeneinander mit fast autistischem Gebaren auf der einen, unbeholfener Grobheit auf der anderen Seite, ohne gemeinsame Sprache und doch zusammen. Durch die Visualisierung der Texte habe ich die Romane ein zweites Mal geschrieben. Der Bleistift schreibt sie neu, für jeden, der mit ihm den Tanz über die Fläche wagt. Ulrike Damm
Aktualisiert: 2018-11-07
> findR *

Was uns antreibt

Was uns antreibt von Boberg,  Jochen, Damm,  Ulrike
Das Buch zeigt Werke von acht Künstlern, deren unterschiedliche Arbeitsauffassungen und Arbeitsweisen eine erstaunliche Bandbreite aktueller Kunst präsentieren. Die Werke werden von ausführlichen Interviews begleitet, die Ulrike Damm mit den Künstlern geführt hat. Mit Schülern von Beuys, Uecker, Hüppi oder Schwegler werden mehr als 40 Kunstwerke abgebildet, deren Schöpfer sich keinem Malstil oder einer Schule zuordnen lassen.
Aktualisiert: 2018-11-07
> findR *

Erinnern oder das, was wir Geschichte nennen

Erinnern oder das, was wir Geschichte nennen von Boberg,  Jochen, Damm,  Ulrike
125 Jahre in Deutschland, Kaiserreich, zwei Weltkriege, Diktaturen und Demokratie, Wirtschaftswunder und Krisen, Teilung und Wiedervereinigung – Eine subjektive Bild- und Textlandschaft wird zu Zeitbildern zusammengefügt. Wer sich dem Erzählstrom der Bilder und Gedichte aussetzt, der erfährt etwas über die lange Dauer des 19. und über die Zäsuren des 20. Jahrhunderts, der versteht mehr davon, wie das Aufwärts und Abwärts von Konjunkturzyklen, von Moden, wie Aufbrechen und Abschiednehmen aussehen, der erlebt dieses Buch als hellsichtige Person der eigenen Zeitgeschichte. Für die beiliegende CD wurde weitgehend historisches Tonmaterial verwendet, in einzelnen Fällen sogar Aufnahmen mit den Künstlern der jeweiligen Uraufführungen. Jedem einzelnen Titel folgt eine Jahrzehnte später entstandene Aufnahme des gleichen Stücks. Dies ermöglicht einen höchst reizvollen interpretationsgeschichtlichen Vergleich.
Aktualisiert: 2018-11-07
> findR *

Schmerzhaft genial

Schmerzhaft genial von Boberg,  Jochen, Damm,  Ulrike, Ullrich,  Thomas
Teilweise in den Werken sichtbar und auch in eigenen Kommentaren reflektiert, sind Künstler wie Albrecht Dürer, Fransisco de Goya, Ernst Ludwig Kirchner, Lovis Corinth, Horst Janssen, Anton Räderscheidt und Daniel Spörri in ihrer eigenen Biografie vom Einfluss der Krankheit auf ihre Identität betroffen oder sie kommentieren mit ihren Werken zum grundsätzlichen Phänomen von Krankheit. Die künstlerischen Reflexionen zu einem Thema, das uns alle betrifft, führen unausweichlich zu Fragen nach dem eigenen Zustand, zum Umgang mit selbst erfahrender Krankheit, zum gesund werden und den Systemen, die unsere Gesundheit sichern sollen.
Aktualisiert: 2018-11-07
> findR *

Antje Hain

Antje Hain von Boberg,  Jochen, Damm,  Ulrike, Hain,  Antje, Kleinschmidt,  Marion
„Die Bilder von Antje Hain zeigen uns, wie schwer es ist, wahre Schönheit auszuhalten. Erst auf den zweiten Blick sehen wir die Unanständigkeit hinter der Reinheit, die physische Überlastung der herrlichen Frauengestalt, die Anstrengung. Die Frau ist so schön, wie der unsichtbare Mann dahinter fordernd ist. Ungewollte Ausschweifung, die wir nicht sehen, aber Geste und Blick der Frau verraten: es ist grauenhaft. Diese Bilder sprechen Wahrheiten aus. Weil man sie nicht wissen will, fühlt man sich ertappt, wenn man sie trotzdem ahnt. Man möchte das Leben lieber schön in Augenschein nehmen, der Schein soll Schein bleiben; lieber Wohlgestalt als das Gelebte. Aber hier muss man Alles nehmen: die ganze hässlich wahre Schönheit mit ihrer Zerbrechlichkeit und Macht, ihrer Moral und Verderbtheit, ihrer Angst und Gewalt. Antje Hain will das Ganze sehen, und mit ihrer einzigartigen Befähigung, die Natur des Schönen ins Bild zu fassen, zeigt sie uns, dass es – wenn man von Kunst spricht – immer um Leben und Tod geht.“ Ulrike Damm
Aktualisiert: 2018-11-07
> findR *

Fremder Horizont

Fremder Horizont von Boberg,  Jochen, Damm,  Ulrike, Gomringer,  Eugen, Jakob,  Fritz, Scholtz,  Jacob J
„Die Kenntnis über die Arbeit des Bildhauers Andreas Theurer führte zu dem Wunsch einer persönlichen Begegnung mit ihm. Für mich, den Älteren, war das ein Gewinn. Der Begegnung folgte durch Neugierde ein Kennenlernen von Theurers Werk. Auffallend war für mich, dass sein Formbilden aus einer geistig-sinnlichen Betrachtung der Natur und durch Erfahrung bei der Arbeit erworben wurde. Seine Entwicklung basiert auf einem handwerklichen Können, ich kann das beurteilen, er ist nicht stolz darauf, aber er hat seine Bildhauerei darauf gegründet. Er fand dabei Maßstäbe, die das Gewicht zweier Jahrtausende für sich haben.“ Werner Stötzer
Aktualisiert: 2018-11-07
> findR *

Freunde des Unsinns – Daniil Charms

Freunde des Unsinns – Daniil Charms von Boberg,  Jochen, Damm,  Ulrike
Die Ausstellung würdigt den großen russischen Freigeist Daniil Charms. Ein Autor, der viele Künstler dazu veranlasst, das ungebannte Wort,die Freiheit des Geistes oder die Banalität des Lebens ins Bild zu fassen. Zehn deutsche Künstler stellen dies in der Ausstellung unter Beweis. In dem Buch werden eigens für diesen Anlass erstellte Werke von folgenden Künstlern gezeigt: Antoinette Stephan Andreae Julia Bornefeld Hubertus Hamm Volker März Alexander Polzin Juliane Solmsdorf Jan Thomas Ute Weiss Leder Ralf Ziervogel
Aktualisiert: 2018-11-07
> findR *
MEHR ANZEIGEN

Bücher von Boberg, Jochen

Sie suchen ein Buch oder Publikation vonBoberg, Jochen ? Bei Buch findr finden Sie alle Bücher Boberg, Jochen. Entdecken Sie neue Bücher oder Klassiker für Sie selbst oder zum Verschenken. Buch findr hat zahlreiche Bücher von Boberg, Jochen im Sortiment. Nehmen Sie sich Zeit zum Stöbern und finden Sie das passende Buch oder die Publiketion für Ihr Lesevergnügen oder Ihr Interessensgebiet. Stöbern Sie durch unser Angebot und finden Sie aus unserer großen Auswahl das Buch, das Ihnen zusagt. Bei Buch findr finden Sie Romane, Ratgeber, wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Bücher uvm. Bestellen Sie Ihr Buch zu Ihrem Thema einfach online und lassen Sie es sich bequem nach Hause schicken. Wir wünschen Ihnen schöne und entspannte Lesemomente mit Ihrem Buch von Boberg, Jochen .

Boberg, Jochen - Große Auswahl an Publikationen bei Buch findr

Bei uns finden Sie Bücher aller beliebter Autoren, Neuerscheinungen, Bestseller genauso wie alte Schätze. Bücher von Boberg, Jochen die Ihre Fantasie anregen und Bücher, die Sie weiterbilden und Ihnen wissenschaftliche Fakten vermitteln. Ganz nach Ihrem Geschmack ist das passende Buch für Sie dabei. Finden Sie eine große Auswahl Bücher verschiedenster Genres, Verlage, Schlagworte Genre bei Buchfindr:

Unser Repertoire umfasst Bücher von

Sie haben viele Möglichkeiten bei Buch findr die passenden Bücher für Ihr Lesevergnügen zu entdecken. Nutzen Sie unsere Suchfunktionen, um zu stöbern und für Sie interessante Bücher in den unterschiedlichen Genres und Kategorien zu finden. Neben Büchern von Boberg, Jochen und Büchern aus verschiedenen Kategorien finden Sie schnell und einfach auch eine Auflistung thematisch passender Publikationen. Probieren Sie es aus, legen Sie jetzt los! Ihrem Lesevergnügen steht nichts im Wege. Nutzen Sie die Vorteile Ihre Bücher online zu kaufen und bekommen Sie die bestellten Bücher schnell und bequem zugestellt. Nehmen Sie sich die Zeit, online die Bücher Ihrer Wahl anzulesen, Buchempfehlungen und Rezensionen zu studieren, Informationen zu Autoren zu lesen. Viel Spaß beim Lesen wünscht Ihnen das Team von Buchfindr.