Im letzten Drittel des sechzehnten Jahrhunderts, nach dem Tod des großen Hessenfürsten Philipp I., zerfällt seine Landgrafschaft in mehrere Gebiete: Die Hauptmasse des Besitzes teilen die vier Söhne aus der ersten Ehe des Reichsfürsten unter sich auf; kleine Landesreste gehen als Abfindung an die sieben Söhne aus Philipps zweiter Ehe. Doch besonders Graf Christoph Ernst, einer dieser zweitehelichen „Nebensöhne“, ist mit seiner Entschädigung nicht zufrieden. Der junge Mann hat die Kühnheit, den Mut, die Tatkraft und auch die übersteigerte geschlechtliche Triebhaftigkeit seines Vaters mitbekommen, ohne andererseits das mahnende Gewissen des Alten, das der Hemmungslosigkeit Zügel anlegen könnte, als Gegenkraft mitgeerbt zu haben. So wird Christoph Ernst zum rüden Burschen, der sich mit Raubüberfällen auf hessische Gutsherren Ausgleich verschafft für seine angeblich zu dürftige Abfindung und welcher mit der Verschleppung und Vergewaltigung kaum erwachsener Mädchen aus dem armen Landvolk seine männlichen Begierden und sinnlichen Lüste auslebt. Nach schlimmen Jahren, geprägt durch Landfriedensbruch, Entführung und Missbrauch, rücken endlich zwei seiner erstehelichen Halbbrüder mit Heeresmacht gegen Christoph Ernst vor, um sein verbrecherisches Treiben zu beenden und seine Untaten zu rächen. Allerdings hat der Angegriffene seine Burg Ulrichstein im Vogelsberg mit einer starken Wehrmauer gegen Erstürmungsversuche gerüstet. – Der historische Roman begleitet Christoph Ernst in die dunkle Welt seiner Raubzüge ebenso wie in die Abgründe seiner sexuellen Versessenheit auf die leiblichen Reize weiblicher Jugend und zeichnet hierbei das abstoßende Charakterbild eines unbelehrbaren Gesetzesbrechers. Aber der Roman zeigt gleichermaßen auch die helleren, besseren Wesensseiten dieses zutiefst zwiespältigen Mannes, welche es gerechterweise verbieten, Christoph Ernst als absolutes Ungeheuer zu verteufeln und ein unumschränkt dämonisierendes Moralurteil über ihn zu fällen.
Aktualisiert: 2018-11-01
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Zu Beginn des sechzehnten Jahrhunderts kommt in der Landgrafschaft Hessen Philipp I. zur Regierung, ein junger, selbstbewusster Fürst, der sich rasch als politische Hochbegabung erweist und die Interessen seines mittelgroßen Landes erfolgreich wahrnimmt; hierbei wird er von seinen fürstlichen Standesbrüdern geachtet bis gefürchtet, für die Armen und Bedürftigen Hessens hingegen ist er ein großzügiger Landesherr; zum eigenen Vergnügen frönt Landgraf Philipp heftig der Jagd und ist dem weiblichen Geschlecht über die Maßen zugetan. In denselben Jahren erwählen die sieben Kurfürsten den Habsburger Karl, bislang König von Spanien, zum neuen Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Als Kaiser Karl V. will der Habsburger das Reich autoritär zentralistisch regieren; die deutschen Territorialfürsten sollen sich der universalen kaiserlichen Zentralgewalt unterwerfen. Für Landgraf Philipp ist das Streben des Kaisers nach staatlichem Zentralismus ein unerhörter Angriff auf seine reichsfürstliche Freiheit. Da der Kaiser mit der Entmachtung der Landesherren zusehends Ernst macht, muss der Hesse seine fürstliche Adelsfreiheit, die „teutsche Libertät“, gegen das beinahe unbesiegbare habsburgische Reichsoberhaupt mit gepanzerter Faust verteidigen. Es kommt zu einem Kampf auf Leben und Tod des Landgrafen mit dem Kaiser. In dieser mit allen hässlichen Mitteln geführten Auseinandersetzung schwächt Philipp selber seine Chancen, weil er sich durch unverhohlene Bigamie vor dem Reichsgesetz strafbar macht. – So schildert der Roman nicht nur das unerbittliche Ringen zwischen zwei starken Herrscherpersönlichkeiten in den Wirren der Reformationszeit, sondern beleuchtet auch den paradigmatischen Widerstreit zweier Staatsideen, von denen die eine den grauen, zentralisierenden Einheitsstaat, die andere jedoch das bunt lebendige, föderative Staatswesen meint.
Aktualisiert: 2018-10-04
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Die Landgrafschaft Hessen liegt in den bösen Wirren des 14. Jahrhunderts. Landgraf Heinrich, ein eisgrauer Draufgänger, hat sein Fürstentum jahrzehntelang gegen innere und benachbarte Gegner mit eiserner Faust geschützt. Der alte Landesherr ist ein Mann des Schwertes; gerade deshalb haben er und sein Hessen die Bedrängnisse überstanden. Bis er unvermittelt wegen eines Kriegsvergehens seines Neffen vom Kaiser mit der Reichsacht belegt wird. Plötzlich geht die Gefahr für Besitz, Leib und Leben nicht mehr nur von örtlichen Widersachern aus, sondern das Reichsoberhaupt selber ist zum Todfeind geworden. Heinrich muss einsehen, dass ihn seine bewährte Strategie, Konflikte mit Waffengewalt auszutragen, jetzt im Stich lässt, denn als einzelner Landesfürst kann er militärisch nichts gegen die Kräfte des Reiches ausrichten. Der Landgraf stellt sein Verhalten nach langem inneren Ringen um. Er agiert nun wie ein gewandter Taktiker und befreit sich mit einem diplomatischen Meisterstück aus der Acht. Doch verachtet Heinrich diesen Erfolg, weil ihm die bürokratische Leisetreterei zuwider ist. Als es später gilt, die Ernte seiner Mühen öffentlich einzufahren, bleibt Heinrich sich treu. Er verzichtet auf einen glanzvollen Auftritt am Kaiserhof und überlässt seinem Neffen und Nachfolger die Bühne. — Der Roman führt mitten hinein in die schicksalsschweren Geschehnisse des Daseinskampfes eines mittelalterlichen Staates und schildert die Auseinandersetzungen des regierenden Fürsten mit mächtigsten Gegnern. Aber mehr als um die Bewältigung dieser äußeren Konflikte geht es um die innere Selbstbehauptung eines starken Menschen, der unter dem Druck einer existenziellen Bedrohung zwar seine Handlungen den argen Umständen anpasst, aber die eigene Wesensart letztendlich verteidigt. Landgraf Heinrich gibt nach, ohne dabei die Selbstachtung zu opfern.
Aktualisiert: 2018-10-04
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Inmitten des Heiligen Römischen Reiches der Deutschen, während der zweiten Hälfte des dreizehnten Jahrhunderts, erwächst aus verwaisten Nebengebieten des ausgestorbenen Hauses Thüringen ein neues Fürstentum: die Landgrafschaft Hessen-Brabant. Heinrich, der erste der hessischen Landgrafen, hat fünf Söhne aus zwei Ehen. Da zu jener Zeit noch nicht das Erstgeburtsrecht gilt, welches dem ältesten Fürstensohn den Vorzug bei der Erbfolge einräumt, kommt es schon zu Landgraf Heinrichs Lebzeiten zum bösen Bruderzwist über die Herrschaftsnachfolge in Hessen. Heinrich selber schürt die Streitigkeiten kräftig mit, indem er seinen zweitehelichen Sohn Johann, beeinflusst von dessen ehrgeiziger Mutter, über die Maßen bevorrechtigt. Heftigen Widerstand gegen den Vater leistet Otto, einer der Söhne aus erster Ehe. Otto liefert dem Hessenlandgrafen einen erbitterten Kampf um das Erbe. Bei der Wahl der Mittel legen sich weder Otto noch der Alte Zurückhaltung und Zimperlichkeit auf. Aber den Ausgang dieser langwierigen, so zäh wie hart geführten Familienfehde bestimmen trotz all ihrer Mühen und Anstrengungen zum Schluss nicht die Handelnden. Das bittere Ende gebieten fremde fatale Gewalten. – So schildert der Roman nicht nur das gefahrvolle Ringen Ottos von Hessen um die ihm vorenthaltene Landgrafenkrone, sondern stellt mehr noch ein Gleichnis dar für die zwingende Stärke der dunklen Schicksalsmächte, vor denen alles menschliche Streben und Lenken als schwach, vergeblich und nutzlos verblasst.
Aktualisiert: 2018-10-04
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