Angesichts des aktuellen Medienwandels sind etablierte mediale Ordnungen und Korpora fluide geworden. In Zeiten multimodaler Vernetzung von Einzeltexten und Medien wird eine angemessene Beschreibung medialer Strukturen immer relevanter, um medienspezifische Bedeutungsproduktionen medienübergreifend erklären zu können. Ziel der 35 Beiträge des vorliegenden Bandes ist es, Bausteine einer Analyse medialer Strukturen zu liefern, um Merkmale, Konstruktionsweisen und Referenzen strukturierter Medialitäten aufzuzeigen. Aus einer interdisziplinären und mediensemiotischen Perspektive wird theoretisch und an konkreten Beispielen untersucht, wie kulturelles Wissen, Werte und Normen sowie ihre spezifischen medialen Repräsentationen voneinander abhängen und rekonstruiert werden können. Die Beiträge widmen sich dabei nacheinander den interdisziplinär reflektierten Grundlagen medienanalytischen Arbeitens, der Literatur und ihren Repräsentationen auch in performativen Medien oder Graphic Novels, den Kinder- und Jugendmedien, dem Spielfilm, a/v-Serien, Diskursanalysen und Materialitäten wie Brettspielen, Mode und Produktentwicklung.
Aktualisiert: 2023-01-10
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Aus dem Inhalt:
Jan-Oliver Decker: Einleitung. Schlagersemiotik als Forschungsfeld der Passauer Mediensemiotik
Summary. The introduction briefly outlines the approach of the Passau media semiotics, deals with the hit-song (‘Schlager’) as a topic of media semiotics and finally presents the individual contributions.
Zusammenfassung. In der Einleitung wird kurz der Ansatz der Passauer Mediensemiotik skizziert, auf den Schlager als Thema der Mediensemiotik eingegangen und werden schließlich knapp die einzelnen Beiträge vorgestellt.
Stephanie Großmann: Echo der Berge – Klänge der Heide. Musik im Heimatfilm der 1950er Jahre
Summary. The article presents in its first part an overview of how musical and visual elements can generally interact and interlink within the film. It focuses especially on the potential of music to produce and influence narrative structures and strategies. Based on this, the contribution then examines – by taking the example of the Heimatfilm of the 1950s – how film music affects and leads the filmic narration in this genre and which semantics it connects to the items ‘music’ and ‘music-making’.
Zusammenfassung. Der Beitrag präsentiert zunächst einen Überblick über die Bandbreite der zentralen bildlich-musikalischen Relationen im Film und fokussiert dabei das Potenzial der Musik, narrative Strukturen und Strategien hervorzubringen und zu beeinflussen. Aufbauend darauf untersucht der Beitrag dann am Beispiel des Heimatfilms der 1950er Jahre, welchen Einfluss die Filmmusik auf das filmische Erzählen nimmt und mit welchen Semantiken dieses Genre die Größen ‚Musik‘ und ‚Musizieren‘ auflädt.
Hans Krah: Der Schlager, der Film und die 1950er Jahre. Überlegungen zur ‚Schlagersphäre‘ als Semiosphäre
Summary. Based on Lotman’s concept of the semiosphere, this paper models the concept of a specific ‘Schlager sphere’ for the Schlager film of the 1950s and presents some basic theses on the relationship between Schlager music and Schlager film of this period. The concept of the semiosphere generally describes an exchange in which something new/alien is integrated into the well-known, thereby initiating constant transformation. For the ‘Schlager sphere’, however, it turns out that it is insignificant for Schlager music that it itself is basically only a form of imitation. Thus, it carries semantics of the open and fluids and demands them at least symbolically for itself.
Zusammenfassung. Ausgehend von Lotmans Konzept der Semiosphäre wird für den Schlagerfilm der 1950er Jahre das Konzept einer Schlagersphäre modelliert und werden einige Grundthesen zum Verhältnis von Schlager und Schlagerfilm der 1950er Jahre dargelegt. Für das Semiosphärenkonzept des Austauschs, bei dem Neues/Fremdes im Eigenen einbezogen und so ständiger Wandel initiiert wird, bedeutet dies selbst, so eine der Thesen, dass das Semiosphärenkonzept für den Schlager nur imitiert wird, um die damit transportieren Semantiken des Offenen und des Fluiden konnotativ und zumindest symbolisch für sich rekrutieren zu können.
Dennis Gräf: Zur Funktionalisierung von Schlagern im deutschen Autorenfilm der 1960er Jahre
Summary. Films of the German ‘Autorenfilm’ represent aesthetic products, that can be read as a rebellion against the economically established German Post-War-Film perceived as being superficial and meaningless; thus representing an attack on what Lotman described as cultural centre. By strategically incorporating medial products such as the German ‘Schlager’ – a genre that can be understood as a means of escape from social reality in the 1960s – into the setting of the Autorenfilm, cultural phenomena are set in a new context and thus contour an objectionable system of cultural values. The German Schlager is thus being defamed as an unintellectual and ridiculous music genre, which can be interpreted as an attack on a ‘mainstream’ culture that tends to being merely consumed but hardly being reflected.
Zusammenfassung. Autorenfilme stellen ästhetische Produkte dar, die sich als Ausdruck einer Rebellion gegen den wirtschaftlich etablierten, als oberflächlich und sinnentleert bewerteten Nachkriegsfilm verstehen. Sie sind somit kulturelle Äußerungen einer Lotman’schen Peripherie, die durchaus als Angriff auf das kulturell hegemoniale, die Diskurshoheit beanspruchende Zentrum zu lesen sind. Dabei integrieren sie mit dem deutschen Schlager strategisch Produkte, die ebenfalls durch ihre Äquivalenz hinsichtlich des Parameters der eskapistischen Verdrängung, die in den 1960er Jahren virulenter Angriffspunkt des neuen Denkens ist, dem Zentrum angehören. Durch die Rekontextualisierung des Schlagers konturieren die Filme nicht nur abzulehnende Werthaltungen, sie diffamieren den Schlager als nicht intellektuelles und durchaus auch lächerliches Musikgenre, was als deutlicher Angriff auf die Mainstreamkultur zu lesen ist, die lediglich konsumiert, nie aber reflektiert wird.
Stephanie Großmann: „Alles singt und tanzt“ Pioniere der heiteren Muse im DEFA-Schlagerfilm von 1958 bis 1968
Summary. This paper is dealing with a systematic examination of DEFA’s music film productions in the 1960s. Through the reconstruction of the world models presented in the films and the conveyed sets of norms and values, distinctively East German-orien¬ted, socialist conceptions of an “ideal world”, which serve the entertainment, are worked out.
Zusammenfassung. Der Beitrag widmet sich einem systematischen Überblick über die Musikfilm-Produktionen der DEFA in den 1960er Jahren. Durch die Rekonstruktion der in den Filmen präsentierten Weltentwürfe und transportierten Normen- und Wertesets werden spezifisch ostdeutsch orientierte, sozialistische Konzeptionen einer zur Unterhaltung dienenden „heilen Welt“ herausgearbeitet.
Hans Krah: ‚The Sound of Österreich‘ Austauschprozesse zwischen ‚eigenen‘, ‚anderen‘, ‚fremden‘, ‚zentralen‘ und ‚peripheren‘ Klang-Bildern
Summary. The paper is dealing with popular media constructions, which are connected to Austria through their musical-auditive elements and therefore represent auditive images of Austria. It reconstructs the concepts that mark these auditory representations by using Lotman’s model of the semiosphere and Todorov’s approach to otherness (identity, alterity and alienity). This also involves the systematisation of a broad spectrum on the surface, from which a common core concept of Austria can be determined – despite the wide range of musical performances.
Zusammenfassung. Der Beitrag widmet sich auditiven Österreich-Bildern, verstanden als mediale Konstruktionen populärer Vorstellungen, die sich durch die Bindung des Musikalisch-Auditiven an die ‚Raum-Identität‘ Österreich ergeben. Unter Zuhilfenahme von Lotmans Semiosphärenmodell und Todorovs Konzept von Identität, Alterität und Alienität werden Konzepte rekonstruiert, die für die Arrangements dieser auditiven Repräsentationen bestimmend sind. Dabei geht es auch um einen systematischen Zusammenhang eines oberflächlich breiten Spektrums, ob sich also aus und trotz der Bandbreite musikalischer Darbietungen ein gemeinsamer ‚Österreich‘-Kern eruieren lässt.
Jan-Oliver Decker: Selbstbehauptung. Rollenfiktion zwischen Starimage und Authentizitätsanspruch als Harmonisierung kultureller Oppositionen in Hildegard Knefs Für mich soll’s rote Rosen regnen
Summary. The article examines the historical mental functions of the hit song (ʻSchlagerʼ) Für mich soll’s rote Rosen regnen by Hildegarde Neff (aka Hildegard Knef) using the categories ʻlanguageʼ, ʻmusicʼ and ʻstar imageʼ. The central semantics, in particular the concept of person, which in the interplay of text and context makes up the meaning of the ʻSchlagerʼ, is worked out. Finally, it will be explained how these semantics are adapted to the present in the adaptation history of the song, in order to sound out the cultural reference space of the ʻSchlagerʼ.
Zusammenfassung. Der Beitrag untersucht mit Hilfe der Kategorien ‚Sprache‘, ‚Musik‘ und ‚Starimage‘ die mentalitätsgeschichtlichen Funktionen des Schlagers Für mich soll’s rote Rosen regnen von Hildegard Knef. Dabei werden die zentralen Semantiken, insbesondere die Konzeption der Person, herausgearbeitet, die im Zusammenspiel von Text und Kontext die Bedeutungen des Schlagers konstituieren. Erläutert wird abschließend, wie diese Semantiken in der Adaptionsgeschichte des Schlagers an neue Gegenwarten angepasst werden, um den kulturellen Referenzraum des Schlagers auszuloten.
Hans Krah: Das ‚Künstler-Selbst‘. Referenz und Image im Musikvideo
Summary. In its first part, the paper develops an argumentation based on the thesis that self-referential phenomena can not only be present in music videos in many different ways – as in other types of texts – but that music videos, due to their inherent qualities, are first of all fundamentally and genuinely close to such phenomena and secondly contribute to the formation of an ‘artist self’. In its second part, the paper presents a systematization of these self-referential phenomena in music videos.
Zusammenfassung. Leitend ist die These, dass im Musikvideo selbstreferentielle Phänomene nicht nur, wie in anderen Textsorten auch, in vielfältiger Weise vorhanden sein können, sondern dass das Musikvideo bereits aufgrund genreinhärenter Qualitäten erstens eine grundlegende Nähe zu solchen Phänomenen aufweist und diese zweitens einen genuinen Beitrag bei der Bildung eines ‚Künstler-Selbst‘ leisten. Der Beitrag entwickelt diese Argumentation in seinem ersten Teil, bevor in einem zweiten ein Systematisierungsversuch hierzu vorgestellt wird.
Aktualisiert: 2021-10-28
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Genderkompetenz meint die Fähigkeit, relevante Aspekte von sozialen Geschlechterkonstruktionen zu erkennen und gleichstellungsorientiert zu bearbeiten. Diese Kompetenz ist im Literaturunterricht eine ebenso notwendige wie in der Praxis schwierige Aufgabe: Weit verbreitete Kinder- und Jugendromane (und ihre Verfilmungen) enthalten häufig fragwürdige Modelle. Ein genderreflexiver Unterricht trifft oft auf methodische Probleme und motivationale Widerstände.
Hier setzt der vorliegende Band an und bietet praktische Lösungen auf wissenschaftlicher Basis. Neben einem theoretischen Fundament und exemplarischen Werkanalysen bietet der Band Unterrichtsmodelle von der 3. bis zur 11. Jahrgangsstufe. Dabei geht es um literarische Konstruktionen von Männlichkeit ebenso wie von Weiblichkeit und um das Spiel mit herkömmlichen Mustern.
Das Buch richtet sich an Lehrkräfte aller Schularten, an Studierende der Lehrämter und der Literatur- und Medienwissenschaften und an alle, die sich schon immer einmal tiefergehend mit Kinder- und Jugendliteratur unter dem Aspekt ‚Gender‘ auseinandersetzen wollten
Aktualisiert: 2020-07-09
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Madonnas ständige äußerliche Neuerfindung gilt als Geheimnis ihres Erfolges als größter weiblicher Megastar überhaupt; sie scheint als Person oberflächlich ein Rätsel zu bleiben. Die vorliegende Monographie präsentiert die erste detaillierte Analyse von Madonna als medial konstruierter Person. Untersucht und entschlüsselt werden Madonnas mediale Personenentwürfe und ihr Zusammenhang mit den in ihren Videoclips inszenierten Räumen und Welten. Die Studie gelangt dabei zu dem Ergebnis, dass Madonnas Image trotz seines oberflächlichen Wandels auf einer kontinuierlichen medialen Konzeption ihrer Person beruht und unterschwellig konstante Werte und Normen verkörpert. Ein Buch sowohl für Madonna-Fans, die ihrem Star auf die Spur kommen wollen, als auch für alle medienwissenschaftlich Interessierten, die Aufschluss über die mediale Konstruktion von Starimages erhalten wollen.
Aktualisiert: 2023-01-10
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Jan-Oliver Decker und Hans Krah: Einführung: Zeichen(-Systeme) im Film
Dennis Gräf: Kinesik im Stummfilm
Ingo Irsigler: Ton, Geräusch, Rede: Die „rauschende Masse einer unbekannten Sprache“ – Zeichenfülle und Bedeutungsleere in Sofia Coppolas Lost in Translation
Stephanie Großmann: Musik im Film
Andreas Blödorn: Verweissystem Farbe: Semiotisierung und Referentialisierung von ‚Sehen‘ und ‚Erkennen‘ am Beispiel von Nicolas Roegs Don’t Look Now
Eckhard Pabst: Raumzeichen und zeichenhafte Räume: Bedeutungskonstitution durch Raum und Architektur
im Film
Martin Nies: Fotografie und Fotograf als filmische Zeichen
Aktualisiert: 2019-01-07
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