Das Hauptaugenmerk der Kommentierung ist darauf gerichtet, die Gesprächslinien, die Jacobis Korrespondenzen durchziehen, in ihren Querverbindungen durchsichtig zu machen. Daraus entsteht, weitgehend mosaikhaft, das Bild eines weit gefächerten Gesprächsnetzes, das Jacobi zur Sammlung von Nachrichten, Argumenten, Konzepten und Ideen dient, um sie für die eigene philosophische Argumentation fruchtbar zu machen. Im Zentrum seines Briefwechsels u. a. mit Hamann, Lavater, Kleuker oder der Fürstin von Gallitzin stehen seine philosophischen Arbeiten, allen voran der ›David Hume‹ und die Vorbereitungen zur Neuauflage seines Spinozabuches.
Aktualisiert: 2022-08-03
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Nachdem die Neuauflage seines Spinozabuches und damit eine definitive Klärung des eigenen Standpunktes erst einmal in weitere Ferne gerückt ist, wechselt Jacobi die Strategie. Entgegen dem Rat Johann Georg Hamanns greift er in die polemisch geführten Auseinandersetzungen aufseiten der ›Krypto-Jesuiten‹ Johann Kaspar Lavater und Johann August Starck ein. Hier versucht er zu zeigen, dass der Aufklärungsanspruch von ›Berlinismus‹ und ›Illuminatismus‹ leer laufen muss, solange er von einer Vernunft ausgeht, die grundlos ›absolute Autorität‹ für sich reklamiert. Der Briefwechsel, der mit Hamanns ›Flucht‹ aus Jacobis Haus Anfang November 1787 einsetzt und mit dessen Tod im Juni 1788 endet, liefert eine Vielzahl von Hinweisen auf die Debattenlage.
After the new edition of his Spinoza book clarifying his own standpoint no longer had priority, Jacobi changed his strategy. Contrary to the advice of Johann Georg Hamanns, he intervened in the polemic disputes, taking the side of the crypto Jesuits, Johann Kaspar Lavater and Johann August Starck. It was here that he tried to show that the claim to enlightenment made by »Berlinism« and »Illuminatism« had to come to nothing as long as it was based on a reason which claimed absolute authority without having grounds for doing so. The correspondence which began with Hamann’s flight from Jacobi’s house at the beginning of November 1787 and ended with his death in June of 1788 provides a multitude of references to the status of the debate.
Aktualisiert: 2023-03-14
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Die Briefe von Januar bis November des Jahres 1787 eröffnen Einblicke in eine Lebens- und Schaffensphase Jacobis, die nach dem Tod des ›Waffenträgers‹ Thomas Wizenmann von Veränderungen gekennzeichnet ist. Diese betreffen die häuslich-familiäre Sphäre ebenso wie das politisch-soziale Umfeld, vor allem jedoch Jacobis publizistische Arbeit. Trotz zunächst ungebrochener Produktivität - es erschienen sein ›David Hume‹ und die Übersetzung des ›Alexis‹ von Frans Hemsterhuis - machen sich auch bei Jacobi Zweifel breit. Die zumeist ablehnende Aufnahme seines Spinozabuches, die zweite Auflage der Kantischen Vernunftkritik und Herders Restitution des Spinoza drängen auf eine Klärung der eigenen Position, die Jacobi im Gespräch mit Freunden und Weggefährten, zuvorderst Johann Georg Hamann, zu gewinnen sucht.
The letters written between January and November of 1787 provide insight into a stage of Jacobi’s life and creativity which was characterized by changes after the death of the »Waffenträger« (armor bearer) Thomas Wizenmann . These concerned the situation at home and in the family as well as the political and social surroundings, primarily however Jacobi’s work as a journalist. In spite of his initially uninterrupted productivity, – his book on David Hume and the translation of ›Alexis‹ by Frans Hemsterhuis were published – he began to have doubts. The generally negative reception of his book on Spinoza, the second edition of Kant’s ›Critique of Pure Reason‹ and Herder‘s restitution of Spinoza put pressure on him to clarify his own position, which Jacobi tried to establish in discussions with friends and companions, first and foremost Johann Georg Hamann.
Aktualisiert: 2023-03-14
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After the new edition of his Spinoza book clarifying his own standpoint no longer had priority, Jacobi changed his strategy. Contrary to the advice of Johann Georg Hamanns, he intervened in the polemic disputes, taking the side of the crypto Jesuits, Johann Kaspar Lavater and Johann August Starck. It was here that he tried to show that the claim to enlightenment made by »Berlinism« and »Illuminatism« had to come to nothing as long as it was based on a reason which claimed absolute authority without having grounds for doing so. The correspondence which began with Hamann’s flight from Jacobi’s house at the beginning of November 1787 and ended with his death in June of 1788 provides a multitude of references to the status of the debate.
Aktualisiert: 2023-03-14
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The letters written between January and November of 1787 provide insight into a stage of Jacobi’s life and creativity which was characterized by changes after the death of the »Waffenträger« (armor bearer) Thomas Wizenmann . These concerned the situation at home and in the family as well as the political and social surroundings, primarily however Jacobi’s work as a journalist. In spite of his initially uninterrupted productivity, – his book on David Hume and the translation of ›Alexis‹ by Frans Hemsterhuis were published – he began to have doubts. The generally negative reception of his book on Spinoza, the second edition of Kant’s ›Critique of Pure Reason‹ and Herder‘s restitution of Spinoza put pressure on him to clarify his own position, which Jacobi tried to establish in discussions with friends and companions, first and foremost Johann Georg Hamann.
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