Analyse von Bank- und Versicherungsbilanzen
• Eigene Plausibilisierungspflichten trotz externer Ratings • Spezielle Bilanz-/GuV-Strukturen
Die Bankenaufsicht hat klargestellt, dass es bei einer Bonitätsbeurteilung nicht
ausreichend ist, rein auf externe Ratings abzustellen. Vielmehr müssen für die
Plausibilisierung eigene Erkenntnisse und Informationen in die Kreditentscheidung
einfl ießen. Dabei stellt insbesondere die Bonitätsbeurteilung von Bankund
auch von Versicherungsabschlüssen den Analysten und Kreditentscheider
vor zahlreiche Herausforderungen, zumal bei Depot-A Anlagen und im Interbankgeschäft
Limitentscheidungen oftmals sehr schnell getroffen werden müssen.
Zur Unterstützung einer MaRisk-gerechten Risikoeinschätzung werden in
dem vorliegenden Buch die spezifi schen Besonderheiten von Bank- und Versicherungsbilanzen
herausgearbeitet und verdeutlicht, welche zentralen Bilanz-/
GuV-Positionen im Rahmen der Analyse im Fokus stehen sollten. Das Buch gliedert
sich inhaltlich in zwei Abschnitte.
Im ersten Abschnitt wird zunächst auf die analysespezifi schen Besonderheiten
von Bankbilanzen eingegangen. Dabei werden die für Banken relevanten
aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen sowie praxiserprobte Ansätze zur
Länder-, Umfeld- und Geschäftsmodellanalyse aufgezeigt. In der Folge wird
verdeutlicht, wie anhand eines 6-stufi gen Analyseschemas eine risikoadäquate
Analyse, u. a. der Kapitalausstattung, Qualität der Aktiva, Ertrags- und Liquiditätslage,
unter Berücksichtigung von marktrelevanten Frühwarnindikatoren,
der Gegenpartei durchgeführt werden kann. Anhand von Praxisbeispielen wird
die konkrete Vorgehensweise bei einer risikoorientierten Analyse weiter vertieft.
Wertvolle Analyse-Quick-Check-Listen, u. a. zu Top 10-Kennzahlen, zur Bewertung
qualitativer Faktoren sowie zum Aufspüren von Risikokonzentrationen
runden den ersten Abschnitt ab.
Im zweiten Teil werden analog zum ersten Abschnitt die Besonderheiten bei
der Analyse von Versicherungsbilanzen hervorgehoben. Neben der Analyse der
unterschiedlichen Geschäftsmodelle von Sach- und Lebensversicherer und den
daraus resultierenden Konsequenzen für die Bonitätsbeurteilung stehen dabei
die analysespezifischen Besonderheiten von Einzelabschlüssen nach HGB sowie
Konzernabschluss nach IAS (IFRS) im Mittelpunkt.