Die Abstraktheit des Todes
Die ethische Problematik in der daseinsanalytischen Grundlage von Heideggers Kehre zum seinsgeschichtlichen Denken
Frederick S. Gardiner
Hinter Heideggers fundamentalontologischer Analytik des Daseins in Sein und Zeit verbirgt sich die Selbstzerstörung der Subjektivi- tät. Auf Grund einer kritischen Rekonstruktion der Verstehensstruktur im Sinne einer immanent entwickelten Theorie transzendentaler Frei- heit wird gezeigt, dass nur als abstrakte Negation des moralisch-prak- tischen Selbstseinkönnens die Freiheit zum Tod «eigentliche» Ge- schichtlichkeit als schicksalshafte Übernahme des geworfenen Schuldigseins des Daseins vermitteln und so die Kehre zum seins- geschichtlichen Denken vorbereiten kann. Zugleich wird deutlich, dass das einheitstiftende Moment der existenzialen Verfassung des Daseins nur als transzendentale Freiheit gedacht werden kann.