Erinnerungen an Franz und Maria Marc
Über Franz Marc, 1880 geboren, einen der bedeutendsten Expressionisten Deutschlands, ist bereits vieles gesagt und geschrieben worden. Was bisher noch nie in dieser Vollständigkeit zu lesen war, sind die Erinnerungen Maria Marcs an Franz, die sie in schriftlicher Form festhält. Diese Manuskripte, zusammengefasst und aufbereitet von der Autorin Brigitte Roßbeck, bilden die Grundlage dieses Dokumentarfilms über die Erinnerungen an Franz und Maria Marc. Der Unterschied zu den bisher veröffentlichten Schriften oder Filmen liegt in der Greifbarkeit des Erzählten. Wir erfahren weniger etwas über Kunsttheorie, Marcs künstlerische Denkweise oder seine Absichten als Künstler. Vielmehr erzählt Maria von ihrem Kennenlernen und der Verbindung zu den anderen Frauen in Marcs Leben bis hin zu ihrer eigenen glücklichen Eheschliessung und dem gemeinsamen Haus in Ried bei Kochel. Sie berichtet von Momenten des gemeinsamen Glücks im Alltag, aber auch von ihren anfänglichen Sorgen mit Blick auf die gemeinsame Zukunft. Ihr Glaube an den Partner Franz Marc aber blieb allezeit ungebrochen. Neben den Erinnerungen VON Maria werden auch Erinnerungen AN sie eine Rolle spielen. Ihr Groß-Neffe Erwin Wimmers, geboren 1942, kann noch die eine oder andere Geschichte über „Tante Mieze“ erzählen. Gemeinsam mit ihm besuchen wir die verschiedenen Schauplätze des Zusammenlebens von Franz und Maria Marc. Wir durchstreifen die Gegenden um Kochel, Sindelsdorf und Ried und besuchen die Staffelalm in den Bayerischen Voralpen, ebenso wie das Hotel „Zur Post“ in Kochel, wo sie ihren ersten Liebes- und Leidenssommer verbrachten. Die Suche nach der ersten Begräbnisstätte von Franz Marc in Frankreich führt uns in die Nähe von Verdun. Auch die Zeit nach Marc´s frühen Tod und Marias Bemühen, seinen Nachlass würdig zu verwalten, spielt in diesem Film eine Rolle – natürlich neben der Tatsache, dass auch Maria Marc als Künstlerin ein eigenständiges Werk geschaffen hat.