Fabian. In memoriam
Eine Erzählung über selbstverletzendes Verhalten
Lena Hoffmann
• Fabian ist mit seinem Leben unzufrieden. Sowohl in der Schule als auch mit seinen Eltern treten immer wieder Konflikte auf. Aus Ermangelung einer Bezugsperson kann er sich nur einem titellosen Buch anvertrauen, das er selbst mit seinen Gedanken füllt. Zusätzlich verletzt er sich regelmäßig selbst.
Im neuen Mitschüler Marc findet das Mobbingopfer einen neuen Freund, der sich in der Schule und in seiner Familie für Fabian einsetzt. Die Freunde verbindet die Liebe zu Büchern. Für Fabian stellen sie eine Möglichkeit dar, seinen Problemen zu entfliehen und in eine andere Welt einzutauchen. Überraschenderweise haben beide Schüler das gleiche Buch am liebsten. Endlich gelingt es Fabian, sich einem Menschen gegenüber zu öffnen.
Marc empfindet die Fabians Probleme als unbedeutend. Trotzdem verteidigt er ihn gegen seine Mitschüler und ergreift auch gegenüber Lehrern Partei für ihn. Dadurch jedoch wird Marc selbst zum Außenseiter der Klasse und er beschließt dagegen vorzugehen.
Marc will Fabian mit einem Mädchen verkuppeln, um das Ansehen der beiden in der Klasse zu verbessern. Seine Bemühungen scheitern und Fabian wird erneut zum Gespött aller. Daraufhin zieht er sich zurück. Als Marc sich bei Fabian entschuldigen möchte, entdeckt er das titellose Buch, hat jedoch keine Gelegenheit, es sich anzuschauen.
Zufällig bemerkt Marc, dass Fabian unter seinem Pullover etwas verbirgt. Fabian zeigt seinem Freund jedoch nicht die Schnitte, die er sich selbst zugefügt hat.
Das Mädchen geht mit Marc aus und lädt ihn ins Freibad ein. Marc geht zu seinem Freund und hat kurz Gelegenheit, in das titellose Buch zu schauen, kann mit dem Inhalt jedoch nichts anfangen. Er fragt ihn, ob er ihn begleiten möchte. Fabian lehnt ab. Im Freibad gelingt es Marc mit einer Showeinlage die Anerkennung seiner Mitschüler und des Mädchens zu gewinnen und er beginnt eine Beziehung mit ihr.
Die Freundschaft zwischen Marc und Fabian wird danach distanzierter und kühler. Marcs Mutter, die sich um Fabian sorgt, bietet ihm an, jederzeit mit ihr reden zu können. Fabian ist von dieser Fürsorglichkeit überfordert, wünscht sich jedoch insgeheim eine solche Mutter.
Marcs Mutter vermutet, dass Fabian ein Opfer häuslicher Gewalt sei und beauftragt Marc, mit dem Jungen darüber zu sprechen. Widerwillig treffen sich die beiden. Es kommt zum Streit. Fabian deutet seine Selbstmordabsichten an, ohne dass Marc ihm Glauben schenkt. Nach einem Albtraum fürchtet er jedoch das Schlimmste. Als Fabian dann aber am nächsten Morgen in die Schule kommt, sieht sich Marc bestätigt und beendet die Freundschaft endgültig. Er erkennt nicht die Bedeutung dieser Freundschaft für Fabian.
Wird Fabian seinen Plan durchführen? Oder findet Marc doch noch einen Weg, ihn davon abzubringen?