Fachwerkinstandsetzung nach WTA VII: Beschichtungen auf Fachwerkwänden. Holz.
WTA Merkblatt 8-7-10/D. Deutsche Fassung. Stand Oktober 2010. Referat 8 Fachwerk/Holzkonstruktionen.
Das Holz von Fachwerkkonstruktionen wird häufig mit Anstrichstoffen behandelt. Fälschlicherweise wird gelegentlich angenommen, eine derartige Oberflächenbehandlung könne zum Schutz der Gesamtkonstruktion und des Holzwerkes beitragen. Langjährige Untersuchungen haben jedoch gezeigt, dass der Wassereintrag bei Fachwerkkonstruktionen zum überwiegenden Teil nicht über die Holzoberfläche, sondern über Fugen zwischen Holz und Ausfachung sowie über Kondensatbildung im Inneren der Konstruktion erfolgt. Das angefallene Wasser kann aber im Wesentlichen nur über die Holzoberfläche abdunsten. Daher müssen, sofern überhaupt Anstrichstoffe aufgebracht werden, diese sehr diffusionsoffen sein. Bereits vor mehreren Jahren wurde ein Erfahrungswert von S tief d kleiner-gleich 0, 5 m festgelegt. Dies bedeutet neben der Forderung nach diffusionsoffenen Anstrichen den Auftrag einer möglichst geringen Schichtdicke. Anstrichstoffe auf Fachwerkhölzern haben im Außenbereich daher im Wesentlichen dekorative Funktion, sofern diffusionsoffene Anstrichstoffe verwendet werden. Die Renovierungsabstände können durch Verwendung von Grundanstrichstoffen (z.B. Bläueschutzgrundierungen) deutlich verlängert werden. Spachtel- und Dichtmassen dürfen in keinem Fall flächig eingesetzt werden, da sie die Dampfdiffusion stark vermindern. Eine besondere Beachtung ist der zukünftigen Unterhaltung und Wartung zu schenken.