Heide Scheerschmidt
Atelier Leykauf
Die Idee und die Motivation meiner Arbeiten stammen aus den Beobachtungen der beruflichen Laufbahn als Sekretärin, die ich mit Phantasie und gern einem Augenzwinkern in meinen Bildern umsetze.
So dokumentiere ich mit meinen Arbeiten die im Rahmen der Digitalisierung verschwindende Bürowelt.
Mit den Elementen der Schrift: Strich, Punkt, Halbkreis schaffe ich bekannte Zeichen, die mal offen, als Wort, Kürzel, Steno-Zeichen oder Chiffren Inhalte transportieren und neugierig auf die Entschlüsselung machen sollen.
In künstlerischer Hinsicht wurde ich durch meinen Lehrer an der Stuttgarter Akademie, K.R.H. Sonderborg beeinflusst, der – geprägt von der ostasiatischen Kalligraphie sowie dem französischen Tachismus – Bewegung, Rhythmik und Dynamik als wesentliche künstlerische Kriterien in der Zeichen-Kunst vermittelte.
Dem alltäglichen Gebrauchswert entzogen und ins Zentrum meiner Arbeit gestellt, offenbaren sich nicht Inhalt und Botschaft, sondern in erster Linie eine differenzierte Bildstruktur, die mit Verdichtungen und punktuellen Konzentrationen der Schriftzeichen und Kürzel zu spannungsreichen Piktogrammen werden. Dem eigentlichen Zweck entfremdet entwickeln beide im Verlauf des Arbeitsprozesses eine Dynamik, die den Nutzwert vergessen macht und stattdessen den künstlerischen Eigenwert des bildnerisch-abstrakten Gegenstandes zum Vorschein bringt. So gesehen hat sich die symbiotische Verschmelzung von Kunst und Leben zu einer nahezu unerschöpflichen Thematik für mich herausgebildet.
Damit lade ich ein, nicht nur unscheinbar gewordene Dinge des Lebens einmal unter dem Blickwinkel der Kunst zu betrachten, sondern widme mich auch aktuellen Themen, die ich mit ihrer Botschaft festhalten und wieder-erlebbar machen möchte, auf das wir das nicht vergessen um daraus lernen zu können.