Xanthippe
Die ganze Wahrheit über eine böse Frau. Quellen, Motive, Deutung und Fortleben einer erstaunlichen antiken Tradition
Waltraud Golder, Werner Golder
Xanthippe: Allein der Name, allein sein Anfangsbuchstabe macht neugierig und aufmerksam. Sooft die Vokabel fällt, wird man hellhörig und setzt ein Lächeln auf. Wie nur wenige andere Personennamen aus der Antike wird Xanthippe unmittelbar und umweglos auf eine ganz bestimmte Figur übertragen: Die Frau des Sokrates. Die Literatur hat aus ihr eine Karikatur gemacht, weil es nicht viele Berichte gibt, die als authentisch gelten, der Anreiz, aus Vergnügen an Antithese und kämpferischer Phantasie darüber Geschichten zu verbreiten und sich in Interpretationen zu stürzen, aber titanisch groß war.