Zwischen Leben und Tod
Leben mit einer fremden Lunge
Christine Feuerstake
In meiner Armbeuge wurde Schweiß gesammelt und auf den Salzgehalt untersucht. Noch ahnte ich nichts Böses, aber das Ergebnis riss mir den Boden unter den Füßen weg. Eigentlich war ich einer Ohnmacht nahe. Ein älterer Arzt, aber ohne jegliches Feingefühl klärte mich innerhalb von fünf Minuten auf und zerstörte fast mein sonst so sonniges, fröhliches Gemüt. Seine Worte waren: „Sie haben keine chronische Bronchitis, sondern die tödliche Erbkrankheit Mukoviszidose. Früher sind die Kinder nicht älter als 10 Jahre geworden, heute liegt die Lebenserwartung bei 25 Jahren.“ Dazu zeichnete er mir kurz auf, wie diese Krankheit zu Stande kommt, dass beide Eltern ein bestimmtes Gen haben und verließ mich mit dem Satz: „Sie sind zwar 21 Jahre geworden, aber ob Sie 25 Jahre werden kann ich Ihnen nicht schriftlich geben.“ Das war ein Schock, schon allein dieser Name „Mukoviszidose“. Ich brach mir fast die Zunge beim aussprechen und wieso „Erbkrankheit“, meine Eltern sind doch gesund? In mir brach eine Welt zusammen, es gab in meinem Kopf Fragen, die keiner beantworten konnte. Keiner war zum ausheulen, oder anlehnen da, nur der Schock und ich! Zunächst weinte ich nur noch, sah kein Ziel mehr vor Augen, nur noch den Tod und dieser schien sehr nahe zu sein.