Von St. Vith in den Ardennen bis zum Veitsdom in Prag hat ein Heiliger Bedeutung, dessen legendäres Leben in diesem Buch erzählt wird. Über St. Vitus weiß die Historie wenig, aber das, was sie weiß, lohnt sich zu berichten. Die Vitusgeschichten lassen ahnen, weshalb Vitus über Mönchengladbach und Corvey hinaus zu einem europäischen Heiligen geworden ist. Dass der Autor „sein Buch so verfasst hat, ist deshalb bemerkenswert, weil hier die Kunst vorgeführt wird, sachlich, aber nicht distanziert, ehrlich, aber nicht ehrenrührig, gewinnend, aber nicht plump einvernehmend zu schreiben.“
© Prof. Dr. Manfred Becker-Huberti
Aktualisiert: 2022-11-15
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„In fast jeder Kathedrale dieser Welt und an fast jedem Wallfahrtsort hängt ein Bild oder steht eine Skulptur von Papst Johannes Paul II. Stolz weist man darauf hin, dass der Papst einmal an jener Stelle still gebetet habe. In Mönchengladbach war er nicht, aber im Kreuzgang des Gladbacher Münsters hängt das Porträt eines anderen Papstes. Sofort stellt sich die Frage, wie das Gemälde dorthin gekommen ist. Verbindet dieser Heilige Vater etwas mit unserer Stadt Mönchengladbach?“ fragt sich der Autor und versucht eine Antwort. Mit großer Wahrscheinlichkeit scheint ein Papst des 17. Jahrhunderts die Gladbacher Abtei St. Vitus besucht zu haben. Der damalige Nuntius von Köln Fabio Chigi war zum Gesandten des Papstes beim Westfälischen Friedenskongress berufen worden. Er sollte helfen, den Dreißigjährigen Krieg zu beenden. Auf seiner Durchreise nach Münster könnte er in Mönchengladbach vorbeigekommen sein. Später wählten ihn die Kardinäle zum Papst. Die Mönche in Gladbach haben sich dankbar an seinen Besuch erinnert und stolz sein Bild aufgehängt. Der Autor erzählt die Geschichte mit viel Freude und Fantasie. Er nimmt die Leserinnen und Leser mit auf eine Reise nach Mönchengladbach, Rom und Münster.
Aktualisiert: 2022-10-01
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1618. Der dreißigjährige Krieg beginnt. Es ist der blutigste Konflikt zwischen Protestanten und Katholiken, der auf deutschem Boden ausgetragen wird. Auch der Niederrhein ist betroffen. In Gladbach lagern hessische und kaiserliche Soldaten, die auf ihren Einsatz warten. Sie müssen sich die Zeit vertreiben. Daran erinnert eine Geschichte, die bis heute in der Stadt mündlich erzählt wird. Albert Damblon hat sie schriftlich festgehalten, und Wolfgang Löhr liefert wichtige Hintergrundinformationen. Es ist eine teuflische Geschichte. Krieg ist immer teuflisch.
© Albert Damblon
Aktualisiert: 2019-09-30
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Bestimmt gibt es viele Wege, sich mit der Geschichte Mönchengladbachs vertraut zu machen. Ein Weg führt direkt zum Abteiberg und in das Münster hinein. Innen beginnen vier Heiligenfenster (Martin, Benedikt, Adelbertus und Sandrad) im Nordschiff des Münsters durch das einfallende Licht zu sprechen. Sie erzählen nicht nur von der Geschichte dieser bedeutsamen Kirche auf dem Abteiberg, sondern lassen die Geschichte Mönchengladbachs anschaulich werden.
Mit großer Geschichtskenntnis, mit Liebe zum Detail und aus der geistlichen Verbundenheit mit dem Mönchengladbacher Münster hat Dr. Albert Damblon als ehemaliger Propst alle vier Fenster in vier Büchern beschrieben. Für die Geschichte der Stadt Mönchengladbach ist dabei sein neuestes Buch über das Sandrad-Fenster besonders wichtig. Albert Damblon lässt in seiner Beschreibung die Gründung der Stadt lebendig werden. Die Leserin und der Leser werden mitgenommen in die Zeit der Gründung Mönchengladbachs und erfahren interessante Hintergründe und spannende Geschichten. Mit dem Buch in der Hand oder im Kopf lohnt der Weg in das Münster. Das Buch ist eine Einladung, sich im Münster das Sandradfenster in neuer und vertiefender Weise anzuschauen.
Copyright: Propst Dr. Peter Blättler
Aktualisiert: 2019-09-30
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Benedikt und sein Chronist Gregor
Jede Zeit kennt ihre Stars und Promis. Benedikt ist darunter nicht einzuordnen. Seine Wirkung war beschränkt. Erst im Lauf der Jahrhunderte entwickelte er sich zu der Persönlichkeit, die viele heute verehren. Europa verdankt Benedikt viel. Auf dem Kontinent hat sein Orden Glauben und Kultur verankert. Die Mönche zogen über das Land und errichteten überall Stützpunkte ihrer Idee. Auf diese Weise ist Benedikt mit der Geschichte Mönchengladbachs untrennbar verbunden. 974 gründeten Benediktinermönche die Abtei Mönchengladbach. Das Jahr gilt als das Datum der Stadtgründung. Ihre Klosterkirche erhebt sich stolz auf einem Hügel mitten in der Stadt. Bis 1802 feierten die Benediktiner dort Gottesdienst, und der Geist Benedikts bestimmte die Geschicke der Stadt mit. Deshalb gehört Benedikt zur Stadt Mönchengladbach, und sein Bildnis steht zu recht über dem Rathausportal.
Benedikt wurde um 480 in Norcia/Umbrien geboren. Er entstammte einer begüterten Familie, die ihn zum Jurastudium nach Rom schickte. Aber das Studentenleben missfiel ihm. Für ein Lotterleben war er nicht gemacht. Er brach sein Studium ab und folgte seiner geistlichen Berufung. Als Einsiedler lebte er zunächst in den Sabiner Bergen und wanderte dann nach Subiaco, etwa 75 Kilometer östlich von Rom. Versuche, verschiedenen Mönchsgemeinschaften vorzustehen, scheiterten. Deshalb gründete er um 530 mit einigen Mönchen in Monte Cassino, das auf dem Weg zwischen Rom und Neapel liegt, sein Kloster. Es gilt als das Mutterkloster aller benediktinischen Klöster. Dafür schrieb er seine berühmte Regel. Er starb um 560 und wurde in seiner Gründung beigesetzt. Wenn sein Leben auch bescheiden im Hintergrund blieb, seine Regel wirkt bis heute in ganz Europa. Sie ist ein Jahrhundertwerk, das durch die Benediktinerinnen und Benediktiner überall Verbreitung fand.
Papst Gregor der Große war der Erste und Einzige, der sich nach dem Tod Benedikts mit seiner Lebensgeschichte auseinandergesetzt hat. In seinem zweiten Buch der Dialoge erzählt er das Leben des hl. Benedikt. Gregor hat sich mit vielen Heiligen beschäftigt. Mitarbeiter am päpstlichen Hof hatten ihn gebeten, einmal darzulegen, wie der Christ zu einem heilig mäßigen Leben findet. Insofern sind seine Beschreibungen Belehrungen, keine genaue Geschichtsschreibung. Sie wollen motivieren, nicht beweisen. Zu viele Details im Leben Benedikts wirken für uns legendarisch und exemplarisch. Manches hat Gregor nur aus anderen Büchern übernommen. Es ist schnell zu durchschauen, dass es gar nicht aus dem Leben Benedikts stammen kann. Trotzdem wurde sein Werk überall gelesen. Lassen wir uns von Gregor seine Geschichte des hl. Benedikt erzählen, wohl wissend, dass es nicht um historische Forschung geht, sondern um eine Anregung, das eigene Leben zu gestalten. Das Benediktfenster im Münster St. Vitus zu Mönchengladbach kann uns dabei helfen.
© Albert Damblon
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Aktualisiert: 2019-10-01
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Die Lebensgeschichte des heiligen Martin begann weit weg von hier. Martin wurde in Ungarn geboren. Ungarn gehörte damals zum Reich des römischen Kaisers. In seinem Heer war der Vater von Martin ein tüchtiger Offizier. Ihm waren viele
Soldaten unterstellt. Wie es damals üblich war, musste sein Sohn Martin auch Soldat werden, um im Namen des Kaisers Krieg zu führen. Seine Eltern hatten ihm schon einen kriegerischen Namen gegeben: Martin. Er erinnerte an den römischen Kriegsgott Mars. Mit ihm zogen die Soldaten in den Krieg. Mars sollte den Offizierssohn zu einem genauso tüchtigen Befehlshaber wie seinen Vater machen. Martin aber glaubte nicht an den Gott Mars. Er glaubte an Jesus Christus und bereitete sich auf die Taufe vor. Fromme Menschen hatten ihm von Jesus erzählt. Viele Jesusgeschichten kannte er. Er wusste, dass Jesus die armen Menschen gern hatte. Wie er wollte auch Martin sie gern haben. Wenn er erst einmal getauft
war, so dachte er, gehöre er ganz zu Jesus. Schon vorher hatte er ein offenes Herz und freigebige Hände.
Aktualisiert: 2019-10-01
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Vor Jahrhunderten haben die Theologen gestritten. Sie streiten häufiger, aber damals beschäftigte der Streit die Ostkirche und die Westkirche. Es ging um Bilder in den Kirchen. Die Zehn Gebote kennen eine eindeutige Vorschrift „Du sollst dir kein Gottesbild machen und keine Darstellung von irgendetwas am Himmel droben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde“. Die Juden haben sich strikt daran gehalten, und die Muslime sind ihnen gefolgt. Einige christliche Theologen dachten ähnlich, die Mehrheit jedoch hat das Gebot ergänzt, erklärt und umgedeutet. Sie kam zu einem Ergebnis, das bis heute gültig ist. Bilder in Kirchen haben ihre Berechtigung, wenn sie als Bilder erkannt und gewertet werden. Das Bild darf nicht mit der Wirklichkeit verwechselt werden. Daraufhin entfaltete die Ostkirche die goldene Pracht der Ikonen, während sich die Westkirche mit Fresken, Skulpturen und Glasfenstern schmückte. Die Geschichten der Bibel wurden für alle sichtbar dargestellt.
Das Münster in Mönchengladbach ist ein typisches Beispiel für die Bilderfreude des Mittelalters und sogar der Neuzeit. Wer den Kirchenraum betritt, den überraschen sofort die Bilder in den Glasfenstern. Fast überall wird von der Bibel erzählt. Ob in dem berühmten Bibelfenster oder in den modernen Chorfenstern, die Szenen verweisen auf biblische Geschichten. Aber nicht nur die Fenster, sondern auch Ambo, Taufbecken und Kreuz sind voll von Bezügen auf die Heilige Schrift. Es fällt auf, dass in dem eher nüchternen Raum soviel Bildmaterial zu finden ist. Das Münster illustriert die Heilsgeschichte. Was auf dem Altar gefeiert wird, ist mit seinen verschiedenen Aspekten längst vorher zu entdecken. Das Heil bleibt nicht abstrakt, sondern wird in den vielen Bildern der Kirche konkret. Die Besucherinnen und Besucher werden hingeführt zu dem, was nach der Bibel wichtig für das Leben ist.
Der Autor dieses Buches, Helmut Jansen, ist ein erwiesener Kenner des Münsters. Über die Jahre hat er gesichtet, gesammelt und zusammengefasst. Mit dem, was er in seinen Münsterführungen gesehen hat, und mit dem, was er in der Literatur erlesen hat, setzte er sich auseinander. Die Ergebnisse hat er notiert, und er stellt sie in dem Band der Öffentlichkeit vor. Bisher hat es viele größere und kleinere Werke zur Münsterkunst gegeben, aber eine derartige Zusammenfassung der biblischen Bilder fehlt nach meiner Kenntnis bisher. Ausführlich und detailliert beschreibt Helmut Jansen, ohne die Leserin oder den Leser zu ermüden. Wer dann das Buch zu Ende gelesen hat, weiß, welche Bedeutung die Bibel für den Glauben hat. Ohne die Heilige Schrift ist der Glaube nicht zu haben. Nach der Lektüre des Buches steht im Regal ein wichtiges Kompendium, um nachzuschlagen.
Das Buch weckt die Liebe zum Münster und zur Bibel. Gleichzeitig vertieft es die Kenntnisse über den wichtigen Bau am Niederrhein. Helmut Jansen hat es gewagt, sich der Fülle des Materials auszusetzen. Es ist ihm gelungen, sinnvoll zu ordnen, einleuchtend zu beschreiben und uns seine Begeisterung mitzuteilen. Wir dürfen froh sein, dass einst der Bilderstreit zugunsten der Bilder ausgegangen ist. Das Konzil von Nicäa hielt damals fest, dass durch die Bilder auf das Abgebildete hingewiesen wird. Nur das Abgebildete sei zu verehren, weil die Bilder Bilder bleiben. Nach der Reformation wird diese Sicht bekräftigt. Ohne die Bilder wäre das Münster viel zu karg. Unser Glaube stünde buchstäblich vor einer kahlen Wand.
Albert Damblon
Aktualisiert: 2019-10-01
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Die Geschichte des hl. Adelbertus, dargestellt im Adelbertusfenster des Gladbacher Münsters
In den Fenstern des Martinschores des Gladbacher Münsters hat der Ulmer Glaskünstler Wilhelm Geyer berühmte Gestalten der Benediktiner Abtei, den Namensgeber des Chores, den hl. Martin, den Ordensgründer, den hl. Benedikt und den Gründerabt von Gladbach, den hl. Sandrad jeweils in einem Fenster dargestellt. Der hl. Adelbertus durfte als herausragende Gladbacher Persönlichkeit des Mittelalters nicht fehlen. Wie in den anderen Fenstern greift Geyer die Legende seines Lebens auf und stellt sie in sechs Szenen dar. Sie sind in ein glänzendes Gelb eingetaucht, welches die Farbe des Goldmetalls ersetzt. Dadurch gewinnt das Fenster eine eigenwillige Leuchtkraft, obwohl es nie von der Sonne beschienen wird. Es strahlt wie ein antikes Mosaik in der Apsis einer Kirche. Der Goldgrund ist dort immer der Hinweis auf das Paradies oder das Reich Gottes. Die irdische Geschichte des Adelbertus wird bildlich mit dem Himmel verknüpft. Er trägt keinen Heiligenschein, dafür lebt er im Schein des Heiligen. Das Fenster wird zur übergroßen Ikone. Wilhelm Geyer gestaltete wie in den anderen Fenstern lebhafte Bilder. Der hl. Adelbertus tritt auf und geht seinen Lebensweg. Der Künstler leiht ihm Gestalt und Farbe. So erweckt er ihn zum Leben und verbindet seine Geschichte mit den Betrachterinnen und Betrachtern.
© Albert Damblon
Aktualisiert: 2019-09-30
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