Staßfurt 2010 – Erkennen, analysieren, bewerten und prognostizieren der zukünftigen Entwicklung der Bergbaufolgeschäden

Staßfurt 2010 – Erkennen, analysieren, bewerten und prognostizieren der zukünftigen Entwicklung der Bergbaufolgeschäden von Deutsche Gesellschaft für Geowissenschaften, Gerardi,  Johannes
Aus dem Vorwort Unter der Überschrift „Staßfurt 2010 - Erkennen analysieren bewerten und prognostizieren der zukünftigen Entwicklung der Bergbaufolgeschäden" präsentieren die Partner des Forschungsverbundes „Dynamik abgesoffener oder gefluteter Salzbergwerke und ihres Deckgebirgsstockwerks" die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit. In den Jahren 2006 bis 2010 am Beispiel der Stadt Staßfurt. Motivation Die alte Salzstadt Staßfurt hat unter den Folgen der Bergbaukatastrophen aus dem 19. Jahrhundert stark zu leiden. Nicht genug, dass die Bergschäden den Verlust zahlreicher Wohn- und Wirtschaftsgebäude im ehemaligen Stadtzentrum und in dem Industriegebiet von Leopoldshall nach sich zogen, beraubte ein Beschluss des Bezirksrates die Stadt jeglicher Hoffnung auf einen Neubeginn. Dieser Beschluss deklarierte das Bergschadengebiet als einen Bereich „latenter Bruchgefährdung". Die Folge davon waren weitere Jahre der Stagnation für die Stadtentwicklung. Die hätte unter den damaligen politischen Bedingungen auch eine Totalaufgabe der betroffenen Stadteile bedeuten können. Erst mit der politischen Wende in Deutschland entstanden Pläne, die alte Stadt neu erstehen zu lassen. Dennoch wirkt die Beschlusslage des Bezirksrats bis heute fort. Wegen unzureichender Information über die aktuelle Situation in den abgesoffenen Kaligruben auf der Südwestflanke des Staßfurter Salzsattels, war es den zuständigen Behörden nicht möglich, diesen Beschluss zurück zu nehmen. Die bekannten Fakten waren der Umfang des Senkungsgebiets, dessen dauerhaft fortschreitende Eintiefung und damit verbunden Schäden an den noch verbliebenen Gebäuden des ehemaligen Stadtzentrums. Als zusätzliche unbekannte erwies sich die Frage nach der Tagesbruchgefahr. Das Ausmaß solcher Tagesbrüche ist für die Bürger von Staßfurt noch heute in dem Sole-Strandbad in Leopoldshall und in Neustaßfurt sichtbar. Forschungsverbünde I und II Aus der Faktenlage heraus entstand im Jahre 1998 der Antrag für ein Forschungsprojekt, um damit eine Schadenanalyse für das Bergschadengebiet Staßfurt herbei zu führen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) förderte von Oktober 2000 bis Februar 2002 den ersten Forschungsverbund „Maßnahmen der nachhaltigen Gefahrenabwehr für Altlasten in Gebieten mit bergbaubedingten Destabilisierungsvorgängen am Beispiel der Stadt Staßfurt". An dessen Ende stand die Erkenntnis, dass erst bei hinreichender Kenntnis sowohl der geologisch-tektonischen wie auch der bergbaulichen Situation im Untergrund eine Prognose zum zukünftigen Verhalten des Senkungs- und Bergschadensgebietes gegeben werden kann. Im Jahre 2003 wurde daher ein entsprechender Antragsentwurf für ein Nachfolgeprojekt vorgelegt. Die Umsetzung des Projektvorschlags in einem gemeinsamen Projektantrag erfolgte von Mai 2006 bis Juli 2006. Nachdem feststand, dass das Land Sachsen- Anhalt durch die Beauftragung von drei Tiefbohrungen eine Kofinanzierung im Umfange von etwa 1,3 Millionen EURO vornehmen würde, erfolgte die Bescheidung im Oktober 2006. Die Fördersumme des BMBF belief sich einschließlich einer Mittelaufstockung auf ca. 6,7 Millionen EURO. Hinzu kommen die Eigenanteile der drei am Verbund beteiligten Firmen. Die Gesamtkosten des Projekts werden zum Projektende etwa 8 Millionen EURO betragen. Die gemeinsam formulierten Ziele Übergeordnetes Ziel des Forschungsverbundvorhabens war es, Grundlagen und Instrumente für das Erkennen, Beschreiben und Prognostizieren bergbaubedingt ablaufender, langfristiger Prozesse mit Auswirkung auf die Tagesoberfläche geschaffen. Hierzu sollten die Ursachen für die Senkungs- und Bruchprozesse an der Tagesoberfläche festgestellt und analysiert werden, um darauf aufbauend ein Prozessverständnis zu entwickeln, mit dem eine Prognose für zukünftige Veränderungen der Oberfläche ermöglicht wird. Die im Projekt zu erprobenden und weiter zu entwickelnden Verfahren und Methoden sollen auf andere Standorte übertragbar sein. Projektarbeit und Ergebnisse Die Projektarbeiten begannen mit einer Bestandsaufnahme der zur Verfügung stehenden Datengrundlagen. Dies betraf die Bohrungen, Grubenrisswerke, geophysikalische Untersuchungen und Bergschadenhistorie und nicht zuletzt die Geologie und Hydrogeologie. Es stellte sich heraus, dass zwar zahlreiche Daten vorlagen, diese aber nicht unmittelbar einsetzbar oder unvollständig waren und teilweise auch lückenhaft blieben. Über diese sehr zeitaufwendigen Arbeiten wird berichtet. Mit der Datenaufbereitung begann das Vernetzte Arbeiten des Forschungsverbundes. Dem Thema Grundlagen widmeten sich insbesondere die geophysikalischen Methoden Hubschrauberelektromagnetik (HEM) und die LIDAR-Messungen. Aus diesen entstanden Höhenmodelle vom gesamten Arbeitsgebiet und auch darüber hinaus. Zudem zeigen die hoch aufgelösten HEM-Messungen über die Leitfähigkeit die Grundwasserbeschaffenheit entlang des Salzsattels von Egeln im Norden bis Güsten im Süden. Auf die daraus abgeleiteten Informationen folgten weitere hydrogeologische und bodengeophysikalische Untersuchungen. Grundlagen anderer Art entstanden mit der dreidimensionalen Erfassung der alten Grubenbaue auf der Südwest- und der Nordostflanke des Staßfurter Salzsattels. Später folgte aus der Kombination der Rissinformationen und Archivdaten mit den alten und neuen Flach- und Tiefbohrungen sowie der im Projekt erstellten Seismik, Bodengeophysik, HEM-Messungen und der Gravimetrie ein komplexes dreidimensionales geologisches Modell. Zusammen mit der Gravimetrie und der geomechanischen Modellierung bilden die 3D-Modelle wichtige Bestandteile der Prognose der zukünftigen Entwicklung des Bergschadengebiets und der Tagesbruchgefahr. In diesem Zusammenhang sind auch die wichtigen Beiträge des seismologischen und das nanoseismischen Monitorings zu nennen. Die Hydrogeologie entwickelte in Zusammenarbeit mit verschiedenen Disziplinen und dem 3D-Modell ein großräumiges dynamisches Bild der Grundwasserströmung und des Stofftransportes im Untergrund von Staßfurt und des Umfeldes. Durch hydrochemische Modellierungen und lösungskinetische Stoffbilanzrechnungen konnte der aktuelle Zustand der Lösungen in den Grubenbauen das Ausmaß der bisherigen Lösungsprozesse abgeschätzt werden. Mittels Isotopengeochemie konnten Alter der Tiefengrundwässer beschrieben werden und damit die Zeitdauer von Prozessen abgeschätzt werden. Die zusätzlich eingeführten Methoden der ungestörten Probennahme und der laseroptischen Fließrichtungsmessungen in tiefen Messstellen im Salinargestein und den Grubenbauen konnten die Ergebnisse ergänzen. Das Monitoring hat sich in diesem Forschungsvorhaben als ein bedeutsamer und zielführender methodischer Ansatz herausgestellt. Methoden des hydrodynamischen, hydrochemischen und geophysikalischen (seismologischen und gravimetrischen) Monitorings fanden jeweils Anwendung und Betätigungen und eröffnen in ihrer Kopplung neue Möglichkeiten der Beobachtung und Interpretation der ablaufenden Prozesse. Spektakulär erschien der Hinweis, dass ein gravimetrisches Monitoring zur Langzeitüberwachung eines Bergbauareals geeignet sein kann. Zusammenfassung und Ausblick Ganz im Einklang mit den im Forschungsantrag formulierten Zielen wurde ein interdisziplinäres Instrumentarium entwickelt, mit dem vergleichbare Schadensituationen zukünftig bearbeitet werden können. Bei aktuellen Ereignissen in Sachsen-Anhalt konnten die Untersuchungsmethoden des Forschungsverbundes bereits empfohlen und auch zum Einsatz gebracht werden. Im Sinne des BMBF-Förderprojektes „Forschung für die Nachhaltigkeit" kann zum Abschluss der Forschungsarbeiten gesagt werden, dass für eine akute Gefahr hinsichtlich des weiteren Verbruchs der untersuchten tiefliegenden Grubenbaue der Schachtanlagen Leopoldshall I/II, von der Heydt und von Manteuffel sowie Neustaßfurt I, II und III nicht erkannt wurde. Ebenso finden sich keine Anzeichen für einen Tagesbruch. Dies gilt unter der Voraussetzung, dass die Grundwasserverhältnisse in den tiefen Grubenbauen nicht gestört werden. Anders ist die Prognose für die Grubenbereiche oberhalb 250m unter Gelände. Für diesen Bereich gibt es Hinweise auf das Vorhandensein deutlich untersättigter Lösungen und der Möglichkeit der weitergehenden Auflösung von Salinargesteinen, die möglicherweise in Zusammenhang mit einer nachgewiesenen Grundwasserzirkulation in den Grubenbauen steht. Dazu kündigt dieser Forschungsverbund die Formulierung eines Folgeprojekts an. Als Ergebnis der Forschungsarbeiten, ist nunmehr die beispielhafte Entwicklung eines nachhaltigen Gestaltungs- und Flächennutzungskonzeptes für einen Lebens- und Wirtschaftsraum, der durch Bergbau und eine mehr als 150-jährige Industriegeschichte geprägt ist, zu realisieren. Danksagung Dem Bundesministerium für Forschung und Bildung für die großzügige Förderung und dem Projektträger, dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), Projektträger Karlsruhe, Bereich Wassertechnologie und Entsorgung sowie dem Projektbeirat für die fachliche Begleitung dieses Forschungsvorhabens gebührt an dieser Stelle ein sehr großer Dank. Dies gilt gleichermaßen dem Bundesministerium für Wirtschaft, vertreten durch die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) und dem Geozentrum Hannover für die personelle und infrastrukturelle Unterstützung. Den Mitarbeitern des Landesamtes für Geologie und Bergwesen Sachsen-Anhalt danken wir für die zahlreichen Handreichungen und Zuarbeiten, Hinweise und die wichtigen Diskussionen. Nicht zuletzt sprechen wir dem Oberbürgermeister, dem Rat und der Verwaltung der Stadt Staßfurt für die vielfältige Unterstützung des Vorhabens unseren herzlichen Dank aus. Der Staßfurter Bevölkerung und den Druckmedien dankt der Forschungsverbund für das entgegengebrachte Interesse, das Vertrauen und das Verständnis für die Forschungsarbeiten. Hannover, im November 2010 Johannes Gerardi (BGR) -Koordinator des Forschungsverbundes- Inhaltsverzeichnis Vorwort. 7 Grußworte. 11 Montanhistorie der Kaligruben am Staßfurter Sattel - Grundlagen, Anne Allendorf. 19 Zusammenfassung der Ergebnisse des Tief- und Flachbohrprogramms, Frank Wackwitz, Hans-Dietrich Thormeier, Uwe Stahl. 32 3D-Modelle der Kali- und Steinsalzbergwerke des Staßfurter Sattels und geologisches 3D-Modell der Region Staßfurt, Christian Dresbach, Maximilian Pusch, Gerhard Mingerzahn, Stephanie Fleig, Jörg Hammer, Joachim Behlau. 46 Auswertung von LIDAR- Messungen zur Erkennung möglicher altbergbau bedingter Senkungs- und Bruchvorgänge im Untersuchungsraum Staßfurt, Thomas Schicht, Anne Allendorf. 63 Möglichkeiten der Aerogeophysik zur hydrogeologischen Erkundung der Umgebung des Staßfurt-Egelner Sattels, Bernhard Siemon, Tatjana Kerner. 73 Der Beitrag hochauflösender Bodengeophysik zur hydrogeologischen Charakterisierung von Destabilisierungsprozessen in Berg schadens gebieten am Beispiel der Stadt Staßfurt, Yvonne Krause, Ursula Noell, Markus Furche, Christoph Grissemann. 82 Ergebnisse des reflexionsseismischen Untersuchungsprogramms im Raum Staßfurt, Ulrich Polom, Bernadette Heinze. 92 Beitrag der Gravimetrie zur strukturellen Erkundung und zum Monitoring in Senkungsgebieten, Knut Seidel, Ulrich Serfling. 112 Seismologisches Monitoring im Bergschadengebiet Staßfurt, Matthias Keyser, Gernot Hartmann. 125 Hydrogeologische und hydrochemische Verhältnisse der ehemaligen Staßfurter Kalisalzgruben an der Westflanke des Staßfurter Sattels und des Deckgebirges, Christoph Jahnke, Antje Bohn, Norbert Walter, Hans-Jürgen Voigt. 144 Isotopen- und Umwelttracersysteme zur Charakterisierung verschiedener Aquifereinheiten in Staßfurt, Susanne Stadler. 155 Untersuchung der lösekinetischen Vorgänge beim Ersaufen der Staßfurter Kaligruben, Jürgen Bach. 161 In-situ Grundwasser-Fließmessungen im Deckgebirge und an den Grubenbauwerken des Staßfurter Sattels, Marc Schöttler. 173 Numerische Strömungs- und Massentransportmodellierung im Bereich des ehemaligen Kalibergbaus Staßfurt, Hans-Jörg Diersch, Junteng Luo, Wolfram Rühaak. 179 Geomechanische Berechnungen zur Interpretation von Tagesbrüchen und Oberflächenabsenkungen im Bergschadensgebiet Staßfurt, Uwe Düsterloh, Svetlana Tedeeva. 189 3D-Visualisierung und Quantifizierung von Fluidströmungen in Salinargestein mittels Positronen-Emissions-Tomographie, Martin Wolf, Johannes Kulenkampff, Frieder Enzmann, Marion Gründig, Michael Richter, Johanna Lippmann-Pipke, Helmut Mittmann. 200 „Hochauflösende Computertomographie und Computersimulationen an Bohrkernen der Staßfurt - Forschungsbohrungen", Frieder Enzmann, Zoran Jovanovic, Jens-Oliver Schwarz, Jürgen Tuckermann, Jürgen Göbbels, Michael Kersten. 213 Poster Forschungsverbundvorhaben „Dynamik abgesoffener und gefluteter Salzbergwerke und ihres Deckgebirgsstockwerks", Bernadette Heinze, Ulrich Polom. 227 Zustandserhaltende Grundwasser- und Gelöstgasbeprobung von Tiefenwässern für hydrochemische Spezialuntersuchungen in Staßfurt, Susann Berthold, Johannes Gerardi. 229 Hubschrauberelektromagnetik zur Erkundung von geologischen und hydrogeologischen Strukturen am Staßfurt-Egelner Sattel, Tatjana Kerner, Bernhard Siemon, Ursula Noell, Jens Pielawa. 231 Georadar-Bodenmessungen über dem Salzstock Staßfurt, Volker Gundelach, Norbert Blindow, Ulrich Buschmann, Christina Salat. 235 Auswertung von LIDAR- Messungen zur Erkennung möglicher altbergbaubedingter Senkungs- und Bruchvorgänge im Untersuchungsraum Staßfurt, Anne Allendorf, Thomas Schicht. 237 Ergebnisse einer geologischen Kartierung westlich der Stadt Staßfurt, Saskia Frenz, Johannes Gattinger, Frieder Enzmann, Johannes Gerardi. 239 Exkursionen Exkursion 1: Geologie und Altbergbau am Staßfurt - Egelner Sattel, Günter Schönberg, Karl Wächter. 242 Exkursion 2: ESCO Werk Bernburg, Christian Dresbach, Frank Farkas, Joachim Wendzel. 256 Exkursion 3: Rundgang im Stadtgebiet von Staßfurt - „Wiege des Kalibergbaus", Günter Schönberg, Johannes Gerardi. 262
Aktualisiert: 2019-10-09
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Energie aus heimischen Brennstoffen: Der Braunkohlentagebau Cottbus-Nord und die Lausitzer Landschaft nach der Braunkohle

Energie aus heimischen Brennstoffen: Der Braunkohlentagebau Cottbus-Nord und die Lausitzer Landschaft nach der Braunkohle von Busch,  Sybille, Grosser,  Regine, Rascher,  Jochen, Röhling,  Heinz-Gerd, Schroeckh ,  Birgit
Tagungspublikation zum 38. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften, Geologische Vereinigung, 29.-30.05.2015 in Cottbus. Der Arbeitskreis Bergbaufolgen der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften setzt die Arbeit des 1995 gegründeten Arbeitskreises Bergbaufolgelandschaften der GGW fort. Bisher fanden die nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen statt. Bestellungen zu Restexemplaren der einschlägigen Tagungsbände bis einschließlich des 22. Treffens sind möglich über die Geschäftsstelle der DGG, Stilleweg 2, 30655 Hannover; Tel.: 0511 - 643-2507, Fax.: 0511 - 643-2695, e-mail: info@dgg.de.
Aktualisiert: 2019-10-09
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Südthüringen – Industrie, Gewerbe und andere Folgen des Bergbaus

Südthüringen – Industrie, Gewerbe und andere Folgen des Bergbaus von Busch,  Sybille, Röhling,  Heinz-Gerd, Weiß,  Berthold
Tagungspublikation zum 37. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgen der Deutschen Ges. f. Geowissenschaften, 12. - 13. September 2014 in Suhl Vorwort AK Bergbaufolgen Sehr geehrte Damen und Herren, „Unstreitig ist das Vorhandensein von Metallen in der Umgebung von Suhl nicht nur schon früh bekannt gewesen, sondern hat das Verlangen wohl bald zu Fleiß und reger Thätigkeit angeregt. Je reichlicher aber des Bergmannes Fleiß und Arbeit vergolten ward, desto mehr fleißige Hände setzten sich in Bewegung, um der Tiefe der Erde Schätze abzugewinnen", so zu lesen in der 1846 erschienen Chronik der Stadt Suhl in der gefürsteten Grafschaft Henneberg. Vom Bergbau zeugen bis heute Bingen, Halden und Stollenmundlöcher, besonders aber die Geschichte einer einzigartigen Industrie- und Gewerbeentwicklung in den vergangenen Jahrhunderten, die vom Waffen- und Fahrzeugbau bis zur Porzellanherstellung u. a. m. reicht. Mit der 37. Tagung des Arbeitskreises Bergbaufolgen der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften soll der Bogen vom rohstoffgeologischen Potenzial für die Herausbildung von Gewerbe und Industrie in Südthüringen bis zum Umgang mit den Hinterlassenschaften des Bergbaues gespannt werden. Arbeitskreis Bergbaufolgen in der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften e. V. TERRA MONTAN Gesellschaft für angewandte Geologie mbH Suhl Aus dem Inhalt: Programm. 5 Vorwort des Arbeitskreises Bergbaufolgen. 7 Grußwort von Herrn Jens Triebel, Oberbürgermeister der Stadt Suhl. 8 Dank für die Unterstützung. 9 Weiß, Berthold: Suhl - Stadt- und Gewerbeentwicklung im Gefolge des Erzes. 11 Brosin, Paul: Der Bergbau auf ordovizische Eisenerze bei Schmiedefeld im Thüringer Schiefergebirge. 26 Steinborn, Henry: Die Geschichte des Spatbergbaues bei Ilmenau und seine Zukunft. 29 Kaufmann, Uwe: Goldquarzgänge im Verlauf der ICE-Tunnelkette. 41 Lange, Peter: Alaunschiefergruben in Thüringen und ihre Bergrisiken. 55 Schmidt, Ralf: Kobaltbergbau und Blaufarbenproduktion - Das „Berg- und Blaufarbenwerk Glücksbrunn" bei Schweina als Bergfabrik des 18. Jahrhunderts. 61 Mrotzek, Klaus: Geotechnische Herausforderungen durch den Wismut-Bergbau bei Suhl. 80 Weiß, Berthold et al.: Exkursionsführer Südthüringen - Industrie, Gewerbe und andere Folgen des Bergbaus. 91 Teilnehmerverzeichnis. 103 Übersicht über die bisherigen Treffen und Publikationen des Arbeitskreises Bergbaufolgen. 105 Der Arbeitskreis Bergbaufolgen der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften setzt die Arbeit des 1995 gegründeten Arbeitskreises Bergbaufolgelandschaften der GGW fort. Bisher fanden die nachfolgend aufgeführten Veranstaltungen statt. Bestellungen zu Restexemplaren der einschlägigen Tagungsbände bis einschließlich des 22. Treffens sind möglich über die Geschäftsstelle der DGG, Stilleweg 2, 30655 Hannover; Tel.: 0511 - 643-2507, Fax.: 0511 - 643-2695, e-mail: info@dgg.de.
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Erzbergbau und Oberharzer Wasserwirtschaft – Bergbaufolgen im UNESCO-Weltkulturerbe

Erzbergbau und Oberharzer Wasserwirtschaft – Bergbaufolgen im UNESCO-Weltkulturerbe von Busch,  Sybille, Kleeberg,  Katrin, Röhling,  Heinz-Gerd, Stedingk,  Klaus
Vorwort AK Bergbaufolgen Der Harz und sein näheres Umfeld gehören zu den montanhistorisch bedeutenden Regionen Europas. Archäologische Untersuchungen geben immer deutlichere Indikationen für eine bronzezeitliche Metallgewinnung aus Harzer Erzen. Sicher zu belegen ist die Verhüttung Rammelsberger Erze für das 3. nachchristliche Jahrhundert bei Osterode. Über Jahrhunderte waren die Menschen im Oberharz mit dem Schicksal des Montanwesens - ihrer wichtigsten Lebensgrundlage - untrennbar verbunden. Auch nach dem Ende der Erzverhüttung im Oberharz (1967 Silberhütte Lautenthal) und der Einstellung des Bergbaus (Erzbergwerk Grund im Jahr 1992) ist die Erinnerung an die historischen Wurzeln noch immer lebendig. Dies hat positive Auswirkungen auf die Erhaltung und Wiedererschließung der Sachzeugen des historischen Montanwesens. Im Jahr 2010 erfolgte die Aufnahme der Oberharzer Wasserwirtschaft in die Welterbeliste der UNESCO, wodurch das in Jahrhunderten gewachsene bergmännische Wassersystem, das in weiten Teilen noch erhalten ist, eine außerordentliche Anerkennung findet. Das 32. Treffen des AK Bergbaufolgen widmet sich i. W. den Folgen des Bergbaus und der Erzaufbereitung. Ein spezielles Thema bilden die Anlagen der Oberharzer Wasserwirtschaft. Die Vortragsveranstaltung wird bei den Harzwasserwerken auf dem Gelände des Kaiser-Wilhelm-Schachtes II (Betriebshof Clausthal) stattfinden. Im nahegelegenen Oberharzer Bergwerksmuseum besteht während der Abendveranstaltung die Gelegenheit, vielschichtige Eindrücke vom Bergbaualltag und den Lebensumständen in den Bergstädten vergangener Jahrhunderte zu gewinnen. Die ganztägige Busexkursion führt zu ganz unterschiedlichen Zielen. Im Vordergrund werden die heutige (Nach)-Nutzung der vom Montanwesen geprägten Mittelgebirgslandschaft und ihre Industriekultur stehen. Hierbei werden Einblicke geboten in • die Nachnutzung bergbaulicher Flächen durch Unternehmen der Hochtechnologie, • das bergmännische Wassersystem und seine Instandhaltung, • die Sanierung und Verwahrung von historischen Bergbauanlagen und ihren Hinterlassenschaften, • die Bewahrung und lebendige Präsentation der Bergbau- und Industriegeschichte in Archiven, Museen und Schaubergwerken. Die Exkursion gibt damit einen umfassenden Einblick in die montanhistorischen Zusammenhänge der Region und zeigt neben den Bergbaufolgen auch die Chancen für eine zeitgemäße Nutzung der vorhandenen Objekte. Möglich wird das vielfältige Programm von Vorträgen, Führungen und der Exkursion durch den Oberharz natürlich nur mit Hilfe zahlreicher Partner. Für die Unterstützung und wohlwollende Förderung der Veranstaltung danken wir den Harzwasserwerken GmbH, dem Oberharzer Bergwerksmuseum Clausthal- Zellerfeld, dem Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen, dem Nationalpark Harz sowie den Firmen Sympatec GmbH und Bergsicherung Ilfeld GmbH und nicht zuletzt dem Bergwerksmuseum Grube Samson in St. Andreasberg. Weiterhin gilt unser Dank den zahlreichen Freunden und Kennern des Oberharzer Montanwesens vor Ort. Arbeitskreis Bergbaufolgen der DGG e. V. Klaus Stedingk Katrin Kleeberg Jochen Rascher Sybille Busch Aus dem Inhalt Inhaltsverzeichnis und Programm Grußwort des Bürgermeisters der Samtgemeinde Oberharz Vorwort des Arbeitskreises Bergbaufolgen Freitag, 27.04.2012 ab 11.00 Uhr Anmeldung 12.00 - 13.00 Uhr Mittagsimbiss Vortragsveranstaltung 13.00 Uhr Eröffnung durch den AK Bergbaufolgen 13.05 Uhr Begrüßung durch den Bürgermeister der Samtgemeinde Oberharz 13.15 Uhr Stedingk, K.: Geologie und Erzlagerstätten im Oberharz 13.50 Uhr Ließmann, W.: Das historische Montanwesen im Mittel-und Südwestharz 14.25 Uhr Knolle, F.: Montanwesen, Schwermetallkontamination und -vegetation im Harz - ein Überblick 15.00 - 15.30 Uhr Kaffeepause 15.30 Uhr Teicke, J.: Energieversorgung für den Bergbau: Das Oberharzer Wasserregal 16.05 Uhr Lampe, W.: Umgang mit dem Altbergbau im Oberharz 16.40 Uhr Reiff, U.: Das Oberharzer Bergbaumuseum im UNESCO-Welterbe Oberharzer Wasserregal 17.15 Uhr AK Bergbaufolgen - Schlusswort, Organisatorisches ab 19.00 Uhr Abendveranstaltung mit Harzer Tzscherperessen im Oberharzer Bergwerksmuseum Sonnabend, 28.04.2012 Busexkursion 09.00 Uhr Start am Betriebshof Clausthal der Harzwasserwerke GmbH Stedingk, K.: Exkursionsführer - Erzbergbau und Oberharzer Wasserwirtschaft Exkursionspunkte: Stop 1: Caroliner Wetterschacht Außenstelle Oberharzer Bergwerksmuseum (Fa. Sympatec) Stop 2: Niedersächsisches Bergarchiv (LBEG) Stop 3: Zellerfeld / Bleifeld (Bergbaulandschaft, Wasserwirtschaft) Stop 4: Zellbachtal (Pochsand, Haldensanierung, Schwermetallfloren) Stop 5: Wildemann / Spiegeltal (Sanierung Schacht Kleeblatt Stop 6: Sperberhaier Damm / Dammhaus Stop 7: Oderteich und Rehberger Graben Stop 8: St. Andreasberg, Gruben Samson und Katharina Neufang Ende der Exkursion gegen 16.30 Uhr in Clausthal Teilnehmerverzeichnis Übersicht über die bisherigen Treffen und Publikationen des Arbeitskreises Bergbaufolgen
Aktualisiert: 2019-10-09
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