Nach sieben Jahrzehnten Sowjetunion sind die Russen in vielen ihrer Essgewohnheiten wieder zu den Traditionen der vorrevolutionären Zeit zurückgekehrt. Die Esskultur, die private wie die der Restaurants, hat wieder einen hohen Stellenwert, Kochbücher und Ratgeber in Fernsehen und Internet haben Konjunktur. Die wissenschaftliche Erforschung dieser Sparte der Kultur hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Im Frühjahr 2010 fand an der Universität Potsdam die erste internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema „Russische Küche und kulturelle Identität“ statt. Der vorliegende Sammelband enthält viele der dort vorgestellten Beiträge in Aufsatzform. Es sind kultur- und literaturwissenschaftliche Untersuchungen zu Essen und Trinken in Russland. Untersucht werden nicht nur die Bedeutung einzelner Speisen und Zubereitungsarten und die Mahlzeit als soziales Geschehen, sondern auch der Verzicht auf Nahrung, sei es freiwillig als Fasten, sei es erzwungen als Hunger. Eine andere Gruppe von Beiträgen geht der Rolle des Essens als literarischem Motiv nach, eine weitere bildlichen Darstellungen. Auch das Trinken wird bedacht. In der Kultur durchweg klar kodiert, eignen sich Essen und Trinken ganz besonders als literarische Zeichen, die in den Werken unterschiedlichste Funktionen übernehmen können. Als Ganzes eröffnen die Beiträge erste Durchblicke in ein großes und bislang oft vernachlässigtes Forschungsgebiet.
Aktualisiert: 2023-06-06
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Was hatte es mit den Essgewohnheiten der alten Griechen auf sich? Wie aßen der legendäre Odysseus und die anderen Helden von Homers Epen? Welche Speisen nahmen die Adeligen zu sich, wie aßen die einfachen Leute?
Helene Wagner rekonstruiert in diesem einzigartigen Buch die Ernährungsgewohnheiten der griechischen Antike zwischen 800 und 500 v. Chr. Aus literarischen Texten, historischen Dokumenten und archäologischen Funden gewinnt sie erstaunliche Erkenntnisse über die Esskultur dieser Zeit. Sie beleuchtet jedoch nicht nur die Zusammensetzung der Mahlzeiten, sondern auch den sozialen und kulturellen Hintergrund in Bezug auf die Essgewohnheiten: den sozialen Rahmen, in den Mahlzeiten eingebunden waren, die Menschen, die sie zubereiteten, und die, die sie konsumierten, und nicht zuletzt die Rollenverteilung zwischen Mann und Frau in der archaischen Küche.
Ein faszinierendes Thema, eine so erfrischende wie spannende Annäherung und insgesamt ein beeindruckendes Werk, das interessante und anregende Einblicke gewährt.
Die Autorin:
Helene Wagner, Mag., studierte Alte Geschichte und Altertumskunde sowie Klassische Archäologie an der Universität Wien. Sie ist heute als freie Journalistin tätig.
Aktualisiert: 2020-05-01
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Nach sieben Jahrzehnten Sowjetunion sind die Russen in vielen ihrer Essgewohnheiten wieder zu den Traditionen der vorrevolutionären Zeit zurückgekehrt. Die Esskultur, die private wie die der Restaurants, hat wieder einen hohen Stellenwert, Kochbücher und Ratgeber in Fernsehen und Internet haben Konjunktur. Die wissenschaftliche Erforschung dieser Sparte der Kultur hält mit dieser Entwicklung nicht Schritt. Im Frühjahr 2010 fand an der Universität Potsdam die erste internationale und interdisziplinäre Tagung zum Thema „Russische Küche und kulturelle Identität“ statt. Der vorliegende Sammelband enthält viele der dort vorgestellten Beiträge in Aufsatzform. Es sind kultur- und literaturwissenschaftliche Untersuchungen zu Essen und Trinken in Russland. Untersucht werden nicht nur die Bedeutung einzelner Speisen und Zubereitungsarten und die Mahlzeit als soziales Geschehen, sondern auch der Verzicht auf Nahrung, sei es freiwillig als Fasten, sei es erzwungen als Hunger. Eine andere Gruppe von Beiträgen geht der Rolle des Essens als literarischem Motiv nach, eine weitere bildlichen Darstellungen. Auch das Trinken wird bedacht. In der Kultur durchweg klar kodiert, eignen sich Essen und Trinken ganz besonders als literarische Zeichen, die in den Werken unterschiedlichste Funktionen übernehmen können. Als Ganzes eröffnen die Beiträge erste Durchblicke in ein großes und bislang oft vernachlässigtes Forschungsgebiet.
Aktualisiert: 2023-01-13
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