Am 12. November 1918, wenige Tage nach dem Ende der Kampfhandlungen des Ersten Weltkriegs, wurde die Republik Deutsch-Österreich als Teil der Deutschen Republik ausgerufen. Gleichzeitig wollten kommunistische Räte die Macht an sich reißen, Tote und Verletzte blieben auf der Rampe des Parlaments zurück. Der Beitritt der Bundesländer zum Gesamtstaat, die Festlegung der Grenzen in Saint-Germain-en-Laye 1919, die Verfassung und die Überwindung der schwersten wirtschaftlichen und sozialen Not schufen die Basis der Ersten Republik.
In den ersten Jahren der Republik wurden Wegmarken für die folgenden 90 Jahre gelegt – Vieles geschaffen, was bis heute wirkt, Vieles gedacht, was bis heute in Diskussion steht. Wichtige Entwicklungsstränge von 1918/20 bis heute freizulegen und darzustellen, das leisten die „Republik. Ausstellung 1918/2008“ im Parlament und die 54 Beiträge des die Ausstellung begleitenden Buches – verfasst von führenden HistorikerInnen. Skizziert werden die Entwicklungslinien mit ihren Kontinuitäten und Brüchen in den Bereichen Politik, Wirtschaft, Soziales, Religion, Bildung, Identität, Kultur, Medien, Landesverteidigung sowie der Europäischen Integration.
Die Herausgeber:
Stefan Karner, Univ.-Prof. Dr., Leiter des Ludwig-Boltzmann-Instituts für
Kriegsfolgenforschung, Graz – Wien – Klagenfurt; stv. Vorstand des Instituts
für Wirtschafts-, Sozial- und Unternehmensgeschichte, Universität Graz.
Lorenz Mikoletzky, Hon. Prof. Dr., Gen. Direktor des Österreichischen Staatsarchivs, Wien.
Aktualisiert: 2020-05-01
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Im Jahr 1960 hatte der Schweizer Max Bill, eine der herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, in Zürich die Ausstellung „konkrete kunst. 50 jahre entwicklung“ veranstaltet. Als Beginn der Entwicklung wurde das Aquarell von Wassily Kandinsky von 1910 vorangestellt.
Auch wenn schwer zu eruieren ist, wie sich aus den damaligen Einflüssen – Impressionismus, Cézanne, Kubismus u.a. – die autonome Gestaltung der Konkreten Kunst herausbildete, lassen sich aus den Werken und Manifesten einiger Pioniere die Ziele der neuen Kunst deutlich erkennen. Namen wie Kasimir Malewitsch und Piet Mondrian sind in verschiedenen Zusammenhängen weiterhin vernetzt.
Auf den Punkt gebracht wurde der Begriff „Konkrete Kunst“ durch das Manifest von Theo van Doesburg im Jahr 1930 in Paris: Es braucht klare, intellektuelle Mittel, um sich auf konkrete Art zu manifestieren.
Allgemeine Zustimmung fand die Definition von Max Bill von 1936–1949, in der es u.a. heißt:
Konkrete Malerei und Plastik ist die Gestaltung von optisch Wahrnehmbarem. Ihre Gestaltungsmittel sind die Farben, der Raum, das Licht und die Bewegung. Durch die Formung dieser Elemente entstehen neue Realitäten… Konkrete Kunst ist in ihrer letzten Konsequenz der reine Ausdruck von harmonischem Maß und Gesetz. Sie ordnet Systeme und gibt mit künstlerischen Mitteln diesen Ordnungen das Leben.
Seit der Ausstellung von 1960 hat sich Konkrete Kunst in verschiedenen Phasen gewandelt, sich unter anderen Begriffen spezialisiert oder wird zum Teil als formales Gestaltungsprogramm verstanden. Auf ihre tatsächliche breite Grundlegung weist der neuere Begriff „Konstruktiv-Konkrete Kunst“, der für einige Institutionen maßgeblich geworden ist. Er macht auch deutlich, dass zu Beginn der theoretischen Auseinander setzungen unter „konkret“ ebenfalls eine psychische Konkretion verstanden werden konnte (s. die grafische Darstellung von Max Bill von 1944). Es ist keine Reanimation, wenn sich 2010 Konkrete Kunst wiederum manifestiert. Was zur Stunde zählt, ist die aktuelle pragmatische Begegnung mit Werken der Konstruktiv-Konkreten Kunst. Diese könnte auf eine nicht zu übersehende internationale Breitenentwicklung aufmerksam machen. Die räumliche Ökonomie, ein signifikantes Postulat Konkreter Kunst, lässt indessen zwei Parameter hervorheben, welche Konkrete Kunst heute wesentlich orientieren: Struktur und Wahrnehmung. Ihre Bildwelten sind Projektionsflächen, die einzelnen Arbeiten, präzise Modelle von Strukturen für Wahrnehmungen: Strukturen verstanden als offene oder geschlossene Systeme, deren Teile unter sich in Beziehung stehen, um Wahrnehmungsprozesse auszulösen. Strukturen sind Medien, die im Umkehrprozess von Wahrnehmungen bestimmt werden.
Für den Katalog wurden aus einer Fülle qualitativer Konkreter Kunstwelten repräsentative Werke von 11 KünstlerInnen verschiedener geografischer und mentaler Herkunft ausgewählt, nicht ohne Hinweis darauf, dass sich jederzeit eine erweiterte Teilnehmerliste vorstellen lässt. Die Kunst der Farbe wird in ihrer Bindung an System und Form präsentiert. Mit dem Ereignis der 100 Jahre befassen sich im Katalog Eduard Beaucamp, Frankfurt, Hans-Peter Riese, Köln, Margit Weinberg Staber, Zürich und Eugen Gomringer, Rehau.
Zum Katalog eingeladen sind mit je 1–3 Werken die folgenden KünstlerInnen (derzeitiger Wohn- und Arbeitsort):
Karl Heinz Adler, *1927, Dresden
Rita Ernst, *1956, Zürich und Sizilien
Karl Gerstner, *1930, Basel und Elsass
Hans-Jörg Glattfelder, *1939, Paris
Wolfgang Körber, *1934, Solingen
Vesna Kovacic, *1954, Ulm
Josef Linschinger, *1945, Traunkirchen
Dora Maurer, *1937, Budapest
Manfred Mohr, *1938, New York
Marcello Morandini, *1940, Varese
Axel Rohlfs, *1971, Harpstedt
Aktualisiert: 2022-01-20
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Urbanität ist ein Kennzeichen der Moderne, die Entstehung der europäischen Metropolen rief Staunen und Kritik hervor. Dabei galten Städte nie als natürlicher Lebensraum; strategische Interventionen und sozialpolitische Projekte prägen bis heute ihr Erscheinungsbild. Das Buch widmet sich der Theorie und der Geschichte der Stadtpolitik in Deutschland. Der zeitdiagnostische Teil bietet einen Überblick über Themen wie Gentrification, Einkaufszentren und die Renaissance der Innenstadt.
Aktualisiert: 2023-03-28
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