Die Jubiläumskultur hat auch im Jahr 2008 gründlich illuminiert. So gut wie alle Aspekte der politischen „Bewegungen“, die in den 60er Jahren die Amerika, West- und Ost-Europa erfaßten, wurden auf Symposien erörtert, in den Feuilletons pointiert und in Buchform dargelegt. Ein Kinofilm zum „Baader-Meinhof-Komplex“, den gewaltförmigsten Nachzuckungen der bundesdeutschen Studentenproteste, erfüllte eine gewisse Unterhaltungsfunktion.
Im Kontrast zu scharfgeschossenen nachgestellten Bildern konzentriert sich diese Studie auf einige VorausSetzungen dessen, was im letzten Drittel des 20. Jahrhunderts die Künste und Lebensstile veränderte. Der (stark französisch geprägten) Idee, „den Alltag zu revolutionieren“, den impulsiven Konzepten der Surrealisten und Dadaisten spürt sie ebenso nach wie der Migration „situationistischer“ Strategien. Sie rühmt all das, was mit John Cage oder Nam June Paik an Enthierarchisierung und kunstimmanenter Demokratisierungsvorstellung über den Ozean kam. Auch Parallelbewegungen im europäischen Avantgarde-Betrieb zu den Entwicklungen in den USA – insbesondere die Zusammenhänge zwischen musikalischen Innovationen (exemplarisch: Mauricio Kagel und Dieter Schnebel) zu denen in den Bildenden Künsten. Unabhängig vom aktuellen Anlaß wird ein zentrales Feld der Ästhetik der Moderne umrissen – und das Engagement in ihm.
Abschließend ein Kontrapunkt: Ein Gespräch mit dem Wiener Literatur- und Kulturwissenschaftler Helmut Lethen, einem der Aktivisten der Studentenbewegung in West-Berlin. Lethen wirft einen skeptischen Blick auf die ‚Avantgarden’ – auf die der Musik wie die politischen.
Aktualisiert: 2023-01-16
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Ausgangspunkt der Studie war die Beobachtung, dass trotz zahlreicher Schriften zum Thema "Zeitgenössische Musik" kein Konsens im Sinne einer allgemeingültigen Definition zu finden ist. Die zu konstatierende Unübersichtlichkeit bezieht sich dabei nicht nur auf den Stilpluralismus, sondern auch auf den wissenschaftlichen Diskurs. Aus diesem Grund wird in dieser Studie einem grundlegenden Aspekt innerhalb der Neuen Musik nachgegangen, der gewandelten Rollenverteilung von Komponist, Interpret und Rezipient. Da sie nicht als isoliertes Phänomen betrachtet werden kann, wird sie um weitere Facetten wie musikalische Avantgarde, Kommunikation oder die Erweiterung des musikalischen Materials ergänzt.
Aktualisiert: 2020-05-27
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Welch unglaubliche Entwicklung liegt zwischen Stücken wie Match, Staatstheater, Zwei-Mann-Orchester und Broken Chords, Das Konzert oder dem V. Streichquartett.
Doch wenn sich Mauricio Kagel auch mittlerweile traditioneller Klangkörper wie Klaviertrio, Streichquartett oder Sinfonieorchester bedient, erhebt sich stets noch und immer wieder aufs Neue die Frage: Was steckt hinter den Klängen? Mit Stichworten wie „musikalische Charaktere" oder „imaginäres Theater" hat Kagel selbst Fingerzeige gegeben. Die hier versammelten Referate des „1. Internationalen Kagel-Symposion" an der Universität Siegen demonstrieren, dass sich damit eine so neuartige wie ungemein fruchtbare Perspektive nicht allein auf die späteren Kompositionen, sondern auch auf das Frühwerk eröffnet. Bei aller Vielfalt der Klänge, Bilder und Wörter entspringt Kagels Œuvre auf verblüffende Weise einer Einheit der Gegensätze. Ergänzt werden die Vorträge um die Texte und die Komposition Quasi niente, für geschlossene Münder, die anlässlich Kagels Siegener Ehrenpromotion entstanden sind. Eine DVD illustriert dieses Kagel-Symposion in Ausschnitten.
Die Beiträge:
Werner Klüppelholz, Zum Stand der Forschung und zu diesem Symposion
Wieland Reich, Absicht und Ziel. Der Anfang als kompositorische Kategorie bei Kagel
Matthias Kassel, Textgespinste – Zur textlich-musikalischen Verflechtung in einigen
Vokalwerken Mauricio Kagels
Helga de la Motte-Haber, Entführung aus dem Rahmen des Konzertsaals
Matthias Rebstock, Zur Präsenz des Abwesenden im instrumentalen Theater
von Mauricio Kagel
Karl-Heinz Zarius, »Ein akustischer Stummfilm«. Kritische Reflexionen
zur immanenten Theatralik der Musik von Mauricio Kagel
Christa Brüstle, Virtual reality – real virtuality. Kagel-Exegese im Medienzeitalter
Björn Heile, Homo ludens? Spiel und Spielen im Werk von Mauricio Kagel
Knut Holtsträter, Kagels serielle Tonalität als Weiterführung von Liszts Konzept
des »poetischen Gedankens«
Pia Steigerwald, Gefühlte Form – musikalische Reflexion.
Anmerkungen zu Kagels Klaviermusik der 1990er Jahre
Jörg Rothkamm, Rhythmische Synchronizität zwischen Musik und Choreographie:
Pas de cinq von Mauricio Kagel (1965) als »Instrumentales« und »Imaginäres Theater«
Frans de Ruiter, Laudatio (Zur Verleihung des Grades eines Dr. phil. h. c. an Mauricio Kagel
Mauricio Kagel, Danksagung
Werner Klüppelholz, Das Symposion summt. Fast nichts zu Kagels Quasi niente
Aktualisiert: 2019-09-27
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Wort und Bild aus einer Hand.
Seit Anfang der 50er Jahre ist Hildebrand mit herausraugenden Persönlichkeiten aus Kultur, Sport, Wissenschaft und Politik zusammengetroffen. In oft tagelanger Arbeit hat er sich mit seinen Gesprächspartnern auseinandergesetzt, schrittweise hat er sich an sie herangetastet. Aus dem beruflichen Termin wurde eine Begegnung zweier Menschen. Die hier veröffentlichte Auswahl der für ihn selbst wichtigsten Begegnungen gibt einen Einblick in das Schaffen dieses "Vollbutjournalisten" - so bezeichnet ihn Gerd Hofmann, Chefredakteur der "scala" - zugleich ist sie ein lebendiger Beitrag für ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte.
Aktualisiert: 2019-12-02
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Die Klaviermusik von Mauricio Kagel war bislang ein nur wenig erforschter Bereich seines Schaffens. In der vorliegenden Dissertation wird dieser wichtige Werkkomplex erstmals umfassend analysiert und dargestellt – von den erst kürzlich wiederentdeckten Cuatro piezas para piano (1945) bis zum Impromptu II (1998). Ein Schwerpunkt liegt hierbei auf der detaillierten Beschreibung der Werkentstehung von der Skizze zur fertigen Partitur, ein anderer auf der Erschließung von Inspirationsquellen dieses kontextuell schöpferischen Komponisten und seiner die Klavierkompositionen begleitenden Musiktheorie.Zunächst heterogen erscheinend, lassen sich Kagels kompositionsästhetische Strategien als planvolle Auseinandersetzung mit Übergängen und Übevorgängen konkretisieren, die mit einer zunehmenden (Re-)Materialisierung musikalischer Gedanken verbunden sind. Sein Konzept der »Seriellen Tonalität« zielt dabei auf eine neue Tonalität jenseits tradierter Bindungen und Verpflichtungen. Die Analyse der Tiefenstruktur seiner Klaviermusik zeigt die engen Bezüge von Kagels Formdenken zum bildnerischen Denken von Paul Klee und den ästhetischen Konzepten der Nachkriegsmoderne auf.
Aktualisiert: 2020-03-11
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Was ist „historisch“ an historischen Instrumenten? Wie interpretieren Musikwissenschaftler, Musiker, Instrumentenmuseen und nicht zuletzt Komponisten im 20. Jahrhundert historische Instrumente? Diesen Fragen geht die vorliegende Arbeit in drei Schritten nach: Ausgehend von den Begriffen „historische“ und „alte Instrumente“ sowie den englischen Bezeichnungen „early instruments“ und „period instruments“ werden Konnotationen historischer Instrumente einerseits im Verhältnis zum geschichtlichen Kontext der Instrumente, andererseits im Hinblick auf ihre kompositorische Rezeption im 20. Jahrhundert untersucht. Ausführliche Werkanalysen runden den Band ab.
Aktualisiert: 2019-01-02
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Zur neuen Basler Fassung von Mauricio Kagels Zwei-Mann-Orchester
Eines der originellsten und zugleich merkwürdigsten Stücke der neuen Musik schuf Mauricio Kagel zwischen 1971 und 1973 mit seinem Zwei-Mann-Orchester für zwei Ein-Mann-Orchester. Aus einer möglichst grossen Anzahl von Instrumenten und Klangerzeugern bauen zwei Musiker eine komplexe Spielmaschinerie und entwickeln nach Kagels Konzeptpartitur selbst die zugehörige Musik. So entsteht ein Doppelgebilde aus skulptural-kinetischem Klangobjekt und visuell gestaltetem Musikstück.
In einer Kooperation von Paul Sacher Stiftung, Hochschule für Musik und Museum Tinguely wurde im April 2011 in Basel die erst dritte Aufführung des Werks realisiert. Neben Wilhelm Bruck, der bereits bei der Uraufführungsversion in Donaueschingen 1973 und der zweiten Fassung in Kassel 1992/93 Spieler des Zwei-Mann- Orchesters war, ist in der jüngsten Fassung der Basler Schlagzeuger Matthias Würsch am Bau der Orchestermaschine beteiligt.
Dieser von der Paul Sacher Stiftung vorgelegte Band versammelt Essays mehrerer Gastautoren zu den musikalischen wie künstlerischen Hintergründen. Daneben bietet er anhand von Originalquellen aus der Sammlung Mauricio Kagel der Paul Sacher Stiftung und aus anderen Archiven eine umfassende, reichhaltig bebilderte Dokumentation des Zwei-Mann-Orchesters und seiner bisherigen Aufführungen.
Aktualisiert: 2019-10-30
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Das instrumentale Theater von Mauricio Kagel gehört zu den wichtigsten Erscheinungen im Bereich des Neuen Musiktheaters und prägt es bis heute. In den Anfangsjahren, zwischen 1959 und 1965, untersucht Kagel geradezu systematisch und in immer neuen Versuchsanordnungen, wie die Beziehungen zwischen Hörbarem und Sichtbarem Gegenstand von Komposition werden können. Das Buch leistet eine umfassende Darstellung dieses frühen instrumentalen Theaters: Die Phänomene werden historisch eingeordnet, wobei ein besonderer Akzent auf Kagels ästhetischer Sozialisation im Buenos Aires der vierziger und fünfziger Jahre liegt. Die einzelnen Kompositionen werden beschrieben und die Grundmotive einer Ästhetik des instrumentalen Theaters entwickelt. Eine zentrale Stelle nimmt zudem die Frage ein, wie in den Analysen dem Umstand Rechnung getragen werden kann, dass im instrumentalen Theater Kagels auch die visuelle Dimension strukturelle Bedeutung hat und Kagel mithin intermedial komponiert. Schließlich konnte der Autor für dieses Buch erstmals das gesamte Skizzenmaterial, das in der Paul Sacher Stiftung in Basel liegt, einbeziehen, wodurch sich ein völlig neuer Blick auf Kagels Kompositionsprozess ergibt.
Aktualisiert: 2021-12-21
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