Desmidiaceenflora von Österreich, Teil 3

Desmidiaceenflora von Österreich, Teil 3 von Lenzenweger,  Rupert
Wie schon die Gattung Staurastrum im Teil 2 dieser Flora, wurde in diesem 3. Teil auch die Gattung Cosmarium in sogenannte Artengruppen aufgegliedert. Mit solchen Aufgliederungen soll die Einordnung von Taxa artenreicher Gattungen in ein übersichtliches und vor allem in ein für die Praxis anwendbares und leicht zu handhabendes System erreicht werden. Auf Übersichtlichkeit wurde in erster Linie auch deshalb so viel Wert gelegt, weil der Gebrauch dieser Flora einem möglichst großen Kreis von Benützern zugänglich gemacht werden soll und sie nicht nur von den professionellen Phykologen, sondern auch von Amateurphykologen nutzbringend in die Hand genommen werden sollte. Aus dem gleichen Grund wurden sowohl die Darstellungen der Artengruppen als auch die Artenschlüssel mit zahlreichen Abbildungen versehen. Die Artengruppen wurden nach rein morphologischen Gesichtspunkten erstellt und die ihnen jeweils zugeordneten Taxa sollten ganz bestimmte und gut definierte gemeinsame Merkmale haben. Daß dies nicht immer hundertprozentig möglich war und Kompromisse nicht zu vermeiden waren, liegt in der Natur der Sache. Diesen Gruppen kommt natürlich keine taxonomische Rangstufe zu und sie spiegeln auch keine phylogenetischen oder verwandtschaftlichen Beziehungen wider, sie dienen lediglich der Ubersichtlichkeit. Daß schon frühere Autoren (u.a. HANSGIRG (1888), DE TONI ( 1889), WEST & WEST (1905), KREGER (in KREGER & GERLOFF 1969), PRESCOTT et al. (1981)) bemüht waren, die Gattung Cosmarium in Gruppen oder Sektionen aufzuspalten, unterstreicht anschaulich die Schwierigkeiten, die Reichhaltigkeit der Formen innerhalb dieser Gattung überschaubar zu machen und in eine brauchbare Gliederung zu bringen. Als Kriterien einer Differenzierung kommen nur auffällige und leicht erkennbare Merkmale in Frage und damit ist eine Grobgliederung in: "Zellwand glatt oder punktiert" (Artengruppe I-III) und in "Zellwand granuliert, warzig oder papillös" (Artengruppe IV-VII) mehr oder minder bereits vorgegeben. Als weitere Differenzierungsmerkmale innerhalb der beiden Großgruppen bieten sich dann die Formen der Zellhälften und der Verlauf der Zellränder (glatt, gewellt) einerseits und die der Zellwandornamentierung (mit oder ohne Mittelornamentierung, siehe dazu Seite NK) andererseits an. Es sollte dabei aber nicht übersehen werden, daß gerade letztere mitunter recht variabel sein kann, was gar nicht so selten auch Anlaß zur Neubeschreibung intraspezifischer Taxa war und ist. In etwas abgeschwächter Form betrifft dies vereinzelt sicherlich auch die Zelldimensionen ("f. minor"), die vielfach von unterschiedlichen ökologischen Faktoren beeinflußt werden. Abweichend von den beiden vorhergehenden Teilen der Desmidiaceenflora von Österreich erfolgt die Beschreibung der Arten nicht durchgehend, sondern nur innerhalb der Artengruppen in alphabetischer Reihenfolge. Zum Aufsuchen einzelner Taxa ist ihre fortlaufende Numerierun(J in der Artenbeschreibung maßgeblich und diese daher sowohl in den Artenschlüsseln als auch bei den Beschriftungen der Bildtafeln jeweils angegeben. Möge die mit diesem 3. Teil nun abgeschlossene "Desmidiaceenflora von Österreich" die Zwecke erfüllen, die mir stets vorschwebten und die auch der eigentliche Anlaß zu deren Abfassung waren: 1. eine Bestandsaufnahme der bisher in Österreich gefundenen Desmidiaceen zu sein und den Studenten und den nicht auf diese Algengruppe spezialisierten Phykologen eine, wenn auch nur gebietsbezogene Arbeitsunterlage in die Hand zu geben und 2. dem Amateurphycologen die Möglichkeit zu geben, die von ihm selbst aus den unterschiedlichsten Gewässern gesammelten Desmidiaceen zu bestimmen und ihn damit, über die Freude am Betrachten dieser schönen Algenformen hinausgehend, zu wissenschaftlicher Arbeit anzuregen.
Aktualisiert: 2015-10-07
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Desmidiaceenflora von Österreich

Desmidiaceenflora von Österreich von Lenzenweger,  Rupert
Bacillariophyceen (Kieselalgen) und Desmidiaceen (im weiteren Sinne, das heißt einschließlich der Closteriaceen, Gonatozygaceen, Mesotaeniaceen und Peniaceen) gehören wohl zu den schönsten Formen der Algenflora des Süßwassers. Der Schönheit ihrer Zellformen verdanken die Desmidiaceen auch die Bezeichnung "Zieralgen". Für den cytologisch oder physiologisch arbeitenden Wissenschaftler sind Desmidiaceen wichtige Forschungsobjekte. Die Morphogenese der neuen Halbzelle nach der Zellteilung, die Steuerung der Kriechbewegung durch das Licht und die als Konjugation bezeichnete besondere Art und Weise ihrer geschlechtlichen Fortpflanzung sind besonders intensiv untersucht worden. Die vorliegende Flora soll zweierlei Aufgaben erfüllen: Einerseits soll sie eine wissenschaftlich fundierte, gut bebilderte Bestandsaufnahme (Tafel! ) der bisher in Österreich gefundenen Desmidiaceen sein und andererseits als Nachschlagewerk für die vielen Algensammler dienen, die über das Betrachten schöner Formen hinausgehend, tiefer in die Biologie der Desmidiaceen eindringen möchten und selbständige Untersuchungen anstreben. Floristische Erhebungen wie die vorliegende sind die Basis für die Erstellung Roter Listen gefährdeter Arten und für den praktizierten Artenschutz und Biotopschutz unentbehrlich. Es werden noch zwei weitere Bände der Desmidiaceenflora von Österreich erscheinen. Teil 2 behandelt die Gattungen Arthrodesmus mit 3 Taxa, Xanthidium mit 7 Taxa, Staurodesmus mit 30 Taxa und umfangreich die differenzierte Gattung Staurastrum mit ungefähr 115 Taxa. Teil 3 umfaßt die artenreiche Gattung Cosmarium mit etwa 250 Taxa und die fädigen Formen mit ungefähr 20 Taxa. Auch diese beiden Teile der Desmidiaceenflora werden größtenteils vom Autor selbst gefertigte Zeichnungen enthalten.
Aktualisiert: 2015-10-07
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