Zur Geschichte Erlangens im Ersten Weltkrieg (1914–1918) findet sich eine erstaunliche Vielzahl von Veröffentlichungen mit unterschiedlicher Thematik, darunter das Buch des Autors über „Das Kriegsgefangenenlager Erlangen und seine
auswärtigen Arbeitskommandos – Ein Beitrag zum Gefangenenwesen im Königreich Bayern“(2016). Mit seiner neuen, ebenfalls vom Heimat-und Geschichtsverein Erlangen e.V. herausgegebenen Veröffentlichung „Der Erste Weltkrieg in Erlangen – Ein Lesebuch“ geht Heinrich Hirschfelder einen von üblichen Darstellungen abweichenden Weg: Er stellte originale Texte unterschiedlicher Art aus den Kriegsjahren zusammen, die insgesamt ein eindrucksvolles Bild von den Auswirkungen des Krieges auf die Stadt und die in ihr lebenden Menschen zeichnen. In Erlangen wurde um gefallene Angehörige getrauert, wurde auf die steigenden Preise geschimpft und musste die zunehmend schlechtere Versorgung mit
Lebensmitteln, Kohlen und Textilien notgedrungen ertragen werden – ebenso wie in anderen Städten. Erlangen erlebte den Krieg eigens auch als Universitäts-und Garnisonsstadt. Der Krieg ließ Erlangen auch zur Lazarettstadt werden. Frauen und Mädchen leisteten ehrenamtliche Dienste zum Wohle der Verwundeten und Erkrankten. 1915 setzte eine eigene Kriegsinvalidenfürsorge ein. Die aufgenommenen Texte sind vielfältig in der Thematik und bieten überraschende
Einblicke in einen wichtigen Abschnitt der lokalen Geschichte. Ein Buch zum Blättern und zum Schmökern.
Aktualisiert: 2020-07-15
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Als Dr. Rainer Meyer-Wendecker beschloss, sich in das große Abenteuer einer Weltreise zu stürzen,
hatte er gerade seine ersten Berufserfahrungen als Arzt gesammelt. Seine Frau Karin Meyer-
Wendecker hatte ihre Ausbildung als Psychologin beendet. Es war der ide ale Moment, die lange
geplante Reise anzutreten. Diese Gelegenheit nicht zu ergreifen, hätten sie sich kaum verziehen.
Beide waren aus demselben Holz geschnitzt. Rainer fälschte als Vierzehnjähriger die Unterschrift
seiner Eltern, um während der Ferien auf einem Schiff anzuheuern. In dem weltoffenen Klima seiner
Heimat stadt Bremen gedieh das unbändige Fernweh. Kaum anders erging es Karin, deren Eltern es
früh hinauszog. In Venezuela, hoch oben in den Anden, wurde sie geboren, wo sie auch
ihre frühe Kindheit verbrachte. Die Welt schien schon damals ihr Zuhause zu sein.
Erst viele Jahre nach dem Tod ihres Mannes entstand der Reisebericht von Karin Meyer-
Wendecker in Zusammenarbeit mit der Co-Autorin Dr. Marlene Müller-Rytlewski. Während
Meyer-Wendecker ihre Erlebnisse zwischen 1981 und Anfang 1985 während der Weltumrundung
auf über 1000 Blättern sozusagen in „freier Wild bahn“ zu Papier gebracht hatte, gelang es der
Publizistin Müller-Rytlewski, aus diesen Aufzeichnungen die vielen Eindrücke hintergründig einzuordnen.
Ein Buch, das aus der Rückschau Aufschluss gibt, wie atemberaubend schnell oder beklemmend
langsam sich die Welt inzwischen wieder gedreht hat. Für Nachahmer enthält es Anregungen,
einer solchen „Expedition“ die optimale Tiefe zu geben.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Schlamm. Das Wort beginnt sofort zu raunen. Versinken, zudecken, begraben sein, ausrutschen, herumwühlen, wachsen und vieles mehr. Aber dann lässt der Schlamm den Autor spüren, dass jener ganz auf sich allein gestellt ist, wenn aus den ersten Assoziationen ein Text werden soll. Das Wort Schlamm verweigert die Hilfe. Es neigt zum Wegrutschen. Umso erfreuter war die Jury über die vielen Einsendungen, die sich dem Thema gestellt haben und ganze Welten aus
Schlamm haben entstehen lassen. Und wie unter schiedlich sie sind: bedrückend, heiter, geheimnisvoll, mitleidig,
rhythmisch, soghaft. Die Jury ist eingetreten in den Kosmos der Texte, um ihn dann für den schmerzhaften Prozess der Bewertung wieder zu verlassen. Hier sind die drei Siegertexte und die weiteren sechs besten Texte des Wettbewerbs.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Der Autor, Jahrgang 1946, erzählt in diesem zweiten Teil seiner Erinnerungen (Teil 1: An die Glocke gehängt) von der Studienzeit ab 1967 und den Berufsjahren in Hamburg bis zum Umzug der Familie 1997 in die neue Hauptstadt nach Berlin. Er setzt sich mit der 68er-Bewegung auseinander und blickt kritisch und nicht ohne Humor auf die Jurisprudenz und die
Juristen. Geschrieben hat er auch diesen zweiten Band seiner Biografie für seine Familie und seine Freunde. Es ist ein sehr persönlicher Rückblick auf 30 Jahre seines Lebens.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Eine Liebeserklärung an Jena und Umgebung. Miniaturen aus einer Welt von gestern.
Kaleidoskopisch aufbereitet. Ein Blick auf 34 Jahre in der thüringischen Universitätsstadt. Von der „neuen Welt“ ins „Paradies“.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Das Kriegsgefangenenlager Erlangen wurde Ende März 1915 eröffnet. Im März 1918 erfuhr es eine beeindruckende Vergrößerung, als das benachbarte Lager Nürnberg nach Erlangen verlegt wurde. Die meisten gefangenen Soldaten aus dem Mannschaftsstand waren auf weit verstreuten auswärtigen Arbeitsplätzen eingesetzt, vor allem in der Landwirtschaft. Bei Kriegsende, am 11. November 1918, waren fast 12.000 Gefangene im Erlanger Lager registriert, vor allem Russen, Franzosen und Italiener – Männer, welche die oft jahrelange Gefangenschaft jeweils auf eigene persönliche Weise erlebten und zu verarbeiten hatten.
Der Autor fand viele neue Quellen in der „Kriegssammlung“ der Erlanger Universitätsbibliothek zum Ersten Weltkrieg (1914/18) und im „Kriegsarchiv“ des Bayer. Hauptstaatsarchivs und arbeitete sie in über 20 Kapiteln in einen mit zahlreichen Fotos versehenen flüssigen Text ein. So entsteht, auch unter Nutzung bereits vorliegender Veröffentlichungen, ein aspektereiches Bild der Lagergeschichte und des Lebensalltags der Gefangenen. Berichtet wird auch von ihren deutschen Bewachern und den Verhaltensweisen der deutschen Zivilbevölkerung. Über die engere Lagergeschichte hinaus ergeben sich außerdem viele allgemeine Hinweise zum Gefangenenwesen im damals noch bestehenden Königreich Bayern.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Helene Bode hat vier Jahrzehnte als Strafverteidigerin im Kriminalgericht Berlin-Moabit gewirkt und galt dort als Institution. „Ich habe eigentlich alle verteidigt, überwiegend arme Leute, die auch alle Straftaten, die es gibt, begangen haben. Ich hatte ganz wenige besser gestellte Mandanten. Vom kleinen Eierdieb bis zum Totschläger. Früh habe ich angefangen, Frauen zu verteidigen, die damals noch brutalst bestraft wurden, Beischlafdiebstahl von 4,50 Mark mit vier Jahren Zuchthaus.“ Helene Bode erinnert sich in ihren Geschichten an ihre Begegnungen mit vielen dieser Mandanten in Europas größtem Kriminalgericht. Die im Berliner Arbeiterbezirk Lichtenberg aufgewachsene Juristin zeigt dem Leser eindrucksvoll, dass es möglich ist, einer kühlen juristischen Welt auch mit Wärme und praktischem Sinn zu begegnen.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Le livre s'adresse aussi aux lecteurs francophones ayant de bonnes connaissances de la langue allemande. Il contient un choix d'articles que les auteurs ont écrits en tant que chroniqueurs judiciaires à Berlin. Les auteurs relatent les petits événements, sérieux, moins sérieux ou des affaires plus graves et même spectaculaires comme ils s'en déroulent dans une métropole: toutes ces affaires ont été traitées dans le vieux et vénérable Kriminalgericht Moabit, le tribunal pénal de Berlin. Les comptes-rendus des petits et grands procès appartiennent à l'histoire contemporaine avant et après la chute du mur. Chaque texte est accompagné d'un petit dictionnaire de synonymes. Là où cela semble nécessaire, les mots sont expliqués en français. Pour ceux qui s'intéressent particulièrement au droit, une annexe du livre offre un aperçu de la justice allemande ainsi qu'un lexique de termes juridiques. Avec explications et synonymes.
Aktualisiert: 2020-01-06
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This book will also be of interest to English speaking readers with a good knowledge of the German language and an interest in everyday German life. It contains a series of articles written by court reporters. They represent part of the everyday press reporting of a German city. The articles cover cases of varying scale, severity and impact: all prosecuted within the judicial complex of the venerable criminal court of Berlin-Moabit. The largest court in Europe, has been the stage for important historical events both before and after the fall of the Berlin Wall. Every text is accompanied by a vocabulary, which provides German synonyms/explanations and – for some expressions - translations into English. The annex gives a guide to rules of jurisdicton, conduct of criminal proceedings and legal education in Germany, as well as a comprehensive legal glossary.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Die DDR war ja ein Land der unbegrenzten Möglichkeiten – bespitzelt, verurteilt und eingesperrt zu werden. Den Autor, Gilbert Furian, trifft es 1985: Nachdem er zwanzig Jahre lang in der Operativen
Personenkontrolle (OPK) 'nur' beobachtet worden ist, wird er nun verhaftet. Statt auf seine Großmutter zu hören ('Lieber Gott, mach mich stumm, dass ich nicht nach Bautzen kumm') hatte er Punks interviewt und die Texte an Freunde und Verwandte weitergegeben; er wird verurteilt zu zwei Jahren und zwei Monaten Gefängnis. Ab 1989 sammelt er Berichte von Menschen, die in der DDR aus politischen Gründen inhaftiert waren. Und er befragt Exponenten des Staates, die zuvor Jagd auf Andersdenkende gemacht hatten: darunter Richter, Staatsanwälte und MfS-Ermittler. Dieser Blick hinter die Kulissen einer Barrikade, die sich durch die DDR zog, liefert zugleich aufschlussreiche Einzelheiten über das Leben in einer untergegangenen Gesellschaft: geistige Entmündigung und politische Heuchelei, aber auch immer wieder die Courage, sich damit nicht abzufinden.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Akribisch hat das DDR-Ministerium für Staatssicherheit über die Jahrzehnte seiner Existenz unter seinem gefürchteten Minister Erich Mielke gearbeitet. Die Akteure der friedlichen Revolution von 1989, die das Regime zu Fall brachten, wurden auf Schritt und Tritt überwacht. Als sich die Bürgerbewegung organisierte – maßgeblich im Neuen Forum – waren die Dämme schon fast gebrochen. Mielkes Mannen blieb es nur noch überlassen, das Protokoll des Abgesangs der DDR zu führen. Die Inoffiziellen Mitarbeiter schrieben nicht nur mit, sie waren ihren „Zielpersonen“ im Auftrag ihrer Führungsoffiziere sogar zu Diensten. Das zeigt eine Auswahl von Aktenblättern, die in der Region Chemnitz angelegt worden sind und nun in diesem Buch dokumentiert werden.
Ins Visier des MfS geriet besonders Martin Böttger, damals Mitbegründer des Neuen Forums in Sachsen. Seine Erinnerungen sowie jene von Karl-Heinz Baum, langjähriger DDR-Korrespondent der Frankfurter Rundschau, ergänzen diesen Band. Dazu Zeitzeugnisse von unerschrockenen Menschen, deren Namen sich in den Akten finden.
Michael Richter, Totalitarismus und Demokratie, Hg. Hannah-Arendt-Institut für Totalitarismusforschung e.V. an der TU Dresden: Was wären alle Darstellungen zur DDR-Geschichte wert, wenn sie nicht durch Bücher flankiert würden, die zu verstehen helfen, wie es einzelnen Menschen ergangen ist? Dieser Aufgabe stellen sich die Herausgeber und Autoren in äußerst gelungener Weise. Dank kompetenter und glaubwürdiger Autoren ist ein beeindruckendes Buch gelungen.”
Helmut Müller-Enbergs, HORCH und GUCK: „Noch vor dem Jubiläum ‘20 Jahre Herbstrevolution’ haben Karl-Heinz Baum und Roland Walter anhand der Ereignisse in Karl-Marx-Stadt im Herbst 1989 Maßstäbe gesetzt. Sie zeigen in einem teils jüngeren Lesern, teils Mitstreitern und Zeitgenossen aus Chemnitz ans Herz zu legenden Sachbuch anschaulich, wie lebendig sich IM-Berichte und Erinnerungen von Zeitzeugen verknüpfen lassen.“
Matthias Kluge, Deutschland Archiv: „Mit den dokumentierten Berichten gelingt es den Herausgebern die
Unaufhaltsamkeit des ‘wind of change‘ zu belegen, der die Akteure des Neuen Forums zunächst empor getragen, dann aber ebenso unbarmherzig schnell fallen gelassen hat.“
Aktualisiert: 2020-01-06
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Als sie 97 Jahre alt war, begann Erna Huth zu erzählen. Jahrelang hatte Michael Weber, ihr Neffe, vergeblich versucht, sie zu überreden. Nun brach es aus ihr heraus: „Alle sollen es wissen und niemand vergessen.“ Auch wenn sie den Naziterror überlebt hat, das schlimme Schicksal, das ihren nächsten Angehörigen zuteil geworden ist, hat sie nie verwunden. Ihr Neffe: „Manchmal vergehen Jahre, ehe man das Außergewöhnliche, das einen täglich umgibt, als solches erkennt. Ihr Leben war auch deshalb so bemerkenswert, weil es nicht das fürchterliche Ende nahm, das ihm eigentlich zugedacht war. Uns begegnen ganz gewöhnliche Menschen in unvorstellbaren Situationen. Sie sind mutig und feige, wie wir so sind. Jäh sind sie einem Schicksal ausgeliefert worden – von ihren Mitmenschen, die es später gerne vergessen hätten. Viele haben es gesehen, nur wenige haben den Bedrängten in ihrer Not beigestanden.“
Martin Swarzenski, Herausgeber eines Tucholsky-Bandes (rororo): „Dies ist der Anlass, dass ich gleich schreibe, weil ich Ihnen nach der Lektüre des Buches. sagen möchte, wie sehr es mich berührt hat. Wenn man es ganz knapp sagen will, dann stehen in diesem Buch nur Berliner Straßennamen, zwischen denen sich im sog. Dritten Reich ein jüdisches, eher unauffälliges Schicksal abgespielt hat. Da ich mir sicher bin, dass nur Leute dieses Buch lesen, die um die Dinge wissen, wirkt sich die Kargheit nur positiv aus, alles andere vermag sich der „eingeweihte“ Leser selbst zu denken. Durch den Stil wird er geradezu herausgefordert. Der Reichtum des Buches erschließt sich durch die eigenen Gedanken. - Ich wünsche Ihnen weiterhin so gute Bücher zum Verlegen.“
Aktualisiert: 2020-01-06
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Eine Dokumentation zum 70. Jahrestag der Novemberpogrome im November 2008, mit der an die Ausgrenzung und Verfolgung der deutschen Juden erinnert wird. Hergestellt für die Landeszentrale für politische Bildungsarbeit Berlin. Herausgegeben von Friedrich Detlev Hardegen, unterstützt von der „Stiftung Rosenbaum“– mit einem Vorwort von Jürgen Schmude.
Jürgen Schmude (ehemaliger Bundesminister für Bildung und Wissenschaft, Bundesminister der Justiz sowie langjähriger Präses der Synode der EKD): „Die Augenzeugenschilderungen und Dokumente lassen keine Ausflüchte zu. Man hat nichts gewusst, nichts begriffen, oder man musste der Nazipropaganda glauben? Von der Scham und Beklommenheit bei den Zuschauern ist in den Berichten die Rede, von Empörung statt Zustimmung angesichts der Untaten der SA. Die Schande war für alle offenkundig. Sie war es auch für die vielen, die ihrer Verblendung und Feindschaft gegen die Juden sogar bei diesen Scheußlichkeiten Ausdruck gaben: durch beim Anblick von Verhaftungen, Quälereien und vorsätzlich gelegten Bränden, durch Bekundungen der Genugtuung und gar durch Rufe: ‘Aufhängen!’ Nicht gegen die Täter, gegen die Opfer war das gerichtet. Diese Zusammenstellung. hat ihr eigenes Profil und macht so einen neuen, nachhaltigen Eindruck auf die Leser.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Autobiografie, Geleitwort von Karl Wilhelm Fricke, Publizist, DDR-Experte.
Millionen DDR-Bürger wurden über Nacht eingesperrt – das letzte Schlupfloch für eine Flucht in den Westen und in die Freiheit war verschlossen. Welche dramatischen Folgen der Mauerbau für die damals 27-jährige Mutter Sigrid Paul und ihren im Januar 1961 geborenen Sohn Torsten hatte, zeigt dieser erschütternde Bericht. Ein Stück deutsch-deutscher Geschichte zwischen Kriegsende und Gegenwart.
Kindheit in Nazi-Deutschland. Nach dem Krieg erste Erfahrungen mit den neuen Machthabern in der SBZ: Deportation des Vaters in ein sowjetisches Lager, aus dem er nicht zurückkehrt; Enteignung der Familie: deren Tonwarenfabrik in Dommitzsch wird verstaatlicht; langjähriger zermürbender und vergeblicher Kampf um ihre wirtschaftliche Existenz. – Mit dem Schicksal ihres Sohnes vor und nach dem Mauerbau in Berlin schlägt Sigrid Paul ein besonders finsteres Kapitel ihres Lebens in der DDR auf. Torsten kommt nach ärztlichem Fehlerverhalten schwer geschädigt zur Welt. Die Mediziner sind so hilflos, dass die Eltern ihn im Westteil der Stadt behandeln lassen. Als Ost-Berlin plötzlich abgeriegelt ist, sorgen dort Ärzte dafür, dass er als Herzpatient getarnt in die West-Berliner Klinik zurückgebracht wird. Da sie ihn nicht mehr besuchen dürfen, entschließen sich die Eltern zur Flucht. Obwohl ihr gescheitertes Vorhaben unentdeckt bleibt, werden sie doch noch inhaftiert.
Helge Heidemeyer, Deutschland Archiv:
„Diese Schlaglichter aus einem Leben in der DDR führen über das Einzelschicksal hinaus. Sie illustrieren Karl Wilhelm Frickes Aussage in seinem einfühlsamen Vorwort — einem Plädoyer, sich weiterhin mit der
Unterdrückungsgeschichte der DDR zu beschäftigen: am Umgang mit seinen Bürgern offenbart sich der Charakter eines politischen Systems. Das zu verdeutlichen, macht den allgemeinpolitischen Wert dieser Autobiografie aus. … So dokumentiert der kleine Band nicht nur den Charakter des SED-Regimes, sondern auch den aus der Geradlinigkeit gespeisten Widerstand einfacher Bürger dagegen.“
Friedrich Rudolph, der Stacheldraht:
„. Dem Verlag zba.BUCH ist es zu danken, dass aus dem Manuskript ein spannendes gut zu lesendes Buch entstanden ist. Ohne der Sprache der Autorin Gewalt anzutun, wurde dramaturgisch geschickt die biographische Abfolge durchbrochen. Was Sigrid Paul am wichtigsten ist, begegnet dem Leser zuerst: Wie kann sie ihr Kind retten? Diese Frage trägt durch die gesamte Geschichte bis in die Gegenwart. Lektüre und Verlag — sehr empfehlenswert!
Aktualisiert: 2020-12-22
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Jens Schildknecht, Jahrgang 1946, erzählt von seiner Kindheit und Jugend. Gewidmet ist das Buch seinen Söhnen, der gesamten Familie und natürlich auch den Freunden. Es ist ein sehr persönlicher Rückblick auf das Bremer Bürgertum der 50er und 60er Jahre. Sicherlich hat ihn sein Vater dazu inspiriert, seine Erinnerungen aufzuschreiben, vielleicht auch als mahnendes Beispiel. Denn dessen Aufzeichnungen, an die Enkel gerichtet, blieben leider unvollendet.
„Als Kind hörte ich gern meinen Vater erzählen, seine Erlebnisse aus dem Fehsenfeld in Bremen, wo er aufgewachsen war, von Streichen, die er mit seinen Freunden ausheckte. Geschichten über seine Familie, die Lebensumstände. So konnte ich mir ein wenig besser vorstellen, wie er und seine Generation damals gelebt haben. Und vielleicht konnte ich dadurch auch ihn ein wenig besser verstehen.“
Aktualisiert: 2020-01-06
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Katja Stein wird von frühester Kindheit an und über Jahre hinweg von ihrem Vater missbraucht. Das Verbrechen spielt sich in den 1960er Jahren in einer kleinen Bodenseestadt ab. Katjas Mutter, besorgt um den Ruf der Familie und um ihr eigenes Wohl, ahnt, was ihrer Tochter angetan wird, verschließt aber die Augen davor. Als an dem Kind körperliche und seelische Reaktionen des väterlichen Treibens deutlich werden, stellen die Eltern es einem Psychiater vor. Der aber ist ebenso arglos wie andere Menschen in der Umgebung der so „gutbürgerlichen” Familie.
Erst im Erwachsenenalter, als sich bei ihr scheinbar unerklärliche Symptome zeigen, ist Katja Stein in der Lage, sich mit ihrer Kindheit auseinanderzusetzen und einen seelischen „Scherbenhaufen” abzutragen – auch indem sie ihre quälenden Erinnerungen zu Papier bringt. Dabei wird der jahrelange Loyalitätskonflikt deutlich, der so viele Missbrauchsopfer davor zurückschrecken lässt, sich jemandem anzuvertrauen. Aus Scham und um sich und ihre Familie zu schützen, schreibt die Autorin unter einem Pseudonym.
Eine aufwühlende Erzählung – leider immer noch aktuell.
„Der Autorin ist eine einfühlsame Beschreibung ihrer Kindheit und Jugend in einem bedrückenden Elternhaus gelungen: Ein Psychogramm des Vaters und Täters, der seiner Tochter keine Luft zum Atmen lässt, die Schilderung des psychischen Missbrauchs durch die Mutter, die ihre Tochter zur Freundin aufbaut, um sie zur Komplizin eines Ehebruchs zu machen. – Eine sehr interessante Darstellung, mit der sich wahrscheinlich auch nicht wenige Leserinnen durch ähnliche Erlebnisse angesprochen fühlen.“
Privatdozent Dr. Werner Platz, Leiter der Psychiatrischen Institutsambulanz II, Vivantes Humboldt Klinikum, Berlin, Sachverständiger in Strafverfahren
Aktualisiert: 2020-01-06
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Was geschieht, wenn der Kühlschrank jedes Gespräch verweigert? Zu dem Thema des diesjährigen Literaturwettbewerbs des Autorenforums Berlin erreichten uns nicht nur Kurzgeschichten, sondern hinreißend intensive, klug und berührend beschriebene Welten. Die Jury wählte die besten sieben Texte für diese Anthologie aus.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Dieter Drewitz (Jahrgang 1943) schildert seine schlimmen Erfahrungen mit der DDR-Diktatur: Kindheit und Jugend im Berlin der fünfziger Jahre zwischen den Fronten des Kalten Krieges, die Entwicklung seines politischen Bewusstseins und Gegnerschaft zum Ulbricht-Regime, Verhaftungen und Verurteilungen,
Demütigungen, Einsamkeit, körperliche und psychische Folter im Stasigefängnis, aber auch entsetzliche Haftbedingungen im allgemeinen Strafvollzug. Er beschreibt den mühevollen Weg vom Ausreiseantrag über Schikanen, Beleidigungen der Behörden, über Observierungen und Erpressungen der Stasi bis zur ersehnten Ausreise in den Westen. Schilderungen unfassbarer und absurder Erlebnisse aus dem DDR-Alltag geben einen tiefen Einblick in das beschwerliche Leben der Menschen in der Diktatur.
Aktualisiert: 2020-01-06
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Erinnerungen von Kindern, die im Zweiten Weltkrieg in deutschen Zwangsarbeitslagern unvorstellbare Grausamkeiten erlitten haben. Krankheiten, Hunger, Misshandlungen. Geschunden kehrten sie in die Heimat zurück. Das Schreiben half ihnen, sich aus ihrer Sprachlosigkeit zu befreien. Ihr Buch ist 2000 in Russland erschienen. Drei Jahre später sind sie zu einem Besuch nach Berlin gekommen, um das Gespräch zu einer anderen Generation von Deutschen zu suchen. Die Caritas-Konferenzen Deutschlands und die Herausgeberinnen haben ihnen den Wunsch erfüllt, ihre Erinnerungen in deutscher Sprache zu veröffentlichen.
Wolfgang Thierse, Vizepräsident des Deutschen Bundestages:
„Ich wünsche mir, dass möglichst viele junge Menschen diese erschütternden Lebensberichte lesen, sich mit den Erfahrungen der früh Gedemütigten auseinandersetzen. Nur Menschen, die wissen, wie es damals gewesen ist und daraus entschieden Konsequenzen ziehen, können ein Bewusstsein von der Fragilität unserer Zivilisation entwickeln.”
Aktualisiert: 2020-01-06
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Als der Augenarzt Dr. Carl Julius Heuberger, Jahrgang 1923, endlich beschließt, das Fliegen zu lernen – es war schon sein Kindheitstraum – ist er gerade 50 Jahre alt geworden. Aber dabei bleibt es nicht, er lernt auch das Fallschirmspringen und fliegt mit Überschallgeschwindigkeit als Copilot im Phantom-Jet mit zu einer Schießübung. Kaum weniger fasziniert ihn der Galoppsport. „Ich kann sagen, dass ich Angebote, die mir das Leben machte, niemals ausschlug, alles galt mir als Herausforderung, die ich freudig annahm. Daran wollte ich meine Fähigkeiten messen“, schreibt Heuberger in seiner Autobiographie. Herausforderungen hat ihm das Leben reichlich geboten.
Der Autor erinnert sich an seine Kindheit in der Weimarer Republik, seine Jugend in Nazi-Deutschland, die
Teilnahme am Zweiten Weltkrieg sowie an die Aufbaujahre der Bundesrepublik. Heuberger beschreibt seine
Ausbildung bei Koryphäen seines Fachs und Begegnungen mit berühmten Berufskollegen. Als Augenarzt sowie Begründer und ärztlicher Leiter der Kurfürsten-Klinik in Bremen macht sich Heuberger seit den 1960er Jahren einen Namen weit über die Landesgrenzen hinaus. Von dem Verlust dieses Lebenswerkes lässt er sich nicht unterkriegen. Obwohl Opfer betrügerischer Machenschaften eines angeblichen Weinimperiums, war Heuberger selbst ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Anfang der 1980er Jahre, als Ermittlungen gegen ihn eingestellt worden waren, wagt er nach einem längeren Aufenthalt in Costa Rica einen Neuanfang.
Carl Julius Heuberger gehört zu den Vorreitern des modernen Krankenhauswesens in Deutschland. Vielleicht haben Mediziner wie er sogar die Wende zu einem menschlicheren Krankenhaus entscheidend geprägt.
So sehr der Begriff „Privat“ im Zusammenhang mit dem Wort „Klinik” verpönt gewesen sein mag, Heuberger kam es immer auch darauf an, Trendsetter im komplizierten Gesundheitsbetrieb zu sein. Seine Bremer Kurfürsten-Klinik war das erste Krankenhaus in der Stadt, das sich dem Fortschritt auf dem Gebiet der Gerätemedizin besonders verpflichtet fühlte. Gleichzeitig hat er in den 1960er Jahren erkannt, dass teure Geräte ein Krankenhaus zum Wohlfühlen nicht ersetzen können. Obwohl Heuberger als Klinikchef immer auch in unternehmerischer Verantwortung gestanden hat, war er zeit seines 50-jährigen Berufslebens vor allem eines: ein Augenarzt im Dienste seiner Patienten.
Aktualisiert: 2020-01-06
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