Aktualisiert: 2023-03-30
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In den dunklen Abend-, Nacht- und Morgenstunden der letzten Oktobertage des Jahres 1938 wurden die in Hannover seit Jahrzehnten ansässigen osteuropäischen jüdischen Familien mit ihren Kindern »ganz plötzlich, ohne jede Vorbereitung« aus ihren Wohnungen gejagt. Ordnungskräfte von Polizei und SS trieben die verschreckten und zum Teil nur notdürftig bekleideten Menschen zu lokalen Sammelstellen, wo man ihnen Ausweisungsdokumente zur Unterschrift aufzwang. Nur selten erhielten sie die Erlaubnis, einige persönliche Habseligkeiten von zu Hause mitzunehmen. Schon am nächsten Tag wurden sie in bewachten Zügen ins Niemandsland zwischen Deutschland und Polen transportiert.
Diese Menschen standen vor einem Abgrund, und wiewohl es ihnen noch für kurze Zeit gelang, die unvorstellbare Wahrheit zu verleugnen, ereilte sie mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf Polen ein gnadenloses Schicksal.
Evelyn Keidel, Dr. phil. (M.A.), geboren 1936 in Berlin, studierte Germanistik, Geschichte, Kunst, Sozialpsychologie und Religionswissenschaft. Die Autorin arbeitete als Lehrerin, Diplombibliothekarin, Journalistin, Verlagslektorin und in der Erwachsenenbildung. Ihre Buchveröffentlichungen sind Versuche zur Wiederherstellung eines authentischen jüdischen Menschenbildes, das über zwei Jahrtausende vom tödlichen Haß des christlichen Antijudaismus und später des ideologischen Antisemitismus verzerrt und entstellt worden ist.
Aktualisiert: 2020-12-08
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"Am Sabbattag eröffnete man also den Kampf gegen sie [die Israeliten], und sie kamen um [da sie sich nicht wehrten, um den Sabbat nicht zu entweihen] samt ihren Frauen und Kindern und ihrem Viehbestand. Es waren gegen 1000 Personen." (1. Makkabäerbuch 2,38) Bis heute gilt der Vernichtungswille der nationalsozialistischen Regierung gegen das Judentum als ungeheuerlich. Trotz aller Erklärungsversuche bleiben dieser Wille und besonders seine so tiefgreifende Umsetzung in die Tat unerklärlich. Eine Komponente dieses Geschehens ist die Frage, wogegen sich diese Vernichtung insgesamt richtete; inwiefern war es das Judentum als abstrakte Größe oder verallgemeinernd die Juden als Personen oder vielleicht, so die These der Untersuchung, eine Form des jüdischen Geistes? Explizite Aufzeichnungen dazu gibt es kaum. Doch gerade an diesem eigentlich nicht greifbaren Punkt setzt Keidel an und bringt unterschiedliche Komponenten zusammen: In persönlichen Gesprächen mit Menschen, die damals noch Kinder waren, erfuhr sie, dass die Deutschen bevorzugt jüdische Feiertage für ihre demütigenden, zerstörerischen oder gar mörderischen Maßnahmen wählten. Evelyn Keidel gelingt es, eine in sich weitgehend geschlossene und historisch belegte Argumentation vorzulegen, die einen Sachverhalt auf religionswissenschaftlicher Basis plausibel macht, der trotz Mangel expliziter Belege erschlossen werden kann. Damit stellt diese Untersuchung einen weiteren, bedeutsamen Aspekt dar, der nicht das Unverständliche verstehen lässt, der aber doch etwas mehr Licht in eine allzu dunkle Periode der Geschichte bringt. (Professor Dr. Dr. Bertram Schmitz)
Aktualisiert: 2023-02-14
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Dem gerichtlichen Eid eines Juden meinten Christen nicht trauen zu können; zu tief saß der Argwohn, den die Kirche unaufhörlich geschürt hatte. Aus diesem Grund wurde die Eidesleistung eines Juden durch sadistische Torturen erschwert, ihre grausamen Praktiken zwangen ihn häufig dazu, seinen Gott zu verleugnen – Seelenmord als Vorspiel.
Von Herrschaft und Kirche gebilligt, in den Amtsstuben des Gerichts weitgehend vor den Augen der Öffentlichkeit verborgen, wurde geprobt, was wenige Jahrhunderte später, von Staat und Kirche initiiert, ebenfalls verborgen vor den Augen der Öffentlichkeit, nämlich in den Todeslagern in Osteuropa, perfekt ›endgelöst‹ wurde.
Wider allen Erwartens gab es nach der Schoa Juden, die die Katastrophe überlebt hatten: unheimliche Zeugen der totgeschwiegenen Verbrechen, ewige Ankläger. Unter der in kollektive Amnesie verfallenen deutschen Nachkriegsgesellschaft bildeten sie Objekte eines Tabus, eines Berührungsverbots. Seit jeher vom Verschwinden bedroht, wurden sie nun aktiv beschwiegen, aus dem Alltagsbewußtsein ausgegrenzt und in ihrer Existenz verworfen.
Evelyn Keidel, Dr. phil. (M.A.), geboren 1936 in Berlin, studierte Germanistik, Geschichte, Kunst, Sozialpsychologie und Religionswissenschaft. Die Autorin arbeitete als Lehrerin, Diplombibliothekarin, Journalistin, Verlagslektorin und in der Erwachsenenbildung. Ihre Buchveröffentlichungen (Vom Judentum zum Christentum – und zurück, Zufall oder Methode, Kinderarzt Dr. Fritz Frensdorff und Juden-Imagines) sind Versuche zur Wiederherstellung eines authentischen jüdischen Menschenbildes, das über zwei Jahrtausende vom tödlichen Haß des christlichen Antijudaismus und später des ideologischen Antisemitismus verzerrt und entstellt worden ist.
Aktualisiert: 2020-12-10
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Die Erwartungen der Juden an einen ›Messias‹ erfüllten sich durch das Erscheinen Jesu nicht – die Welt blieb entgegen den Erlösungshoffnungen des entstehenden Christentums die gleiche, die ältere Religion des Judentums lebte fort. Dieser heilsgeschichtliche Widerspruch bedrohte Identität und Glaubensgewißheit der Christen und löste theologisch heftige Zweifel aus.
In der Folge verurteilten christliche Prediger die Juden als ein von Gott verfluchtes Volk und bestätigten mit ihrer gehässigen Polemik immer erneut das grotesk verzerrte Bild, das die Volksphantasie von den Juden geschaffen hatte. Über zwei Jahrtausende wurde das jüdische Menschenbild vom tödlichen Hass des christlichen Antijudaismus und später des ideologischen Antisemitismus verzerrt.
Evelyn Keidel, Dr. phil. (M.A.), geboren 1936 in Berlin, studierte Germanistik, Geschichte, Kunst, Sozialpsychologie und Religionswissenschaft. Die Autorin arbeitete als Lehrerin, Diplombibliothekarin, Journalistin, Verlagslektorin und in der Erwachsenenbildung. Buchveröffentlichungen: ›Vom Judentum zum Christentum – und zurück‹, ›Zufall oder Methode‹ und ›Kinderarzt Dr. Fritz Frensdorff‹.
Aktualisiert: 2020-12-10
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„Am Sabbattag eröffnete man also den Kampf gegen sie [die Israeliten], und sie kamen um [da sie sich nicht wehrten, um den Sabbat nicht zu entweihen] samt ihren Frauen und Kindern und ihrem Viehbestand. Es waren gegen 1000 Personen.“ (1. Makkabäerbuch 2,38) Bis heute gilt der Vernichtungswille der nationalsozialistischen Regierung gegen das Judentum als ungeheuerlich. Trotz aller Erklärungsversuche bleiben dieser Wille und besonders seine so tiefgreifende Umsetzung in die Tat unerklärlich. Eine Komponente dieses Geschehens ist die Frage, wogegen sich diese Vernichtung insgesamt richtete; inwiefern war es das Judentum als abstrakte Größe oder verallgemeinernd die Juden als Personen oder vielleicht, so die These der Untersuchung, eine Form des jüdischen Geistes? Explizite Aufzeichnungen dazu gibt es kaum. Doch gerade an diesem eigentlich nicht greifbaren Punkt setzt Keidel an und bringt unterschiedliche Komponenten zusammen: In persönlichen Gesprächen mit Menschen, die damals noch Kinder waren, erfuhr sie, dass die Deutschen bevorzugt jüdische Feiertage für ihre demütigenden, zerstörerischen oder gar mörderischen Maßnahmen wählten. Evelyn Keidel gelingt es, eine in sich weitgehend geschlossene und historisch belegte Argumentation vorzulegen, die einen Sachverhalt auf religionswissenschaftlicher Basis plausibel macht, der trotz Mangel expliziter Belege erschlossen werden kann. Damit stellt diese Untersuchung einen weiteren, bedeutsamen Aspekt dar, der nicht das Unverständliche verstehen lässt, der aber doch etwas mehr Licht in eine allzu dunkle Periode der Geschichte bringt. (Professor Dr. Dr. Bertram Schmitz)
Aktualisiert: 2023-04-04
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