Um 1850 ereignete sich in Weimar ein ungeheuerlicher Kriminalfall: Der Architekt Heinrich von Gerstenbergk fälschte hunderte Autographen Schillers und verkaufte sie über ein Netzwerk prominenter Mittelsmänner. Zu den ahnungslosen Abnehmern gehörten unter anderem die Königliche Bibliothek in Berlin sowie Schillers jüngste Tochter.
Die Faszination, die heute von gefälschten historischen Handschriften ausgeht, war Anlass dafür, diesen Kriminalfall zu erforschen: Das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar präsentiert die mit Dreistigkeit nachgemachten Papiere 2023 erstmals in einer Ausstellung der Öffentlichkeit.
Von erfundenen und schlecht übertragenen Inhalten, ergaunerten »Echtheitsbestätigungen« argloser Zeitgenossen bis hin zum Erlös, den die Falsifikate heutzutage bei Auktionen erzielen, ist hier alles dokumentiert. Über kriminelle Handlungsmotive lässt sich spekulieren. Die Überführung des Täters allerdings ist belegt. Dank eines juristischen Prozessberichts ist sie noch heute detailliert nachvollziehbar: Sie gelang durch die gründliche Untersuchung der Papiere nach materiellen und inhaltlichen Kriterien sowie durch philologische Ansätze.
Welche Rahmenbedingungen dem Täter das Handeln ermöglichten, wie er beim Fingieren der Handschriften vorging und welche Distributionswege er für seine Machenschaften nutzte, veranschaulicht die vorliegende Publikation anhand ausgewählter spannender Beispiele.
Aktualisiert: 2023-06-15
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Um 1850 ereignete sich in Weimar ein ungeheuerlicher Kriminalfall: Der Architekt Heinrich von Gerstenbergk fälschte hunderte Autographen Schillers und verkaufte sie über ein Netzwerk prominenter Mittelsmänner. Zu den ahnungslosen Abnehmern gehörten unter anderem die Königliche Bibliothek in Berlin sowie Schillers jüngste Tochter.
Die Faszination, die heute von gefälschten historischen Handschriften ausgeht, war Anlass dafür, diesen Kriminalfall zu erforschen: Das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar präsentiert die mit Dreistigkeit nachgemachten Papiere 2023 erstmals in einer Ausstellung der Öffentlichkeit.
Von erfundenen und schlecht übertragenen Inhalten, ergaunerten »Echtheitsbestätigungen« argloser Zeitgenossen bis hin zum Erlös, den die Falsifikate heutzutage bei Auktionen erzielen, ist hier alles dokumentiert. Über kriminelle Handlungsmotive lässt sich spekulieren. Die Überführung des Täters allerdings ist belegt. Dank eines juristischen Prozessberichts ist sie noch heute detailliert nachvollziehbar: Sie gelang durch die gründliche Untersuchung der Papiere nach materiellen und inhaltlichen Kriterien sowie durch philologische Ansätze.
Welche Rahmenbedingungen dem Täter das Handeln ermöglichten, wie er beim Fingieren der Handschriften vorging und welche Distributionswege er für seine Machenschaften nutzte, veranschaulicht die vorliegende Publikation anhand ausgewählter spannender Beispiele.
Aktualisiert: 2023-06-07
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Um 1850 ereignete sich in Weimar ein ungeheuerlicher Kriminalfall: Der Architekt Heinrich von Gerstenbergk fälschte hunderte Autographen Schillers und verkaufte sie über ein Netzwerk prominenter Mittelsmänner. Zu den ahnungslosen Abnehmern gehörten unter anderem die Königliche Bibliothek in Berlin sowie Schillers jüngste Tochter.
Die Faszination, die heute von gefälschten historischen Handschriften ausgeht, war Anlass dafür, diesen Kriminalfall zu erforschen: Das Goethe- und Schiller-Archiv in Weimar präsentiert die mit Dreistigkeit nachgemachten Papiere 2023 erstmals in einer Ausstellung der Öffentlichkeit.
Von erfundenen und schlecht übertragenen Inhalten, ergaunerten »Echtheitsbestätigungen« argloser Zeitgenossen bis hin zum Erlös, den die Falsifikate heutzutage bei Auktionen erzielen, ist hier alles dokumentiert. Über kriminelle Handlungsmotive lässt sich spekulieren. Die Überführung des Täters allerdings ist belegt. Dank eines juristischen Prozessberichts ist sie noch heute detailliert nachvollziehbar: Sie gelang durch die gründliche Untersuchung der Papiere nach materiellen und inhaltlichen Kriterien sowie durch philologische Ansätze.
Welche Rahmenbedingungen dem Täter das Handeln ermöglichten, wie er beim Fingieren der Handschriften vorging und welche Distributionswege er für seine Machenschaften nutzte, veranschaulicht die vorliegende Publikation anhand ausgewählter spannender Beispiele.
Aktualisiert: 2023-06-07
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Die Leipziger Kleinmesse war und ist neben dem Münchner Oktoberfest, der Dresdner Vogelwiese, dem Hamburger Dom und dem Bremer Freimarkt eines der wichtigsten Volksfeste in Deutschland. Ihren Anfang nahm die Kleinmesse mitten in Leipzig, nämlich auf den traditionsreichen und bedeutenden Handelsmessen. Hier fanden sich neben den Käufern und Verkäufern seit Anbeginn zahlreiche Vertreter des so genannten Fahrenden Volkes ein, um mit ihren Künsten das Messepublikum zu unterhalten und sich selbst den Lebensunterhalt zu verdienen. Leipzig galt im 19. Jahrhundert als eine der wichtigsten deutschen Schaustellermetropolen.
Basierend auf der Auswertung umfangreichen Quellenmaterials untersucht diese Arbeit Schaustellungen und Lustbarkeiten auf Leipziger Messen des 19. Jahrhunderts. Neben Fahr-, Belustigungs- und Geschicklichkeitsgeschäften werden vor allem Schaugeschäfte ausgewertet und dargestellt, deren schillernde Vielfalt uns heute oft sehr verblüfft.
Alle artistischen Genres waren hier vertreten. Akrobaten, Gymnastiker und Athleten begeisterten das Publikum ebenso wie Seiltänzer, Equilibristen und Jongleure. Da gab es Schlangenmenschen, Zauberer und Gedächtniskünstler; Theatergruppen traten auf, alles umrahmt von der niemals fehlenden Messemusik. Es kamen Feuerwerkskünstler, Tierstimmenimitatoren, Bauchredner und Marionettenspieler. Das Jahrmarktskasperspiel war ebenso vertreten wie Theatrum mundi, Kunstreiterei und Zirkus, Spezialitätentheater und Varieté. Zu bewundern waren Schnellläufer, Deckenläufer, Taucher, Verschluckkünstler, Allesfresser und Hungerkünstler.
Ein Teil der Untersuchung ist der Schaustellung von Personen gewidmet – Personen, die anders waren, als das Messepublikum. In diesen Bereich gehören die so genannten Riesen und Zwerge, Haarmenschen und Bartfrauen, Albinos, Tätowierte, Rumpfmenschen, Halbmenschen, Fußkünstler und Siamesische Zwillinge. In zahlreichen Völkerschauen wurden so genannte Eskimos, Indianer, Lappen, Botokuden, Buschmänner und Kaffern vorgeführt.
Ebenso groß ist die Zahl der nachgewiesenen Tierschaustellungen auf Leipziger Messen. Das 19. Jahrhundert war die Blütezeit der Wandermenagerien, was am Leipziger Beispiel verdeutlicht werden konnte. Mit den oft aus exotischen Ländern stammenden Tieren wurde ein Stück Ferne auf die Leipziger Festplätze gebracht. Auch abnorme Tiere wurden zur Schau gestellt, wie der Ochse mit sechs Beinen oder Kälber mit zwei Köpfen. Mobile Schauaquarien, die im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts in Mode kamen, eroberten auch die Leipziger Messen. Unter den Tierdressuren waren Affen- und Hundetheater sehr beliebt, es gab aber auch abgerichtete Kanarienvögel, Bären und Pferde, nicht zu vergessen den inzwischen fast vollständig ausgestorbenen Flohzirkus.
Ein großer Bereich der Arbeit untersucht Bänkelsang, Guckkästen, Schaubergwerke, Camera obscura, Laterna magica und verschiedene Mikroskopprojektionen. Groß war die Vielfalt der so genannten „Oramen“, die zu Messezeiten in Leipzig besucht werden konnten. Es gab unter anderem Panoramen, Kosmoramen, Cycloramen, Dioramen, Stereoskope und Kaiserpanoramen.
In den zu Leipziger Messen ausgestellten Naturalienkabinetten präsentierten die Schausteller außer zoologischen und botanischen Präparaten, Mineralien und Fossilien auch so manches Phantasiegeschöpf. Werbewirksam wurden beispielsweise Feuer speiende Drachen, Lindwürmer und Meerjungfrauen angekündigt. Schließlich zählte auf dem Jahrmarkt nicht der wissenschaftliche Anspruch, sondern allein der Fakt, dass genügend zahlungskräftiges Publikum die Schaubude betrat.
Darüber hinaus wird die große Innovationsfreude der Schausteller im Hinblick auf Technik und Technologie in der Arbeit veranschaulicht. Die zahlreichen neuen Entwicklungen auf technischem Gebiet beeinflussten das Jahrmarktsgeschehen im 19. Jahrhundert nachhaltig. So hatten ganze Gewerbezweige ihren Anfang auf dem Jahrmarkt, wie etwa die Photographie oder das Kino. Viele stationäre Unterhaltungseinrichtungen, die heute aus dem urbanen Leben nicht mehr wegzudenken sind, entstanden auf dem Jahrmarkt, was auch in Leipzig gut nachvollzogen werden kann. Ebenfalls deutlich gemacht wird der sich im 19. Jahrhundert vollziehende Strukturwandel des Vergnügens, der geprägt ist von Institutionalisierung, Kommerzialisierung und Professionalisierung. Darüber hinaus verschiebt sich im Untersuchungszeitraum die Quantität der in Leipzig anwesenden Geschäfte. Überwogen zunächst die Schaugeschäfte, so ändert sich dies im Laufe des Jahrhunderts zugunsten der Fahrgeschäfte.
Die sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts anbahnenden Veränderungen bei der Leipziger Handelsmesse brachten auch Umbrüche für die Vergnügungsmesse mit sich. Stück für Stück wurden die Schausteller aus der Innenstadt verdrängt, bis schließlich 1907 ein neuer Platz vor dem Frankfurter Tor bezogen werden konnte. Mit dieser räumlichen und auch zeitlichen Trennung von Handel und Vergnügen etablierte sich als Name für das Volksvergnügen die „Leipziger Kleinmesse“, deren wechselvolle Geschichte in einem Abschnitt der vorliegenden Arbeit erstmals umfassend dargelegt wird.
Aktualisiert: 2019-06-18
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Hier werden keine einfältig-drögen Pornos von anno dazumal abgeliefert, womöglich mit einem »wissenschaftlichen« Hinweis auf ihre sozial-historische Relevanz. Wilhelm Widenmann und Gabriele Klunkert stellen vielmehr ein Panoptikum der Sinnlichkeit vor, das den Zeitraum von 1880 bis 1912 umfaßt, wobei das gebotene Bild- und Textmaterial ausgesprochen exklusiv und selten ist.
Satirisch-erotische Spiegelungen und ganz spezielle Anzeigen von damals bilden z.B. Programmpunkte des amourösen Panoptikums, aber auch bisher noch nirgends veröff entlichter pikanter Kartenzauber und hinreißende Sittenpikanter Kartenzauber und hinreißende Sittenpikanter Kartenzauber bilder des französischen Künstlers Lobel-Riche begeistern den Betrachter. Zweifelsohne ist mit diesem Band eines der witzigsten und schönsten Erotik-Bücher überhaupt gelungen.
Aktualisiert: 2017-09-21
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